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Selbstfahrerabenteuer Botswana, Simbabwe & Namibia

Selbstfahrerabenteuer Botswana, Simbabwe & Namibia

Ein Roadtrip durch 3 Länder

Mit großer Spannung begab ich mich im Juni 2018 auf ein einzigartiges Selbstfahrerabenteuer durch Botswana, Simbabwe und Namibia. Ich freute mich sehr darauf, mal wieder selbst hinter dem Steuer zu sitzen und vor allem die vielen brandneuen Lodges anzuschauen, die auf meiner Route lagen. Auf mehr als 3.000km durch das südliche Afrika erlebt man doch das ein oder andere Abenteuer und wir sollten nicht enttäuscht werden...

Tag 1: Der Busch hat mich wieder

Es wurde auch langsam wieder Zeit den afrikanischen Busch und seine Atmosphäre zu spüren. Pünktlich und glücklich in Maun gelandet, übernahm ich von unserem Freund Clint unser Fahrzeug. Auf geht es zum Boteti Fluss ins Meno a Kwena... Base Camp.

Nach fast 24 Stunden on the Road habe ich mir erst einmal ein St. Louise verdient (das lokale Bier, das aufgrund seines geringen Alkoholgehaltes auch „Ladies Beer“ genannt wird)... zzziisch und weg war es. Belohnt wurde ich natürlich mit Elis und Zebras... welcome back... und dies ist, glaube ich, mein fünfzehnter Besuch hier im Camp.

 

Tag 2: Eine Lange Fahrt steht bevor

Good Breakfast starts with good people. Ein kräftiges Frühstück und der Tag kann beginnen.
Nur zum Vergnügen sind wir ja nicht hier - Base Camp bedeutet checken und aufrüsten für den Trip. Leider hatten sich Ratten ins Lüftungssystem des Fahrzeuges eingenistet und der Gestank musste erst einmal eingeschränkt werden. Eine sehr aufwendige Arbeit, die auch ein paar Stunden in Anspruch nahm. Soetwas wäre mir mit einem Mietwagen nicht passiert.

Batterien laden und überprüfen und los ging‘s. Trotz der Aufwände war immer Zeit für eine Pause mit Blick auf den Fluss und einen Sundowner.
 

Tag 3: Auf nach Simbabwe

Um 05:30 Uhr ging es los, denn es standen 600km und ein Grenzübergang mit Grenzpapieren für unser Fahrzeug an. Packed Lunch, good bye und Fernlicht an, damit wir nichts auf den Schotterpisten und Sandstrecken übersehen. Es ist Juni und die Sonne geht erst um 06:45 Uhr auf.
Doch nichts ist schöner als in einen Sonnenaufgang Richtung Osten zu fahren. Inmitten des Makgadikgadi Nationalparks ging die Sonne auf und das goldgelbe Licht spiegelte sich in den abertausenden von Grashalmen wieder. Einfach nur schön. 

Aber auch Stoßzahnverkehr von Links und Rechts ist zu beachten. Auf der Strecke Nata bis Pandamatenga treten die grauen Riesen häufig aus dem Nichts auf und es gilt VORSICHT!

Pandamatenga ist ein kleiner Grenzübergang und ich war um 12:00 Uhr der erste Kunde. Pandamatenga ist wesentlich einfacher und überschaubarer als Kazangulu und immer meine erste Wahl. Die Strecke nach Vic-Falls ist hier etwas kürzer und spannender, jedoch auch holpriger. 

Nach 7,5 Stunden vor Sonnenuntergang bin ich dann in Vic-Falls im netten Batonka Guest House angekommen und gönnte mir einen guten Cappuccino. 
 

Tag 4: Die Viktoria Fälle

Nach ein paar Drohnenaufnahmen und einem guten Frühstück mit einem langjährigen Geschäftspartner von uns, ging es auf Erkundungstour. Was ist neu und hat sich verändert? Es ist schon wieder drei Jahre her, dass ich auf der simbabwischen Seite der Fälle gewesen bin. Auf geht’s zum Lookout Café und es lohnte sich. Spektakuläre Aussicht in einem tollen Ambiente.

Man kann von hier in beide Schluchten schauen und dabei einen coolen Drink, Kaffee und Kuchen genießen. Achtung, beim Blick der Bungee Jumper oder Flying Fox Teilnehmer sollte es einem auch nicht schlecht werden! 

Nur 400m entfernt ist auch der Nationalpark und nachdem ich schon einmal da war und die Fälle gut mit Wasser gefüllt waren (eines der Höchststände der letzten Jahre), zahlte ich meine 30USD Eintrittsgebühr und genoss ein Wasserbad in der Gischt des Sambesis. Immer wieder beeindruckend, obwohl ich schon so oft da war!

Die nächste Station war die Old Drift Lodge, die erst vor drei Wochen eröffnet hatte. Ambiente, modern und offen, super Lage direkt am Fluss und nette Leute. Ein toller Mix für Safari und die Viktoria Fälle. Nach einem kurzen Drink ging es weiter durch den Nationalpark zur Victoria Falls River Lodge, in der ich die Nacht verbrachte.

Ein Traum was Lage und Ausstattung angeht. Ich würde es als „Safari Modern“ bezeichnen. Kurz duschen und umziehen und schon ging es auf meine geliebte Zambezi-Sundowner-Fahrt auf dem Wasser. Ein paar Kudus, Giraffen, Elefanten und ein Zambezi Beer - was will man mehr?
 

Tag 5: Bootsfahrt auf dem mächtigen Sambesi

Einen Kaffee bei aufgehender Sonne am Sambesi. Der Tag war noch jung und frisch und so auch das Klima. Der Winter ist in Afrika angekommen, was immer noch angenehme 14 Grad sind, wenn auch mit einer leichten Brise.

Bevor wieder ein langer Transfertag zum Chobe Princess Hausboot anstand, noch eine kleine Massage aus dem Spa, danach Frühstück und auf zum Grenzübergang in Kazangula.

Dieser ist wesentlich belebter als Pandamatenga, allein aufgrund der vielen Tagesgäste, die zwischen dem Chobe Nationalpark und den Viktoriafällen pendeln. Trotz der Anzahl der Personen ging es zügig und ich erreichte noch meinen Transfer zur Chobe Princess, einem Hausboot, auf der namibischen Seite. Hier das gleiche Spiel der Ein- und Ausreise noch einmal innerhalb von zwei Stunden. Da die Chobe Princess bereits gestern schon mit Gästen ausgelaufen war, stand noch eine einstündige High Speed Bootsfahrt bevor! Doch bei solch einer Umgebung und Atmosphäre ist das eine willkommene Abwechslung. 

Die Chobe Princess erreichte ich am späten Nachmittag und ich machte mich gleich daran, mit den Filmaufnahmen zu beginnen. Die Kollegen von MGS Filmproduktion benötigen ein paar Shoots für ihren neuen Namibiafilm, der Ende des Jahres herauskommen wird. So hieß es die Drohne steigen lassen und aufnehmen, was es aufzunehmen gab. 

Tag 6 - 7: Tschüss Sambesi und ab zum Flughafen

Nach einer Nacht auf der Chobe Princess hieß es auch hier wieder, einen tollen Sonnenaufgang bei einer Tasse Kaffee zu genießen. Irgendwie wird das nie langweilig.

Man merkte es an der Luft, dass der Winter angekommen ist und eine Mütze und Fleece um 06:30 Uhr am Morgen notwendig sind.

Es tat sich immer etwas im Wasser oder unterwegs zurück nach Kasane. Elephant Bay ist immer gut für eine Überraschung und so hatten wir Glück, eine Gruppe von Elefanten zu sehen. Außerdem war hier die Brutzeit der Störche im vollen Gange, so konnte man an vielen Stellen die Yellow Billed Storks beobachten, wie sie ihre Nester errichteten.

Es hieß Abschied nehmen von der Chobe Princess und meine Frau in Kasane vom Flughafen abholen, um weiter in Richtung Mudumu Nationalpark in Namibia zu fahren.

Tag 8: Frühstück auf dem Kwando Fluss

Kann es ein schöneres Gefühl geben, als morgens auf einem Boot im Kwando Fluss zwischen Flusspferden und Elefanten zu frühstücken?! 
Wir sind am gestrigen Tag im Bwabwata Nationalpark angekommen und haben uns in der Nambwa Lodge (ca. 14 km im Park) direkt wohl gefühlt.

Ein Highlight der Lodge ist das Frühstück auf dem Boot, während man einige Kilometer den Kwando Fluss entlangfährt. 
Neben dem klassischen afrikanischen Großwild gibt es hier im Caprivi über 600 Vogelarten. 
 

Tag 9 - 10: Enroute Etosha

Es standen uns ca. 800 km bis zum Etosha Nationalpark bevor. Als Zwischenstation hatten wir uns Rundu ausgesucht, das nach ca. 420 km auf halber Wegstrecke liegt. Zwischendurch haben wir uns an den Popa Fällen eine kleine Pause gegönnt und uns die Stromschnellen angeschaut. 

Die Hakusembe River Lodge liegt sehr schön am Ufer des Okavango Flusses gegenüber von Angola. Mit Drohnenaufnahmen und einem kühlen Sundowner beendeten wir den Tag. 

Nach weiteren ca. 420 km erreichten wir die Mushara Lodge. Die ersten 80 km fuhren wir am Okavango Fluss entlang und nahmen im weiteren Verlauf die für uns überraschenderweise neu asphaltierte Straße, die in unserer über 15 Jahre alten Straßenkarte noch als Schotterstraße eingezeichnet war. 

Aufgrund der guten Straße waren wir bereits um 14:00 Uhr in der sehr schönen Mushara Lodge und haben uns auch das Mushara Bush Camp und das Mushara Outpost angesehen. 
 

Tag 11: Einmal quer durch den Etosha Nationalpark

Obwohl wir schon einige Male im Etosha Nationalpark waren, sind wir wieder einmal beeindruckt von seiner Artenvielfalt. An den Wasserlöchern sahen wir viele Zebras, Springböcke, Giraffen und Elefanten. 

Aufgrund der Abkürzungen und gering befahrenen Wege zum Etosha benötigten wir erst einmal Diesel! In Namutoni hatte es zwar genügend davon gegeben, doch ist die Zapfsäule aufgrund des kühlen Wetters erst ab ca. 09:30 Uhr oder später einsatzbereit. Wir hatten noch für ca. 100km Diesel und Halali ist 75km entfernt. No risk no fun, da wir keine Stunde herumsitzen wollten und der Tag noch lange genug sein würde. Auf den letzten Tropfen kamen wir im Halali Rastlager an, wo es Diesel gab und die Pumpe funktionierte. Im Okaukujejo Rastlager gönnten wir uns ein leckeres Eis und genossen die Show am berühmten Wasserloch!

Nach fünf Stunden waren wir durch den Etosha durch und nach weiteren ca. 70km Fahrt kamen wir im Safarihoek (Etosha Heights) an - traumhafte Lage und Aussicht.
 

Tag 12: Man sollte Nashörner nicht bei der Paarung stören

Warum nicht mal wieder von einem Spitzmaulnashorn angegriffen werden!?
Unser Guide hatte wohl die Lage verkannt und einen Nashornbullen bei der Paarung gestört. Der fand das nicht so klasse und hat uns gleich mal gezeigt, wo der Ausgang war! Die Kurve nahmen wir dann gerade noch so ohne Blechblessuren.

Am Abend gab es dann noch eine Begegnung mit ET. Vogeldame Strauß stattete uns einen Besuch beim Sundowner ab. Die junge Straußendame untersuchte so ziemlich alles, was glänzte.
 

Tag 13: Unendliche Straßen und eine Elefantenherde

Nun sollte es noch einmal einen langen Fahrtag ins Kaokoveld geben. Khowarib war das Ziel. Staub und lange Pisten umsäumten das Tagesprogramm.

Doch unverhofft kommt oft und so bat sich kurz vor dem Gansberg Pass ein schönes Elefantenschauspiel. Eine Gruppe von 9 Elefanten weidete vor sich hin und wir beschlossen unseren späten Lunchbreak hier abzuhalten.

In der Khowarib Lodge, das übrigens sehr schön gelegen ist, trafen wir auf das MGS Filmteam aus München, die wir die nächsten beiden Tage begleiteten.
 

Tag 14 -15: Auf der Spur der Wüstentiere

Am Morgen brachen wir früh auf und erledigten einige Dreharbeiten bei Passüberfahrten und auf der Giribes Fläche.
Am frühen Nachmittag gelangen wir dann zum neuen, am 01. Juni 2018, eröffneten Hoanib Valley Camp. Traumhafte Lage oberhalb des Hoanib Flusses.

Die nächsten beiden Tage bestanden darin, Wildbeobachtungsfahrten zu unternehmen und Wüstenelefanten, Giraffen und viele andere Säugetiere im Flussbett zu beobachten.

Aus Versehen fuhren wir fast über ein Namaqua Chamäleon drüber. Doch der kleine Kerl kam mit Schrecken und Leben davon. Wir waren natürlich auch froh!
 

Tag 16: Willkommen am Ende der Welt!

Wir verabschiedeten uns von dem Filmteam und flogen von Sesfontain in Richtung Skeleton Coast Park, zur ebenfalls am 1. Juni 2018 eröffneten Shipwreck Lodge.

Aufgrund von Nebel mussten wir am Hoanib Airstrip zwischenlanden.

Der Zwischenstopp im Hoanib Skeleton Coast Camp gab uns die Möglichkeit zur Site Inspection und wir genossen die Aussicht vom Camp auf das hauseigene Wasserloch mit ein paar Springböcken.

Nach anderthalb  Stunden ging es dann mit Scenic Air weiter zur Skelettküste. Noch einen kleinen Sightseeingflug über die einmalige und immer wieder zwischen Berge, Flussebenen und Wüste wechselnde Landschaft. Einfach atemberaubend. Ich würde jedem solch einen Überflug empfehlen.

Bei Ankunft in Moewe Bay erwartete uns neben der Flasche Champagner auch der intensive Geruch von Guano Dünger der dort lebenden Seehunde. Es ist einfach klasse, ihnen beim Laufen und Schwimmen zuzuschauen.

Das letzte Highlight des Tages war dann die neu eröffnete Shipwreck Lodge. Selten hat mich eine Unterkunft so begeistert. Die Lage, am Ende der Welt, mit seiner rauen und schier verlassenen Küste. Architektur und Details überraschen an jeder Stelle; vom Essen gar nicht erst zu sprechen. Frische Säfte und hervorragend angerichtete Speisen taten ihr Übriges, um sich hier wohl zu fühlen.
Ein kleiner Kaminofen machte es im Schiffswrack (Chalet) dann sehr gemütlich und rundete den erlebnisreichen Tag ab.

Tag 17: Abenteuertag auf den Dünen der Namib

Action pur!
Dünenfahrten, Sonnenaufgang, „Dune Bashing“ (das Überfahren von steilen Dünen mit dem Auto) und der Besuch der Clay Castle standen auf dem Programm.
Natürlich auch etwas Drohne in den Schluchten und ein tolles Lunch in mitten dieser einmaligen Kulisse.
 

Tag 18: Auf zum neuen Malansrus Tented Camp

Wir machten uns auf den Rückweg nach Swakopmund, wo wir für die nächsten Monate auch unser Fahrzeug stehen lassen. Wie sollte es auch anders sein, mit kleinen Überraschungen in Afrika ist immer zu rechnen! Nachdem wir in Sesfontain wieder gelandet sind, war der erwartete Transfer zu Fort Sesfontain, wo wir unser Auto stehen hatten, nicht da. Upps...
Trotz aller Versuche jemanden zu erreichen, hatten wir keinen Erfolg.

Der Pilot mit weiteren Gästen an Bord ist angewiesen solange zu warten, bis ein sicheres Vorankommen der aussteigenden Gäste gewährleistet ist. Was tun?
Kurzerhand entschied ich mich dafür, die 5km zum Fort Sesfontein zu Fuß zu laufen, um unser Fahrzeug zu holen und ein Fortsetzen unserer Reise in Richtung Süden zu gewährleisten.

Ein Tag voller Herausforderungen, da wir nach 270 km und schon einbrechender Dunkelheit noch das Malansrus finden sollten, was sich aufgrund fehlender Beschilderung etwas schwierig gestaltete. Nachdem wir nun zweimal an der angeblichen Stelle vorbeifuhren, beschloss ich die Notfallnummer zu wählen. Loyd stand wenige Minuten später mit Festbeleuchtung an der Einfahrt und brachte uns sicher in das nahegelegene Camp.
 

Tag 19: Namibia, we will be back!

Am letzten Tag der Reise wurden wir noch einmal positiv überrascht… gegen Ende unserer Reise besuchten wir noch kurz das Ozondjou Trails Camp. Dieses liegt am Ugab Flussbett, welches die Wüstenelefanten magisch anzieht.

Nachdem ich unser Fahrzeug bei Freunden sicher verstaut hatte, verschlug es mir fast die Sprache, als ich von unserem Chalet aus dem Fenster schaute... Dünen und Sonnenuntergang.
Namibia, we will be back!

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