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Kenya - Nchi ya maajabu

Kenya - Nchi ya maajabu

Ein Land der Wunder

„Meine Damen und Herren, ich heiße Sie herzlich willkommen in Nairobi“, ertönt es aus den Lautsprechern unserer Flugmaschine. 

Mein Herzschlag erhöht sich, denn ich bin wieder in meiner Heimat angekommen. Nach Erledigung der üblichen Einreiseformalitäten werden wir von unserem freundlichen Fahrer herzlich willkommen geheißen und zum nahgelegenen Eka Hotel gebracht. Das komfortable Hotel bietet durch seine Lage an der Mombasa Road den perfekten Ausgangspunkt für Aktivitäten in der Hauptstadt Nairobi sowie eine gute Verbindung zum internationalen und dem nationalen Flughafen. Nach dem langen Flug können wir uns hier ein wenig erholen. Die Vorfreude auf die nun bevorstehende Woche steigt ins unermessliche.

Nairobi

Matatus – oftmals bunte Kleinbusse mit schallender afrikanischer Musik, fahren an uns vorbei. Links und rechts von der Fahrbahn befinden sich kleine Verkaufsstände und Händler mit ihren Waren. Achtung! Vor uns möchte ein Auto einscheren! Wir sind auf dem Weg Nairobi die Hauptstadt Kenias zu entdecken. Obwohl ich schon häufig in dieser faszinierenden Stadt war, bin ich jedes Mal aufs Neue von der unvergleichlichen Atmosphäre und dem Trubel begeistert. Mit meinen Fahrkünsten auf europäischen Straßen würde ich mich hier kaum zu Recht finden. Unser Fahrer jedoch beherrscht die Kunst sich durch jedes noch so kleine Loch zu drängeln und bleibt stets geduldig und freundlich, auch wenn es mal nicht weitergeht.

Unser erstes Ziel ist das „David Sheldrik's Wildlife Trust". Die Stiftung – benannt nach dem bekannten Wildhüter und Naturschützer David Sheldrick - kümmert sich seit 1977 um die Pflege und Aufzucht verwaister Elefanten- und Nashornkinder. Hier geht es den kleinen wirklich gut. Die Pfleger versorgen Sie mit reichlich Trinken und liebevollen Streicheleinheiten.

Als wir ankommen laufen uns die Minidickhäuter freudig entgegen und sind mindestens genauso neugierig wie wir. Die Pfleger versorgen einige mit Milch, andere wälzen sich erfreut im Schlamm. Ein paar sind sehr neugierig und kommen auf uns zu, um uns zu beschnuppern und kennen zu lernen. Ihre Haut fühlt sich rau, haarig und warm an. Die liebevollen Augen erweichen unser Herz. Jedes dieser süßen Elefantenkinder hat seine eigene - zum Teil sehr traurige - Lebensgeschichte. Malaika (dt. Engel) beispielsweise wurde schwach neben Ihrer sterbenden Mutter gefunden. Dank der Stiftung konnte Malaika wieder aufgepäppelt werden, erfreut sich heute bester Gesundheit und kann unbeschwert zusammen mit ihren Artgenossen hier aufwachsen.

Leider müssen wir uns nun von den süßen Babys verabschieden und machen uns auf den Weg zum nächsten Ziel. Nach kurzer Fahrt erreichen wir das Giraffe Center. Ein non-profit Projekt, das Schüler und Besucher über die Lebensweise und die Gefährdung der Giraffen informieren möchte. Wer hätte zu Anfang unserer Reise gedacht, dass wir eine Giraffe streicheln oder ihr einen "Mund zu Mund Kuss" geben werden. Ja richtig einen "Mund zu Mund Kuss" :-). Das elegante Tier mit seinem langen Hals blickt über unsere Köpfe, streckt ihre dünne blaue Zunge aus und schnappt behutsam nach den bereitgestellten Leckereien, die wir ihr direkt aus der Hand oder wer mag von den Lippen geben dürfen. Stundenlang könnten wir hier verbringen. 

Masai Mara

Per Buschflieger geht es vom nationalen Flughafen Nairobi Wilson gen Südwesten Kenias in die Masai Mara. Auf dem kurzen Flug haben wir die Möglichkeit Nairobi von oben zu erleben. Hier in der Luft bekommt man von dem Trubel, der in der Stadt herrscht nichts mehr mit.

Nairobi hinter uns gelassen fliegen wir weiter über Berge und Täler. Auch das bekannte Great Rift Valley - eine Rift Zone, die sich von Ostafrika nach Südwestasien erstreckt und durch die Spaltung der Arabischen Platte von der Afrikanischen Platte während der letzten 35 Millionen Jahren entstanden ist - können wir bestaunen. Beeindruckt von der Vielfältigkeit der Landschaft, näheren wir uns Kenias größtem Tierreservat, der berühmten Masai Mara. Da es vor kurzem geregnet hat, erstrahlt das Reservat in den verschiedensten Grüntönen. Am Flugfeld werden wir freundlich empfangen und machen uns per Jeep auf den Weg zu unserer Unterkunft in der Mara North Conservancy.

Schau mal Dort! Ein paar Wildschweine und hier ein paar Äffchen, da drüben Antilopen. Unser freundlicher Fahrer hält an und bittet uns auszusteigen und ihm zu folgen. Nach nur wenigen Schritten erreichen wir das Ufer des Maraflusses und dürfen von einer Erhöhung aus Hippos beim Baden beobachten. Am Nachmittag geht es dann schon auf die erste Pirschfahrt durch die üppig grüne Savanne. In den darauffolgenden zwei Tagen erwarten uns spannende Tierbeobachtungen und eine vielfältige Landschaft. Durch den erfrischenden Regen ist die Luft klar und die Farben der Landschaft und des Himmels wirken wie aus einem Bilderbuch. Ein schönes Blau bedeckt mit leicht schneeweißen Wolken. Der Himmel und die scheinende Sonne, lassen die grüne Landschaft fast schon unnatürlich erscheinen. Ich schließe für einen kurzen Moment die Augen und versuche die Umgebung mit all meinen Sinnen wahrzunehmen...

Die Aufregung steigt von Stunde zu Stunde, denn wir möchten natürlich so viele Tiere wie möglich entdecken. Tatsächlich haben wir Glück und sehen während unserer Safari die legendären „BigFive“ bestehend aus Löwe, Büffel, Leopard, Elefant und Nashorn. Besonders spannend sind die zwei Nashörner, die wir aus nächster Nähe erleben dürfen. Wir rechnen eigentlich mit einem geplanten Sundowner als unser Fahrer uns wieder einmal freundlich bittet ihm zu Fuß auf einen kleinen Hügel zu folgen. Dort oben erwarten uns zwei wundervolle Nashörner - Mutter und Sohn – die unbesorgt grasen. Sie werden von Rangern vor Wilderer beschützt und können sich hier ungestört frei bewegen. Aufgeregt und freudig zugleich versuchen wir diesen Moment auf Fotos festzuhalten. Den krönenden Abschluss der Masai Mara bietet uns ein kräftiger Leopard, den wir auf einer spontanen Nachtpirschfahrt entdecken. Als wir merken, dass er auf Jagd ist, legen auch wir uns auf die Lauer und beobachten wie er sich einer Herde Antilopen nähert. Anschleichen…ducken…anschleichen...ducken...aaaan…Oh nein das war nichts, nächster Versuch! Die Aufregung steigt und steigt. Beim dritten Versuch wird der junge Leopard belohnt. Alles geht ganz schnell. Aus dem Nichts taucht eine einzelne Antilope auf, die er sich innerhalb weniger Sekunden schnappt.

Nach all diesen beeindruckenden Erlebnissen verabschieden wir uns schweren Herzens von den wilden Tieren und machen uns auf den Weg zu unserer nächsten Station.

Diani Beach

Per Inlandsflug geht es zum Diani Beach. Aus der Luft ist der Amboseli Nationalpark sowie der Tsavo Nationalpark zu sehen. Wir haben Glück und können den Mount Kilimanjaro das "Dach Afrikas" in weiter Ferne erblicken.

Am Diani Beach angekommen sind wir einmal mehr fasziniert von der Schönheit der Natur. Weißer Sandstrand trifft auf türkisblaues Wasser. Die Wellen werden von Korallenriffen in Küstennähe gebrochen und rollen tosend auf den Strand zu. Wir sind im Paradies angekommen...

Auch hier werden wir wieder sehr freundlich von Einheimischen in Empfang genommen und fühlen uns auf anhieb wohl. Zum Ende unserer Reise entspannen wir an diesem traumhaft schönen Strand und lassen die spannenden Safaritage mit sehr gutem Essen im The Sands at Nomad Hotel Revue passieren.
 
Vom Ukunda Airstrip fliegen wir per Inlandsflug zurück nach Nairobi Wilson und bereiten uns im nahegelegenen Eka Hotel auf den Rückflug nach Deutschland vor. Hier erlebe ich ein weiteres großes und sehr persönliches Geschenk auf dieser Reise, denn meine Tante und Oma erwarten mich kurz vor unserer Abreise in der Hotellobby, um mich auch wenn es nur von kurzer Dauer ist nach langen zwei Jahren endlich mal wieder in die Arme zu nehmen. 

Wir sind dankbar für all das, was wir in den letzten fünf Tagen in diesem wundervollen Land erleben durften und freuen uns jetzt schon auf das nächste Abenteuer im einzigartigen und wunderschönen Kenia.

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