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La Réunion intensiv

La Réunion intensiv

eine Landschaftssafari am südlichsten Punkt Europas

Das dritte Mal nach La Réunion und die Frage: gibt es da noch etwas Neues zu entdecken und kann diese kleine Insel auch beim dritten Mal noch seine Faszination auf mich ausüben?

Die Antwort nach über 2 Wochen Aufenthalt: ja, sie kann!

Tag 1: Saint-Gilles-les-Bains

Nach 11 Stunden Flug mit Air Austral ab Paris landen wir am Morgen in Saint Denis, der Hauptstadt des Französischen Überseedepartments La Réunion und sind froh, sofort nach Aufnahme unseres Gepäcks ohne Abwicklung von Einreiseformalitäten per Fahrzeugtransfer nach Saint-Gilles-les-Bains, zum Hotel Le Nautile gebracht zu werden. Der Strand ist ideal, um zu entspannen und ein erstes Bad im Indischen Ozean zu genießen. 

Tag 2-8: Durch die drei Cirques

Dieses Mal wollen wir – unterteilt in zwei Etappen  - die drei Cirques (Talkessel) Réunions, nämlich Mafate, Cilaos und Salazie, im Rahmen eines mehrtägigen Trekkings zu Fuß erkunden. 

1. Etappe: von der Küste nach Cilaos

Der Rucksack für die ersten drei Tage ist gepackt und gespannt und voller Tatendrang können wir es kaum erwarten, bis uns der Fahrer unseres Transfertaxis am Ausgangspunkt unseres Trekkings verabschiedet. 

Teils einsame, jedoch bestens ausgeschilderte Wege mit immer wieder spektakulären Ausblicken, abwechslungsreiche Landschaften, aber auch eine Flussüberquerung prägen diese Tage. Eines der Highlights während dieses Abschnittes ist Trois Roche. Der Platz lädt dazu ein, eine längere Pause einzulegen, die Seele baumeln zu lassen und auch ein kurzes Bad zu nehmen – was übrigens auch noch an manch anderen Stellen während des Trekkings möglich ist. Besonders genießen wir auch die Stille im Cirque de Mafate. Ein Erlebnis sind auch immer die Übernachtungen in den Hütten, zumeist in Doppelzimmern. Das gemeinsame Abendessen mit allen Gästen unterschiedlichster Nationalitäten ist immer ein faszinierendes Sprachengewirr. Wenn man nicht mit Worten weiterkommt, dann bestimmt mit Gesten. Ein multikultureller Austausch bei leckerem kreolischen Essen.

Cilaos

Die Kirche von Cilaos schon im Blick und somit unser Ziel vor Augen, müssen wir noch einen letzten Anstieg bewältigen, bevor wir unser Hotel, Tsilaosa, mitten in Cilaos erreichen. Super, unser Hauptgepäck hat – im Gegensatz zu uns – ganz bequem per Gepäcktransport das Hotel erreicht und wartet schon auf uns. Sehr zu schätzen wissen wir den Whirlpool im Bad, welcher unsere Muskulatur für die nächste Wanderetappe wieder fit macht.

Das angenehme und stilvolle Ambiente macht unseren Aufenthalt sehr angenehm. Bevor wir die nächste Wanderetappe in Angriff nehmen, haben wir noch Zeit für einen Bummel durch Cilaos und können hier schon ein kulinarisches Souvenir, nämlich Linsen, erstehen. Hierfür und auch für Wein und Stickereien ist der Ort bekannt. Eine Busfahrt nach Ilet de Cordes, ein noch sehr ursprüngliches Bergdorf, ermöglicht es uns, die Blicke auf die Bergwelt ganz entspannt zu genießen.

2. Etappe: Cilaos – Sonnenaufgang am Piton des Neiges – Hellbourg

Die zweite Etappe führt uns vom Cirque de Cilaos in den Cirque de Salazie, bekannt für seine Wasserfälle und seine üppige Vegetation. Doch bevor wir in diesen Cirque wechseln, erwartet uns noch ein besonderes Erlebnis: den Sonnenaufgang vom höchsten Punkt des Indischen Ozeans aus beobachten. Was bedeutet: mittags Aufstieg zur einfachen Berghütte Caverne Dufour – Abendessen – kurzer Schlaf bis ca. 04:00 Uhr – noch in der Dunkelheit Aufstieg zum Gipfel des Piton des Neiges (3.071 m).

Die Belohnung: die Lichterkette der Orte entlang des Meers – Dämmerung – und dann endlich: die ersten Strahlen der Sonne und der Ausblick auf große Teile der Insel und auf den Indischen Ozean – Réunion liegt uns zu Füßen.

Noch gefangengenommen von diesen Eindrücken geht es zurück zur Hütte, wo wir noch ein einfaches Frühstück zu uns nehmen. 

Danach ein langer Abstieg durch wechselnde Landschaften nach Hell-Bourg, die letzten zwei Stunden leider bei strömendem Regen und überfluteten Wegen – aber es ist ja erst April, damit muss man zu dieser Jahreszeit noch rechnen.

Hell-Bourg

Zwei „Erholungstage“ verbringen wir in Hell-Bourg im Relais de Cimes, welches sich seinen Charme auch noch nach der Renovierung bewahrt hat und sich sehr harmonisch in das Stadtbild mit seiner typisch kreolischen Architektur einfügt.

Während dieser zwei Tage können wir auch etwas Kultur genießen. Ein Besuch im Maison Folio, welches uns die Lebensart der oberen Gesellschaftsschicht zur Zeit der Zuckerbarone näherbringt und das neu eröffnete Musikmuseum geben uns dazu Gelegenheit. Aber auch ein Gang durch die Ruinen der alten Therme zeugt noch von der eindrucksvollen Vergangenheit dieses Ortes.

Tag 8-12: Der Wilde Süden

Ein Fahrzeugtransfer bringt uns heute zurück an die Küste. In Saint Denis übernehmen wir unseren Mietwagen. Der Standort für unsere Unternehmungen ist Grand Anse, besser gesagt das traumhaft über der Bucht gelegene Palm Hotel&Spa, wo wir zugegebenermaßen den Luxus nach  dem einfachen Leben in den Bergen genießen. Auch wenn wir ihn schon gesehen haben: Eine Fahrt zum heute noch aktiven Vulkan Piton de La Fournaise ist ein „Muss“ beim Besuch der Insel. Eine Wanderung auf der Plaine des Sable führt uns beeindruckend die Weite und die einzigartige Landschaft in der Nähe des Vulkans vor Augen. Die Urgewalten des Vulkans werden uns dann während der Fahrt entlang der Ostküste bewusst: die erkaltete Lava prägt mit ihren surrealen Formationen hier an der Grand Brulé einen großen Teil der Landschaft. Die Herzlichkeit der Bevölkerung der Insel spürt man auch hier immer wieder. Nur ein paar Schritte abseits der Highlights hat man immer wieder nette Erlebnisse: beeindruckt stehen wir vor den Kaskaden des Wasserfalls Grand Galet, und entschließen uns dann noch spontan in das nur ca. 1 km entfernte Dorf zu wandern, kommen mit einem Bewohner des Dorfes ins Gespräch und bekommen von ihm noch Bananen geschenkt mit der Bemerkung: „Wenn ihr dann in Deutschland Bananen esst, werdet ihr euch immer wieder an Réunion erinnern“. 

Ein besonderes Highlight während unseres Aufenthalts im Süden ist ein Helikopterflug, welcher in Saint Pierre startet und faszinierende Blicke aus der Vogelperspektive gewährt: auf die wilden Küstenabschnitte des Südens, den Krater des Piton de la Fournaise, den Urwald von Belouve, die Wasserfälle und die einmaligen Bergformationen der Cirques …

Tag 12-14: Westküste

Saint-Gilles-les-Bains

Zwei Tage genießen wir noch die Annehmlichkeiten des LUX Hotels in Saint-Gilles-les-Bains, genießen ausgedehnte Strandspaziergänge, bewundern die bunte Unterwasserwelt Réunions beim Schnorcheln und den Sonnenuntergang am Indischen Ozean. 

Wir fahren nach Cap Noir, von wo aus wir uns mit einem Blick auf die Berge des Cirque de Mafate und einem „Au revoir – auf Wiedersehen“ für dieses Mal von dieser vielfältigen Insel verabschieden.

Wir waren auch bei unserem dritten Aufenthalt auf La Réunion wieder fasziniert von dem friedlichen multikulturellen Zusammenleben, der Lebensfreude und Freundlichkeit der Menschen, den abwechslungsreichen, faszinierenden Landschaften ….. Und das alles verbunden mit dem Luxus der Annehmlichkeiten Europas, u.a. des Gesundheitswesens, des Straßennetzes, der Ausschilderung und Instandhaltung der Wanderwege etc.

Entdecken Sie La Réunion!

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