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On the road again...

On the road again...

Die Wüstenwelten Namibias

„Katze, Katze … Katze!“ schreit Claudia mir entgegen, als wir den ersten Leoparden im Kgalagadi Transfrontierpark entdeckten.

Mitten in der wunderschönen Kalahari liegt der Kgalagadi Transfrontierpark, welcher 1999 durch die Vereinigung des ehemaligen südafrikanischen Kalahari Gemsbok Park und des in Botswana angrenzenden Gemsbok Nationalpark gegründet wurde.

Der 3-Länder Park (Südafrika, Namibia, Botswana) umfasst ca. 38.000km² und ist ein hervorragender Nationalpark, um Tiere in dem roten Sand der Kalahariwüste zu entdecken. Wir sind gespannt…

Nach nur einem Tag in der namibischen Kalahari reisten wir in Mata Mata aus, um in den südafrikanischen Teil des Transfrontier Parks einzureisen. Bei der Einreise verlieren wir im Handumdrehen, eine Stunde unserer kostbaren Zeit – denn anders als in Namibia, ändert sich die Uhrzeit in Südafrika nicht in der Winterzeit.

Nachdem wir im Mata Mata Restcamp unser schönes Riverfront-Chalet im Mata bezogen haben, beschließen wir, eine kurze Wildbeobachtungsfahrt im Park zu unternehmen. Kurz nach dem Eingangstor erstreckt sich vor uns die unbeschreibliche Landschaft des Kgalagadi. Tief rote Sanddünen – durchzogen von Bushman Talgras und schattenspenden Kameldornbäumen – wechseln sich ab mit trockenen, grünbewachsenen Flussbetten und Seitenarmen des Nossob und Auob Riviers.

Wir folgen der Schotterpiste tiefer in den Park, plötzlich teilt sich die Straße, wir entscheiden uns für den Weg, welcher uns in das Trockenflussbett führt. Hinter einem hohen Kameldornbaum ragt ein Kopf hervor, direkt vor uns knabbert eine Giraffe genüsslich an den saftigen Blättern. Wir fahren langsamer und genießen den Ausblick, nach einigen Metern kein Vorankommen mehr. Eine Giraffenfamilie versperrt uns den Weg… In einem sehr gemächlichen Tempo überqueren sie die Straße.

Nach gefühlt hundert Fotos der ersten Giraffen, führt uns unser Weg tiefer in den Park hinein. Die Straße führt meist entlang des Trockenflussbettes, einige Wege führen hinauf auf eine Düne, wobei man atemberaubende Ausblicke genießen kann oder tiefer in das Flussbett fährt, um näher an die Wasserlöcher zu kommen.

etzt im Juni erleben wir noch die Nachwirkungen der Regenzeit (November - Mai), die Bäume leuchten in einem satten Grün, lediglich das Bushman Talgras ist mittlerweile ergraut, und uns wird bewusst, dass der Winter naht. Hier im Park sind die Antilopen mit großen Springbockherden, Kudus, Oryxen sowie Elenantilopen vertreten, welche wir alle bereits bei unserem ersten Besuch beobachten können.

Mit der langsam untergehenden Sonne verlassen wir den Park, denn bis Sonnenuntergang müssen wir wieder im staatlichen Rastlager sein. Den tiefroten Sonnenuntergang genießen wir von unserer Terrasse aus am Wasserloch stillen zwei Schakale ihren Durst und direkt vor uns genießen ein paar Erdhörnchen ihr Abendessen.

Früh am Morgen machen wir uns auf in den Park, um die aktiven Wildtiere zu erleben. Kurz nach der Einfahrt schleicht links von uns etwas durch das hohe Gras.

Plötzlich stehen sie vor uns: zwei Geparde auf ihrer morgendlichen Pirsch nach einem schmackhaften Frühstück. Langsam bewegen sie sich, sich immer wieder nach den wartenden Fahrzeugen umsehend, vorwärts. Ein letzter Blick und schon sind sie über den Dünenkamm verschwunden.

Unsere heutige Pirschfahrt führt uns zum Kamqua Picknick Place, wo uns bereits unser Transfer zur !Xaus Lodge erwartet. Unser Fahrzeug hinterlassen wir auf einem abgeschlossenen Parkplatz und fahren im offenen Safarifahrzeug ca. 30 Kilometer bis zur Lodge.

Der Weg führt uns durch Tiefsand und 94 Dünen bis an eine herzförmige Tonpfanne, an deren Rande die schöne !Xaus Lodge erbaut wurde. Am späten Nachmittag begeben wir uns auf eine erlebnisreiche Sundownerfahrt. Hierbei lernen wir nicht nur die rot-orange Dünenlandschaft kennen, sondern erspähen auch Springböcke, Oryxe und Mangusten.

Nach einem liebevoll zubereiteten Dinner beschließen wir unseren Tag mit einem sehr kalten und windigen, jedoch auch informativen Night-Drive. Eingepackt in warme Decken – es wird nachts doch schon richtig frisch - erleben wir die nachtaktiven Tiere, wie z.B. den selten zu sehenden Erdwolf und natürlich Streifenschakale. In dieser Nacht freuen wir uns mehr denn je über die Wärmflaschen in unseren Betten und unseren gasbeheizten Ofen, den wir liebevoll „Dieter the heater“ getauft haben.

Unser Morgen beginnt zeitig mit einem Morning-Walk. Da unser Handy sich nachts automatisch auf südafrikanische Zeit umgestellt hat, haben wir sogar eine zusätzliche Stunde Zeit, um uns von unserem mollig warmen Chalet aus in aller Ruhe den wunderschönen Sonnenaufgang über der herzförmigen Tonpfanne der !Xaus Lodge anzusehen.

Mit der aufgehenden Sonne erklimmen wir die Dünen und lernen einiges über die Fauna und Flora, sowie deren Verwendung in der traditionellen Medizin der Buschmänner. Nach einem leckeren Frühstück und dem Transfer zurück zu unserem Fahrzeug begeben wir uns wieder auf unsere eigene Pirschfahrt durch den Park.

Wir genießen den sonnigen Tag und erwarten in der Mittagssonne kaum Tiere, da diese normalerweise eher in den kühlen Morgen- und Abendstunden aktiv sind. Eine Bewegung im hohen Gras, ein lautes „Katze, Katze…Katze!“, eine Vollbremsung … uns beiden stockt der Atem… eine Leoparden-Dame spaziert grazil die Dünenwand hinab und bahnt sich ihren Weg durch das Trockenflussbett in Richtung unseres Wagens.

Sie ist nur einige Meter von uns entfernt, wir sind weit und breit das einzige Fahrzeug – ein wahrhaft einzigartiger Moment. Sie kommt immer näher, ihr Fell schimmert in der Mittagssonne, das wunderschöne Muster zieht einen förmlich in seinen Bann.

Am Straßenrand angekommen – ein kurzer Blick rechts, links und wieder rechts, Vorsicht ist im Straßenverkehr geboten  – überquert Sie die Schotterpiste und verschwindet schon bald hinter der nächsten Düne… Motor wieder an und weiter geht’s. Doch nicht sehr weit, einige hundert Meter weiter, versperrt uns eine riesige Springbockherde den Weg. Einige von ihnen spazieren über die Straße, andere grasen am Wegesrand.

Bei Claudias letztem Besuch in Namibia erzählte ihr jeder Guide, das männliche Strauße in der Paarungszeit rote „Schienbeine“ bekommen. Sie glaubte nicht daran und befürchtete, sie wollten sie nur auf den Arm nehmen. Jetzt im Juni hat sich dieses „Gerücht“ bewahrheitet: die männlichen Strauße hatten feuerrote Beine und folgten ihren Weibchen auf Schritt und Tritt.

Bei jedem, von Claudias Besuchen blieb ihr bisher leider eine Tierart verwehrt. Beim letzten Besuch waren es die Wüstenelefanten, nun sind es die Löwen.

Wir freuten uns riesig, den Kgalagadi besuchen zu dürfen, der ja insbesondere für seine Löwen bekannt ist. In vier Tagen Pirschfahrt - kreuz und quer, hoch und runter - sahen wir viele Tatzen im Sand und hörten von anderen Gästen Geschichten über ihre Löwensichtungen. Wir waren aber wohl immer zur falschen Zeit am falschen Ort, denn Löwen sahen wir bei diesem Besuch leider nicht…

Auf unserer Rückfahrt nach Mata Mata werden wir aber noch einmal belohnt. Neben sehr vielen Antilopen sehen wir an die 30 Giraffen, welche gemeinsam im Flussbett nach Nahrung suchen. Von klein bis groß... jung bis alt ist alles dabei. Fasziniert beobachten wir sie mehr als eine Stunde lang.

Auch vier Tüpfelhyänen kreuzen unseren Weg. Oftmals als eine der hässlichsten Tierarten betitelt, erleben wir sie anmutig am Dünenhang – eine Hyäne mit ihren drei Jungen auf der Suche nach Essbarem.

Wir reisen wieder nach Namibia ein und verbringen die nächste Nacht unweit des Parks in einer schönen Lodge. Am nächsten Morgen erhalten wir unsere Stunde zurück, welche wir bei Einfahrt in den Park abgeben mussten.

Die Fahrt entlang der C15 gleicht einer Achterbahnfahrt. Über etliche Dünen geht es ca. 30 km permanent hoch und wieder runter und wieder hoch usw…

Am Ende erwartet uns der berühmte Köcherbaum-Wald. Nach einer Stunde Aufenthalt haben wir genug schöne Fotos im Gepäck und fahren weiter zum Fish River Canyon. Schon von weitem lässt sich der zweitgrößte Canyon erahnen… am Horizont bricht die Landschaft bereits ab.

Nach der langen Fahrt nutzen wir den angebotenen Hiking-Trail rund um die wunderschön in die Felslandschaft eingepasste Canon Lodge, um uns die Beine zu vertreten. In dem kleinen Gebirge führt er uns hoch hinauf. Oben angekommen genießen wir einen atemberaubenden Blick über die weiten Ebenen.

Am nächsten Tag stehen wir an der Abbruchkante des Fish River Canyons. Vor uns erstreckt sich eine gewaltige Schlucht...das Bild ist geprägt von verschiedenen Gesteinsschichten, einer unglaublichen Weite und dieser unbeschreiblichen Stille.

Im Canyon findet sich auch ein kleines Überbleibsel der Regenzeit, ein kleines Rinnsal: der Fish River. Wir genießen einen wirklich atemberaubenden Ausblick … ein wahrhaftes Postkartenmotiv!

Unweit des Canyons findet man die heißen Quellen von Ai-Ais. Die Warmwasserpools kann man in den Wintermonaten besonders genießen.

Der kleine Ort Aus ist den meisten Reisenden nicht bekannt, nur ca. 125 km westlich von Lüderitz liegt er jedoch perfekt für Ausflüge in diesen kleinen Fischerort. Ein perfekter Startpunkt nach Lüderitz in das Diamantensperrgebiet, wie auch in die Geisterstadt Kolmanskop

 Aus bietet zwei sehr charmante Unterkünfte direkt am Fuße des Aus Gebirges sowie mehrere Hiking-Trails – von Anfänger bis Fortgeschritten – um das kleine Gebirge zu erkunden. Als erfahrene Wanderer (lach) entscheiden wir uns für den Weg für Fortgeschrittene.

Nach einem seichten Anfang finden wir uns schnaufend am Gipfel wieder… oben angekommen werden wir von einem faszinierenden Ausblick belohnt. Beim Abstieg verstehen wir auch endlich die Betitelung „advanced hiking trail“:  durch unwegsames Geröll und einen sehr schmalen Pfad bahnen wir uns unseren Weg nach unten.

Praktischerweise endet der Weg kurz vor unserem Chalet, so können wir uns auf unserer Terrasse von den Strapazen erholen – doch allein für den tollen Ausblick hat sich die Anstrengung allemal gelohnt.

Die nächsten Tage begeben wir uns auf Seelensafari. Wir verbringen eine Nacht in der Namtib Desert Lodge, welche direkt an der „Traumstraße Namibias“ am Fuße einer kleinen Bergkette liegt.

Mit nur 5 Chalets bietet sie jedem Gast viel Privatsphäre. Mit vielen kleinen Details ist die liebevoll eingerichtete Farm das perfekte Ambiente zum Entspannen. Beim Abendessen am „Familientisch“ erfahren wir vieles über die Entstehung der Farm von den Besitzern selbst und bekommen einen schönen Einblick in das typisch namibische Farmleben.

Von den Tirasbergen geht es weiter in das Namib Rand Nature Reserve, in die traumhaft schöne Wolwedans Dune Lodge. Wer das Wüstenmeer der Namib Wüste rund um das Sossusvlei kennt, wird hier von einer ganz neuen Wüstenwelt überrascht. Das Panorama besticht durch bewachsene, flache, rot-orange Dünen. Bei unserer Panoramafahrt genießen wir die Stille dieses wunderschön sonnigen Tages. Wir begegnen einigen Antilopen und Zebras, lauschen dem Wind und genießen die unendlichen Weiten der Dünenwelt. Völlig entspannt genießen wir den Sonnenuntergang beim obligatorischen Sundowner.

Früh am nächsten Morgen verlassen wir nach einem weiteren vorzüglichen Frühstück das wirklich einzigartig schöne Wolwedansgebiet und nehmen  Abschied von unserem erstklassigen Guide Lucas, der uns nicht nur das weiträumige Gelände des Namib Rand Nature Reserve zeigte und uns an seinem enormen Wissensschatz über diese Region teilhaben ließ, sondern außerdem bereits vorab prophezeite, dass Deutschland dieses Jahr definitiv Fußball-Weltmeister wird. 

Weiter fahren wir zum nur rund 30 Kilometer entfernten Kulala Wilderness Reserve, welches mit seinen rund 37.000 Hektar direkt an den Namib Naukluft Park grenzt und die beiden erstklassigen Wilderness-Unterkünfte Kulala Desert Lodge und das luxuriöse Pendant Little Kulala beherbergt.

In der Kulala Desert Lodge angekommen, wird uns ganz nach Wildernessmanier ein herzlicher Empfang bereitet. Neben umfangreichen Informationen zu den möglichen Aktivitäten vor Ort, erhalten wir noch vor unserm Einzug in unser sehr schönes Chalet, einen frischgebrühten Kaffee serviert, den wir anschließend in der Sonne genießen. 

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht, denn direkt im Anschluss geht es los zu einer Beobachtunsfahrt durch das spannende Kulala Schutzgebiet, welche mit einem der atemberaubendsten Sonnenuntergänge endet, den wir jemals gesehen haben. Nach einem vorzüglichen Dinner fallen wir erschöpft aber rundum zufrieden in unser großes gemütliches Bett.

Sehr früh am nächsten Morgen verlassen wir unsere Unterkunft und begeben uns im ersten Sonnenlicht in Richtung des Namib Naukluft Parks mit den berühmten und mit rund 300m höchsten und ältesten Dünen der Welt.

Von dem eigenen Eingangstor des Kulala Reserves profitierend, sparen wir wichtige Minuten und kommen so pünktlich zum Sonnenaufgang über den Dünen im Park an. Das facettenreiche Lichtspiel der aufgehenden Sonne über den Dünen ist neben der unerwartet kühlen und sehr windigen Besteigung der Düne 7, der ausgiebigen Besichtigung des Dead Vleis und dem anschließenden wohlverdienten Picknick unter den schattenspendenden Bäumen im Sossusvlei sicherlich eine der beeindruckendsten Erfahrungen dieser Reise.

Frisch gestärkt beschließen wir vor der Nachmittagstour in den Sesriem Canyon noch eine kurze Quadbike-Rallye durch das Kulala Gebiet zur benachbarten Schwesterunterkunft, dem exklusiven Little Kulala zu unternehmen.

Diese exquisite Unterkunft besticht nicht nur durch die hellen Farben und die sehr großzügig gestalteten Chalets mit eigenem Planschpool, sondern bietet außerdem die einzigartige Möglichkeit, eine Nacht im stilvollen, privaten Matratzenlager direkt auf dem Dach des Luxus-Chalets unter dem atemberaubenden Sternenhimmel der Namibwüste zu verbringen. Eine einzigartige Erfahrung, die jeder Reise eine weitere unvergessliche und wundervolle Erinnerung beschert…

Über abenteuerliche Passstraßen geht es anschließend weiter in Richtung Atlantikküste zum altdeutschen Küstenstädtchen Swakopmund. Hier legen wir eine kurze Verschnaufpause auf dem Weg ins landschaftlich einzigartige Damaraland ein.

Nach einer ausgiebigen Shoppingtour - auf der Suche nach einem besonderem  Andenken an Nambia - und dem unvermeidlichen Besuch eines der zahlreichen erstklassigen Cafés sowie einem ausgiebigen Abendspaziergang entlang des Jetty und der Promenade fallen wir erschöpft aber glücklich in unser superweiches Bett im modern und maritim gestalteten Swakopmund Guesthouse. Von hier aus setzen wir am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstück unsere Reise über die Brandbergregion fort. Zahlreichen Himbafamilien bieten hier am Straßenrand ihre Kunstwerke dar.

Letztlich erreichen wir das für seine trockenen Flussbetten und die darin lebenden Wüstenelefanten bekannte Damaraland und das dort schön gelegene Doro Nawas Camp

Nach dem Bezug unseres in dunklen Erdtönen gestalteten Bungalows und einer kurzen Kaffeepause fahren wir mit dem erfahrenen Guide und dem Fahrzeug des Camps voller Hoffnung in die weitverzweigten, trockenen Flussbette des Aba-Huabs und des Huabs.

Während wir noch die atemberaubende Landschaft bestaunen, wird das Fahrzeug auf einmal langsamer. Verdutzt richten wir unseren Blick gebannt nach vorne und sehen eine kleine Herde Wüstenelefanten seelenruhig unter einer Baumgruppe stehen und fressen.

Während wir fleißig Fotos schießen und Claudia ganz außer sich ist, nun doch endlich einmal die Wüstenelefanten zu Gesicht zu bekommen, gesellen sich weitere fünf Elefanten inklusive zweier noch recht kleiner Jungtiere zu der Gruppe. Schweigend betrachten wir die riesigen Tiere beim Fressen und genießen diesen einzigartigen Augenblick.

Nach einiger Zeit fahren wir auf einen benachbarten Hügel, auf dem wir unseren Sundownerdrink mit traumhaftem Ausblick auf die gemächliche Gruppe der Wüstenelefanten genießen. Ein vollkommener Augenblick, den wir so schnell nicht vergessen werden.

Um diesen Abend perfekt zu beenden begegnet uns auf der Rückfahrt zum Doro Nawas Camp eine weitere 15-köpfige Gruppe Wüstenelefanten, die sich zum Trinken an der Wasserstelle unweit des Camps versammelt haben.

Die Krönung dieses tollen Tages im Damaraland bietet das anschließende Rooftop- Barbecue unter einem sternenklaren, namibischen Himmel, welches keine Wünsche offen lässt. Auf die ebenfalls tolle Gelegenheit, eine Nacht unter freiem Himmel zu verbringen, in dem wir das Bett in unserem Bungalow einfach auf die Terrasse herausrollen, verzichten wir in Anbetracht der kühlen Temperaturen jedoch gerne.

Von den traumhaften Eindrücken des Vortags noch ganz benommen, fahren wir am nächsten Morgen nach Twyfelfontein, um dort die teilweise schon Jahrtausende alten Felsgravuren der frühen Buschmänner zu bewundern.

Vorbei am Tal der Orgelpfeifen und dem verbrannten Berg geht es weiter ins Damara Living Museum, welches sehr anschaulich die traditionelle Lebensweise des dort ansässigen Damarastammes in Szene setzt. Hier ist man nicht nur stiller Gast und Beobachter, sondern kann aktiv an den alltäglichen Ritualen und Traditionen des Stammes teilnehmen.

Das Highlight unseres Besuches ist der freudige Tanz, der uns zu Ehren aufgeführt wird. Leider können wir aber nicht länger verweilen, sondern setzen unsere Reise tiefer ins Damaraland zum traumhaft schönen, in die weite Landschaft des Damaralandes eingebetteten Damaraland Camps fort.

Nach einem 45-minütigen Transfer erreichen wir das aus insgesamt zehn reetgedeckten Zelt-Chalets bestehende Damaraland Camp, welches, neben einer schönen Lage inmitten eines großen Tals und umgeben von sanften Hügelketten, vor allem durch sein unglaublich freundliches, aufgeschlossenes und zuvorkommendes Personal besticht. 

Hier unternehmen wir nicht nur spannende Wildbeobachtungstouren und Wanderungen durch die atemberaubende Landschaft, sondern werden auch mit kulinarischen Köstlichkeiten, die direkt vor unseren Augen frisch zubereitet werden, verwöhnt.

Das absolute Highlight unseres Aufenthaltes im Damaraland Camp ist aber, dass uns ungefragt die Möglichkeit geboten wird, das abends stattfindende WM-Spiel Deutschland gegen Ghana gemeinsam mit der halben Belegschaft des Camps zu verfolgen und wir schon an diesem Abend, wenn auch etwas verfrüht, als neue Weltmeister gefeiert werden. Diese namibische Gastfreundschaft in Reinkultur wird uns sicherlich noch lange in sehr positiver Erinnerung bleiben.

Viel zu schnell neigt sich unsere Reise schon dem Ende zu und wir müssen siegestrunken vom Deutschlandsieg des Vorabends das sympathischste Camp unserer Reise verlassen.

Zum Abschied bekommen wir sogar ein hauseigenes Ständchen gesungen, dessen fröhliche Melodie uns auf unserer Weiterfahrt vorbei an der einzigartigen Felsformation der Vingerklippe, sowie durch das kleine Örtchen Outjo und durch Otjiwarongo schließlich bis in die ungewohnt grüne Region des Waterbergplateaus zum Okonjima Bush Camp, dem Sitz der Africat Stiftung, begleitet. Diese Non-Profit Organisation hat sich dem Schutz und Erhalt der großen Raubkatzen Namibias den Leoparden und Geparden verschrieben.

Nachdem wir unser Rondavel-Busch Chalet mit privater Veranda bezogen und einen kurzen, aber sehr guten Kaffee genossen haben, geht es für uns auch schon zum Leopardentracking. Ein wirklich einmaliges Erlebnis, bei dem man nicht nur das 22.000 ha große Wildschutzgebiet intensiv kennenlernt, sondern auch die majestätischen Raubkatzen aus unmittelbarer Nähe sehen und erleben kann. 

Diese besonderen Eindrücke werden durch einen wunderschönen Sundowner inmitten des Okonjima Geländes und ein wunderbares letztes namibisches Festmahl abgerundet.

Am viel zu schnell eingetroffenen Abreisetag begeben wir uns noch vor dem Frühstück zu Fuß auf die Suche nach den im Okonjima lebenden Geparden.

Nach nur wenigen Minuten werden wir bereits fündig und dürfen drei dieser wunderschönen Wildtiere in ihrer ganzen Pracht aus direkter Nähe betrachten. Ein letzter einzigartiger Augenblick, der uns die unvermeidliche Rückfahrt in Richtung Windhoek nur noch schwerer fallen lässt.

Allerdings entschädigt uns ein letzter wunderschöner Sonnenuntergang in Namibia, den wir vom Flughafen in Windhoek aus genießen dürfen, ein wenig und nimmt uns gleichzeitig das Versprechen ab, dass dies sicherlich nicht unser letzter Besuch in diesem einzigartigen Land mit seinen atemberaubenden Landschaften, unendlichen Weiten, einer unglaublich vielseitigen Tierwelt und den herzlichsten und gastfreundlichsten Menschen, die wir bisher kennenlernen durften, war. 

Wir kommen mit Sicherheit bald wieder zurück nach Namibia!

Passend zu dieser tollen Reise von Claudia und Corinna haben wir mit der „Wüstenwelten Namibias“ eine sehr schöne Reise.

Von Claudia Kowalski und Corinna Künkel

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