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Reise durch den ursprünglichen Norden Madagaskars

Reise durch den ursprünglichen Norden Madagaskars

Renate Spanner berichtet

Tag 1.

Hallo liebe Afrikafreunde,

statt Büroalltag den Norden Madagaskars erkunden- eine verlockende Vorstellung, die für mich und meinen Mann Realität geworden ist: Nach einem angenehmen Flug mit Air France über Paris, spätabends Ankunft am Flughafen von Madagaskar, Erledigung der Einreiseformalitäten, Fahrt zum Hotel Palissandre Royal. Den fantastischen Blick über die auf mehreren Hügeln erbaute Stadt nehmen wir erst am nächsten Morgen wahr.

Tag 2:

Mit einem ortskundigen Führer machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Ambohimanga, den einstigen Sitz der Könige und heutiges UNESCO-Weltkulturerbe. Bei einer Führung durch die Palastanlage bekommen wir Einblicke in das damalige Hofleben, doch auch noch heute ist es für die sehr gläubige einheimische Bevölkerung ein mystischer Ort, diese Stimmung ist auch für uns spürbar.

Auf der Rückfahrt machen wir einen Stopp am Rova-Palast, von wo aus wir einen fantastischen Blick über Antananarivo haben. Nach einer anschließenden Citytour kehren wir am Abend voll neuer Eindrücke zurück ins Hotel.

Tag 3:

Früh morgens Flug in den Norden, nach Antsiranana (Diego-Suarez), wo wir bereits von unserem Guide/Fahrer  Patrick erwartet werden. Auf dem Weg zum Hotel bekommen wir während des Besuchs des Marktes bereits Einblicke in das Leben der einheimischen Bevölkerung, ein buntes Gemisch aus Menschen afrikanischer, indonesischer und arabischer Abstammung. Zu Fuß erkunden wir am Nachmittag das Kolonialviertel, die teilweise verfallenen Gebäude aus der französischen Kolonialzeit vermitteln noch den Charme vergangener Zeiten.

Das Abendessen genießen wir mit Blick auf den Indischen Ozean auf der Restaurant-Terrasse unserer Unterkunft, dem Allamanda Hotel, während wir den spektakulären Sonnenuntergang über dem Meer genießen.

Tag 4:

Endlich, die Entdeckungstour zu den Highlights des Nordens startet. Hier werden wir Europäer schnell entschleunigt: aufgrund des teilweise nicht mehr vorhandenen Asphalts beträgt unsere Reisegeschwindigkeit in den kommenden Tagen durchschnittlich 20 km/h. 

Spektakuläre Landschaften und Szenen des Dorflebens ziehen an uns vorbei, wir besuchen Märkte – unvergessliche Erlebnisse.

Schließlich das absolute Highlight des Tages: nach einer Offroadfahrt von ca. 20 km und einer kurzen Wanderung stehen wir staunend im Tal der Red Tsingys – bizarre Felsnadeln, welche in intensivem Rot leuchten, geben dieser Landschaft einen besonderen Charakter.

Danach Fahrt zur Ankarana Lodge, nahe des Ankarana Nationalparks gelegen.

Tag 5:

Heute sollen wir zum ersten Mal die wohl berühmtesten Einwohner Madagaskars kennen lernen: Lemuren.

Dieser Tag hält aber noch weitere Highlights für uns bereit: die bizarre, märchenhafte Landschaft der Tsingys (spitzige Kalksteinnadeln), in Baumhöhlen sitzende Wieselmaki (auch eine Lemurenart), zahlreiche endemische Amphibien und Reptilien, Höhle der Fledermäuse, vielfältige Fauna und Flora.

Tag 6:

Weiterfahrt nach Joffreville, wo sich unsere nächste Unterkunft, das alte Herrenhaus „Le Domaine de Fontenay“ befindet. Während einer Nachtexkursion mit einem Führer durch den Dschungel lernen wir unzählige seiner Bewohner kennen: Lemuren, mehrere Chamäleonarten und Geckos, sogar eine Baumboa präsentiert sich uns schlafend auf einem Ast. Nachts im Urwald: ein unbeschreibliches Erlebnis!

Tag 7:

Wir fahren zurück nach Diego-Suarez. Unterwegs erkunden wir den nächsten Nationalpark: Montagne d’Ambre, ein einzigartiger Regenwald mit hohen Wasserfällen und einsamen Seen. Endemische Orchideenarten, Lemuren, das kleinste Chamäleon der Welt und der King of Camouflage (ein Blattschwanzgecko) – ein Tarnkünstler der seinesgleichen sucht - sind hier beheimatet. Ohne Patrick hätten wir diese einzigartigen Wesen sicherlich nicht entdeckt. Possierliche Ringelschwanzmungos sorgen dann noch für Unterhaltung beim Picknick-Lunch.

Weitere drei Nächte verbringen wir im Allamanda Hotel in Diego Suarez.

Tag 8:

Entlang der Küste fahren wir Richtung Osten, bestaunen den Zuckerhut Madagaskars und riesige Baobab Bäume bei den Montagne des Francais. Fantastisch die anschließende Wanderung entlang der „Trois Baies“ (Drei Buchten). Wunderschöne Buchten mit weißem Sand, Meeresschildkröten, deren Körper  aus den Wellenkämmen auftauchen, verschlungene Pfade durch karge Vegetation mit einzigartigen Vogelbeobachtungen – spätestens jetzt lassen wir die Hektik des europäischen Alltags hinter uns.

Tag 9:

Ein Tag auf bzw. am Meer. Mit einem Fischerboot geht es mit gesetzten Segeln auf dem glasklaren türkisblauen Meer zur Insel Nosy Suarez. Wir legen am schneeweißen Strand an und fühlen uns sofort wie Robinson Crusoe. Die Schiffsmannschaft fährt nochmals aufs Meer und kehrt bald mit einer reichen Beute tropischer, bunter Fische zurück - unser heutiges Mittagessen.

Schnorcheln, Schwimmen, sich von den mit zur Insel gefahrenen Mädchen am Strand massieren lassen, frisch gegrillter Fisch  – ein Urlaubstag wie aus dem Bilderbuch. 
Die Rückfahrt am Nachmittag gestaltet sich aufgrund des inzwischen aufgekommenen Windes recht abenteuerlich, doch fühlen wir uns mit unserem Skipper und seiner Crew sehr sicher und in guten Händen. 

Am Abend genießen wir nochmals einen letzten, beinahe kitschig schönen Sonnenuntergang am Meer.

Tag 10:

Rückflug nach Antananarivo. Den restlichen Tag verbringen wir ganz entspannt im Au Bois Vert, bevor wir nach dem Abendessen zum Flughafen gebracht werden.

Au revoir Madagaskar - wir sehen uns ganz bestimmt wieder…

Fazit dieser Reise: der Norden Madagaskars ist ein fast noch unentdecktes Reiseziel mit vielfältigen Landschaften und einzigartiger Tierwelt. Reisende, welche etwas Flexibilität mitbringen, erwartet ein noch unberührtes Paradies. 

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