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Uganda, die Perle Afrikas

Uganda, die Perle Afrikas

Unser Uganda-Abenteuer startet frühmorgens in München. Mit der Brussels Airlines geht es über Brüssel mit einer kurzen Zwischenlandung in Kigali nach Entebbe. Ich habe schon viel von der „Perle Afrikas“ gelesen und bin gespannt, was uns in diesem Land erwartet.

Nach Erledigung der Einreiseformalitäten werden wir von unserem Fahrer/Guide erwartet, der uns in den nächsten Wochen als kompetenter Begleiter zur Seite stehen wird. In nur 10 Minuten Fahrzeit erreichen wir das komfortable Karibu Guest House in Entebbe. Hier können wir uns vom langen Flug erholen, bevor am nächsten Tag unsere Rundreise startet.

Mabamba Swamps

Nach einem schmackhaften Frühstück steht zunächst der Besuch der Mabamba Swamps auf dem Programm. Die Fahrt zu diesem 100 km² Sumpfgebiet am Lake Victoria dauert ca. 1 h. Neben zahlreichen anderen Wasservögeln sieht man hier mehrere Brutpaare des Schuhschnabelstorches. Vor Ort erwartet uns bereits unser lokaler Guide. Mit einem Holzkanu begeben wir uns auf die Suche nach dem seltenen Vogel. Die Chance, den Storch bei einer Bootsfahrt zu sehen, sollen bei über 80 % liegen, sagt unser Guide. Wir genießen es, langsam durch das Sumpfgebiet zu staken und die vielen Wasservögel zu beobachten. Unser Guide hält aufmerksam Ausschau nach dem Schuhschnabel, doch nach ca. 1 h sieht es leider so aus, als würden wir heute zu den 20 % der Pechvögel gehören. Nichtsdestotrotz war es für uns ein lohnenswerter Ausflug und guter Einstieg. 

Lake Mburo Nationalpark

Wir setzen unsere Reise in Richtung Lake Mburo Nationalpark fort. Unterwegs legen wir einen Stopp am Äquator ein, welchen wir auf dieser Reise zwei Mal passieren. Auf dem Weg zur Rwakobo Rock Lodge, die uns in den nächsten zwei Nächten als Unterkunft dient, können wir bereits Zebras, Defassa-Wasserböcke, und Warzenschweine beobachten. Nach dem Abendessen geht es für uns früh ins Bett, denn wir wollen früh am Morgen zur Buschwanderung aufbrechen. 

Bei einer Tasse Kaffee können wir den wunderschönen Sonnenaufgang über dem Lake Mburo Nationalpark beobachten. Von der Rwakobo Rock Lodge hat man einen super Ausblick. Der Park liegt unter einer dicken Nebeldecke, als wir uns auf den Weg zum Gate machen. Hier erwartet uns der bewaffnete Ranger. Ausgestattet mit genügend Wasser machen wir uns auf den Weg. Der Park setzt sich mosaikartig aus offenem Grasland, Akazienwäldern, Sümpfen und mehreren kleinen Seen zusammen. Es ist schön, den Park aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Erste Sonnenstrahlen kämpfen sich durch den Nebel, während wir auf Zebras treffen. Die Lichtstimmung ist der Wahnsinn!

Langsam schleichen wir uns an einen Warzenschwein-Bau heran. Vorsichtig verlässt ein Warzenschwein den Bau, dann folgt der Nachwuchs. Die Familie wartet, bis alle draußen sind. Dann machen Sie sich davon. Ein wunderbares Erlebnis, so hautnah dabei zu sein. Auf unserer Wanderung begegnen uns außerdem Impalas, Topis und Wasserböcke. Aus der Ferne können wir auch Elenantilopen beobachten. Zu schnell ist die Wanderung vorbei und es wartet ein leckeres Frühstück in der Lodge auf uns. Beim Frühstück sorgen Impalas und Warzenschweine am Wasserloch für Unterhaltung. 

Am Nachmittag steht eine Wildbeobachtungsfahrt auf dem Programm. Neben den bereits erwähnten Arten können wir auch Büffel, Kronenkraniche, Paviane, Meerkatzen sowie die scheue Sitatunga-Antilope beobachten. Vogelliebhaber kommen mit den hier vorkommenden über 300 verschiedenen Arten voll auf Ihre Kosten. Auf dem Lake Mburo werden auch Bootsfahrten angeboten, wobei sich vor allem verschiedene Kingfisher-Arten, Krokodile, Nilpferde und Reiher beobachten lassen.

Lake Bunyonyi, Lake Mutanda

Am nächsten Morgen setzen wir unsere Reise in Richtung Mbarara und dann weiter nach Kabale fort, wo wir uns ein lokales Mittagessen schmecken lassen. Unser nächstes Ziel ist der Lake Bunyonyi. Der malerische, tiefste See in Uganda wird von sehr steilen, kultivierten und terrassierten Hügeln umrahmt. Im See sind 29 kleine Inseln zu finden. Eine wirklich wunderschöne Kulisse!

Besonders empfehlenswert ist hier die Panoramastraße, die direkt am See entlangführt und viele tolle Fotomotive bietet. Auch meine Kamera stand nicht still. Über Kisoro fahren wir weiter zum reizvollen Lake Mutanda. Hier gibt es zwei Unterkünfte mit wunderschönem Ausblick auf die Virunga Vulkane. Die wunderschöne Clouds Lodge im südlichen Teil des Bwindi Nationalpark dient uns als Unterkunft für die kommende Nacht. Nach dem anstrengenden Tag genießen wir das vorzügliche Abendessen und lassen den Tag mit einem Glas Wein am Kamin unseres Cottages ausklingen. 

Bwindi Nationalpark

Am nächsten Morgen genießen wir eine Tasse frisch gebrühten Kaffees auf der Terrasse unseres Cottages mit Blick über den undurchdringlichen Bwindi Regenwald. Das Frühstück wird für uns draußen mit Blick auf die Virunga Vulkane serviert, deren Leuchten in der Ferne wir am Vorabend beobachten durften. Rückblickend kann ich definitiv sagen, dass die Clouds Lodge für mich wohl die schönste Lodge in Uganda ist. Leider heißt es für uns schon Abschied nehmen von der Nkuringo Region des Nationalpark.

Unser heutiges Ziel ist das Gorilla Mist Camp in der Ruhija Region in östlichen Teil des Bwindi Nationalparks. Unser Weg führt uns im am Rande des Nationalparks entlang und bietet wieder sehr schöne Ausblicke auf die terrassierten Hügel. Am Nachmittag kommen wir im Gorilla Mist Camp an und genießen den Ausblick auf den Regenwald von unserer Terrasse aus. Auf der Fahrt hat es noch geregnet, doch am Abend erleben wir einen sehr schönen Sonnenuntergang über dem Bwindi Impenetrable Forest. In der Nacht wird es hier auf ca. 2300 m Höhe sehr kühl, deshalb freuen wir nach dem Abendessen über die Wärmflaschen im Bett.

Heute heißt es früh ins Bett gehen, denn schon Morgen brechen wir zum Gorilla-Tracking auf. 

Gorilla-Tracking

Am nächsten Morgen geht es nach einem zeitigen Frühstück ausgestattet mit ausreichend Wasser und einem Snack zum Ausgangspunkt des Gorilla-Trackings. Die Fahrt dauert nur 5 Minuten und die Spannung steigt ins Unermessliche. Endlich wird ein Traum wahr! Wie lange werden wir heute durch den Regenwald wandern müssen, um auf die Gorillas zu treffen? Werden wir überhaupt auf die Gorillas treffen? Wie wird es sein? Es sind viele Fragen, die mir durch den Kopf gehen. Am Ausgangspunkt angekommen meldet uns unser Guide mit unseren Reisepässen und Gorilla-Permits an.

Nach einer kurzen Einweisung werden wir in verschiedene Gruppen eingeteilt. Von Ruhija aus können aktuell drei Gorillagruppen besucht werden: die Bitukura Gruppe, die Oruzogo Gruppe sowie die Kyaguriro Gruppe. Für jede Gorilla-Gruppe werden pro Tag nur 8 Permits ausgegeben.

Wir werden heute die Kyaguriro Gruppe besuchen, die lange Zeit ausschließlich Forschungszwecken vorbehalten war. Wir werden noch ein kurzes Stück mit dem Auto gefahren, dann geht es ausgestattet mit einem Wanderstock hinein in den Regenwald. Wie lange die Suche nach den Gorilla-Gruppen dauert und wie anstrengend diese ist, hängt vom Aufenthaltsort der Gorillas und dem Gelände ab. Das Gelände ist sehr unwegsam und steil und wir merken schnell, dass der Bwindi Nationalpark zu Recht den Namen Impenetrable = undurchdringlich trägt.

Nach ca. 20 Minuten erwartet uns eine Überraschung: Unser Ranger bleibt stehen und teilt uns mit, dass wir die Gorilla-Gruppe bereits gefunden haben. Ungläubig und mit offenen Mündern stehen wir da und können unser Glück kaum fassen. Wir können noch einen Schluck trinken und unsere Kameras vorbereiten, dann geht es auch schon los.

Wir lassen unser Gepäck zurück und werden zu den Gorillas geführt. Und da sitzt er auch schon: einer der beiden Silverbacks der Kyaguriro Gruppe, zupft unbeeindruckt Blätter von den Ästen und stopft sich diese in den Mund. Den Moment das erste Mal in die Augen eines Gorillas zu blicken, werde ich niemals vergessen. Sie haben wirklich einen Blick, der tief ins Herz dringt. Dann gehen wir weiter zum Rest der Gruppe.

Die Männchen und Weibchen unterschiedlichen Alters kauen auf Ihren Lieblingspflanzen oder auf der Baumrinde und lassen sich von unserer Anwesenheit nicht stören. Meine Kamera steht zunächst nicht still. Dann lasse ich mich aber voll und ganz auf das Geschehen ein. Es ist wunderschön, die Gorillajungen in den Bäumen toben zu sehen, die Mutter beim Säugen Ihres Babys oder den stolzen Silberrücken beim Kauen zu beobachten. Ein wirklich einmaliges Erlebnis!

Leider ist die Besuchszeit auf nur 1 Stunde beschränkt und zu schnell vorbei. Dann heißt es auch schon Abschied nehmen von diesen majestätischen Tieren. Wer sehr gerne fotografiert und mehr Zeit mit den Gorillas verbringen will, sollte unbedingt ein zweites Gorilla-Tracking buchen. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt sind alle Teilnehmer in Gedanken versunken und sichtlich vom Erlebnis überwältigt. Zurück am Gate wird allen Teilnehmern ein Gorilla-Tracking Zertifikat zur Erinnerung überreicht. 

Nach dem Mittagessen im Camp machen wir uns zu unserer letzten Station im Bwindi Nationalpark - nach Buhoma auf. Hier stehen den Besuchern der hiesigen Gorillagruppen verschiedene Unterkunftskategorien und -formen zur Verfügung. Wir sind in der folgenden Nacht im sehr schönen Sanctuary Gorilla Forest Camp untergebracht. Vor dem Abendessen lauschen wir am Lagerfeuer bei einem Glas Wein dem Gesang eines Einheimischen und lassen die Erlebnisse des Tages Revue passieren. 

Queen Elizabeth Nationalpark

Am nächsten Tag brechen wir in Richtung Queen Elizabeth Nationalpark auf. Wir fahren zunächst in den Südsektor des Parks, die Ishasha Region. Diese abgelegene Gegend ist für Ihre baumkletternden Löwen bekannt. Wir nehmen uns etwas Zeit nach den baumkletternden Löwen zu suchen, haben heute allerdings kein Glück. Besonders faszinierend auf der Pirschfahrt sind allerdings die riesigen Herden der Uganda Kobs. Das Mittagessen genießen wir heute in Form eines Picknicks direkt im Park. Dann machen wir uns auf den Weg in den nördlichen Teil des Parks.

Der Queen Elizabeth Nationalpark umfasst eine sehr abwechslungsreiche Landschaft, die neben offener Savanne auch viel Buschland, Sümpfe, tropische Feuchtwälder, Flüsse und Seen enthält. Wir genießen die abwechslungsreiche Fahrt zu unserer Unterkunft, der einfachen Queen Elizabeth Bush Lodge. Nach dem Abendessen geht es für uns früh ins Bett, denn am nächsten Morgen geht es sehr früh auf Pirschfahrt. 

Nach einem Frühstück im Morgengrauen machen wir uns auf in den Park. Das erste unvergessliche Motiv bildet eine große Elefantenherde die vor dem Hintergrund der aufgehenden Sonne posiert. Eine weitere große Elefantenherde posiert für uns vor der Kulisse der Ruwenzori Berge.

Auf der Pirschfahrt begegnen uns Büffel, Topis, Kronenkraniche, Defassa-Wasserböcke und ungezählige Uganda Kobs. Auch haben wir das Glück einen männlichen und zwei weibliche Löwen bei der Siesta zu beobachten. Ein weiteres Highlight im Queen Elizabeth Nationalpark ist eine Bootsfahrt auf dem Kazinga-Kanal, der den Lake George im Osten mit dem Lake Edward im Westen verbindet. Am Nachmittag werden wir zur Bootsanlegestelle gefahren.

Pünktlich startet das doppelstöckige Boot am Ufer entlang Richtung Lake Edward. Um eine sehr gute Sicht auf die Tiere am Ufer zu haben, sollte man einen Sitzplatz auf der linken Seite des Bootes wählen. Während der Bootsfahrt können wir am Ufer unzählige Nilpferde und Büffel am Ufer ausmachen. Aber auch Krokodile, Elefanten und Nilwarane können wir beobachten. Aufgrund der vielen hier vorkommenden Wasservögel (Nilgänse, mehrere Kingfisher-Arten, Schreiseeadler, Kormorane etc.) ist die Bootsfahrt auch für Vogelliebhaber sehr empfehlenswert.

Die Bootsfahrt dauert ca. 2 Stunden. An der Anlegestelle werden wir bereits von unserem lächelnden Guide erwartet. Den heutigen wirklich unvergesslichen Sonnenuntergang genießen wir von der Terrasse der Kyambura Game Lodge. 

Semliki Wildlife Reserve

Unsere Reise führt uns heute weiter ins Semliki Wildlife Reserve. Auf dem Weg passieren wir zum zweiten Mal den Äquator, diesmal von Süd nach Nord. Zwei steinerne Ringe markieren den Äquator und sind ein beliebtes Fotomotiv. 

Die Fahrt geht über Fort Portal ins Semliki Valley. Es bieten sich immer wieder sehr schöne Ausblicke. Das Toro-Semliki Wildschutzgebiet geht von tropischen Regenwälder in weite Savannen und immergrüne Sumpflandschaften über und bietet eine einmalige Artenvielfalt. Das Flachland ist eingesäumt von der steil emporragenden Begrenzung des Rift Valley und den sanften Ausläufern der über 5.000 Meter hohen Gipfel des Ruwenzori-Gebirges.

Wir werden die folgende Nacht in der sehr schönen Semliki Safari Lodge verbringen, die die einzige Unterkunft im gesamt Semliki Valley ist. Am nächsten Morgen haben wir die Gelegenheit eine Pirschfahrt in diesem selten besuchten Gebiet zu machen. Es begegnen uns viele Antilopen, Warzenschweine, Elefanten sowie unzählige Vogelarten.

Unser Guide erklärt uns, dass rund 30 Vogelarten hier endemisch sind. Die Lodge bietet auch Bootsfahrten auf dem Lake Albert an, um auf die Suche nach dem Schuhschnabelstorch zu gehen.

Die üppigen Täler und Wälder des Schutzgebietes bilden auch die Heimat mehrerer Schimpansen-Gruppen. Die Semliki Safari Lodge ist aktiv in langfristige Forschungsprojekte eingebunden und somit sind Sie herzlich eingeladen, die Forscher bei ihrer täglichen Arbeit mit den Primaten zu begleiten. Eine Verlängerung im Semliki Wildlife Reserve ist mein Geheimtipp für alle, die etwas abseits der üblichen Touristenpfade erleben und gerne komfortabel untergebracht sein wollen.

Kibale Forest Nationalpark

Nach dem Mittagessen geht es für uns wieder zurück nach Fort Portal. Wir nutzen die Gelegenheit der Kyaninga Lodge, die wunderschön an einem Kratersee gelegen ist, einen Besuch abzustatten. Dann geht es weiter zum Chimpanzee Forest Camp, einer einfachen Unterkunft, die uns als Ausgangspunkt für das Schimpansentracking am nächsten Morgen dient. 

Am nächsten Morgen geht es wieder früh los. Unser Guide fährt uns zum Ausgangspunkt für das Tracking. Ähnlich wie beim Gorilla-Tracking erhalten wir eine kurze Einweisung und werden in Gruppen aufgeteilt. Ausgestattet mit Wasser und einem Snack werden wir ein Stück mit dem Auto gefahren, bevor es in den Kibale Forest geht. Es handelt sich hierbei um ein Berg- und Regenwaldsystem mit eingeschlossenen Sumpf- und Graslandabschnitten. Die Bäume im Kibale Forest können eine Höhe von bis zu 55 m erreichen.

Der Kibale Forest NP besitzt eine der höchsten Primatendichten weltweit und enthält die meisten Primaten in Uganda. Den Lauten der Schimpansen folgend, führt uns unser Guide immer tiefer in den Wald. Hoch oben in den Baumwipfeln suchen sich die Tiere gerade ihr Frühstück zusammen.

Es ist faszinierend die Schimpansen in Ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Im Vergleich zu den Gorillas, sollte man sich bei den Schimpansen nicht zu sehr auf den Anblick aus nächster Entfernung einschießen. Die Tiere bewegen sich sehr schnell in den Bäumen, sodass auch wir den Tieren immer wieder über Stock und Stein durch den Wald folgen. Am Ende des Trackings werden wir dann doch noch für unsere Ausdauer belohnt und können zwei Schimpansen aus nächster Nähe am Boden beobachten. 

Außerhalb des Parks lohnt es sich auch, das Bigodi Feuchtgebiet zu besuchen, in dem von Einheimischen angelegte Holzstege und Wege zu weiteren Primaten, bunten Schmetterlingen und tropischen Vögeln führen. 

Direkt neben dem Eingang zur Bigodi Wetland Sanctuary befindet sich das Haus von Tinka, einem in der Community engagierten Einheimischen. Hier dürfen wir heute zu Gast sein und ein lokales Mittagessen genießen. Tinka erzählt uns viel Wissenswertes über den Anbau von Obst und Gemüse und die Zubereitung der einheimischen Speisen. Ein schönes Erlebnis!

Am Nachmittag steuern wir vorbei an Teeplantagen die wunderschöne Ndali Lodge an, unsere Unterkunft für die nächste Nacht. Sobald man ankommt, fühlt man sich wie bei Freunden zu Hause. Die Cottages sind alle liebevoll im Kolonialstil eingerichtet. Hier lässt es sich nach dem anstrengenden Tracking besonders gut entspannen. Das leckere Abendessen genießen wir bei Kerzenschein. 

Murchison Falls Nationalpark

Nach dem Frühstück und ausgestattet mit einem Lunch-Paket machen wir uns heute auf die lange Fahrt zum Murchison Falls Nationalpark. Mit ca. 8h Fahrzeit ist das die längste Fahrt auf unserer Reise, was den schlechten Straßenverhältnissen zuzuschreiben ist. Es geht vorbei an vielen Teeplantagen und kleinen Dörfern. Unseren Picknick-Lunch nehmen wir auf einer Anhöhe mit Blick auf den Lake Albert zu uns. Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich die Murchison River Lodge. Hier dürfen wir einen fantastischen Sonnenuntergang über dem Nil, der den Park in zwei Hälften teilt, erleben. 

Früh am nächsten Morgen setzen wir mit der Fähre über den Nil auf die Nordseite des Nationalparks. Hier finden die Pirschfahrten statt. Der Murchison Falls Nationalpark ist im Vergleich zu den bisher besuchten Parks wesentlich trockener. Viele Palmen prägen das Erscheinungsbild und bilden eine sehr schöne Kulisse für wunderschöne Aufnahmen.

Wir treffen auf Uganda Kobs, Kuhantilopen, Wasserböcke, Büffel, Elefanten und viele Vogelarten. Auch ein großer Bestand der seltenen Rothschildgiraffen ist hier beheimatet. Es ist einfach herrlich diese majestätischen Tiere durch die wunderschöne Landschaft schreiten zu sehen. Das Mittagessen in Form eines Picknicks richtet uns unser Guide auf unserer Motorhaube her.

Am Nachmittag steht dann eine Bootsfahrt auf dem Viktoria-Nil bis zu den Murchison Falls auf dem Programm. Ähnlich wie bei der Bootsfahrt auf dem Kazinga Kanal können wir hier Nilpferde, Krokodile, Büffel, Elefanten und unzählige Vogelarten (u. a. mehrere Kingfisherarten, Schreiseeadler, Goliathreiher, Sattelstörche etc.).

Nach ca. 1 h kündigt sich schon aus großer Entfernung mit lautem Getöse der Murchison Wasserfall an. Unser Kapitän hält an einem Aussichtspunkt an, damit wir in Ruhe Fotos machen können. Der Viktoria-Nil stürzt sich hier durch eine nur 7 m breite Engstelle und stürzt 43 m in die Tiefe. Die Bootsfahrt stellt sich als sehr schöner Ausflug mit vielen Fotomotiven heraus.

Bei unserer Rückkehr werden wir bereits von unserem Guide erwartet und zur neu eröffneten luxuriösen Baker´s Lodge gefahren. Wir dürfen als eine der ersten Gäste die Annehmlichkeiten der Lodge genießen. Nach einem Bier am Lagerfeuer wird uns auf der Holzterrasse unter dem Sternenhimmel das schmackhafte Essen serviert. Ein herrlicher Ausklang eines erlebnisreichen Tages!

Am nächsten Morgen machen wir auf den Weg nach Jinja. Unseren ersten Stopp unterwegs legen wir in Masindi ein. Ausgestattet mit einigen Kisten Bananen, einigen Säcken Maismehl und der Kleidung und den Spielsachen, die wir von Zuhause mitgebracht haben, wollen wir hier ein Waisenhaus besuchen. Die Kinder nehmen uns lächelnd in Empfang und zeigen uns Ihr Zuhause. Auch eine Gesangseinlage dürfen wir erleben. Es ist wirklich schön die strahlenden Gesichter bei der Übergabe der mitgebrachten Gaben zu sehen. Gerührt verlassen wir das Waisenhaus und fahren weiter zur Ziwa Rhino Sanctuary, unserem nächsten Stopp.

Ziwa Rhino Sanctuary

Ca. 50 km nach Masindi erreichen wir das Ziwa Rhino Sanctuary, eine Schutzstation zur Wiederansiedlung der seltenen Breitmaulnashörner in Uganda. Das früher weit verbreitete Spitzmaulnashorn und das Breitmaulnashorn gelten heute in Uganda als ausgerottet. Nur hier im Ziwa Rhino Sanctuary kann man die bedrohten Tiere auf einer Wanderung beobachten. Nach der kurzen Anmeldung am Gate steigt ein Ranger zu uns ins Fahrzeug und wir machen uns auf den Weg.

Nach kurzer Fahrt lassen wir das Auto stehen und gehen zu Fuß weiter. Unser Guide steht mit den Aufpassern per Funk in Kontakt, die die Tiere 24 h am Tag beschützen. Die Wanderung ist wirklich spannend, denn man weiß nicht, hinter welchem Busch die Nashörner bereits sein können. Zudem ist es schön, sich nach den vielen Tagen im Auto mal wieder die Beine zu vertreten. Nach ca. 25 Minuten Gehzeit steht dann endlich eine Nashornfamilie vor uns. Männchen, Weibchen und Junges grasen friedlich auf einer Lichtung. Aus ca. 30 - 35 Metern Abstand können wir die Tiere beobachten und Fotos machen. Ein wirklich sehr schönes Erlebnis.

Wir setzen unsere Fahrt nach Jinja schließlich fort. Die Nacht verbringen wir im Surijos.

Bulago Island - Pineapple Bay Resort

Nach unserer Rundreise wollen wir noch ein paar Tage entspannen und die Seele baumeln lassen. Für die nächsten zwei Nächte wird das Pineapple Bay Resort auf der kleinen Insel Bulago unsere Unterkunft sein. Wir fahren nach Kampala, dann geht es mit dem Schnellboot in ca. 40 Minuten auf die Insel. Und dann sind wir in einem kleinen Paradies angekommen: kein Lärm, keine Straßen und keine Autos. Nur Palmen, das Plätschern des Victoria Sees und die Laute der vielen Wasservögel - einfach herrlich. Nur 8 große Cottages sind hier direkt am Ufer mit herrlichen Ausblick auf den See angeordnet.

Das Pineapple Bay Resort stellt sich als perfekter Abschluss der Rundreise heraus: Entspannen Sie hier am Pool, lesen Sie ein Buch in einer der Hängematten, wandern Sie über die Insel oder beobachten Sie die zahlreichen Wasservögeln. Genau das haben wir gemacht! Die Schimpanseninsel Ngamba Island - eine Schutzstation für ehemals in Gefangenschaft gehaltene Schimpansen - kann in nur wenigen Minuten mit dem Boot erreicht werden.

Besonders erwähnenswert ist das sehr leckere Essen, welches wir im Pineapple Bay Resort an unterschiedlichen Orten genießen durften. Egal ob auf der Dachterrasse, am Pool, im Garten, auf der eigenen Terrasse oder direkt am Strand unter dem Sternenhimmel, geschmeckt hat es uns überall. Ein Highlight sind die köstlichen Ananas, die direkt aus dem eigenen Garten kommen.

An unserem letzten Abend wandern wir auf den höchsten Punkt der Insel. Hier wird für uns ein Sundowner arrangiert. Wir genießen ein letztes Mal die Abendsonne Afrikas. Und eines ist uns klar: Uganda ist wirklich die Perle Afrikas und wird immer einen besonderen Platz in unserem Herzen haben!

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