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Spektakuläre Tierbeobachtung

Spektakuläre Tierbeobachtung

in Kenia

Die Augen werden groß. Der Mund steht offen.

Saskia Krause, unsere Safariexpertin für Tansania, Uganda und Ruanda war zum ersten Mal unterwegs in Kenia und berichtet über eine außerordentlich erfolgreiche Safari-Reise.

Tag 1: Das Abenteuer Kenia beginnt

In Frankfurt am Flughafen beginnt unser Abenteuer. Die Spannung steigt... Nach ca. 8 Stunden Flug kommen wir geschafft aber glücklich in Nairobi an.

Wir fahren noch ca. 20 Minuten zum Weston Hotel, wo wir die erste Nacht in Kenia verbringen.

Tag 2: Hurra – eine Nashornfamilie!

Früh morgens beginnt unsere Safari. Unser Guide Daniel erwartet uns und wir machen uns auf den Weg in Richtung Lake Nakuru Nationalpark. Auf den Straßen Nairobis erwartet uns zunächst das typisch afrikanische Verkehrschaos. Doch wir haben Glück: unsere Reise beginnt an einem Sonntag, sodass auf den Straßen nicht ganz so viel los ist. 

Zum Mittagessen erreichen wir die Sunbird Lodge, in der wir auch die Nacht verbringen werden. Wir genießen unser Mittagessen mit Blick auf den Lake Elementaita und schicken ein kurzes Update an unsere Freunde, die bei dieser tollen Aussicht ganz neidisch werden…

Am Nachmittag geht es auf zu unserer ersten Pirschfahrt. Als wir losfahren, beginnt es zu tröpfeln. Wir sitzen im Auto, schauen uns an und fühlen uns wie die größten Pechvögel aller Zeiten – da sind wir in Kenia und bei unserer ersten Pirschfahrt beginnt es gleich zu regnen. Wir können das Dach unseres Safari-Jeeps nicht öffnen, da wir sonst eine afrikanische Dusche de luxe abbekommen würden. Ein wenig geknickt beginnen wir, nach den ersten Tieren Ausschau zu halten. Doch was ist das? Unser Guide Daniel bremst ab, dreht sich grinsend zu uns um und sagt nur ein Wort: „Rhinos“. Wir sind völlig aus dem Häuschen, Nashörner haben wir bisher noch kaum sehen können auf unseren Reisen. Gleich drei Nashörner entdecken wir, eine kleine Familie mit einem Jungtier. Unser Tag ist gerettet!

Tag 3: Ein Garten voller Tiere

Am nächsten Morgen geht es weiter in Richtung Lake Naivasha. Dort angekommen checken wir in die Naivasha Sopa Lodge ein. Wir beginnen direkt mit unserer Bootsfahrt auf dem Lake Naivasha, die wir aufgrund der aufziehenden Wolken etwas vorgezogen haben… schließlich soll nur das Boot und nicht wir klitschnass werden. Auf dem See entdecken wir unheimlich viele Hippos und Wasservögel. Auf dem Weg von der Bootsanlegestelle zurück zur Lodge bleiben wir plötzlich wie angewurzelt stehen: ist das etwa eine Giraffe? Ja richtig, im Garten der Sopa Lodge entdecken wir neben den zahlreichen Wasserböcken auch zwei majestätische Giraffen. Wir freuen uns unheimlich, die Tiere zu Fuß und aus der Nähe beobachten zu können. Den ganzen Nachmittag verbringen wir auf Entdeckungstour im Garten der Sopa Lodge und entdecken dabei zahlreiche Wasserböcke und Zebras. Am Abend gesellen sich auch die Hippos aus dem See dazu und wir genießen von unserer Terrasse aus die Aussicht auf mindestens 10 grasende Hippos.

Tag 4-6: Die magische Masai Mara

Heute geht es endlich los in das Gebiet, auf das ich mich im Vorfeld am Meisten gefreut habe: die Masai Mara. Nachdem ich von meinen Kollegen im Büro bereits so viele Geschichten gehört habe, kann ich es kaum erwarten, die legendäre Mara endlich selbst kennen zu lernen. Und wir wurden in den nächsten Tagen nicht enttäuscht: Die Masai Mara hat uns gezeigt, weshalb sie als eines der raubkatzenreichsten Gebiete Ostafrikas gilt!

Wir erreichen am späten Vormittag das Gate zur Masai Mara. Bereits auf den ersten Kilometern ziehen mich die unvergleichlichen und unendlichen Savannenflächen Ostafrikas erneut in ihrem Bann. Die ersten beiden Nächte verbringen wir im Ashnil Mara Camp direkt am Mara Fluss und im Il Keliani Camp weiter nördlich am Talek Fluss. Auf unseren Pirschfahrten entdecken wir Löwen, Hyänen, Elefanten, Giraffen, Geparde und zahlreiche Antilopen. Bei unserer Nachmittagspirschfahrt am zweiten Tag stoppt unser Guide Daniel auf einmal, blickt durch sein Fernglas und gibt auf einmal richtig Gas. Wir blicken aufgeregt umher. Wir riechen es, bevor wir es sehen: auf einmal breitet sich der unmissverständliche Geruch der Verwesung aus. Vor uns liegen die Überreste eines mächtigen Elefanten. Doch was ist das? Um den Elefanten herum streicht ein mächtiger, männlicher Löwe. Auf einmal beginnt der Löwe, spielerisch an den Überresten des Rüssels zu ziehen. Hier zeigt sich die Natur der Katzen – immer in Spiellaune. Gebannt beobachten wir das Treiben vor uns. Um uns herum sitzen die Aasgeier und warten, bis sie an der Reihe sind. Schließlich hat der Löwe genug und zieht von Dannen, während sich die Geier auf die Überreste stürzen. 

Unser letzter Tag in der Masai Mara führt uns zum Sand River Masai Mara Camp in den Süden. Auf unserer Pirschfahrt entdecken wir eines meiner persönlichen Highlights der Reise: wir treffen auf ein Löwenrudel von unglaublichen 16 Tieren. Neun niedliche Jungtiere sind mit fünf Löwinnen und zwei großen Brüdern unterwegs. Wir treffen das Rudel auf unserer Morgenpirschfahrt, während die Tiere mitten auf dem Weg liegen, um dem feuchten Tau aus dem hohen Gras zu entkommen.  Ich, als großer Katzenfan, bin im siebten Himmel!

Tag 7: Mit den Löwen per du in der Mara North Conservancy

Nach den absolut unbeschreiblichen Erlebnissen im staatlichen Masai Mara Reservat erwartet uns heute noch ein besonderes Highlight: wir verbringen noch eine Nacht in dem traumhaften Elephant Pepper Camp in der Mara North Conservancy, einem privaten Konzessionsgebiet nördlich der Masai Mara. Meine Kollegen haben mir immerzu von dieser Region vorgeschwärmt und ich habe mich oft gefragt, was diese Begeisterung ausgelöst hat. Die privaten Gebiete bieten den Safarigästen ein deutlich exklusiveres Erlebnis, als im öffentlichen Reservat, so lautet die Antwort in der Theorie. Was genau das heißt, haben wir im Elephant Pepper Camp hautnah erleben dürfen! Auf unseren beiden Pirschfahrten durchschauen wir schnell den ersten, großen Vorteil: wir dürfen hier offroad Fahren und die vorgeschriebenen Wege verlassen, quasi „mitten durch die Pampa fahren“. Wir verlassen auch gleich die Straße, denn unser Guide hat eine Löwin entdeckt. Wir staunen nicht schlecht, als er uns die Löwin per Namen vorstellt: die Dame heißt Amber und kurze Zeit später treffen wir auch auf ihren Bruder und ihre Schwester. Wie schön zu sehen, wie sehr sich die Guides aus dem Camp mit den Tieren identifizieren! Die Guides erkennen jeden Löwen an den Schnurrhaaren und haben für jeden Löwen einen Namen gefunden.

Tag 8: Zwischenstation in Nairobi

Wir fahren heute zurück nach Nairobi, denn in der Nebensaison gibt es keine direkten Flüge zu unserem nächsten Ziel. Wir machen uns auf die lange Fahrt zurück nach Nairobi. Während der Fahrt erleben wir erneut die abenteuerlichen Fahrweisen auf afrikanischen Straßen – als die Fahrzeuge vor uns beginnen, die größeren LKWs auf dem Seitenstreifen der gegenüberliegenden Fahrbahn zu überholen wissen wir, warum das Selbstfahren in Ostafrika eher schwierig ist. Zum Mittagessen fahren wir in das Carnivore Restaurant in Nairobi, in dem die Gäste mit den verschiedensten Grillspießen überrascht werden. Unter anderem wird dort auch Strauß und Krokodil serviert – bei diesen Runden setze ich dann lieber aus. Am Abend erreichen wir das Tamarind Hotel, wo wir unsere Zwischennacht verbringen.

Tag 9: Kuschelkurs mit Kaktus in der Loisaba Conservancy

Am Morgen erhalten wir bereits früh einen Transfer zum Wilson Airport, denn wir tauschen unseren Safarijeep heute gegen einen flotten Buschflieger. Das ist wirklich ein Highlight für uns – schon immer wollten wir mit einer der kleinen Buschfliegermaschinen fliegen und die afrikanischen Landschaften einmal von oben betrachten.

Schließlich erreichen wir die Loisaba Conservancy, die uns mit einem völlig neuen Landschaftsbild begegnet. Zahlreiche Kakteen prägen hier das hügelige Landschaftsbild. Wer hätte gedacht, dass mir diese Kakteen noch zum Verhängnis werden sollten… Am Abend erwartet uns jedoch erst noch eine spannende Nacht. Wir übernachten heute im Loisaba Starbed Camp! Unser Bett wurde während des Abendessens auf die Terrasse geschoben und wir schlafen unter dem Sternenhimmel ein. Nur ein Moskitonetz trennt uns von den Sternen! Vollkommen zufrieden mit diesem Tag schlafen wir ein. Mitten in der Nacht werden wir auf einmal aufgescheucht: es hat angefangen zu regnen. Doch kein Problem für die hervorragenden Mitarbeiter der Unterkunft: bevor wir richtig gemerkt hatten, dass es zu tröpfeln begonnen hatte, waren wir auch schon mit samt unserem Bett zurück unter das Dach geschoben worden. 

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, denn wir machen eine Buschwanderung in der Conservancy. Wir klettern auf einen hohen Felsen und genießen die traumhafte Aussicht: in der Ferne entdecken wir Elefanten und Impalas. Wir folgen unserem Guide und dem Ranger, der uns begleitet und beobachten dabei immer wieder die Spuren von zahlreichen Wildtieren. Und dann passiert es, ich klettere schwungvoll über einen kleineren Felsen und BAM! Laufe mitten in einen Kaktus. Mein Knie ist gespickt mit Stacheln. Nach dem ersten Schreck, kann ich aber darüber lachen und freue mich, auf dem Rückweg zum Camp noch die Hippos im See beobachten zu können.

Tag 10-11: Ein Sundowner mit Überraschung

Unser Guide bringt uns heute zum Airstrip, wo uns eine „kleine“ Überraschung erwartet. Unser Flugzeug, welches uns ins Lewa Schutzgebiet bringt, ist ein schnuckeliger 4-Sitzer. Ein bisschen mulmig fühle ich mich schon, als ich hinter dem Piloten einsteige… aber er bringt uns sicher an unser Ziel. Die nächsten beiden Nächte verbringen wir im Lewa Safari Camp, einem wundervollen, gemütlichen Camp inmitten des Schutzgebietes. Bereits auf unserer ersten Pirschfahrten entdecken wir das Tier, für welches das Schutzgebiet besonders bekannt und berühmt ist: das Lewa Schutzgebiet ist einer der Orte in Ostafrika, an dem man die besten Chancen auf Nashornsichtungen hat. Und tatsächlich sehen wir auf unseren Pirschfahrten zahlreiche der beeindruckenden Tiere und freuen uns über wunderschöne Fotomotive.

Mein persönliches Highlight der Reise erleben wir auf unserer Nachmittagspirschfahrt. Wir haben gerade für unseren Sundowner angehalten und unser Guide Festus hatte uns gerade einen köstlichen Gin Tonic zubereitet. Auf einmal klingelt sein Telefon, unser Guide kommt aufgeregt zu uns und fragt uns, ob wir Lust haben zu einem Leoparden zu fahren, den sein Kollege gesehen hat. Wir verstehen die Frage nicht, natürlich sind wir sofort Feuer und Flamme und düsen los. Plötzlich hält unser Guide an, und flüstert uns aufgeregt „Leopard Cubs“ zu. Wir können es nicht fassen: auf der Wiese vor uns tummeln sich zwei Leopardenbabys. Die beiden klettern fröhlich auf einem Baumstamm hin und her. Ich flippe fast aus vor Freude: wir sehen unsere absoluten Lieblingskatzen und dann auch noch zwei Jungtiere! Der Tag wird uns noch lange in Erinnerung bleiben!

Tag 12-13: Abschluss im Meru Nationalpark

Nach unvergesslichen Tagen im Lewa Schutzgebiet fahren wir heute per Jeep zu unserer letzten Safaristation, dem Meru Nationalpark. Hier übernachten wir in der traumhaft schönen Elsa’s Kopje Lodge, die sich malerisch an einen Felsen anschmiegt und eine wunderschöne Aussicht bietet.

Wir erkunden den Nationalpark bei Pirschfahrten und entdecken dabei zahlreiche Wildtiere. Bei unserer Morgenpirschfahrt begegnet uns eine riesige Elefantenherde mit ca. 100 Tieren – ein sehr beeindruckendes Bild. Einzig die Raubkatzen in der Region sind schüchtern und zeigen sich uns nicht. Dennoch erleben wir hier zwei wunderschöne Tage zum Abschluss unserer Reise!

Tag 14: Rückreise

Nun ist es soweit, unsere Reise neigt sich dem Ende zu. Ein Buschflieger bringt uns zurück zum nationalen Wilson Flughafen, von wo aus wir per Fahrtransfer zum internationalen Flughafen kommen. Im Lazizi Premiere Hotel haben wir noch ein Tageszimmer und fliegen schließlich zurück nach Frankfurt. Wir haben unvergessliche Tage erlebt und wissen genau – es war sicher nicht unsere letzte Reise in das wunderschöne Kenia! Beim Schreiben dieses Reiseberichts überkommt mich schon wieder die Sehnsucht nach fesselnden Tierbeobachtungen in diesem einzigartigen Land.

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