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Wildnisabenteuer Sambia

Wildnisabenteuer Sambia

Eine Kleingruppenreise mit Liane Merbeck

Meine Reisegruppe für Sambia und Malawi besteht aus vielen bekannten Gesichtern. Urlaub unter Freunden…..so kommt es mir vor, und in der Tat sind viele Teilnehmer dabei, die mit mir schon so manches Abenteuer mit meiner Reise „Geheimnisse der Kalahari“ überstanden haben.

Nicht, dass Sie jetzt glauben, dass diese besonders „gefährlich“ gewesen wäre, nein, sie war nur besonders „spannend“ und so eindrücklich und nachhaltig, dass alle wieder gerne dabei sind. Aber auch die neuen Gesichter sind herzlich willkommen!

South Luangwa. Der Name klingt für mich immer nach spannenden Wildniserlebnissen. Bisher wurde ich noch nie enttäuscht und hoffe, das bleibt auch jetzt so, damit ich meinem „Fan Club“ etwas bieten kann. 

„Wir haben bei all unseren Afrikareisen noch nie einen Leoparden gesehen“, sagt Karin zu einer Mitreisenden und ihr Mann Michael nickt zustimmend. Ich sehe in fragende Gesichter. 

„Wenn Ihr bei dieser Reise keinen Leoparden seht, bezahle ich Euch die nächste Reise!“ sage ich und hoffe, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster. Selbstverständlich würden die zwei dann doch gerne ausnahmsweise auf die anmutigen Katzen verzichten.

Nach unserer ersten Nacht im legendären Nkwali Camp fahren wir früh von unserem Camp los. Im Luangwa Flussbett ist nur noch ein kleiner Bach vorhanden. An den Steilwänden der Uferböschung sehen wir farbintensive Vögel. Die Scharlachspinte sind angekommen und haben sich in den sandigen Abhängen ihre Nester gebaut. Es ist laut und ein ständiges Kommen und Gehen. Alle staunen über die rot-türkisen Vögel und darüber, wie jeder SEIN Nest in dieser Massenunterkunft wiederfindet.

Elefanten hat es zahlreich. Auch Giraffen und Zebras kreuzen ständig unsere Wege. Am meisten gefallen mir die Pukus, die Antilopen mit viel Fell, die immer knuffig aussehen. 

Nach dem Mittagessen lassen sich einige in den Bush-Spa im Luangwa Talg bringen (hier gibt es in der Tag hervorragende Massagen) und andere nutzen den Swimmingpool, um bei heißen 38°C abzukühlen. Wir bekommen auch bald Besuch von Elefanten, die sich die reifen Früchte der Bäume zwischen Pool und unseren Chalets schmecken lassen. Zum Kaffee und Kuchen habe ich 2 Naturschutzorganisationen eingeladen, die uns über ihre Arbeit im South Luangwa berichten. Naturschutz liegt mir immer sehr am Herzen und daher bin ich daran interessiert, dass auch meine Kunden einen Einblick in die Wichtigkeit solcher Projekte erhalten. Denn wie sonst sollte man Löwen und andere Tiere retten, wenn nicht mit Hilfe der Naturschutzorganisationen. Auch Abendsonne Afrika unterstützt diese uneigennützigen Verbände finanziell, denn hier kommt das Geld direkt und ohne großen Verwaltungsapparat an.

Am Nachmittag kommen wir in ein Gebiet, in dem ausgetrocknete, kleine Flussbetten eine bizarre Landschaft formen. Viele Tiere sind unterwegs zu finden. Als wir über die Steilhänge schauen, bewegt sich etwas im Bachbett. Löwen? Nein, Wildhunde. Ein großes Rudel mit 22 Tieren, darunter vielen Jungtieren. Oh, wie spannend. Action ist angesagt und wir bahnen uns auf abenteuerliche Weise unseren Weg über den zerklüfteten Steilhang nahe zu den Wildhunden. Die Jungtiere sind sehr aktiv – und neugierig. Sie kommen näher und hüpfen sogar vor unseren Fahrzeugen, um besser zu sehen, WAS denn im Fahrzeug ist oder besser gesagt sitzt. Nach einer viertel Stunde geht es los.

Eines von den älteren Wildhunden wacht schon die ganze Zeit auf der Uferböschung sitzend. Plötzlich ertönt ein kleiner, schriller Pfiff von dem Tier und alle springen auf. Es geht auf zur Jagd. Wir versuchen einen Weg zu finden, aus dem wir das Bachbett verlassen können, was uns jeweils nur mäßig gelingt. Als wir oben ankommen, ist es bereits fast dunkel – und die Wildhunde sind weg. Tja, auch das gehört dazu…. Wir fahren zurück in Richtung Camp. Nach einer Kurve bremst unser Guide scharf. Da liegt doch tatsächlich eine Leopardenmutter samt Baby mitten auf der Straße. Das Glück ist uns - und vor allem mir - also doch hold. Wir beobachten die zwei ein ganzes Weilchen, wie sie spielen und schmusen. Dann trotten sie davon und machen den Weg für unsere Weiterfahrt frei. 

Am nächsten Morgen unternehmen wir einen kleinen Bushwalk, denn wir brauchen alle ein wenig Bewegung. Bei der Weiterfahrt folgen wir einer Hyäne, die es sehr eilig hat. Sie hat das Rufen von einer anderen Hyäne gehört, die bereits beim Fressen eines Kadavers ist – vermutlich war das mal ein Gnu. Unsere morgendliche Kaffeepause machen wir am Luangwa Fluss und beobachten dabei Flusspferde – oder besser, sie beobachten mit lautem Orchester („nur der Huba blässt die Tuba“ fällt mir dabei ein) uns.

Auch an diesem Nachmittag ist bei unserem Kaffeekränzchen wieder Unterhaltung angesagt. Dieses Mal führt eine lokale Laienschauspielgruppe ein Theater auf. Mit wenigen Requisiten zeigen sie uns schauspielerisch das Leben im Dorf, welches direkt an den Nationalpark angrenzt, die Widrigkeiten des Busches und ihre Sicht von Touristen. Wir alle bekommen bald Bauchweh vom Lachen und so manche Träne kullert, weil das so lustig vorgetragen wird. Ein echtes Highlight, das jedem von uns im Gedächtnis bleibt.

Dann geht es in das mächtige Luangwa Flussbett direkt vor dem Camp, in dem in dieser Jahreszeit nur noch ein kleiner Bachlauf fließt. Wir kommen nicht weit, da hören wir einen kleinen Elefanten tröten. Er rennt aufgeregt im Flussbett hin und her und sucht offensichtlich seine Herde. Herzzerreißend schallen seine Rufe. Dann taucht eine Gruppe Elefanten vor uns auf und marschiert schnellen Schrittes gen kleinen Elefanten. Dieser wiederum erhöht ebenfalls seine Geschwindigkeit und läuft in Höchstgeschwindigkeit auf die Gruppe zu. Alle beschnüffeln sich, doch dann schubst die Matriarchin den kleinen sanft beiseite.

Als dieser noch nicht aufgibt und mit einem etwa gleichalten Halbwüchsigen spielen möchte, wird sie etwas rauer und macht ihm klar, dass er nicht zu dieser Herde gehört. Die Herde zieht in den Busch und alleine zurück bleibt – laut trötend – der kleine Elefant. Wir sind enorm traurig und fühlen mit ihm. „Wie geht es denn jetzt weiter?“, fragt eine Mitreisende. „Tja, das ist Natur“, antworte ich. Nicht, dass es mir bei jedem Hilfetröten des Elefantenjungen nicht auch beinah das Herz zerreißen würde, aber was kann man tun?

Während der nächsten Kaffeepause frage ich den Guide, wo das nächste Rescue Center ist und bin erstaunt, dass es hier im Luangwa Tal tatsächlich eines gibt, aber nur für Notfälle. „Wenn er bis morgen immer noch nach Hilfe ruft, dann bringen ihn die Ranger dorthin“, verspricht mein Guide und informiert die nächsten Rangerposten per Funk. Dann hoffe ich mal, dass er die Nacht im Busch überlebt, denn mit seinem lautstarkem Getröte macht er jeden Löwen im 10km Umkreis auf ihn aufmerksam.

Dann heißt es Abschied nehmen. Nicht vom South Luangwa, sondern nur vom Mfuwe Sektor. Wir fahren zu einem kleinen lokalen Dorf und danach weiter in den Nsefu Sektor. Im Dorf machen wir Halt und besuchen eine Schule. Wir sitzen mit den Grundschulkindern zusammen in den Bänken und hören, was sie lernen. Ein Bild im Buch zeigt, wie ein jugendlicher Junge Getreide stampft. Die Frage vom Lehrer: „stimmt das Bild?“ beantworten einige der Kinder mit einem Ja und einige Kinder mit einem Nein. „Das Bild ist falsch“, erklärt der Lehrer. Jungen machen so etwas nicht. 

Nächstes Bild: ein Mann macht den Abwasch. Wieder die Frage vom Lehrer, ob das Bild so richtig ist. Ein kleines Mädchen zu meiner Rechten meint „Ja, das Bild stimmt.“ Alle lachen. Ich bestärke sie und sage ihr, dass sowohl Jungen als auch Mädchen den Abwasch machen können und dass daran nichts Falsches sei. Naja, ich denke, bis sich die Gleichberechtigung in diesem Bereich in Afrika durchsetzt kann es noch ein Weilchen dauern…

Dann besuchen wir noch andere Klassen in verschiedenen Altersstufen und anschließend führen wir eine Unterhaltung mit dem Rektor. In diesem Teil Sambias werden die Schulen während der Regenzeit geschlossen, erfahren wir, weil der Schulweg zu gefährlich ist und schon ein paar Kinder durch das hohe Wasser ertrunken sind und auch andere Gefahren zu dieser Zeit lauern. Wir lassen ein paar Geschenke hier (Kugelschreiber, Stifte, Blöcke und einen Fußball), worüber sich hier alle freuen. Für die Kleinsten kaufen wir noch Süßigkeiten im Dorfladen, den alle Mitreisenden recht interessant finden.

Dann bekommen wir noch ein Community Projekt mit Übernachtungsmöglichkeiten vorgestellt und wohnen einer Gesangs- und Tanzvorführung bei, bevor wir uns zum Tena Tena Camp im Nsefu Gebiet begeben.

Im Nsefu Sektor ist dann alles ganz anders. Harsch und rau ist die Wildnis hier. Wir machen einen Nachmittags Game Drive und treffen – kaum zu glauben – zum zweiten Mal auf Wildhunde. Es ist sogar ein größeres Rudel, als das vom letzten Mal und ich bin glücklich, dass es hier noch so viele Wildhunde gibt. Ist das schön, anzusehen. Die Zeichnung eines jeden Wildhundes ist grundverschieden, und alle sehen gesund aus. Wir versuchen zu folgen, als sie auf die Jagd gehen, doch die Tiere sind so schnell, dass wir nur noch dazu kommen, als sie bereits ein Kudu gerissen haben und alle am Fressen sind. Wir beobachten, wie die Jungen sich um ein Bein streiten und jeder scheint es einmal zu haben. Hinterherlaufen ist angesagt…

Dann fahren wir in der Dunkelheit zurück und kommen kurz vor dem Camp an einem Hyänenbau vorbei. Zwei pechschwarze Wollknäuel mit großen Knopfaugen kommen auf uns zu und schnuppern neugierig am Auto, ohne uns dabei aus den Augen zu lassen. 

„Sind die süß“, hierüber sind sich alle einig. Womit bewiesen wäre, dass Hyänen keineswegs hässlich sind! :)

Am nächsten Morgen geht es - aufgeteilt in 2 Gruppen, damit wir nicht 10 Personen auf einmal sind - auf unsere Buschwanderung, bei der wir unterwegs auch Buschcamping machen werden. 2 Tage lang gehen wir in gemütlicher Geschwindigkeit und erleben so manches Abenteuer, was in den wenigsten Ländern Afrikas möglich wäre.

Hier in Sambia haben „Walking Safaris“ ihren Ursprung. Die Legenden Norman Carr und Robin Pope haben als erstes Walking Safaris auch für fotografische Touristen und nicht für Großwildjäger angeboten. Sie wurden damals nahezu für verrückt gehalten, weil man „Leute ohne Gewehre“ nicht mit in den Busch nimmt. Doch es hat sich bewährt und somit fanden Buschwalks nach einigen Jahren Einzug in fast alle afrikanischen Länder mit Wildtieren. 

Hier in Sambia also sind die Tiere mehr an Menschen zu Fuß gewöhnt, als in vielen anderen Ländern. Sie wissen, dass ihnen von uns keine Gefahr droht und so ist es möglich, näher an die Wildtiere heranzukommen (immer noch meist zu weit für gute Fotos, aber immerhin so, dass die Tiere gleich die Flucht ergreifen). Das erste Erlebnis ist sogleich die Umgehung von 2 „Dagger Boys“, wie die dunklen und alten Büffel, die sich von der Herde abgesondert haben, genannt werden. Da diese meist miesepetrig gelaunt sind, versucht man hier lieber nicht, nahe heran zu gehen.

Dann hören wir Alarmrufe von Pavianen und unser Guide drängt uns, dass wir schneller dorthin gehen. Er vermutet einen Leoparden. 

„Zu Fuß zum Leoparden?“ kommt die unsichere Frage einer Teilnehmerin. Naja, wir lassen uns überraschen. Kurz bevor wir einen Busch erreichen, in dem unser Guide den Leoparden vermutet, sehen wir unsere andere Gruppe von der anderen Seite auf genau den gleichen Busch zukommen. 

Aha, auch unser anderer Guide hat die Warnrufe gehört. 

Wir haben fast den Busch erreicht, als es einen Satz macht und eine Leopardin direkt auf uns zustürmt, dann mit großen Augen total entsetzt stehen bleibt und dann einen abrupten Richtungswechsel in eine dritte Richtung macht. Sie wurde von der anderen Gruppe aufgeschreckt und wollte - ihre Beute, ein totes Puku, dass sie in den Busch gezogen hatte, zurück lassend - fliehen, hatte uns aber nicht bemerkt und daher dann sicherlich den gleichen Gesichtsausdruck gehabt, wie wir, als wir sie auf uns zu rennen sahen. 
Vor lauter Schreck hat keiner von uns Fotos gemacht. 

Vieles bekommen wir erklärt: welche Spuren von welchem Tier sind, wie ausgewachsene Ameisenlöwen aussehen, welche Hinterlassenschaften (Kot) von welchem Tier stammen, wir identifizieren Vögel und hören auf alle Alarmrufe, die es in der Wildnis gibt. 

Im mobilen Camp, welches von einer Crew aufgebaut und liebevoll hergerichtet wurde, werden wir herzlich empfangen. Alle fühlen sich hier sofort rundum wohl. Irgendwie hatten wir Spartanischeres erwartet. Wohl fühlen ja, aber nur so lange, bis uns unser Guide zwingt, einen halben Liter eines absolut scheußlich schmeckenden Mineraldrinks zu trinken. Selbst, als jemand daran nippt und sagt, er trinke es später, besteht er darauf, dass er es jetzt trinkt, wenn er es sieht... Tja, man kann sich vorstellen, wie es geschmeckt hat. Flüssigkeit und Mineralien sind bei der Hitze (es hat gerade ca. 36 – 38 Grad) absolut notwendig.

Am nächsten Tag beginnt die Wanderung zunächst unspektakulär. Wir identifizieren Vögel, Insekten, Bäume etc. und beobachten Giraffen, Antilopen und andere Tiere. Dann setzen wir uns zur kleinen Pause mit Broten und gekochten Eiern. Just in diesem Moment wieder ein Alarmruf. Dann noch einer. Unser Guide meint, dass sich das sehr interessant anhört und packt in aller Eile alles zusammen.

Halbhungrig laufen wir also sehr schnell über Stock und Stein. Je näher wir kommen, desto lauter die Alarmrufe. Wir hören einen Löwen aufbrüllen. Jetzt wird es spannend. Das kann einem schon das Blut in den Adern gefrieren lassen. Dann erreichen wir den Platz, aber alles, was zu sehen ist, ist ein Pavian, der auf einem Busch sitzt und immer noch Alarmrufe von sich gibt.

Wir sehen viele Löwenspuren. Ein Löwenmännchen muss gerade erst vor uns geflüchtet sein. Doch da ist noch etwas anderes: Leopardenspuren. Wie passt das zusammen? Wir schauen uns aufmerksam um und entdecken auf einer Astgabel direkt über uns den Kopf eines erst kürzlich getöteten Impalas. Nach einer detaillierten Investigation denken wir, die Zusammenhänge nachvollziehen zu können: Ein Leopard hat Beute gemacht: eben das Impala und zog dieses in den Baum. Dann hat ein hungriger Löwe die Beute gerochen und kam zu der Szene. Paviane in der Nähe haben dies beobachtet.

Als wir näher kamen, flüchtete zuerst der Löwe und dann der Leopard. Den Spuren nach zu beurteilen, haben wir beide nur ganz knapp verpasst. Ich bin mir nicht sicher, ob wir darüber glücklich oder traurig sein sollten...

Am nächsten Tag beobachten wir zu Fuß ein Rudel von Löwen in ausreichendem Abstand. Da wir Gegenwind haben, bemerken sie uns zunächst nicht. Eine große Herde Büffel zieht in Richtung Fluss und direkt auf die Löwen zu. Sie können die Löwen nicht riechen, denn die Löwen stehen im Gegenwind zu den Büffeln. Unser Guide drängt uns in geduckter Haltung von Busch zu Busch, um näher an das Geschehen heranzuschleichen.

Doch unser Plan geht nicht auf und die Büffel riechen uns. Eine riesige Staubwolke entsteht, als die Büffel in die Richtung zurück stöbern, aus der sie gekommen sind. „Sorry, guys, we spoilt your hunt“, sagt unser Guide und wir wollen uns ebenfalls zurück ziehen, damit sich die Büffel beruhigen können. Doch aus der Richtung, aus der wir gerade kamen, versperrt ein ausgewachsenes Löwenmännchen unseren Weg. Beim genauen Hinsehen ist es nicht nur einer, sondern es sind zwei. Uns wird ein wenig mulmig. Das große Löwenrudel liegt in der einen Richtung, die zwei Löwenmännchen in der anderen. In der dritten Richtung sind die Büffel. Was nun?

Wir entscheiden uns für die einzig bleibende vierte Richtung und gehen einen großen Umweg zurück in Richtung unseres mobilen Camps, wo unser herzhaftes Mittagessen auf uns wartet. Alle sind erschöpft und daher entscheiden wir uns für eine Wildbeobachtungsfahrt am Nachmittag. Natürlich fahren wir in die Richtung, wo das ganze Spektakel stattgefunden hat. Was uns hier allerdings erwartet, ist zu viel für einige Mitreisenden: Das Rudel hat ein schwangeres Büffelweibchen gerissen und die Löwinnen sind noch total außer Atem.

Obwohl der Bauch des Büffels bereits offen ist und ein Löwenmännchen gerade auf grausame Art und Weise den Fötus herauszieht, ist das Büffelweibchen noch nicht tot. Zwei Löwinnen hängen abwechselnd über dem Maul des Büffels und versuchen diese zu ersticken. Die ganze Szene ist grausame Realität und das bekommt einigen weicheren Gemütern von uns gar nicht. Wir entscheiden uns, die Szene zu verlassen.

Im Nsefu Sektor ist dann alles ganz anders. Harsch und rau ist die Wildnis hier. Wir machen einen Nachmittags Game Drive und treffen – kaum zu glauben – zum zweiten Mal auf Wildhunde. Es ist sogar ein größeres Rudel, als das vom letzten Mal und ich bin glücklich, dass es hier noch so viele Wildhunde gibt. Ist das schön, anzusehen. Die Zeichnung eines jeden Wildhundes ist grundverschieden, und alle sehen gesund aus. Wir versuchen zu folgen, als sie auf die Jagd gehen, doch die Tiere sind so schnell, dass wir nur noch dazu kommen, als sie bereits ein Kudu gerissen haben und alle am Fressen sind. Wir beobachten, wie die Jungen sich um ein Bein streiten und jeder scheint es einmal zu haben. Hinterherlaufen ist angesagt…

Dann fahren wir in der Dunkelheit zurück und kommen kurz vor dem Camp an einem Hyänenbau vorbei. Zwei pechschwarze Wollknäuel mit großen Knopfaugen kommen auf uns zu und schnuppern neugierig am Auto, ohne uns dabei aus den Augen zu lassen. 

„Sind die süß“, hierüber sind sich alle einig. Womit bewiesen wäre, dass Hyänen keineswegs hässlich sind! :)

Den letzten Tag im Luangwatal verbringen wir mit weiteren Wildbeobachtungen (darunter einigen Leopardensichtungen) im gemütlichen Tena Tena Camp. Die ganze Gruppe ist glücklich, so viel gesehen und erlebt zu haben. 

„Du wusstest es…?!“, kommt der Kommentar von Michael.

„Das wir so viele Leoparden sehen?“, frage ich. „Im Busch kann man nie garantieren, was passiert, aber ich gebe zu, meine Erfahrung im Nsefu Sektor war bisher immer so, dass es enorm viele Leopardensichtungen gibt.“ 

Obwohl es keine kostenfreie Reise für die zwei gibt, sind alle überglücklich und sich ganz sicher, dass sie wiederkommen werden: Ins Reich der wilden Tiere des South Luangwa Tals. 

 

Unsere Reise ist noch nicht zu Ende und wir fliegen weiter nach Malawi. Nach einem Direktflug vom South Luangwa an den Malawisee und einer typisch afrikanischen Grenzformalitäten-Prozedur fahren wir vorbei an Dörfern zur Pumulani Lodge. Die spektakuläre Aussicht der Lodge, die hoch über dem Malawi See liegt, begeistert alle. Azurblauer Himmel, tropische, in allen Farben blühende Pflanzen und der türkisgrün schimmernde Malawisee versetzen uns vom spannenden Busch direkt ins Paradies. Garten Eden lässt grüßen.
Die Bungalows sind riesig und bieten ebenfalls einen phantastischen Ausblick über den See. 

In den 5 Tagen unternehmen wir einen Besuch im lokalen Dorf und bei einem Waisenhaus, welches von einer der Bedienungen hier in Eigenregie gegründet wurde. Wirklich bemerkenswert, was Loyice hier auf die Beine gestellt hat. Ich denke, nicht nur wir fühlen uns hier wie im Paradies, sondern auch die Einwohner Malawis und allen voran natürlich dieses Dorfes. Alle lächeln uns an, alle sind herzlich und fröhlich – ein guter Beweis, dass es stimmt: Malawi, das warme Herz Afrikas.

Der Abschied kommt viel zu schnell. Wir unternehmen noch eine letzte Fahrt zum Sonnenuntergang mit einer Dhow, einem alten arabischen Segelschiff und genießen den Sonnenuntergang in malerischer Kulisse. Die Erlebnisse der letzten 3 Wochen waren einzigartig. 

Afrika – wie es schöner nicht sein kann…..!

 

Die nächste Reisegruppe ist bereits bis 02. Juni unterwegs in Simbabwe. Wir werden berichten….

Im Februar 2017 findet wieder die alljährliche Reise  in das Lieblingsgebiet von Liane Merbeck statt – nach Botswana. 12 Personen haben dann die Gelegenheit, den „Geheimnissen der Kalahari“ auf der Spur zu sein. 

Im Oktober 2017 wird vermutlich die Reise nach Uganda, zu unseren nächsten Verwandten „Berggorillas, Schimpansen und andere Höhepunkte“ gehen. Hierfür können Sie sich gerne noch registrieren lassen. 

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