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FRAUENPOWER: EIN ROADTRIP DURCH NAMIBIA

FRAUENPOWER: EIN ROADTRIP DURCH NAMIBIA

2 Frauen, 1 Geländewagen, 14 Tage und 3.344 km über die verlassenen Schotterpisten Namibias

Peggy Hinze und Sina Köhler, haben Namibia auf eigene Faust erkundet. Ein Erfahrungsbericht über ihre abenteuerliche Selbstfahrerreise, Begegnungen mit den sagenumwobenen Wüstenelefanten und Nashörnern und vieles mehr. 

Lesen Sie hier, wie unsere Kolleginnen die 14 Tage verbracht haben:

Tag 1.

Nach der Ankunft in Windhoek stand uns schon unsere erste Herausforderung bevor. Bei so einer Selbstfahrerreise ist es natürlich von Vorteil, wenn man sich gut mit Autos auskennt. Bei uns Fehlanzeige. Zum Glück haben unsere männlichen Kollegen uns ein paar Tipps vorab gegeben. Also erst mal Öl, Wasser, Reifendruck und das Equipment durchchecken. So schnell sind wir noch nicht überfordert! Wir haben also unser Auto übernommen und die erste Strecke in Richtung Supermarkt in Angriff genommen. Nachdem wir uns mit Wasser & Snacks eingedeckt haben, ging die Reise los. Unsere erste Etappe führte uns in Richtung Kalahari. Der rote Sand ließ nur erahnen, in welcher faszinierenden Landschaft wir uns befinden. Wagemutig wie wir sind, haben wir uns kurz am Tiefsandfahren ausprobiert, direkt neben der Piste. War vielleicht keine so gute Idee, da wir zugleich ein bisschen stecken geblieben sind. Nach einer Runde Schere-Stein-Papier musste Peggy raus und schieben. Und Schwupps waren wir wieder auf der Schotterstrasse - Peggy danach etwas sandiger als davor.

 Gemeinsam mit Oryx, Strauß, Giraffe und Co genießen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang auf der Bagatelle Kalahari Game Ranch.

Tag 2.

Nach einem leckeren Frühstück verließen wir die Kalahari in Richtung Namib Wüste. Die unendlichen Weiten Namibias haben uns extrem beeindruckt. Abwechselnd fuhren wir durch teils flache Savannenlandschaft und teils durch die Tsarisberge mit weitläufigen Tafelbergen am Horizont. Die Schotterstraßen Namibias haben dann ihren ersten Tribut gezollt: 20 km vor dem Ziel zwang uns ein platter Reifen zu einem Zwischenstopp. Eine Stunde zuvor war schon ein winziges Lock am Reifen sichtbar und Peggy meinte, dass wir wohl bestimmt bald einen Platten haben werden. Nunja, es hat sich bewahrheitet. Muss wohl weibliche Intuition sein. Das Fahrverhalten mit platten Reifen hatten wir uns ganz anders vorgestellt, aber eigentlich haben wir den Platten fast nicht bemerkt! Kurz vor Ziel kamen wir dann genau vor einer Lodge zum halten. Also wie geht das nochmal? Wagenheber, Radmuttern, Ersatzreifen... Nach einem kurzen Versuch den Reifen selbst zu wechseln, sind wir also samt weiblichen Charme in die Lodge spaziert, wo uns sofort geholfen wurde. Die konnten Reifen wechseln wie die Profis!

Erschöpft vom Zuschauen kamen wir bei der Kulala Desert Lodge an, wo wir vom besorgten Personal empfangen wurden. Die fragten sich schon, wo wir denn so lange blieben. Aber dennoch konnten wir den farbenprächtigen Sonnenuntergang bei einem wohl verdienten Kaltgetränk geniessen.

Tag 3.

Nachdem wir die Nacht unter freiem Sternenhimmel verbracht haben, beginnt der Tag bereits vor Sonnenaufgang. Nach unserer späten Ankunft kam uns ganz spontan beim Abendessen die Idee, die Nacht auf unserer Hochterasse zu verbringen! Wir baten also das äußerst hilfsbereite Personal unsere Betten unter freiem Himmel herzurichten, was diese sogar noch während wir beim Essen waren erledigten. Wir waren schlichtweg begeistert von Millionen funkelnder Sterne, die wir fasziniert beobachteten bis in der unendlichen Stille der Wildnis unsere Augen zufielen. Die Temperaturen nachts können zwar frisch sein, aber dank warmer Kleidung war es trotzdem angenehm.

Mit einem erfahren Guide machen wir dann den Namib Naukluft Nationalpark und die berühmten Dünen unsicher. Neben den bekannten Dünen No. 1 und 45 haben wir auch den Big Daddy gesehen und typische Urlaubsfotos im Deadvlei geschossen. Wir lassen den Tag entspannt am Pool des Desert Quiver Camps ausklingen.

Tag 4. - 5.

Am 4. Tag haben wir einen langen Weg vor uns. Wir lassen das Sossusvlei hinter uns und fahren durch eine sich ständig ändernde Landschaft. Unser Weg führt uns über Pass-Straßen und jede Menge Schotterpisten an die Atlantikküste Namibias. Gar nicht so einfach da den richtigen Weg zu finden. Zum Glück hatten wir super Karten und Wegbeschreibungen von Abendsonne Afrika, die wir mehrmals checkten, um uns auch ganz sicher zu sein.

Im kolonialgeprägten Küstenort Swakopmund endet der Tag mit einer leckeren Pizza im Secret Garden. 

Der nächste Tag startet mit einer Tour durch die Namib Wüste, wo wir einiges über das Leben in und mit der Wüste erfahren. Anschließend lädt uns die Stadt mit seinen Gässchen und deutsch-geprägten Bauten zum Bummeln und Flanieren ein. Im Brauhaus lassen wir den Tag bei Kasseler und Schweinebraten ausklingen.

Tag 6.

Die heutige Fahrt führt uns zunächst ein Stück an der Küste entlang, bevor wir wieder weiter ins Landesinnere fahren. Im Erongo Gebirge erwartet uns eine tolle Landschaft mit seinen roten Granitfelsen. Nach der langen Anfahrt genießen wir den Sonnenuntergang in der Erongo Wilderness Lodge.

Tag 7.

Der Tag startet mit einem Senic Drive, bei dem wir neben Zebras, Antilopen und viele Vogelarten auch 2500 Jahre alte Felsmalereien sehen. 

Weiter geht es vom Erongo Gebirge in das Damaraland. Unterwegs begleiten uns atemberaubende Berglandschaften. Nachdem wir in unserer nächsten Unterkunft, dem Doro Nawas Camp, angekommen sind, endet der Tag zunächst mit einer Sundowner Fahrt und abschließend mit einem leckeren Dinner bei Kerzenschein mitten im Busch.

Tag 8.

An Tag 8 machen wir uns im Trockenflussbett des Aba Huabs auf die Suche nach den berühmten Wüstenelefanten. Nach 1,5 Stunden Fahrt inklusive vielen sogenannter Afrika-Massagen sehen wir zunächst einen Elefanten Bullen und anschließend eine ganze Herde. Ziemlich beeindruckt und sprachlos beobachten wir das Verhalten dieser grauen Giganten beim Vorüberziehen. 

Am Mittag machen wir uns auf den Weg zur Palmwag Konzession. 

Tag 9.

Unser Weg führt uns heute über den Grootberg Pass in Richtung Etosha Nationalpark. Rechtzeitig zur Nachmittags-Aktivität erreichen wir die private Konzession Ongava. Bei einer Fahrt über das Gelände lassen wir uns den Wind um die Nase wehen und genießen den Sonnenuntergang. Das hauseigene Wasserloch bietet bei Giraffe, Nashorn, Gepard und Co. ein spannendes Abendprogramm während eines leckeren Dinners.

Tag 10. - 11.

Die nächsten beiden Tage widmen wir komplett spannenden Tierbeobachtungen im Ongava Games Reserve sowie im Etosha Nationalpark. Der Etosha Nationalpark bietet mit seiner Salzpfanne und den Gras- und Steppenlandschaften zahlreichen Tierarten einen natürlichen Lebensraum. Bei unseren Game Drives sehen wir viele Giraffen, Zebras, Gnus und Springböcke, die in ihrem "Zuhause" selbstverständlich immer Vorfahrt haben. 

Während einer spannenden Beobachtung von 2 majestätischen Löwen trifft uns der erste Regenschauer der Saison hart. Pitschnass bis auf die Unterwäsche kommen wir eine halbe Stunde später zurück in der Lodge an und genießen unser Dinner bei Regen, Blitz und Donner.  

Mit der Durchfahrt von Süd nach Ost erkunden wir den Nationalpark am nächsten Tag auf eigene Faust. Auch hier begegnen uns zahlreiche Herden von Zebras und Giraffen. Auch einen Elefanten sowie ein Gepard, der sein Nachmittagsschläfchen unter einem Baum genießt, zeigt sich uns. Wir sind erstaunt, dass es im Etosha hin und wieder einsame Rastanlagen, Tankstellen und Restaurants gibt. Auch Wasserlöcher haben wir ohne Guide gefunden. Verfahren kann man sich hier eigentlich nicht wirklich.

Kurz vor unserem heutigen Ziel, dem Onguma Wildschutzgebiet, lässt uns noch ein Nashorn an seinem Schlammbad teilhaben. Der Abend endet mit einem leckeren Dinner mit Blick auf ein großes Wasserloch.
      

Tag 12.

Schon beim Aufwachen begrüßt uns Namibia mit einem Blick auf ein Zebra und einen Schakal, die sich am Wasserloch für den Tag stärken. Nach einem leckeren Frühstück machen wir uns auf, die Gegend mit einem Guide und zu Fuß zu erkunden. Hier erfahren wir jede Menge über den Lebensraum und die Verhaltensweisen der Vögel, Schildkröten, Termiten & Käfer und können nur erahnen wie vielfältig die Natur hier ineinander greift.  Anschließend machen wir uns auf den Weg zu unserem vorletzten Halt, dem Waterberg. Das Wetter hat etwas umgeschlagen und die Sandpistenverhältnisse erschweren das Ankommen. Doch eine Nashornmutter mit ihrem Baby heißt uns am Eingang zur Waterberg Wilderness Lodge willkommen und lässt uns die Strapazen der letzten Stunden vergessen. Wie schön doch die Tierwelt ist!!!

Tag 13.

Rund um den Waterberg kann man auf verschiedenen Wanderwegen das Gebiet erkunden und erhält einen tollen Ausblick auf und von dem Plateau. Mit Hoffnung noch ein paar Breitmaulnashörner zu sehen verlassen wir das Gebiet und begeben uns auf unsere letzte Etappe zurück nach Windhoek. Die Straßen werden besser und das Gefühl das letzte Mal „On the Road again“ zu sein, lässt Wehmut aufkommen, so versinken wir in Erinnerungen und lassen unsere Reise Revue passieren. Zurück in der Hauptstadt erledigen wir unsere letzten Einkäufe für die Daheimgebliebenen und lassen etwas Weihnachtsstimmung aufkommen. Bei einem leckeren Essen auf der berühmten Terrasse des Craft´s Cafe´s wird uns klar, das war nicht unsere letzte Namibiareise und wir kommen wieder! Am Abend lassen wir unsere Reise bei einem Essen im traditionellen Joe´s Beerhouse ausklingen und genießen den Abend bei afrikanischem Fleisch und deutschem Bier. 

Tag 14.

Nach einem entspannten und guten letzten Frühstück sorgen wir dafür, dass unser treuer Wegbegleiter wieder aussieht wie ein Auto. Nach 3.344 km endet unsere Reise am Flughafen. Hört sich nach viel an, aber die Distanzen waren immer gut zu schaffen. Bei mehr als 30 Grad sagen wir „Totsiens“ und stimmen uns mit einem letzten Schnappschuss auf die Weihnachtszeit ein. 

Wir sagen Danke an all die tollen Erlebnisse, Erfahrungen, die netten und freundlichen Menschen und das Land, dass uns gezeigt hat, welche Faszination und Vielfalt in ihm steckt.

Entdecken Sie Namibia!

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