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Geheimnisse der Kalahari

Geheimnisse der Kalahari

Eine Reise mit Liane Merbeck

TAG 1. WAS FÜR EIN AUFTAKT IN MAUN

In Frankfurt treffe ich schon auf „altbekannte Gesichter“. Bis auf 2 Paare war ich schon mal mit allen auf unterschiedlichen Touren in Afrika unterwegs. Mit Ute bin ich sogar schon das vierte Mal auf der Kalahari Tour und Marita ist das dritte Mal dabei. Irmgard, Dagmar und Bernd, Frank sowie Michael waren mit mir schon in Simbabwe. Bei den zwei anderen Paaren gibt es Verspätungen bei den Flügen. So bin ich froh, als ich zuerst auf Christine und Richard in Johannesburg treffe und es dann auch Brigitte und Walter rechtzeitig am Gate zum Weiterflug nach Maun schaffen.

TAG 2. DORFIDYLLE, BAOBABS UND SALZPFANNEN IM NXAI PAN NATIONALPARK

Ein Mitarbeiter der Maun Lodge macht freundlicherweise Fotos von uns. Wir sind alle in Maun gelandet. Das Gepäck von meinen verspäteten Gästen allerdings nicht!

Die vier nehmen es mit Humor und so geht für sie die Reise mit ihren „temporären“ Plastikkoffern (wir waren in Maun noch für das Nötigste shoppen) los. Warum sich auch die Reise davon verderben lassen? Kein Grund zur Sorge… während wir weiter machen im Programm, setzen sich unsere Safarispezialisten in Deutschland für eine schnelle Nachlieferung des Gepäcks ein. Nach einigen Telefonaten mit der Fluggesellschaft konnten sie das Problem schnell lösen.

Im Dorf Phuduhudu (zu Deutsch Steinböckchen) halten wir kurz an, um in einen Shop die leckeren, traditionellen Magwenjas zu kaufen. Probieren ist natürlich Pflicht! Wir werden schnell umringt von den Dorfkindern, für die wir die Attraktion sind. Und sie lieben es, sich auf den Fotos zu sehen.

Im Nxai Pan Nationalpark angekommen, warten schon unsere Campmannschaft mit den komfortablen Zelten auf uns, die in den nächsten zwei Tagen unser Zuhause sind.

Am späten Nachmittag wollen wir einen Ausflug zu den Baines Baobabs machen. Doch unterwegs liegen direkt neben dem Weg unsere ersten vier Löwen. Wir sind so nah, dass Walter gleich auf den Mittelsitz rutscht. Ich bin mir nicht sicher, ob vor Schreck, oder weil er sonst keine Aufnahmen machen kann, wie er behauptet. Und das Beste daran ist, dass wir die ganze Szene für uns alleine haben.

Was für ein Auftakt!

Natürlich sind alle von den berühmten Baines Baobabs am Rande einer kleinen Salzpfannen gelegen total begeistert. Baobabs kennt jeder normalerweise „nackt“, also blätterlos. Dieses Jahr gibt es auch viele Früchte.

Natürlich darf der traditionelle Sundowner nicht fehlen.

TAG 3. DER GAME DRIVE GEHT LOS IM NXAI NATIONALPARK

Am nächsten Tag geht der Game Drive schon gut los: wir sehen zwei Wildhunde, die blutverschmiert zu einer der Pfützen kommen.

Während wir Zebras, Strauße, Springböcke, Riesentrappen und Elefanten beobachten, hat unsere Camp-Mannschaft schon einmal gekocht und uns das Essen mitten in die Wildnis gebracht.

Frisch gestärkt und nach einer unterhaltsamen Siesta weichen wir dem punktuell fallenden Regen aus und finden in der abgekühlten Luft ein großes Rudel Löwen: 3 Weibchen, 1 Männchen und 6 Jungtiere, die allesamt ausgelassen am Spielen sind.

Zurück im Camp feiern wir Utes Geburtstag mit einem sehr schönen Sonnenuntergang bei Drinks und Champagner und späterem Geburtstagskuchen.

TAG 4. DIE ABENDSONNE AFRIKAS IM MAKGADIKGADI NATIONALPARK

Unser letzter Morgen im Nxai Pan Nationalpark bricht an und wir stehen schon um 4.30h auf, um noch einmal eine Wildbeobachtungsfahrt im Nxai zu unternehmen. Wer hat hier was von „Urlaub“ gesagt? 

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Wir sehen einen Leoparden, der allerdings sehr scheu ist. Keiner schafft es, ein Foto hinzubekommen.

Wir finden wieder viele der Tiere, die man hier sehen kann, wie es am Eingang zum Nxai schon richtig steht.

Und bei der Ausfahrt treffen wir auf Neuankömmlinge der größten Zebramigration im südlichen Afrika.

Wir erreichen unser nächstes Ziel: das wildromantische Meno A Kwena Camp am Makgadikgadi Nationalpark.

Freudige Überraschung: die Koffer der 2 Paare sind da. (Danke für die super Unterstützung des Abendsonne Afrika Teams von Deutschland aus!)

Schock für mich: Das Mittagessen ist es nicht. Das ist irgendwo im Busch als Überraschung gelandet. Also noch einmal alle aufsitzen und das Mittagessen suchen. Aha, so fühlt es sich an: „to hunt down your lunch“.

Als es auch noch zu regnen anfängt und es immer später wird, bekomme ich Panik, dass meine Gäste unleidlich werden. Doch ich bin positiv überrascht, dass es alle mit Humor nehmen, als wir das Mittagessen um 16 Uhr finden und die Gruppe meint: toll hast Du das arrangiert, dass es genau dann aufhört zu regnen. Und so genießen alle ein fantastisches Mittagessen in schöner Szenerie und später einen der schönsten und magischsten Sonnenuntergänge, die so nur die Abendsonne Afrika hervorbringen kann.

TAG 5. BUSCHMANN-EXPERIENCE

Das Meno A Kwena ist eines meiner Lieblingscamps. Alle fühlen sich hier sofort wohl und wollen am liebsten noch ein bis zwei Wochen bleiben.

Kein Wunder, das charmante und authentische Camp liegt über dem Boteti Fluss. Die Aussicht ist einfach fantastisch! Die Angestellten, die übrigens oft schon seit mehr als 10 Jahre hier arbeiten, lieben, was sie tun, und das merkt man mit jeder Faser und auch das Essen hier ist super.

Die Elefanten kann man direkt vom eigenen Zeltchalet beobachten.

Wir entscheiden uns für eine Buschmann-Experience, bei der man viel über ein naturverbundenes Leben erfährt. Schon die Vorstellungsrunde ist witzig, da wir die Klicklaute in den Namen nicht aussprechen können.

Am Abend feiern wir dann den zweiten Geburtstag. Irmgard freut sich über die Torte, aber mehr noch über den Gesang und die Tänze des Personals. Fast alle sind gekommen und so lässt sie es sich nicht nehmen, mitzutanzen. Wir müssen zugeben, sie ist die geborene Buschmannfrau und beherrscht den Rhythmus perfekt.

TAG 6-7. DIE KALAHARI

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg in die Kalahari. Es ist eine lange Fahrt vorbei an Farmland. Unterwegs ist noch alles saftig grün. Als wir den halben Weg zwischen Eingangstor zum Kalahari Wildschutzgebiet und Deception Valley hinter uns haben, wird es abrupt knochentrocken. Deception sieht aus, wie normalerweise im September/Oktober. Es gibt nur einzelne Springböcke und nicht die um diese Zeit üblichen großen Herden.

Doch dann fängt es plötzlich wie aus Eimern an zu regnen und sowohl die Straßen stehen unter Wasser, als auch die Terrasse vor meinem Zelt. Ich komme nicht trockenen Fußes rein.

Die Nachmittagsausfahrt beginnt aufgrund des Regens verspätet und so vertreiben wir uns die Zeit mit der Beobachtung der Gelbschnabeltokos und Mahaliweber.

Ein Schakal schaut uns neugierig und herzzerreißend an. Nach den kräftigen Regenfällen versammeln sich langsam auch die Springbockherden wieder in der Pfanne.

TAG 8-9. PIPERS PAN - ES REGNET KATZEN

Nach 2 Tagen im Deception Valley machen wir uns auf den langen Weg Richtung Pipers Pan.

Direkt neben uns auf dem Weg liegt ein Löwenmännchen und bewacht seine Beute, ein Gnu. Er will wohl nicht mit dem Weibchen und den 2 Junglöwen teilen, die es vermutlich erlegt haben und die nun in sicherer Entfernung auf ihre Gelegenheit zu fressen warten.

Wir haben auch Hunger und freuen uns über unser feudales Picknick.

An Springbockherden vorbei geht es weiter zur Pipers Pan.

Der Himmel verfärbt sich schwarz und als wir das Pipers Pan Schild erreichen, regnet es „Hunde und Katzen“ im wahrsten Sinne des Wortes. Vor uns liegt nicht eine Pan, sondern wohl eher die Mecklenburgische Seenplatte. Kein Weg ist zu erkennen. Nur gut, dass wir uns auskennen. Irgendetwas springt vor uns aus einem Baum und landet mitten im Wasser. Es ist eine afrikanische Wildkatze, die uns strafend ansieht und zitternd sitzen bleibt. Noch nie konnte ich bisher eine Nahaufnahme machen.

An unserer neuen Campsite angekommen sind unsere Zelte schon aufgebaut, aber an aussteigen ist nicht zu denken, bis der Himmel aufreißt und ein wunderschöner Regenbogen über meinem Zelt erscheint.

Als es dunkel wird, platschen auf einmal viele Ochsenfrösche durch unser Camp. So etwas habe ich auch noch nicht erlebt.

Am nächsten Tag erblühen die Spider Lillys.

TAG 10-11. KALAHARI PLAINS CAMP

Wir verabschieden uns von unserer Camp-Mannschaft und fahren Richtung Norden. Unterwegs treffen wir auf 2 mal 2 Geparde und auf ein großes Rudel Löwen (2 prachtvolle, schwarzmähnige Löwenmännchen, ein paar Weibchen und viele Junglöwen).

Im Kalahari Plains Camp angekommen freue ich mich über so viele bekannte Gesichter.

Die Küche ist mal wieder phantastisch und die Sonnenuntergänge spektakulär.     

Am späten Nachmittag bekommen wir einen weiteren Einblick in das eigentümliche Leben der Buschmänner. Dieses Mal von dem Stamm, der immer noch in der Kalahari lebt.

Sie spielen traditionelle Buschmann Lieder mit Handzupfgeräten, machen Feuer mit zwei Hölzern und erzählen uns Fabelgeschichten, die sie schon von ihrem Vorfahren überliefert bekommen haben und an ihre Kinder und Enkel weitergeben.

Am letzten Abend feiern das Camppersonal und wir ausgiebig bevor es mit dem Flieger zurück nach Maun geht.

TAG 12. GOOD BYE KALAHARI

Für einige heißt es Abschied nehmen. Doch andere fliegen noch weiter in verschiedene Camps im Okavango Delta.

Ich habe mich für 2 Tage zusammen mit Ute und Michael für das neue Qorokwe Camp von Wilderness Safari entschieden. Es ist ein sehr schönes Camp in bester Lage für spannende Tierbeobachtungen. Ist die erste Ausfahrt schon super in abwechslungsreicher Landschaft, sehen wir am nächsten Morgen alle Tiere der „Big Five“ und noch vieles mehr.

Eine entsprechende Mokorofahrt gehört eigentlich zu jedem Aufenthalt im Okavango Delta. Und so unternimmt Michael eine schöne Ausfahrt und erlebt zum Abschluss eines phantastischen Sonnenuntergang. Was für ein Ausklang einer schönen Reise!

Entdecken Sie Botswana!

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