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Südafrika und Namibia auf eigene Faust

Südafrika und Namibia auf eigene Faust

Rundreise durch Afrika als Selbstfahrer

Endlich ist es wieder so weit: nach einem Jahr darf ich wieder meine Koffer packen und für ganze 18 Tage als Selbstfahrer Richtung Südafrika und Namibia auf eigene Faust fliegen. Dieses Mal nehme ich meinen Bruder Thorsten mit, für den es die zweite Reise ins südliche Afrika sein soll. Vor knapp 10 Jahren waren wir gemeinsam mit unseren Eltern in Südafrika, also wird es langsam mal wieder Zeit für einen weiteren Besuch und neue Erfahrungen auf einer Rundreise durch Afrika als Selbstfahrer. Auf unserer Rundreise auf eigene Faust von Windhoek quer durch die Kalahari Wüste, zum Kgalagadi Transfrontier Park, bis in den Süden Namibias, in die Cederberge und nach Kapstadt hatten wir eine der schönsten Zeiten unseres Lebens. 

Der Beginn unserer Namibia-Rundreise

Ankunft in Windhoek

Nach einem 10-stündigen Nachtflug mit der Air Namibia kommen wir etwas müde, aber voller Vorfreude in Windhoek, der Hauptstadt Namibias, an. Innerhalb kurzer Zeit haben wir die Einreiseformalitäten hinter uns, nehmen unser Gepäck in Empfang und machen uns auf den Weg zu der Mietwagenfirma, wo wir unser Fahrzeug für unsere Reise durch Südafrika und Namibia bekommen. Die Übernahme dauert ca. eine Stunde. Wir werden ganz genau in das Fahrzeug eingewiesen und schauen uns alles an. Uns wird auch gezeigt, wie man einen Reifen wechselt aber hoffentlich müssen wir dies auf unserer Rundreise durch Afrika als Selbstfahrer nicht ausprobieren….

Das ist der Beginn unserer Namibia-Rundreise. Wir fahren los in Richtung Windhoek. Der Linksverkehr ist erst einmal wieder ungewohnt aber man gewöhnt sich schnell an das Fahren in Namibia auf der anderen Straßenseite und auch das Schalten mit Links wird irgendwann Gewohnheit. Nur dass die Hebel für die Scheibenwischer und für den Blinker vertauscht sind, will sich bei mir einfach nicht einstellen und so kommen die Scheibenwischer auch in der Wüste Namibias ungewöhnlich häufig zum Einsatz.

Im ersten Supermarkt decken wir uns mit Snacks und Wasser für die Fahrt auf Eigenregie ein und fahren zu unserer ersten Unterkunft, dem „House on Olof Palme“, etwas außerhalb der Hauptstadt Namibias. Wir werden herzlich begrüßt und können uns in unserem gemütlichen Zimmer von dem langen Flug erholen. Am Nachmittag erkunden wir die Sehenswürdigkeiten Windhoeks (Christuskirche und die Independance Avenue) und gehen abends ganz traditionell in Joe’s Beerhouse essen. Bei leckerem Steak und gutem Bier lassen wir den ersten Tag unserer Selbstfahrerreise durch Namibia und Südafrika ausklingen. 

Die ersten Eindrücke von der Kalahari Wüste

Sundowner-Fahrt in Namibia

Nach einem leckeren Frühstück brechen wir auf in Richtung Süden. Der erste Stopp ist die „Kalahari Red Dunes Lodge“ in der Nähe von Kalkrand. Auch hier werden wir sehr freundlich mit einem Erfrischungsgetränk begrüßt. Wir haben das erste Mal das Gefühl, als Selbstfahrer auf eigener Faust, in der Wildnis zu sein.

Auf unserer eigenen Veranda genießen wir einen herrlichen Blick auf die roten Sanddünen und ein kleines Wasserloch. Erst sind keine Tiere zu sehen aber gerade als wir sagen, dass es jetzt doch sehr schön wäre, ein paar Tiere beobachten zu können, taucht hinter der Düne plötzlich der Kopf einer Giraffe auf. Es folgt eine ganze Giraffenfamilie, die gemütlich zum Wasserloch spaziert, sich dort ebenfalls erfrischt und langsam wieder zurück in die Wüste geht. 

Am Abend machen wir dann unsere erste Sundowner-Fahrt in Namibia mit unserem Guide. Ich merke sofort wieder, was mir das Jahr über gefehlt hat und genieße einfach den Fahrtwind im offenen Safari-Fahrzeug und die schöne Landschaft Namibias. Wir sehen wieder die Giraffen-Familie von vorhin und viele weitere Springböcke, Oryxe, Gnus und ein paar Zebras in der Ferne. Für den Sonnenuntergang halten wir auf einer Düne, wo schon Stühle und ein Tisch für uns bereit stehen und bei Gin Tonic, der natürlich nicht fehlen darf, schauen wir der Sonne beim Untergehen zu. 

Wir fahren zurück zur Lodge, wo uns ein köstliches 5-Gänge-Menü unter dem freien Sternenhimmel auf der Terrasse serviert wird. Besser hätte unsere Rundreise durch Afrika als Selbstfahrer nicht starten können! 
 

Einreise nach Südafrika

Fahrt zum Kgalagadi Transfrontier Park

Wir packen wieder unsere Koffer und fahren nach dem Frühstück nach Südafrika los. Unsere Selbstfahrerreise führt uns nun in Richtung Kgalagadi Transfrontier Park in Südafrika. Auf unserem Weg fahren wir nun das erste Mal auf einer Schotterpiste, die aber in einem sehr guten Zustand ist und wir konstant 70 – 80 km/h fahren können. Die Landschaft im Süden Afrikas ist sehr beeindruckend und uns begleiten der typische rote Sand, Dünen, Wüste und Tafelberge während wir entlang des Auob Trockenflussbettes fahren.

Gegen Nachmittag kommen wir am Grenzübergang Mata Mata an. Dort müssen wir Formulare ausfüllen und ein paar Formalitäten für die Einreise nach Südafrika klären. Wir können nach ca. 30 Minuten über die Grenze und im Rest Camp Mata Mata einchecken. Wir haben ein River View Chalet, welches direkt am Trockenflussbett liegt und den Blick auf ein kleines Wasserloch bietet.

Das Chalet ist einfach, aber für eine Nacht völlig in Ordnung. Wir lassen den Tag auf unserer eigenen Terrasse ausklingen und sehen dort einen Strauß, einige bunte Vögel und einen Springbock am Wasserloch sowie zwei Schakale, die direkt vor unserer Terrasse entlang laufen. Um 10 Uhr wird in dem Camp der Strom abgestellt. 

Walking Safari im Kgalagadi Nationalpark

Souvenirs aus Afrika problemlos importieren

Morgens fahren wir in den Kgalagadi Nationalpark. Wir fahren durch eine trockene Dünenlandschaft entlang der Trockenflussbetten und sehen viele Giraffen, Oryxe, Springböcke und Gnus. Leider hat es dieses Jahr noch nicht geregnet, sodass die Landschaft in Südafrika sehr karg ist aber dennoch faszinierend. Nur hin und wieder sehen wir mal ein anderes Fahrzeug und ansonsten sind wir alleine. 

Gegen Mittag sind wir mit einem Guide der !Xaus Lodge bei einem Parkplatz verabredet und werden dort abgeholt und fahren zur Lodge. Die Unterkunft liegt ca. 30 Kilometer von der Hauptroute entfernt und wir fahren insgesamt über 90 Dünen durch Sand mit unserem Allrad. Hier ist man definitiv weit weg von jeglicher Zivilisation. Die Fahrt zur Lodge dauert ca. eine Stunde. Die Lodge wurde auf einer Düne erbaut, von der man eine tolle Sicht auf eine riesige Salzpfanne und ein kleines Wasserloch hat. Wir machen heute noch einen Sundowner-Drive im Kgalagadi Nationalpark, bei dem wir Skorpione und Spring Hares sehen. Ein Spring Hare ist ein Hase, der aussieht und springt wie ein Känguru.

Am nächsten Tag werden wir früh von unserem Guide Kallie geweckt und bekommen ein leichtes Frühstück. Anschließend steht eine Walking-Safari im Kgalagadi Nationalpark an. Mit zwei Guides laufen wir durch die Dünenlandschaft und erfahren viel über die kleinen Tiere der Wüste, die verschiedenen Pflanzen und Gräser und was die San und die Vorfahren unserer Guides daraus alles hergestellt haben und als Medikamente genutzt haben. Plötzlich hören wir in der Ferne ein Geräusch. Uns wird bewusst, dass wir ja gar nicht durch einen Zaun zu den großen Tieren, wie Löwen oder Leoparden getrennt sind. Kallie sagt, dass das Geräusch von einem Löwen kam. Er wartet kurz unsere verdutzten Gesichter ab und fängt dann an zu lachen. Das Geräusch kam nur von einem Vogelstrauß, den wir aber auch nicht zu Gesicht bekommen. 

Nach einem großen Frühstück in der Lodge steht noch eine zweite Walking-Safari im Kgalagadi Nationalpark an. Wir gehen entlang der Salzpfanne zum Craft Center der San – ein kleines Dorf innerhalb des Parks, welches extra für die Gäste der Unterkunft aufgebaut wurde. Dort treffen wir auf eine Gruppe von San, die um ein kleines Feuer sitzt und noch traditionell Schmuck herstellt. Uns wird alles erklärt und wir können ein paar Souvenirs kaufen. Wobei uns erklärt wird welche Souvenirs man nach Deutschland problemlos importieren darf und welche Souveniers nicht durch den Zoll kommen. Am Abend machen wir dann nur noch eine kleine Sundowner-Tour durch den Kgalagadi Nationalpark.

Selbstfahrer auf Erkundungstour

Einmal quer durch den Kgalagadi

Am Morgen fahren wir früh los und machen uns auf den Weg nach Twee Rivieren. Auf dem Weg sehen wir auf einmal eine Gruppe Fahrzeuge auf der Straße stehen - sehr ungewöhnlich für den Kgalagadi, da wir bisher nur sehr wenige andere Touristen gesehen haben. Nach einer weiteren Kurve sehen wir warum: eine Löwendame spaziert ganz entspannt auf der Straße zwischen den Autos entlang. Wir bleiben stehen und der Löwe kommt direkt auf uns zu und geht ganz dicht an unserem Fahrzeug vorbei. Wir versuchen noch schnell ein paar Fotos zu machen und dann ist sie auch schon wieder hinter den Dünen verschwunden. 

Wir fahren wieder auf der Hauptroute, die zwar eine Sandpiste, aber in gutem Zustand ist, auf der wir mit unserem Selbstfahrer-Fahrzeug fahren können. Wir halten weiter Ausschau nach Tieren. Am frühen Nachmittag sehe ich plötzlich in einiger Entfernung zwei Tiere unter einem Baum sitzen. Von weitem sieht es aus wie Katzen und als wir mit dem Fernglas genauer hinschauen, sehen wir, dass dort zwei Geparden ihr Mittagsschläfchen halten. Da die Tiere keine Anstalten machen, sich zu bewegen (verständlich… wer möchte schon bei dieser Hitze etwas anderes machen, als unter einem Baum zu liegen?!) fahren wir nach einiger Zeit weiter.

Unser Ziel ist die Rooiputs Lodge, die malerisch auf einer Sanddüne liegt. Wir kommen pünktlich zum Sonnenuntergang an, den wir mit einem kühlen Getränk auf der Terrasse genießen. Leider zeigt sich heute kein Tier mehr am Wasserloch der Lodge. Da wir die einzigen Gäste sind, bekommen wir ein leckeres „Private Dinner“ und lassen so den Tag in Südafrika ausklingen.
 

Die letzten Tage im Kgalagadi Transfrontier Park

Tierbeobachtungen und Sundowner

Missie, die Lodge-Managerin von Rooiputs, hat uns geraten, möglichst früh loszufahren, sodass wir bessere Chancen für Tierbeobachtungen im Kgalagadi Transfrontier Park haben. Wir werden also um 05.00 Uhr von unserem Zimmer abgeholt, bekommen ein leichtes Frühstück und eine Lunch-Box und machen uns auf den Weg in den Norden des Kgalagadi Transfrontier Parks. Es ist sehr ruhig auf der Strecke. Wir sehen kaum andere Fahrzeuge und leider auch erstmal keine Tiere. Hin und wieder entdecken wir Oryxe oder Springböcke. Plötzlich kommt aus dem Nichts eine Spotted Hyäne aus dem Busch. Wir halten an und das Tier läuft direkt vor unserem Fahrzeug entlang. Es wirft uns einen kurzen Blick zu, lässt sich von uns aber nicht stören und spaziert dann langsam auf der anderen Seite wieder in den Busch. 

Wir kommen beim Nossob Rest Camp an und am Abend machen wir dann noch eine geführte Pirschfahrt mit einem Guide der Unterkunft. Hier fahren wir auch auf nicht öffentlichen Strecken und sehen dabei zwei Geier, Bat Eared sowie Cape Füchse und Eulen. 

Der nächste Tag ist nun schon der letzte Tag im Kgalagadi. Wir fahren zurück nach Twee Rivieren, wo wir abends eine weitere Sundowner-Tour machen. Auch heute sehen wir wieder sehr viele Eulen und außerdem wieder Giraffen und Füchse. Wir hatten natürlich gehofft, heute noch einmal Katzen sehen zu können aber anscheinend haben wir kein Glück. Es ist bereits dunkel und wir sind auf dem Weg zurück zum Rastlager, als unser Guide plötzlich eine Vollbremsung macht. Sie habe etwas im Busch gesehen, meinte sie nur. Wir fahren also zurück und tatsächlich: unter einem Baum sehen wir einen Geparden. Wir bleiben stehen und beobachten das Tier. Der Gepard lässt sich von uns nicht stören und überquert direkt vor uns die Straße, um hinter der nächsten Düne zu verschwinden. Der perfekte Abschluss unserer Tour durch den Kgalagadi Transfrontier Park.

Der Süden Namibias

Erfahrungen im "Giant's Playground"

Wir lassen also den Kgalagadi Park hinter uns und fahren auf eigene Faust zurück nach Namibia. Der heutige Stopp ist Keetmanshoop. Bekannt ist diese Region für die vielen Köcherbäume. Wir übernachten im Quiver Tree Forest Rest Camp, wo sich auch ein sehr großer Köcherbaumwald befindet. Dort gehen wir zum Sonnenuntergang hin, da die Licht- und Schattenspiele dann besonders gut zur Geltung kommen.

Am nächsten Morgen besuchen wir noch den „Giant’s Playground“. Dies ist ein Gebiet, in dem unzählige Felsbrocken übereinander gestapelt sind – als hätte hier ein Riese sein Unwesen getrieben. Es ist eine kleine Wanderung ausgeschildert, welcher wir folgen. Hinter jeder Ecke sehen wir neue Felsberge. Wir gehen weiter und weiter, klettern auf die Felsen, machen Fotos und wandern in der Landschaft entlang.

Plötzlich haben wir die Orientierung verloren. Irgendwie sieht es hinter jeder Ecke doch gleich aus und wir finden auf einmal kein Hinweisschild mehr. Thorsten klettert also auf einen Fels, um die Orientierung wieder zu bekommen. Oben angekommen sieht er… Felsen. Sonst nichts. Keine Autos, kein Parkplatz, keine anderen Menschen und natürlich auch keine Schilder. Nun heißt es auf Spurensuche gehen. Wir folgen jetzt unseren eigenen Fußabdrücken zurück, bis wir wieder auf dem Weg sind und zu unserem Auto zurück finden. Wir können über uns selbst und unsere Schusseligkeit lachen und fahren nach dieser kleinen Wanderung weiter in den Süden Namibias zum Fish River Canyon

Erlebnisse im Fish River Canyon

Der letzte Abend in Namibia

Wir fahren heute zum Fish River Canyon, welcher der zweitgrößte Canyon (nach dem Grand Canyon) der Welt ist. Eine (eher schlechte) Schotterpiste führt uns zum Eingang des Parks, wo wir zunächst Eintritt zahlen und dann auf eigene Faust weiter fahren können. Der erste Stopp ist die Aussichtsplattform. Von hier aus genießen wir einen spektakulären Blick auf den Canyon und diese trockene, aber doch sehr faszinierende Landschaft. Im Fish River Canyon selbst fließt kein Wasser. Dieses Jahr hat es noch gar nicht geregnet und auch die letzten „Regenzeiten“ waren doch eher trocken. Hin und wieder erkennt man noch eine letzte Pfütze und dort ist es etwas grün aber ansonsten ist es einfach eine karge und lebensfeindliche Landschaft – auch etwas, was man nicht jeden Tag sieht. Wir machen unsere Urlaubsfotos, um die Erlebnisse im Fish River Canyon festzuhalten und laufen ein wenig an der Schlucht entlang. 

Mittags fahren wir zum Canyon Roadhouse und essen dort Lunch. Hier fühlt man sich eher wie in einem typisch amerikanischen Diner und dementsprechend sieht auch die Speisekarte aus. Wir essen Burger mit Pommes - nicht unbedingt afrikanisch aber definitiv lecker. 

Am Abend nehmen wir noch an einem kleinen Sunset Walk in Namibia teil. Mit einem Guide klettern wir auf die Felsen, von wo aus wir wieder eine herrliche Aussicht über die gesamte Anlage und die trockene Landschaft haben. Wir genießen den Sonnenuntergang und unseren letzten Abend unserer Selbstfahrerreise in Namibia.

Ein letztes Mal von Namibia nach Südafrika

Selbstfahrer auf Wanderung

Die letzten Kilometer in Namibia und somit die letzten Kilometer auf Schotterpisten stehen heute an. Wir lassen den Fish River Canyon hinter uns und fahren zur Grenze zwischen Namibia und Südafrika. An der Grenze ist es etwas wuselig. Es sind viele LKWs und südafrikanische Touristen unterwegs, da hier gerade die langen Sommerferien angefangen haben. Es werden alle Formalitäten geklärt und wir reisen ein letztes mal von Namibia nach Südafrika. Wir fahren über den Oranje River, der die Grenze zwischen den beiden Ländern bildet. Als schöne Abwechslung sehen wir endlich mal wieder fließendes Wasser und eine grüne Landschaft – eine Wohltat für’s Auge. 

Bis nach Springbok geht es nun weiter auf geteerter Straße, worüber wir uns als Selbstfahrer sehr freuen. Unsere Lodge, das Namaqua Retreat, liegt ca. 30 Kilometer außerhalb. Wir merken sofort, dass wir nun in einem anderen Land sind. Die Einrichtung ist sehr schön, stilvoll und man sieht den „alt-englischen“ Einfluss. Am Nachmittag machen wir noch eine kleine Wanderung durch die bergige Landschaft. 
 

Erkundung der Landschaft bei den Cederbergen

Souvenirs aus Afrika

Heute fahren wir zurück durch Springbok, wo wir in einem großen Supermarkt noch einmal einkaufen gehen, und fahren weiter in Richtung Süden. Das nächste Ziel ist Clanwilliam, ein kleiner Ort in den Cederbergen Südafrikas.

Am nächsten Tag wollen wir dann die Gegend ein wenig erkunden. Bekannt ist diese Region für die Namaqua-Blüte, die jedoch nur im August und im September ist. Aber die Landschaft ist trotzdem sehr sehenswert. Wir fahren durch Südafrika durch eine sehr bergige Landschaft zum sogenannten „Traveller’s Rest“. Von dort aus können wir eine kleine Wanderung unternehmen und jahrtausend-alte Felsmalereien der San sehen. Wir haben heute an die 38 Grad und somit ist selbst eine Wanderung von 5 Kilometern schweißtreibend.

Aber was wir sehen, entschädigt alles. Die Landschaft ist sehr interessant, es zieht sich ein kleiner Bach durch die Felslandschaft und endlich sehen wir auch mal wieder grüne Gräser, Büsche und Bäume. Alle paar hundert Meter gibt es verschiedene Felszeichnungen zu entdecken. Auf dem Weg sehen wir plötzlich Paviane an den Felsen klettern. In schwindelerregender Höhe laufen sie entlang der Felskante und zwei kabbeln sich sogar, was uns ein bisschen an streitende Geschwister erinnert. 

Zurück am Traveller’s Rest angekommen, erholen wir uns bei einem kleinen Lunch und kalter Cola und decken uns anschließend in dem kleinen Souvenirshop noch mit Mitbringsel für die Lieben zu Hause ein. Wobei zu beachten ist, welche Souvenirs man mit nach Deutschland bringen darf und welche am Flughafen abgenommen werden. Diese Region ist bekannt für den Rooibos Tee, der hier angebaut wird. Davon nehmen wir uns ein paar Packungen mit. Am Nachmittag steht dann nur noch Erholung auf dem Programm. Es ist einfach zu heiß für weitere Aktivitäten. Abends gehen wir dann in einem südafrikanischen Restaurant ganz in der Nähe von unserer Unterkunft essen.

Willkommen im aufregenden Kapstadt

Der Tafelberg - ein Highlight Südafrikas

Heute steht die letzte große Etappe unserer Selbstfahrerreise an. Wir machen uns auf eigene Faust auf den Weg nach Kapstadt. Unterwegs ist die Landschaft immer noch sehr trocken aber wir merken, dass wir nun wieder in sehr belebte Regionen fahren. So haben wir in Namibia an manchen Tagen gefühlt nur 2-3 Autos pro Tag gesehen, ist hier schon wieder sehr viel Verkehr unterwegs. Uns erwartet also ein Kontrastprogramm zu der Wildnis in Namibia und Südafrika. Rechts und links gibt es immer mehr Landwirtschaft und plötzlich taucht am Horizont der Tafelberg auf. Jetzt sind es nur noch ein paar Kilometer bis zu unserem Ziel. Wir fahren mitten durch die Stadt.

Unser Navi führt uns genau über die Long Street – eine sehr belebte Hauptstraße von Kapstadt. Nun geht es immer steiler bergauf zu unserer Unterkunft, dem „De Tafelberg Guesthouse“. Mit unserem großen Selbstfahrer-Fahrzeug fallen wir ziemlich auf und wir sind froh, als wir das Gästehaus gefunden haben und das Auto sicher geparkt haben. Damit wollen wir uns nun nicht mehr durch die Stadt bewegen. Wir werden sehr herzlich von Ann, der Gastgeberin begrüßt und checken ein. Von unserem Zimmer hat man einen traumhaften Blick über Kapstadt und auf der anderen Seite geht es hoch zum Tafelberg, einem Highlight Südafrikas.

Für heute haben wir uns vorgenommen, die Stadt noch ein wenig mit dem roten Doppeldecker-Bus zu erkunden. Wir waren bei unserer Familienreise vor 10 Jahren auch in Kapstadt aber mit der Zeit vergisst man doch viele Details. Unterwegs kommen doch wieder viele Erinnerungen hoch an diese schöne Metropole. Wir fahren in Richtung Tafelberg und weil das Wetter heute gut ist, entscheiden wir spontan, mit der Seilbahn auf den Tafelberg zu fahren. Oben angekommen genießen wir die Aussicht. Auf der einen Seite sieht man die Innenstadt, die bekannte Waterfront mit dem Riesenrad, auf der anderen Seite Camps Bay, die Strände, den Signal Hill und den Lion’s Head.

Nach einiger Zeit fahren wir wieder runter und fahren mit dem Bus weiter entlang der Küste und zur Waterfront. Waren es heute Morgen noch 30 Grad, zieht plötzlich eine Wolkendecke über die Stadt und es wird schnell sehr kühl und windig. Das Wetter in Kapstadt ist sehr wechselhaft und dies müssen wir am eigenen Leibe erfahren… Die Jacken hatten wir für heute natürlich im Gästehaus gelassen. Naja, aus Fehlern lernt man ja bekanntlich. Wir gehen abends an der Waterfront entlang und lassen die Atmosphäre und das Leben dort in Südafrika auf uns wirken. An jeder Ecke gibt es Restaurants und Shopping-Möglichkeiten. Wir sehen zahlreiche Gruppen, die singen oder tanzen und einfach die Leute unterhalten. Hier wird einem definitiv nicht langweilig.

Kapstadts Sehenswürdigkeiten

"Free Walking Tour" und Kultur-Programm

Die nächsten beiden Tage erkunden wir KapstadtSehenswürdigkeiten. Wir nehmen an einer „Free Walking Tour“ teil und gehen  mit einem Guide durch die Stadt und sehen all die bekannten Sehenswürdigkeiten, wie die Long Street, den Company’s Garden, Green Market Square und das Castle of Good Hope. Auch die Cape Town City Hall mit einer Statue von Nelson Mandela sehen wir. Dort hat Mandela nur wenige Stunden nach seiner Freilassung seine erste Rede gehalten. Am Nachmittag machen wir noch eine Bootstour durch den Hafen, die ebenfalls im Preis des Tickets der „Free Walking Tour“ enthalten ist.

Dort sehen wir unter anderem viele Robben, die für ein bisschen Unterhaltung sorgen. Die Tiere liegen auf einer Plattform direkt an der Waterfront. Manche schlafen und sonnen sich nur aber ein paar Heuler machen ein paar Machtkämpfe und versuchen sich die ganze Zeit gegenseitig von der Plattform zu verdrängen. Ab und zu versucht ein „alter“ Seehund für Ordnung und Ruhe zu sorgen – jedoch meist erfolglos und so werden die Zuschauer weiter unterhalten.

Am zweiten Tag haben wir uns wieder ein kleines „Kultur-Programm“ vorgenommen. Wir besuchen die Slaves Lodge, ein Gebäude am Ende des Company’s Gardens Parks mit einer sehr bewegenden Geschichte. Hier lebten viele Jahre lang Sklaven in Kapstadt und seit dem 20. Jahrhundert ist es ein Museum. Für den Nachmittag haben wir die Robben Island Tour gebucht. Mit einem Katamaran fahren wir also ca. eine Stunde auf die Insel, auf der Nelson Mandela 18 Jahre inhaftiert war. Zunächst fahren wir mit dem Bus über die Insel. Hier leben heute immer noch Menschen und außerdem sehen wir z.B. den Steinbruch, in dem Mandela während der Haft gearbeitet hat. Anschließend werden wir noch von einem ehemaligen Häftling durch die Gefängnis-Gebäude geführt und sehen die Zelle von Nelson Mandela. Nach ca. 1,5 Stunden endet die Tour und wir fahren mit dem Sonnenuntergang wieder zurück zum Festland. Uns bietet sich ein traumhafter Blick mit der beleuchteten Waterfront, all den Lichtern und natürlich dem Tafelberg im Hintergrund. Kapstadts Sehenswürdigkeiten waren definitiv ein Highlight auf unserer Reise durch Südafrika und Namibia.

Der letzte Abend in Südafrika

Unvergesslicher Abschluss in De Kelders

Heute lassen wir Kapstadt für die letzte Nacht hinter uns und fahren noch einmal die Küste entlang nach De Kelders zur Grootbos Lodge, wo wir gegen Mittag ankommen. Als wir angekommen sind, werden wir direkt von unserem Guide für den Tag und einem weiteren Mitarbeiter sehr herzlich begrüßt und zur Lodge gebracht. Was uns dort erwartet, übertrifft alle Erwartungen. Die Lodge ist sehr schön, der Ausblick auf die Küste ist einmalig, der Service unglaublich herzlich und zuvorkommend und direkt zu Beginn kommen wir in den Genuss der Kochkünste. Auf der Terrasse bekommen wir ein 3-Gänge-Menü zum Lunch, während wir den Ausblick bei herrlichem Sonnenschein genießen. Hier lässt es sich definitiv aushalten.

Am Nachmittag machen wir mit unserem Guide Ruuan einen Ausflug zur Küste und besuchen dort die Höhlen, in denen schon vor vielen Jahren die Khoisan gelebt haben. Ruuan erzählt uns mit ganz viel Begeisterung von dem damaligen Leben dort und auch, wie die Höhlen entstanden sind. Anschließend klettern wir die Dünen wieder hoch und haben noch einmal eine traumhafte Aussicht - ein unvergesslicher Abschluss in De Kelders. Von Juni bis Oktober kann man hier in der Bucht sogar Wale sehen aber wir sind dafür leider ein bisschen zu spät dran.

Am letzen Abend in Südafrika erwartet uns dann ein Dinner der Extraklasse. Ich habe im Vorfeld schon viel über das Essen in Grootbos gehört aber das Dinner war wirklich außergewöhnlich lecker. Vom Straußenfilet über die Mousse au Chocolat bis hin zum Wein war einfach alles perfekt! Das war noch der perfekte Abschluss unserer Selbstfahrerreise durch Südafrika und Namibia.
 

Ende unserer Selbstfahrerreise

Unvergessliche Erlebnisse in Afrika

Nach einem weiteren köstlichen Frühstück brechen wir in Grootbos auf und fahren zum Flughafen. Heute geht unsere Rundreise durch Südafrika und Namibia leider zu Ende. Mit vielen unvergesslichen Erlebnissen in Afrika im Gepäck steigen wir in den Flieger, der uns pünktlich für Weihnachten wieder zurück in die Heimat bringt.

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