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Der Nyungwe Nationalpark

Der Nyungwe Nationalpark

TEIL 2 DES UGANDA/RUANDA REISEBERICHTS

Wir fahren über Kigali und durch „Das Land der tausend Hügel“ (Ruanda) zum Nyungwe Nationalpark. Die Landschaft in Ruanda ist unglaublich schön, sehr hügelig und sehr fruchtbar. Der Südwesten Ruandas wird von einer gebirgigen Kulturlandschaft geprägt, die von den Ufern des 1.450m hoch gelegenen Kivusees bis zu den höchsten Erhebungen im Nyungwe Wald auf 2.950m reicht.

Schon auf dem Weg dorthin erleben wir die sehr freundliche Bevölkerung oftmals beim Ackerbau. Selbst an den steilsten Hängen werden Terrassenfelder per Hand bearbeitet. Hier, in den unzähligen Hügeln und Bergen, scheint die Landwirtschaft bis in die höchsten Regionen vorgedrungen zu sein. 
 

Immer wieder halten wir an und genießen die faszinierende Aussicht in grüne Täler. Vorbei an bunten Städten und Dörfern erreichen wir den noch unberührten Nyungwe Nationalpark. Schon auf unserer Fahrt in Richtung der Lodge, die ganz im Süden an den Nyungwe NP angrenzt und inmitten einer biologischen Teeplantage liegt, sehen wir immer wieder verschiedenste, seltene Affenarten und viele bunte Vögel.

Der Parc National de Nyungwe umfasst ca. 970 km² und verfügt über eines der ältesten und artenreichsten, immergrünen Bergwaldgebiete Ostafrikas. 

Der noch völlig unberührte Park verfügt mit 13 hier vorkommenden Primatenarten über eine der höchsten Primatendichte weltweit. Dazu gehören neben Schimpansen, unter anderem auch die für Ostafrika seltenen Arten wie Mantelaffen, Grauwangenmangaben und Vollbartmeerkatzen. Bärenstummelaffen werden hier in riesigen Gruppen bis zu 400 Individuen entdeckt - in anderen Regionen Afrikas sind Verbunde bis zu 40 Bärenstummelaffen die Regel. Aber auch andere Tiere (insgesamt 75 Säugetierarten), wie die Servalkatzen, Zibet, Ginsterkatzen, Mangusten, Otter, kleine Antilopen, Riesenwaldschweine und sogar die scheuen Leoparden sind hier beheimatet.

Die erst im Juni eröffnete Nyungwe Forest Lodge entpuppt sich als ein wahres Paradies. Meiner Meinung nach ist sie die schönste Lodge in ganz Ruanda und Uganda. Die 5 Sterne Lodge wurde perfekt in die Landschaft integriert. 24 luxuriös ausgestattet Zimmer und Suiten bieten nicht nur höchsten Komfort und Kamin für behagliche Wärme an kühlen Abenden, jedes der Zimmer verfügt auch über eine private Terrasse, von der aus man direkt in den ca. 5 m davor liegenden Regenwald schaut.

Wir sind positiv überrascht und freuen uns über 3 Nächte hier. Wir bekommen eine Einweisung, welche Aktivitäten uns zur Auswahl stehen. Aus den zahlreichen Möglichkeiten entscheiden wir uns für das Schimpansentracking und den Canopy-Walk, der von einer Hängebrücke aus einen herrlichen Blick über „die Dächer des Regenwaldes“ bietet.

Eine unvorstellbare Zahl an grünen und blühenden Pflanzenarten, viele davon sogar noch unbenannt, geben einen guten Einblick in einen Bergregenwald. Hier befinden sich bereits mehr als 140 Orchideenarten. Außerdem gibt es ca. 120 Schmetterlingsarten. Auch Vogelliebhaber kommen auf ihre Kosten. 275 verschiedene Vogelarten wurden hier entdeckt, davon sind 24 Vogelarten in diesem Gebiet endemisch (nur hier vorkommend).

Das Schimpansentracking allerdings war sehr anstrengend. Um 3.45h (morgens!) ist wecken angesagt, um noch halb verschlafen nach einer Tasse Kaffee und einem Bissen in ein Croissant um 4.30h im Fahrzeug zu sitzen. Es ist noch dunkel draußen und meine Augen mögen kaum offen bleiben. Um 5.30h erreichen wir den Ausgangspunkt unseres Trackings. Unser Guide hat uns extra eine Schimpansen Gruppe heraus gesucht, bei der die Chance, dass wir diese Geschöpfe sehen, sehr hoch ist. Also folgen wir nach einer Einweisung unserem Guide sowie 2 Trackern, 3 Gepäckträgern und 2 weiteren Touristen bergab durch den Regenwald. Die Wege sind passabel, nur macht mir es Angst, wenn ich erst ständig bergab gehe, denn das bedeutet einen anstrengenden Rückmarsch.

Von weitem hören wir die Schimpansen lauthals rufen. Wir beeilen uns und finden noch 3 Mitglieder der Gruppe auf einem hohen Baum, aber zumindest in der Nähe des Weges. Der Rest der Gruppe ruft von der Schlucht vor uns. Wie die Tracker erklären, rufen sie nach den zurückgebliebenen 3 Mitgliedern.

Als das Rufen auch nach 10 Minuten nicht aufhört, antwortet eine der Schimpansinnen mit spitzen Lippen ihren typischen Ruf: Huuuuh huuuh huuuh... und kommt den Baum herab, um der Gruppe in die Schlucht zu folgen. Die anderen 2 tun es ihr gleich und nehmen die Abkürzung von Baumwipfel zu Baumwipfel.

Unser Guide fragt, ob wir folgen wollen und erstaunt frage ich: „dort hinunter?“ Der Abhang ist sehr steil und rutschig und ich finde das überhaupt keine gute Idee. Also gehen wir den Weg entlang bis ins Tal. Dieser ist zwar länger, aber immer noch besser, als auf dem Hosenboden rutschend ständig einen Baum im Weg zu haben. Und so bleibt uns wenigstens Zeit, die anderen Affen auf unserer Wanderschaft zu beobachten.

Leider waren die Schimpansen schneller als wir und kletterten die andere Seite des Abhanges wieder den Berg herauf. Wir natürlich hinterher, allerdings mit mäßigem Erfolg. Immer, wenn wir sie fast einholten, waren sie wieder weg. 

Uns hat es dennoch gefallen (ausgenommen das unchristlich frühe Aufstehen). 

Zurück in der Lodge genießen wir den beheizten, langen Swimming-Pool und beobachten von dort aus viele, bunte Vögel. Anschließend gönnen wir uns in dem Spa-Bereich eine schöne Massage. Diese war so gut, dass ich mich für den nächsten Tag gleich noch einmal anmelde.

Viel zu schnell vergeht hier die Zeit und ich stelle fest, dass ich es hier locker noch weitere 3-5 Tage ausgehalten hätte, bei so phantastischem Essen und gutem Wein und der Nachmittagstee-Zeremonie, die einem den biologischen Teetrinken näher bringt.

Teil 1 des Uganda/Ruanda Reiseberichts

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