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Wildes Tierparadies Simbabwe

Wildes Tierparadies Simbabwe

Erfahrungsbericht einer Gruppenreise

Endlich ist es so weit: eine ereignisreiche Rundreise durch die schönsten Regionen Simbabwes steht kurz bevor. Ich freue mich auf die Wildnis, die Tiere, die Lodges und natürlich auf unsere Reiseleiterin Liane Merbeck, die uns in den nächsten 12 Tagen viel über dieses wunderbare Land erzählen wird.

Tag 1 - 3: Auf Tuchfühlung mit Elefanten

Mein Mann und ich treffen uns am Flughafen in Harare mit Liane, Beks (unser spezieller Guide für die nächsten zwei Camps) und neun weiteren Mitreisenden.

Zusammen fliegen wir zum Kanga Camp in den Mana Pools Nationalpark. Dort werden wir sehr herzlich vom Personal mit Tanz und Gesang empfangen. Die komfortablen Zelte stehen direkt an einer Quelle/Wasserloch, wo wir von der Veranda die Tiere am Wasser beobachten können. Elefanten kommen regelmäßig zum Trinken ans Wasser. Auch nachts hören wir sie im Wasser planschen. Selbst während der Mahlzeiten genießen wir den Blick über den See. So haben wir immer Busch-Kino mit Elefanten, Krokodilen, vielen Vögeln und sogar einmal mit Wildhunden... einfach eine tolle Kulisse.

Ein besonderes Erlebnis hatten wir bei einem Mittagessen. Ein stattlicher Elefantenbulle kommt nach seinem Bad aus dem Wasser und nähert sich immer mehr dem Hauptbereich. Direkt neben dem Esstisch sucht er sich als seine Mahlzeit den Busch. Wir holen alle unsere Fotoapparate oder – wenn man seinen Fotoapparat im Zelt hat – das Handy und sind gespannt, was passieren wird. Wann hat man schon einmal Gelegenheit, einen 5-6 Tonner so nah (fast schon ZU nah) vor die Linse zu bekommen? Einer der Guides steht mit dem Gewehr bereit. Friedlich zieht der Elefant weiter in Richtung unserer Zelte. Manchmal behindern Elefanten auch den Zugang zum eigenen Zelt. Weil man die Dickhäuter nachts gar nicht sieht, und auch wegen anderen wilden Tieren, begleitet uns bei Dunkelheit immer ein Guide. Aber auch tagsüber muss man stets umsichtig sein.

Neben den Ausfahrten unternehmen wir mehrmals spannende Bushwalks. Wir vertrauen voll unseren Guides. Voll begeistert sind alle von Beks, den Liane extra für uns überreden konnte, einige Tage mit uns auf Safari zu gehen. Einmal verfolgen wir eine Herde Büffel und stoßen plötzlich auf eine Löwin und einen jungen Löwen, die ebenfalls die Büffel im Visier hatten – wir sind weniger als 20m entfernt. Wir verharren nahezu bewegungslos, eng zusammenstehend bis die Löwin findet, dass wir nicht so interessant sind, wie die Büffel vor ihr. Alle sind sich einig: Das war sehr aufregend!

Es ist ein ganz neues Erlebnis, schnell, umsichtig und leise durch dichten Busch zu wandern und aus einer anderen, spannenden Perspektive die wilden Tiere zu beobachten. Wir lernen so auch die kleinen Dinge zu beachten.
 

Tag 4 - 6: Besuch vom Flusspferd

Nach dem Frühstück am vierten Tag fahren wir an den Sambesi Fluss ins Zambesi Expeditions Camp. Die Fahrt geht durch unterschiedliche Landschaften und so sehen wir unterwegs viele verschiedene Tiere. Zum Mittagessen erwartet uns eine schön gedeckte Tafel am Sambesi Fluss mit musikalischer Untermalung durch Flusspferde, Vogelgezwitscher und das Rauschen des majestätischen und mächtigen Flusses. Bei einem kleinen Verdauungsspaziergang sehen wir die Scharten, an denen die Flusspferde aus dem Wasser steigen. Wir sind überrascht, was für steile Anstiege diese so plump erscheinenden Kolosse bewältigen können.

Auch im Zambesi Expeditions Camp werden wir wieder sehr herzlich empfangen. Das Camp wird saisonal an einem privaten Campingplatz mit Blick auf den Sambesi aufgebaut.

Die Hauszelte sind komfortabel eingerichtet, mit richtigen Betten, angrenzendem Bad und mit Blick auf den Fluss aufgebaut. Regelmäßig gehen auch hier Elefanten, Impalas und andere Tiere zwischen den Zelten spazieren. Nachts hören wir auch Löwen, Hyänen und vor allem die Flusspferde.

Einmal komme ich abends aus der Dusche und höre, dass rund ums Zelt einiges los ist. Ich schaue durch die Moskitonetzfenster des Zeltes und mache gleich wieder einen Schritt rückwärts. Direkt vor unserem Eingang spaziert ein Flusspferd vorbei und fängt dann gemütlich an zu grasen. Hinter diesem kommt ein großer Elefant vorbeispaziert und lässt sich die Zweige vom Baum vor unserem Zelt schmecken. Jetzt bin ich mir ganz sicher, dass wir mitten in der Wildnis sind!

Bei Ausfahrten und Bushwalks genießen wir ausgiebig die Landschaft und die vielfältige Tierwelt.  Als besonderes Highlight unternehmen wir nachmittags eine Kanusafari auf dem Sambesi. Wir bekommen Instruktionen, damit wir aufpassen, dass wir in unseren „Nussschalen“ den Flusspferden und Krokodilen nicht zu nahe kommen. Ein Guide, speziell für Kanufahrten gibt die Route vor. 

Unser nettes Camp-Personal empfängt uns am Ufer zum stimmungsvollen Sundowner, die nicht die einzigen liebevollen Überraschungen sind und bleiben.

Als wir an einem Nachmittag eine kleine Wanderung in der Nähe des Camps unternehmen, haben ein paar von uns eine Begegnung mit einem jungen Elefanten, der seine Macht damit demonstriert, dass er mit seinem Kopf gegen Zweige eines toten Baumes rennt, um diese abzubrechen. Wir beobachten die Szene aus sicherer Entfernung, denn wir gehen mit unserem Guide etwas später und eine etwas andere Route. Beks hat sich mit der Gruppe eben hinter diesem toten Baum positioniert. Es muss wohl sehr spannend gewesen sein, wie wir nachher hören.
 

Tag 7 - 9: Löwen brauchen Schutz!

Mit dem Buschflieger geht’s zum Lake Kariba in die Bumi Hills Safari Lodge direkt am Matusadona Nationalpark

Die Lodge ist neu renoviert und die Zimmer sind im modernen afrikanischen Stil eingerichtet und sehr komfortabel. Wir haben vom Balkon, vom Essbereich und vor einem wundervollen Infinity Pool einen unglaublich schönen Blick auf den See und genießen diesen in vollen Zügen. Auch werden Massagen im Spa angeboten, die wir gerne nutzen. 

Über das WLAN der Lodge können nun die ersten Nachrichten und Fotos an die Lieben daheim verschickt werden.

Vormittags unternehmen wir Pirschfahrten und Bushwalks. Nachmittags fahren wir mit dem Boot über den See und erleben spektakuläre Sonnenuntergänge in einer traumhaften Kulisse, für die der Lake Kariba so bekannt ist. 

Liane hat für uns einen Infoabend über das Naturschutz-Löwenprojekt im Matusadona Nationalpark organisiert. Die Biologen Rae und Chris vom Matusadona Lion Project erforschen die Löwen im Park und der Umgebung. Einige Siedlungen befinden sich in direkter Umgebung des Parks. Die Löwen benötigen den Austausch mit anderen Nationalparks, damit Inzucht vermieden wird. Auch der Konflikt zwischen Mensch und Tier wird angesprochen und wir erfahren sehr viel über die Arbeit der Naturschützer und warum es wichtig ist, nicht nur das Leben der Löwen zu beobachten, sondern auch die Regierung und die Bevölkerung zu gewinnen, um den Park dauerhaft erhalten zu können. Ohne Spenden, z.B. für GPS-Halsbänder für die Löwen, ist ihre Arbeit nicht möglich. Daher hat Abendsonne Afrika bereits 4 Halsbänder gesponsert.

An einem Vormittag besuchen einige von uns mit einem Guide das nächste Dorf, in dem auch die Familien der meisten Angestellten leben. Dabei lernen wir viel über die Lebensverhältnisse der Bevölkerung. 

Am dritten Tag können wir dann selbst die hier ansässigen 4 Löwen beobachten, wovon eine ein GPS-Halsband trägt. Ein Teil von uns vom Boot aus, die anderen vom Auto.                                                                                     
Am Abend werden wir mit einem romantischen Grillbuffet am Ufer des Karibasees verwöhnt.

Am Morgen vor unserem Weiterflug finden wir die Löwen in der Nähe der Landebahn unter den Büschen. Es wird uns ein wundervolles Schauspiel geboten. Die Löwenmutter hat einen Impala-Bock im Visier und liegt auf der Lauer. Ihre unerfahrenen Kinder haben aber noch nicht kapiert, dass sie sich nicht einfach zeigen dürfen. Darum gewinnt die Antilope. Zumindest für dieses Mal. 
 

Tag 10 - 12: Zu Fuß durch den Busch

Wir fliegen in den Hwange Nationalpark ins Somalisa Expeditions Camp.
Eigentlich werden wir im Camp schon zum Mittagessen erwartet, aber so ist das eben in Afrika: man weiß nie, was einem auf dem Weg begegnet. Unser Guide entdeckt unterwegs frische Spuren von Geparden. Natürlich müssen wir denen gleich folgen. Wir finden drei völlig erschöpfte Geparden im Gras liegen - mit einem frisch gerissenen jungen Kudu. Nachdem sie sich etwas erholt haben, fangen sie an zu fressen und wir haben jede Menge Film- und Fotomotive. Da wird unser eigenes Mittagessen eben verschoben.    

Im Camp fühlen sich alle gleich sehr wohl. Es ist ein kleines ruhiges Camp, sehr authentisch und doch mit allem Komfort.

Liane hat auch hier extra ihre beiden „Lieblingsguides“ bestellt, Calvet und Makhosi.  Auf Ausfahrten und Bushwalks sehen wir so viel, dass ich gar nicht alles aufzählen kann. Beide Guides wissen nicht nur alles über die Tiere hier, sondern können uns auch sehr viel über Pflanzen und ökologische Zusammenhänge erklären. Auch hier treffen wir mehrmals auf Löwen und zwar auf die Kinder von „Cecil“, dem Löwen, der leider von einen amerikanischen Jäger illegal erschossen wurde. Es sind sieben Löwinnen mit ihrem Bruder. Die Guides und Liane erklären uns, dass dringend andere männliche Löwen in diese Region kommen müssen, mit denen sich die Weibchen paaren können. Nur dann ist der Fortbestand der Löwen hier gesichert. Momentan ist der Chef des Rudels ein Bruder von Cecil, aber die Löwinnen wollen sich nicht mit ihm paaren.

Am anderen Tag finden wir zwei zugewanderte Löwenmännchen aus einem Nachbargebiet, und alle hoffen, dass sie hier bleiben und sich um die Löwinnen bemühen. Nur zu zweit haben sie eine Chance die Löwinnen zu erobern. Wir können die beiden Löwen ausgiebig beobachten. Obwohl sie nicht miteinander verwandt sind gehen sie fürsorglich miteinander um. Die Guides erklären uns, dass die beiden ein Leben lang zusammen bleiben.

Ein ganz besonderes Erlebnis im Somalisa Expeditions Camp ist der kleine Pool vor der Terrasse beim Restaurant. Am Nachmittag kann man es sich dort im Liegestuhl bequem machen und einfach warten, bis Elefanten zum Trinken kommen. Manchmal kommt eine ganze Familie. Das ist schon ein ganz spezielles Erlebnis, bei dem man nur einige Meter von den Riesen entfernt ist.
Am Ende der wundervollen Safari fällt uns der Abschied schwer. Wir fliegen gemeinsam nach Victoria Falls, wo ein paar von uns noch bleiben um die Viktoria Fälle zu besuchen.              

Für mich war es eine meiner schönsten Reisen. Ich habe die Atmosphäre in den kleinen Camps sehr genossen. Die Freundlichkeit und die vielen Gespräche mit den Menschen über ihr Leben in Simbabwe waren sehr bereichernd. Ich habe viel erfahren über Löwen und über Natur-und Tierschutz in Zusammenhang mit dem Tourismus. 

Liane hat eine wundervolle Reise zusammengestellt, die uns durch ganz unterschiedliche Landschaften geführt hat. Überall hatten wir drei Übernachtungen und somit genügend Zeit, die Gegenden zu erkunden. Alles hat reibungslos geklappt. Da wir als kleine Gruppe in den Camps unter uns waren, konnten sich die Guides ganz auf uns einstellen, und somit war das Safarigefühl sehr intensiv. Jedes Camp hatte immer wieder spezielle Überraschungen für uns vorbereitet. So gab es fast überall an einem der Abende ein besonderes Abendessen am Lagerfeuer unter dem romantischen Sternenhimmel. Immer an einem ausgesuchten schönen Platz.       

Eine ganz besondere Reise voll mit schönen Eindrücken und Erfahrungen. Simbabwe ist eine Reise wert!
 

Vielen Dank an Irene M. für diesen tollen Reisebericht!

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