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Simbabwe, ein echtes Abenteuer

Simbabwe, ein echtes Abenteuer

mit abwechslungsreichen Landschaften und vielen Tieren

Die Geräusche der Nacht sind unbeschreiblich. Die Landschaft ist abwechslungsreich. Die Wanderungen sind abenteuerlich. Der Himmel voller Magie...

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne... an das Gedicht von Hesse erinnere ich mich, als ich in der Morgendämmerung auf meiner Plattform mitten im Busch liege und die Stimmen des Busches erwachen – sie sind so ganz anders, als die Geräusche der Nacht... Die Morgenröte erscheint am Horizont. Für mich wird es Zeit, aufzustehen. 

Als ich meine Plattform herunterklettere, werde ich schon von Beks, unserem Guide, mit heißem Wasser zum Waschen erwartet. 

„Wie viele Wünsche habe ich frei, bei den vielen Sternschnuppen, die ich gesehen habe?“, frage ich ihn.

„Hast Du den Leoparden heute Nacht gehört?“, kommt die Gegenfrage. 

„Nein, aber Löwen, Büffel und viele andere Tiere. Mich würde es nicht wundern, wenn es heute Morgen einen Büffel weniger gibt“. 

Es ist unsere dritte Nacht in Simbabwe. Die erste Nacht haben wir in Harare verbracht, der Hauptstadt, in der wir gelandet sind. Das Hotel – ein altes Farm Haus, welches liebevoll renoviert wurde – ist sehr schön und liegt in einem großen Garten. Wir haben uns alle wohl gefühlt und so hatten die Gruppe und ich Zeit, uns kennen zu lernen.

Am zweiten Tag fuhren wir eine längere Strecke bis zum Mana Pools Nationalpark.  Ich hatte die Rappelpiste, die vom Eingangsgate bis zum eigentlichen Park führte, schon vergessen (oder besser gesagt, verdrängt), seit ich vor gut 2 Jahren das letzte Mal da war.

Endlich biegen wir ab und fahren durch eine Art Märchenwald. Überall steigen Hunderte von Schmetterlingen auf. Alles grünt und blüht. Eigentlich hätte es das letzte Mal vor Wochen (bis März) regnen sollen, aber die Natur ist nun einmal unberechenbar, und so hat es im ganzen April und bis Mitte Mai geregnet...

Im Kanga Camp angekommen werden wir von Beks und dem gesamten Camppersonal erwartet. Alle sind beeindruckt von der Aussicht auf das Wasserloch, an dem uns Elefanten während unseres Mittagessens unterhalten.  Auch die Zeltchalets bieten Aussicht auf das Wasserloch, alle – bis auf eines: Meines. Während der Siesta höre ich die Elefanten lautstark trompeten und ein bisschen fühle ich mich vernachlässigt. Aber das ist nun mal so als Gruppenleiter...

Am Abend fahren wir für eine kurze Wanderung in den Busch und erleben einen spektakulären Sonnenuntergang. Zebras, an denen wir relativ nahe vorbei gehen, zeigen wenig Scheu. Den traditionellen Sundowner nehmen wir unter Palmen ein, bevor das herzhafte Abendessen im Camp schon auf uns wartet. 

Am nächsten Morgen will die eine Hälfte der Gruppe wandern und die andere lieber fahren. Nur gut, dass wir zwei Profi-Guides dabei haben. Beks, wohl einer der besten Guides in Simbabwe (eigentlich guided er nicht mehr, denn ihm gehören mehrere Camps in Simbabwe und Botswana und damit hat er bestimmt mehr als genug zu tun), geht mit uns auf Wanderung. 

„Eine Wanderung muss immer einen Grund haben“, sagt er und fährt, und fährt, und fährt. 

Auf einmal halten wir und er sagt: „Hier sind Büffel gerade erst vorbeigekommen. Sie müssen dort in den Wald gegangen sein. Wir werden sie aufspüren.“

Also machen wir uns alle fertig und gehen im Gänsemarsch hinter ihm her. Gedämpfter Ton (wir sollen nicht laut reden, allenfalls Zeichen geben), achtsam nach links und rechts und nicht nur auf den Boden schauend, befolgen wir seine Anweisungen. Ich mache das Schlusslicht (bei uns nennt man das auch Lumpensammler), aber irgendwie verlieren wir oftmals den Anschluss. Ich versuche schon, die zwei Nachzügler zum schneller gehen anzuregen, aber es funktioniert nicht. Beks wartet, bis wir aufgeschlossen haben und geht sofort weiter. Ich kann sie riechen – die Büffel. Und die Fliegen werden auch mehr. Aber Werner wird immer langsamer. 

Wir müssen abbrechen, denn Werner kann nicht mehr. Wir gehen noch bis in ein Flussbett, in dem wir warten sollen, bis Beks das Fahrzeug geholt hat. Ute und Bernd gehen mit ihm. Keine 5 Minuten sind sie weg, da höre ich einen Büffel.

„Gar nicht gut“, denke ich und schaue mal sicherheitshalber nach Bäumen, die man erklettern könnte. Naja, das wäre höchstens etwas für Dagmar und mich, aber nicht für Werner und Inge, die ich sicherlich nicht dort hinauf bringen würde. 

Nach ca. 20 Minuten –einer gefühlten Ewigkeit – höre ich das Fahrzeug durch das zum Teil dichte Gestrüpp kommen und bin beruhigt.

Nach unserer Siesta beobachten wir beim Kaffee und Kuchen Warane (im englischen: Monitor Lizards genannt). Zwei, drei, vier, fünf, sechs – ganze sieben Warane sehen wir auf einem einzigen Baumstamm, der aus dem Wasser ragt. 

Wir gehen auf Game Drive und enden gegen Abend in einem trockenen Flussbett. Heute ist Vollmond, und was kann es da besseres geben, als ein Überraschungsbuschdinner in der Wildnis?

Die ganze Campmannschaft ist hier, lächelt uns an und wir alle sind glücklich über eine Szene, die kaum zu beschreiben ist. Wir bekommen Champagner und ein ausgezeichnetes Abendessen. 

Es gibt 4 Plattformen, auf denen man hier übernachten kann, an einem Ort voller Magie…. 

Wir sitzen um das knackende Buschfeuer und erzählen uns Geschichten. Jeder fühlt sich auf seine Weise wohl und schaut Buschfernsehen (Feuer). Es wird ein unvergesslicher Abend.
 

Nach einer spannenden Nacht auf der Plattform geht es am nächsten Morgen weiter in Richtung Zambezi Fluss. Hier erwartet uns die Mannschaft des Zambezi Life Styles Camp (jetzt Zambezi Expeditions genannt), einem temporären, rustikalen Zeltcamp, das dennoch alle Annehmlichkeiten (richtige Betten, Buschdusche, Spültoilette) aufweist und inmitten des Parks, direkt am Ufer des wilden Zambezis liegt. Die Kulisse ist traumhaft.

Das Zambezi Escarpment auf der anderen Seite tut sein Übriges, eine Gegend zu zaubern, die gleichermaßen unwahr und unbeschreiblich schön ist – vor allem, wenn der Sonnenuntergang die Bergkette in ein leuchtendes Rot zaubert...

Hier verbringen wir drei Nächte in der Wildnis. Eigentümlicherweise hat es in dieser Gegend nicht geregnet und somit halten sich viele Tiere weiter in der Richtung auf, aus der wir gerade kommen. Die Natur ist nun mal unberechenbar. Wie gut, dass ich beschlossen habe, uns in beiden Teilen des Parks unterzubringen.

Unterwegs sehen wir ein Stück abseits der Straße Geier kreisen und auch landen. 

„Beks, was ist dort? Siehst Du das?“, fragen Dagmar und Bernd aufgeregt.

„Keine Ahnung. Lasst es uns herausfinden“, sagt Beks und schon steigen wir aus dem Auto und sind gespannt, was uns dort wohl erwartet. Die Geier kreisen alle direkt über dichtem Buschwerk. 

„Mein Schlüssel ist in meiner linken Hosentasche“, flüstert Beks zu mir.

Ich verstehe es erst nicht und sage ihm, dass ich ihn daran erinnern werde, falls er es vergessen hat, bis wir zurückkommen. Ich bekomme einen ernsten Blick und dann erst verstehe ich. Die Geier kreisen direkt über dem Busch und es ist nicht so ganz ungefährlich, wenn wir dorthin gehen. Alle möglichen Katzen können dort warten oder... Naja, wir gehen wieder mal im Gänsemarsch. Beks voraus und ich ganz hinten.

Als wir näher kommen, steigen die Geier panikartig wieder auf. Ich muss zugeben, dass meine Nervosität auch steigt, als wir den dichten Busch erreichen…. Meine Sinne sind geschärft, und ich achte auf jedes Geräusch und vor allem auf jede Bewegung. Da... – Schock -, nein, es ist nur noch ein Geier...

Dann erreichen wir: ein frisch gekilltes Impala. Unsere Untersuchung ergibt, dass es erst vor ganz Kurzem von einer Leopardin getötet worden ist. Aber von dem Leoparden keine Spur. Dennoch ist es für uns alle ein sehr spannendes Erlebnis. 

Bei unserer nächsten Buschwanderung am Nachmittag schleichen wir uns an Elefanten (wenn man bei einer Horde von 6 Touristen und Guide von „schleichen“ reden kann), unter anderem einen alten Elefantenbullen mit riesigen Stoßzähnen, der Boswell genannt wird. 

Was für ein Privileg, einem riesigen Dickhäuter mit so mächtigen Stoßzähnen so nahe zu sein. Es ist ein sehr erhabenes Gefühl, und Boswell ist sichtlich erfahren im Umgang mit Menschen, denn er zeigt wenig Scheu. Wir bleiben einige Zeit und genießen einfach nur... – fast ehrfürchtig.

Das ist mein Afrika! 

An zwei Nachmittagen unternehmen wir eine Kanufahrt. Wir fahren nahezu lautlos dicht am Ufer vorbei und genießen die Szenen: Vögel, Krokodile, Impalas, Elefanten und... Flusspferde.

Flusspferde…? Unser Kanuguide steuert und führt uns souverän an allen Hindernissen vorbei und sieht von weitem schon, wenn Flusspferde unseren Weg versperren; dann wechseln wir die Uferseite (oder fahren zumindest in einem weiten Bogen außenherum). Kanufahren liebe ich. Am liebsten sogar die 3-Tages-Tour. Aber hier reicht natürlich auch ein Nachmittag.

Wir halten unterwegs auf einer Insel und genießen unseren Sundowner. Zurück im Camp, kurz vor Dunkelheit, sehen wir zwischen uns und dem Camp eine Gruppe Elefanten friedlich Gras fressen. Wie kommen wir jetzt zurück?

Das Camppersonal hat uns schon erspäht und holt uns mit dem Auto ab.

Am letzten Tag hier fahren wir am Ufer entlang und entdecken neben einem Otter, der vor uns bei einer Rast über den Weg geht (kein Witz!), ein Rudel Löwen weiter entfernt, die gerade eindeutig auf der Jagd sind. Es ist früh am Morgen und sie verschwinden im dichten Wald. Wir fahren dorthin, wo wir sie vermuten, doch da sind sie nicht. Also: Absitzen und suchen. 

Schon nach ungefähr hundert Metern finden wir die Spuren und folgen ihnen. Die Spannung wächst. Wir gehen immer schneller und tiefer in den Wald und dann auf einen Hügel. Vorbei an einem großen Baobab Baum und über Geröll, verlieren wir dann im Kies die Spur. Leider. Also gehen wir zurück. Ich frage mich, wie man jetzt noch das Auto finden kann….. 

Am letzten Abend im Zambezi Life Styles Camp sitzen wir noch lange um das Feuer und lauschen den Geschichten unserer Guides. Lustig ist es. Dann gehen wir zur wohlverdienten Nachtruhe. 

Mitten in der Nacht – es ist 2 Uhr – wache ich auf. Ein Büffel mampft genüsslich neben meinem Zelt. Ich richte mich auf und schaue durch das Moskitonetz. Es ist nicht nur einer, es sind Hunderte….

Inzwischen ist der Mond aufgegangen (es ist Vollmond) und hüllt die Atmosphäre in eine mystische Stimmung. Zwischen meinem Zelt und dem magischen Zambezi grasen und muhen im Mondschein die Büffel und ich stehe auf, um die Szene ganz für mich zu genießen. Eins sein mit der Natur – das ist, was ich in diesem unbeschreiblich glückseligen Moment fühle... Plötzlich rennen alle Büffel gleichzeitig in Richtung Busch und verschwinden mit lautem Getrampel... Löwen? Keine Ahnung! Als ich wieder ins Bett gehe, ist es 4h morgens. 

Etwas gerädert quäle ich mich morgens aus dem Bett. 

Nach dem Frühstück geht es zur nächsten Etappe: zum Lake Kariba. Wir fahren bis in die Stadt Kariba und gehen auf ein Hausboot, welches für die nächsten zwei Nächte unser Zuhause auf diesem mächtigen Stausee wird. Das Boot entspricht leider nicht so ganz den Vorstellungen einiger Gäste. Es ist einfach und südafrikanisch. Und es hat neben 5 Doppelkabinen auch nur 2 sehr enge Zimmer mit Stockbetten und geteilter Dusche.

Ute und ich teilen uns ein Zimmer. Eigentlich ist das Zimmer nur für das Gepäck, denn schlafen werden wir am oberen Aussichtsdeck, auf dem 5 Liegen stehen. Wir legen uns die Auflagen der Liegen auf den Boden, spannen ein Moskitonetz auf und machen es uns unter dem unglaublichen Sternenhimmel bequem. Wir unterhalten uns noch ein Weilchen und versuchen, die Sternschnuppen zu zählen und unsere Wünsche zu sortieren.

Dann geht plötzlich (es ist schon 22.30h) der Mond über dem Wasser auf. Unwirklich. So einen Mondaufgang habe selbst ich noch nicht gesehen. Wir sind begeistert. Leuchtendes Orange (fast, wie die Sonne), aber irgendwie extrem mystisch…. Am Morgen um 5h verlassen wir abrupt das Deck, weil es anfängt, zu regnen (oder zumindest zu tröpfeln). Kaum zu glauben, um diese Jahreszeit…. Wir freuen uns schon auf die zweite Nacht.

Am nächsten Abend soll ich Ute wecken, sobald der Mond aufgeht, weil sie schon früher einschläft. Aber ich bekomme sie nicht wach, egal wie ich sie rufe oder sogar rüttle. Ich beneide sie um so einen tiefen Schlaf und genieße die Szene für mich alleine….

Mit einem sogenannten Tender-Boot unternehmen wir Wildbeobachtungsfahrten und sehen riesige Krokodile, von denen es hier im Lake Kariba nur so wimmelt, Elefanten, Impalas, Paviane und... einen Leoparden! Der Leopard liegt auf einem Felsen über der Uferböschung, aber weil wir so aufgeregt rufen, ist er dann doch gleich weg.

Wir werden vom Hausboot aus zum Rhino Camp im Matusadona Nationalpark gebracht. 
 

Der malerischen Karibasee ist der zweitgrößte Stausee der Welt. In der „Operation Noah“ wurden hier 6.000 Tiere umgesiedelt, um Platz für den 220 km langen und bis zu 40 km breiten Stausee zu schaffen, der flächenmäßig der fünftgrößte Stausee der Welt ist. 

Traumhafte Sonnenuntergänge in malerischer Kulisse ist hier garantiert.

Eine nahezu unberührte Wildnis erwartet einen im Matusadona Nationalpark. Er stellt eine der weniger bekannten und daher sehr ursprünglichen Gegenden Afrikas dar. Mit seiner einzigartigen Kombination aus undurchdringlicher Wildnis und angrenzendem Stausee war er lange Zeit eines der letzten Rückzugsgebiete des vom Aussterben gefährdeten Spitzmaulnashorns. Große Büffelherden sorgen vor allem in der Trockenzeit für spannende Jagden der ansässigen Löwenrudel. Der etwa 1.500 km² große Nationalpark ist nahezu unerschlossen und schlecht erreichbar. 

Das Rhino Camp ist ein kleines liebevoll von den Besitzern geführtes Camp am Ufer des Lake Karibas. Es hat halb offene, sehr einfach rustikale, aber wirklich nette Chalets mit offenem Badezimmer. Das Essen hier ist hervorragend – selbst für mich, als Vegetarier – und wir haben Blick auf das Seeufer, an dem Elefanten friedlich grasen. Wir machen eine Wildbeobachtungsfahrt, doch kommen wir am ersten Abend nicht weit, weil wir inmitten einer Elefantenherde mit Jungen stehen bleiben und einfach nur den ganz Kleinen zuschauen. Die sind so süß, wenn sie so unbeholfen auf sich zu rennen und gegenseitig versuchen, sich umzuschubsen. 4 Wochen sind sie ungefähr alt. Die Herde ist sehr relaxt und so nehmen wir sogar unseren Sundowner inmitten der grauen Dickhäuter ein, die sich dadurch überhaupt nicht beeindrucken lassen.

Bei einer Buschwanderung am nächsten Morgen gehen wir durch zwei ausgetrocknete Flussbetten und bekommen allerlei Interessantes über die Flora und Fauna erzählt. 

Bei der Rückfahrt zum Camp fliegen plötzlich vor uns aus dem Busch Geier auf. Wir schauen nach, woher diese kamen und finden einen gewilderten Elefanten. Kein schöner Anblick, denn das halbe Gesicht fehlt, damit die Stoßzähne schnell abgingen. Unser Guide ruft sofort per Funk im Camp und diese die Ranger, damit sie die Wilderer evtl. noch mit den Stoßzähnen erwischen. 

Ich denke, es wird Zeit, wieder viel mehr für Conservation und Naturschutz zu tun.  Das steht bei mir ganz oben auf meiner Agenda. Ich werde noch lange darüber nachdenken und dieses Bild in meinem Kopf haben. Wichtig ist vor allem, dass der Matusadona Nationalpark – der vergessene, aber landschaftlich und tierisch so schöne Park, mehr Gäste bekommt, denn je belebter ein Park ist, desto weniger haben Wilderer eine Chance. Also hier mein Appell: Bitte besuchen Sie den Park! Er hat so vieles zu bieten! 

Am Nachmittag machen wir eine längere Wildbeobachtungsfahrt und kommen zu einer riesigen Büffelherde. Wir beobachten die Tiere ein ganzes Weilchen, bevor wir weiterfahren und neben einem Honigdachs auch viele andere Tiere zu Gesicht bekommen.

Am Abend tischt unser Gastgeber Karl, der übrigens sehr gut deutsch spricht, weil seine Großeltern aus Deutschland kamen, wieder einmal hervorragendes Essen auf und zum Nachtisch gibt es auch noch Erdbeer-Meringue, serviert zusammen mit frischen Erdbeeren und Schlagsahne, einfach lecker….

Der Abschied hier fällt uns schwer, doch erwartet uns unser nächstes Abenteuer.

Per Boot geht es nach Bumi Hills, einer hervorragenden Lodge hoch oben über dem Lake Kariba. Alle sind begeistert, als wir hier unfreiwillig einen Stopp einlegen müssen, weil sich unser Flieger verspätet. Ein großer Swimmingpool, von Palmen umsäumt, öffnet sich mit einem Blick über den See bis zu einer vorgelagerten Insel. Auch von der Bar und der Speiseterrasse immer wieder das gleiche Bild: Busch mit Wasserloch und Blick über den herrlichen Kariba See. Von den festen Chalets mit Balkon hat man ebenfalls eine phantastische und erhabene Aussicht weit über den See. Ein Wellnessbereich bietet Entspannung, doch leider haben wir keine Zeit mehr, denn unser Flieger ist im Anflug und wir machen uns auf den Weg zum Airstrip, vorbei an Elefanten, Impalas und Warzenschweinen.

Dann geht es per ca. 1-stündigem Flug in den Hwange Nationalpark. Unsere Guides erwarten uns bereits und fahren einen gaaanz kleinen Umweg. Hier liegt ein Löwenrudel mit Halbwüchsigen geruhsam im Busch. Was für ein Willkommensgruß. 

Im Camp angekommen sind alle überwältigt von dem recht luxuriösen Somalisa Camp, auf welches wir upgegradet worden sind. Ein großzügiger, offener Loungebereich grenzt an eine große offene Terrasse, die bereits für unser Mittagessen eingedeckt ist. Unterhalb liegt ein Infinity Pool mit Überlauf in einen kleineren Pool, an dem gerade die Elefanten ihren Durst löschen. Immer mehr Tiere kommen aus dem Busch den leichten Abhang zum vorgelagerten Wasserloch hinunter, große und auch kleine Elefanten hängen ihre Rüssel in das kühle Nass. Ich liebe es, wenn die kleinsten Elefanten anfangen zu rennen, sobald sie das Wasser sehen, und die Erwachsenen überholen. Ein echtes Unterhaltungsprogramm während des Essens – da wird das gute Essen leider zur Nebensache. 

Am Nachmittag gehen wir erneut auf Pirsch. Es lohnt sich, denn wir treffen auf das nächste Löwenrudel, dessen Anführer früher wohl Cecil war - der stolze Löwe mit mächtiger Mähne, der bei einer Löwenjagd leider getötet wurde. Das Rudel besteht noch aus Weibchen und einem halbwüchsigen Männchen, das immerhin die guten Gene von Cecil vererbt bekommen hat. Das macht mir aufs Neue deutlich, dass meine Aufgabe, mich mehr und mehr dem Naturschutz zu verschreiben, auf mich wartet, und ich habe auch schon Ideen und Projekte im Kopf.

Am frühen Morgen des Folgetages lernen wir dann auch noch das dritte Löwenrudel in diesem Gebiet kennen. Wir sind gerade auf dem Weg zu einem der vielen Wasserlöcher, als wir den Motor ausmachen und ein leises Knurren hören. 

„Löwen“, sage ich. Unser Guide nickt zustimmend und schaut – wie wir alle – angestrengt durchs Fernglas. Wir sehen sie nicht. Dafür sehen wir eine riesige Büffelherde. Wir beschließen, näher an die Herde heran zu fahren. Und da entdecken wir sie im hohen Gras. Sie haben gerade Beute gemacht, und wir sind höchstens 5 Minuten zu spät, denn die Büffel versuchen noch, das bereits verendete Tier zu retten. Ein junges Büffelkalb ist den Löwinnen zum Opfer gefallen, doch zwei halbwüchsige Löwenmännchen machen sich gerade darüber her. Die Weibchen sind noch außer Atem.

Ein etwas jüngerer Löwe schleicht sich ebenfalls in Richtung Beute, doch der knurrende Halbwüchsige lässt das nicht zu und geht mit lautem Gebrüll auf ihn los. Nach einem kurzen Biss traut sich der arme Kleine nicht mehr heran, aber sicherheitshalber knurrt der Halbwüchsige weiter...  Kaum zu glauben, dass wir das Knurren bis in ca. 1,5 km Entfernung hören konnten. Wir bleiben noch eine ganze Weile dabei und machen uns dann wieder auf den Rückweg. Die Szene ist einfach phantastisch: viele Wasserlöcher, und enorm viele Tiere, wie z.B. Giraffen, Impalas, Warzenschweine, Elefanten, Elefanten, Elefanten, Büffel und andere Tiere kreuzen unseren Weg. So muss der Garten Eden früher ausgesehen haben.

Die Somalisa Konzession hat wirklich so viel zu bieten, und alle sind happy. Am Glücklichsten sind allerdings Ute und Bernd, die noch ein paar Tage in dem Camp bleiben, während wir schon für unseren Rückflug nach Hause in Richtung Victoria Falls aufbrechen. Hier bleiben noch 4 weitere meiner Mitreisenden, die die spektakulären Wasserfälle genießen wollen.

Aber: Ich werde auch bald wieder kommen. Spätestens nächstes Jahr, um erneut eine Gruppe in die spannenden und abwechslungsreichen Gebiete zu führen. 

Simbabwe – ein echtes, unverdorbenes Abenteuer mit unglaublich abwechslungsreichen Landschaften, vielen Tieren und eine Magie, der sich kaum einer entziehen kann...

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