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Eine unvergessliche Tansaniareise

Eine unvergessliche Tansaniareise

Die Highlights der nördlichen Regionen

Wochenlang haben wir auf unsere Tansaniareise hin gefiebert. Nun war es endlich soweit. Beim Landeanflug auf den Kilimanjaro Flughafen bekomme ich ein leichtes Bauchkribbeln. Und das liegt nicht nur daran, dass wir an Höhe verlieren. Ich bin sehr gespannt, was uns in diesem vielfältigen Land in den nächsten Wochen erwartet. In den letzten Stunden haben wir im Flugzeug noch voller Vorfreude im Reiseführer geblättert und uns ausgemalt, wie es wohl ist, die Highlights im Norden Tansanias wie z. B. die große Migration in der Serengeti oder den berühmten Ngorongoro Krater selbst zu erleben.

Als wir aus dem Flugzeug steigen kommt uns eine warme Brise entgegen. Ich freue mich dem Regenwetter in Deutschland entkommen zu sein und endlich unser Reiseziel erreicht zu haben. Als wir die Ankunftshalle des Flughafens betreten, fällt uns auch schon ein Schild mit unseren Namen auf. Wir nähern uns dem Mann mit dem breiten Grinsen und bekommen ein „Welcome in Tanzania“ zu hören. Anschließend müssen die Visaformalitäten erledigt werden. 

Bereits zwanzig Minuten später stehen wir samt Gepäck vor unserem Fahrzeug und ich kann es kaum glauben, wie schnell und reibungslos alles geklappt hat. Im Fahrzeug wartet bereits Joseph, unser Guide, welcher uns in den nächsten Wochen auf Safari begleiten wird. Während sich Joseph auf der Fahrt nach Arusha vollkommen auf die dunkle Straße vor ihm konzentriert, geht ein weiterer Angestellter unseres Partners vor Ort mit uns unseren Reiseverlauf durch und beantwortet unsere ersten Fragen. Ab und zu blicke ich aus dem Fenster und versuche zu erahnen, wie die Landschaft, die als Schatten an uns vorbeizieht wohl bei Tageslicht aussieht. 

Wildbeobachtungsfahrt im Arusha Nationalpark

Ca. vierzig Minuten später passieren wir das Tor zur unseren ersten Unterkunft in Tansania, der Mt. Meru View Lodge. Nach einer freundlichen Begrüßung werden wir durch die Dunkelheit zu unserem Zimmer geführt. Als wir das geräumige, im afrikanischen Stil eingerichtete Zimmer betreten, fühlen wir uns sofort wohl. Von der Müdigkeit übermannt liegen wir kurze Zeit später in unseren Betten. Jetzt erst einmal schlafen, denn schon am nächsten Tag soll es ja bereits zur ersten Wildbeobachtungsfahrt gehen.  

Am Morgen werden wir nach dem Frühstück von Joseph abgeholt und machen uns auf den Weg in den Arusha Nationalpark, den zweitkleinsten Nationalpark Tansanias. Auf dem kurzen Weg zum Parkeingang starren wir aus dem Fenster. Alles ist sehr grün und auch die ersten Kaffeeplantagen ziehen an uns vorbei. Von diesen werden wir in den nächsten Tagen noch mehr zu Gesicht bekommen. 

Durch das Ngongongare Gate fahren wir in den Arusha Nationalpark. Kaum das Gate passiert, halten wir aber auch schon an. Direkt vor uns erblicken wir nämlich eine Gruppe Giraffen und ich kann es kaum glauben, dass wir endlich Tiere sehen können. Ich zücke meine Kamera und fotografiere darauf los. In den nächsten Stunden geht es immer so weiter. Ich bin beeindruckt von der Vielfältigkeit der Flora und Fauna dieses Nationalparks und finde es schade, dass dieser Park im Vergleich zu den anderen eher wenig besucht wird, obwohl dieser für eine erste Wildbeobachtungsfahrt nahezu perfekt ist. Auf unserer Fahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft begegnen uns u. a. Zebras, Büffel, Warzenschweine, Wasserböcke und Giraffen. Immer wieder können wir zudem Blicke auf den hoch ragenden Mount Meru erhaschen.  

Zum Mittagessen werden wir in der berühmten Hatari Lodge erwartet. Die einst privaten Wohnhäuser von Hardy Kürger bilden das Herz dieser Lodge am Rande des Arusha Nationalparks. Von der Terrasse der Lodge haben wir beim Mittagessen einen sehr schönen Ausblick auf eine Lichtung, auf welcher sich oft Tiere an den Wasserlöchern versammeln. Leider liegt der Kilimanjaro an diesem Tag wolkenverhangen vor uns. Dieser hätte den Ausblick perfekt gemacht. 

Am Nachmittag setzen wir unsere Wildbeobachtungsfahrt in Richtung Momella Seen fort. An einem Aussichtspunkt am Seeufer dürfen wir das Fahrzeug verlassen und können den Ausblick auf den pinkfarbenen Teppich, welchen die Flamingos auf der Wasseroberfläche bilden, richtig genießen. Unser Guide erzählt uns, dass die Momella Seen vor allem in der Zeit von Oktober bis April besonders sehenswert sind, da sich dann hier auch die Zugvögel aus Europa tummeln. Insgesamt wartet der Arusha Nationalpark mit über 400 Vogelarten auf und ist somit für Vogelliebhaber sehr interessant. 

Später geht es wieder zurück nach Arusha. Kurze Zeit später befinden wir uns bereits in der quirligen Stadt. Der Kontrast zwischen Nationalpark und Stadt ist bemerkenswert. Unsere nächste Unterkunft, die Arusha Coffee Lodge, liegt am Rande der Stadt auf einer Kaffeeplantage. Am Abend lassen wir bei einem erstklassigen Abendessen die Erlebnisse des Tages Revue passieren. Voller Spannung auf den nächsten Tag fallen wir schließlich ins Bett. 

Besuch bei den Hadzabe und Datoga

Nach einem ausgiebigen Frühstück samt einer Tasse sehr guten Kaffees, machen wir uns am nächsten Tag auf zum kulturellen Teil unserer Reise: Zum Lake Eyasi.

Der Lake Eyasi befindet sich weitab jeglicher Touristenpfade und ist ein echter Geheimtipp für alle, die sich mit der einheimischen Kultur Tansanias auseinander setzen wollen. Denn hier leben nicht nur die Hadzabe, die letzten jagenden Buschmänner Ostafrikas, sondern auch die Datoga, die hier wie vor Jahrhunderten Ackerbau und Viehzucht betreiben. Zunächst geht es ca. 2 h auf der asphaltierten Straße bis nach Karatu.

Auf dem Weg dorthin bestaunen wir die vorbeiziehende, sich ständig wechselnde Landschaft und können bereits erste Blicke auf den Lake Manyara erhaschen. Danach fahren wir noch ca. 1,5 h auf der roten Schotterpiste von Karatu Richtung Lake Eyasi.

Bei unserer Ankunft am Lake Eyasi erhalten wir zunächst eine kurze Einweisung zum Besuch bei den Hadzabe und Datoga, welcher am nächsten Tag stattfinden soll. Uns wird der Tagesablauf erklärt und wir können Fragen stellen. Außerdem lernen wir den lokalen Guide kennen, welcher uns am nächsten Tag begleiten wird. Nach einem späten Mittagessen beziehen wir unser geräumiges Zelt mit sehr schönem Seeblick in der Kisima Ngeda Lodge.

Nachmittags unternehmen wir einen Spaziergang zum See und genießen den atemberaubenden Ausblick auf den See und die umliegende Landschaft von der Aussichtsplattform der Lodge, während in den umliegenden Palmen Meerkatzen umherspringen. 

Am nächsten Morgen heißt es um 5.00 Uhr aufstehen. Schließlich wollen wir mit den Hadzabe auf die Jagd gehen. Die Zeit reicht noch für eine Tasse heißen Kaffees und schon geht es los. In der Nacht hat es heftig geregnet, sodass die Straßen nur sehr schwer befahrbar sind. Da wir wissen, dass Joseph ein sehr guter Fahrer ist und sich mit dem Allradfahrzeug bestens auskennt, machen wir uns keine Sorgen. Plötzlich können wir ein immer lauter werdendes Rauschen vernehmen. Sekunden später treffen wir in der Dunkelheit auf drei weitere Fahrzeuge, die mitten auf der Straße stehen.

Aufgrund der starken Regenfälle in der Nacht hat sich ein, von den Bergen kommender, reißender Fluss gebildet, welcher direkt vor uns die Straße überquert und diese unpassierbar macht. Unser Guide erklärt, dass es viel zu gefährlich ist die Straße zu überqueren. Nach ca. 1 h Wartezeit und Beobachtung des Schauspiels, hat die Strömung aber soweit nachgelassen, dass unsere Fahrt sicher weitergehen kann. 

Eine abenteuerliche Offroad-Tour, für welche man in Deutschland eine Menge Geld zahlen muss, führt uns dann zu den Hadzabe. An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir uns dank unserem sehr guten Fahrer und Guide Joseph zu keiner Zeit trotz der schlechten Straßenverhältnisse unsicher gefühlt haben. Vielen Dank Joseph! 

Dann ist es endlich soweit: wir treffen auf die Hadzabe. Aufgrund des Regens in der Nacht haben die Hadzabe unter Felsen Schutz gesucht. Nach der Begrüßung erzählt uns unser lokaler Guide allerlei Wissenswertes über dieses faszinierende, traditionell lebende Volk. So erfahren wir z. B., dass Männer und Frauen tagsüber immer getrennt sind. Während die Männer auf die Jagd gehen, sind die Frauen für die Betreuung der Kinder zuständig und sammeln Wurzeln und Beeren. Anschließend begleiten wir die jungen, mit Pfeil und Bogen ausgestatteten Hadzabe Männer bei der Jagd. Ein einmaliges Erlebnis.

Die Hadzabe sind zwar schnell unterwegs, passen ihre Geschwindigkeit aber auch den Besuchern an, um diese an der Jagd teilhaben zu lassen. Wer nicht mit auf die Jagd gehen will, kann die Hadzabe Frauen auch beim Sammeln von Wurzeln und Beeren begleiten. Nach der Jagd zeigen uns die Hadzabe den richtigen Umgang mit Pfeil und Bogen und lassen uns auch mal schießen. Sie amüsieren sich köstlich darüber, wie tollpatschig wir uns beim Schießen anstellen. Als sich unser Besuch dem Ende zuneigt, bin ich total fasziniert vom naturverbundenen und traditionellen Lebensstil dieses Nomadenvolkes und kann es nicht glauben, dass es heutzutage noch Menschen gibt, die ein solches Leben führen. 

Beim anschließenden Buschfrühstück tauschen wir unsere Eindrücke aus und löchern unseren lokalen Guide mit weiteren Fragen. Dann geht es weiter zu den Black Smith, den Dorfschmieden der Datoga. Diese zeigen uns, wie die verschiedenen Metalle mit Blasebalg und Feuer in Handarbeit verarbeitet werden. Geschickt werden aus dem Metall Schmuck, Messer oder Pfeilspitzen hergestellt.

Dann führt uns unsere Reise zu den Datoga. Dieses polygame Hirtenvolk lebt wie vor Jahrhunderten in Hütten. Als wir das Dorf besuchen sind die Männer mit dem Vieh weit außerhalb des Dorfes. Wir treffen auf die Frauen und Kinder und haben die Gelegenheit mehr über die Lebensweise und die Gewohnheiten dieses herzlichen Volkes zu erfahren. Bereitwillig zeigen uns die Frauen ihre Hütten und erklären uns, wie sie Mais zu Mehl verarbeiten, indem sie die Maiskörner zwischen großen Steinen zermahlen. Die Datoga-Frauen sind sehr offen und beantworten gerne unsere Fragen. Aber auch sie selbst sind neugierig und fragen uns über unser Leben in Europa aus. 

Auf der Fahrt zurück zur Lodge herrscht Stille. Wir sind in uns gekehrt und versuchen unsere eindrucksvollen Begegnungen mit den Hadzabe und Datoga zu verarbeiten. Ein wirklich einmaliges Erlebnis, welches uns für immer in Erinnerung bleiben wird. Mittlerweile herrscht wieder strahlender Sonnenschein und aus dem reißenden Fluss vom frühen Morgen ist lediglich ein Rinnsal zurückgeblieben. 

Am Abend genießen wir bei einem Sundowner auf dem Felsen hinter der Kisima Ngeda Lodge den atemberaubenden Ausblick auf die untergehende Sonne über dem Lake Eyasi, auf den Ostafrikanischen Grabenbruch und die Ngorongoro-Hochebenen. Der Lake Eyasi ist ein traumhaftes Stück Erde, welches man auf seiner Tansaniareise nicht missen sollte. Unser Geheimtipp!

Ich bin etwas wehmütig, dass unser Aufenthalt am Lake Eyasi zu Ende geht. Bin aber auch gespannt und voller Vorfreude darauf, was uns in den nächsten Tagen in diesem einzigartigen Land erwartet.
 

Der einzigartige Serengeti Nationalpark

Unsere Reise führt uns nun in den Serengeti Nationalpark. Von Karatu aus fahren wir am Rand des Ngorongoro Kraters entlang, welcher zu den frühen Morgenstunden noch im Nebel liegt. Wir sind gespannt, denn wir hofften einen Blick auf den Boden des Ngorongoro Kraters zu erhaschen. Und dann ist es soweit. Einige Sonnenstrahlen bahnen sich den Weg zum Kraterboden und wir sehen den Lake Magadi, in dem viele Flamingos auf Nahrungssuche sind. Es ist fantastisch und wir können es kaum erwarten in 3 Tagen endlich in den Krater fahren zu dürfen.

Doch auch die Landschaft außerhalb des Einsturzkraters beeindruckt. Ein saftig grüner Teppich überzieht die hügelige Landschaft rund um den Ngorongoro Krater, welche auch von den Masai bewohnt wird. Kleinere Zebraherden grasen neben den Viehherden der Masai und geben ein sehr idyllisches Bild ab.

Die Landschaft wechselt ihr Gewand je weiter wir in Richtung Serengeti Nationalpark fahren. Vorbei an Akazienbäumen und Masai-Dörfern eröffnet sich vor unseren Augen eine unglaubliche Weite.

Die Straße auf der wir fahren ist sehr steinig und eine Reifenpanne zwingt uns zu einem kurzen Stopp. Wir haben Glück, denn genau hier sind wir umgeben von hunderttausenden von Gnus, Zebras, Thomsen Gazellen und Grant-Gazellen. Es ist einfach unglaublich, Tiere auf den weiten Ebenen so weit das Auge reicht. Bis sie am Horizont nur noch als schwarze Punkte zu erahnen sind. Ein wirklich einmaliges Schauspiel.

Unser Guide ist geübt und 15 Minuten später sind wir schon wieder auf dem Weg. Kleinere Herden überqueren die Straße und ziehen in einer Arte Karawane weiter zu neuen Weidegründen, um für sich und ihre Jungtiere Nahrung zu suchen.

Schon bald erreichen wir das Gate zur Serengeti, während unser Guide die Nationalparkgebühren entrichtet, nehmen wir unser Picknick ein und werden von den Dreifarben-Glanzstaren neugierig beäugt. Auch ein Marabu kreist über unseren Köpfen.

Wir passieren das Gate zur Serengeti, ein Tor welches die Grenze zum Ngorongoro Wildschutzgebiet andeutet.

In Tansania sind die Nationalparks nicht durch Zäune, zu den von Menschen bewohnten Gebieten, dazu zählt auch das Ngorongoro Wildschutzgebiet, getrennt. Somit können sich die Tiere frei bewegen.

Nach einigen Metern stoppen wir und erspähen einen Kopf, denn wir sehen in der Ferne den Kopf eines Gepards. Da man in der Serengeti nur auf den vorgegebenen Wegen fahren darf, nehmen wir unsere Ferngläser zu Hilfe, um den Gepard näher zu betrachten. Unsere Neugier ist nun umso mehr geweckt, wann werden wir wohl das nächste Tier entdecken und was wird es sein?

Die Fahrt geht weiter durch die weiten Ebenen der Serengeti und wir genießen den Anblick der Landschaft, die nun mehr und mehr von Kopjes geprägt ist. Kopjes bestehen aus unterschiedlichen Granitschichten und sind durch die Erosion freigelegt worden. Sie bieten speziellen Tierarten, wie z. B. den scheuen Klippspringern, Klippschlieffer, Schlangen und Echsen einen Lebensraum. Den Raubkatzen dienen die Kopjes auch als Versteck ihrer Jungen oder als Platz, um Ausschau nach vorbeiziehenden Vieherden zu halten.

Immer mehr Akazienbäume durchziehen die Landschaft und in einem entdecken wir sogar drei Löwinnen, die Ihre Siesta in den trockenen Baumästen verbringen. Die trockenen Baumgabeln werden von Großkatzen besonders nach Regengüssen, dem feuchten Boden vorgezogen.

Die Chancen auch in der Serengeti die berühmten baumkletternden Löwen zu entdecken, stehen in der Regenzeit daher sehr gut.

Während unserer Fahrt in das Ikoma Gebiet besichtigen wir die sehr schöne Soroi Safari Lodge. Sie liegt hoch oben auf einem großen Hügel in der Serengeti und bietet eine fantastische Aussicht auf die hügelige Akazienbaumlandschaft. Im Juni und Juli zieht hier die Migration auf ihrem Weg in Richtung Norden vorbei.

Wir haben hier das große Glück einer großen Elefantenherde mit vielen Jungtieren zu begegnen. Es ist wundervoll die Interaktionen zwischen den Tieren zu beobachten und ihnen beim Fressen zuzuschauen. 

Am späten Nachmittag erreichen wir unsere Unterkunft, das Robanda Safari Camp im Ikoma Gebiet, außerhalb der Serengeti und werden sehr herzlich vom Besitzer begrüßt. Wir lassen den Abend bei einem kühlen Bier am Lagerfeuer ausklingen.

Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück wieder auf Wildbeobachtung in den Serengeti Nationalpark. Auf dem Weg erklärt uns unser Guide die Symbiose zwischen der Pfeifenakazie und Ameisen, die in den hohlen Kugeln der Pfeifen- oder Flötenakazien leben und die Akazie vor ihren Fressfeinden verteidigen. In der Zentralserengeti steuert unser Guide auf einen Hippo-Pool zu. Hier tummelt sich eine Herde Nilpferde und die kleineren Nilpferde spielen miteinander. Wenige Meter weiter sehen wir auch ein Krokodil, welches sich in der Sonne aufwärmt.

An diesem Tag erwarten uns spannende Wildbeobachtungen: Von den anmutigen Masai Giraffen bis hin zu den eleganten Impalas, die entweder als Junggesellen oder als Harem zusammen leben, sowie Familien von Warzenschweinen, Perlhühnern und Zebragruppen. Ebenfalls sehen wir auch noch eine Vielzahl an bunten Vögeln und ich muss gestehen, dass ich diese wunderbaren Geschöpfe vorher unterschätzt habe. Die Vogelwelt Tansanias ist wirklich sehr artenreich und vor allem bunt.

Während unserer Mittagspause an einem Ratsplatz begegnen uns Zwergmungos, Klippschliefer und die frechen Webervögel.

Nach einigen Unterkunftsbesichtigungen am Nachmittag steuern wir unsere Unterkunft für die Nacht an. Da wir mitten in der großen Regenzeit unterwegs sind, ist es nicht verwunderlich, dass uns ein Regenschauer überrascht und die Straße zum Serengeti Kati Kati Camp unter Wasser setzt. Von dem eigentlichen Weg sieht man nichts mehr.

Wir können wieder einmal die Fahrkünste unseres Guides nur loben, denn er bringt uns sicher an unser Ziel.

Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir das Camp. Bisher gleicht kein Sonnenuntergang dem anderen, bei dem die Abendsonne Afrikas das Land in ein zauberhaftes und einmaliges Licht taucht.

Nach dem Abendessen werden wir zum Zelt begleitet und befolgen die Sicherheitsanweisungen der Campangestellten. Es ist sehr aufregend inmitten der wilden Natur zu übernachten und dabei den Lauten der Hyänen zu lauschen.

Die ganze Nacht regnet es durch und am frühen Morgen werden wir wieder von dem Gesang der Vögel geweckt, die bereits auf Nahrungssuche sind und ihrem morgendlichen Plausch nachgehen.
Während die Sonne die Serengeti wieder in das Tageslicht taucht, genießen wir unser Frühstück. Unser Guide erzählt uns, dass er in der Nacht nur unweit von unserem Camp Löwengebrüll gehört hat.

Voller Hoffnung machen wir uns wieder auf den Weg, um die Verursacher aufzuspüren. Leopardenspuren eines Mutter- und Jungtieres im Sand verraten uns, dass in der Nacht nicht nur die Löwen nahe des Camps aktiv waren. In den Rinnsalen, die von den nächtlichen Schauern noch übrig geblieben sind, schwimmen kleine Fische. Es ist ein bizarres Bild mitten in der Serengeti. Ebenso wie das Nilpferd, welches in der grünen Serengeti umherspaziert, auf der Suche nach der nächsten Abkühlung.

In der Ferne entdecken wir eine Löwin, Oryxe und Wasserböcke. Am Nachmittag besuchen wir unter anderem das sehr schöne Mbuzi Mawe Tented Camp. Das Camp liegt an einer Kopje, wo auch die scheuen Klippspringer anzutreffen sind. 
 

Die Tiervielfalt im Ngorongoro Krater

Anschließend geht es für uns wieder zurück in das Ngorongoro Wildschutzgebiet, in dem das Serengeti Safari Camp zu dieser Jahreszeit seinen Standort hat. Hierbei handelt es sich um das einzige Camp in der Serengeti, welches seinen Standort nach der Wanderung der Tiere ausrichtet. Auf dem Weg dorthin sehen wir eine Schar von Aasgeiern und Marabus, die sich an einem Gnukadaver zu schaffen machen. Es war sehr faszinierend diese Vögel in freier Wildbahn zu beobachten. Unser Guide erklärt uns, dass bei der Vielzahl der verschiedenen Aasgeier und Marabus jeder nur bestimmte Körperteile des Tieres frisst.

Am Serengeti Safari Camp angekommen, werden wir freundlich von der Campcrew in Empfang genommen und zu unserem Zelt geführt. Nach der erfrischenden Buschdusche sitzen wir zusammen mit den anderen Gästen am Lagerfeuer und lauschen den Geschichten der Guides und dem Löwengebrüll, welches im Laufe des Abends immer lauter wird. Buschfeeling pur!

Am nächsten Morgen werden wir bereits um 5 Uhr geweckt, denn wir wollen mit einem Guide des Serengeti Safari Camps auf einen Early Morning Game Drive gehen. Noch in der Dämmerung fahren wir los und begegnen sogleich Giraffen die nur wenige Meter von unserem Camp fressen. Auch eine Tüpfelhyäne läuft uns über den Weg. Sie kommt von Ihrem nächtlichen Streifzug und sucht sich ein kühles Plätzchen für den Tag. 

Wir kommen dann einer großen Elefantenherde sehr nahe und so beobachten wir zwei Jungbullen beim Kräftemessen. 

Bei all den großen Säugetieren darf man die interessante und vielfältige Vogelwelt nicht außer Acht lassen. Wir entdecken auch einen Schopfadler, eine Großtrappe und den vornehmen Sekretär, der mich besonders beeindruckt.

Gegen elf Uhr kehren wir zurück zum Camp und frühstücken ausgiebig.
 

Nachmittags fahren wir weiter zum Lake Masek Tented. Aus dem Masek See vernehmen wir die Laute von Nilpferden. Dieses Camp ist insbesondere im Frühjahr einen Aufenthalt wert, denn von hier aus kann man die Migration durch das trockene Flussbett wandern sehen. Auf unserer Wildbeobachtungsfahrt am Nachmittag kommen wir einem Geparden ganz nahe, ebenso wie einer Familie von Zebramungos. Denn im Ngorongoro Wildschutzgebiet hat man den Vorteil sich auch abseits der vorgegebenen Wege bewegen zu dürfen.

Während unserer Wildbeobachtungsfahrten sehen wir immer wieder zurückgebliebene einzelne Gnus, auf der Suche nach Ihrer Herde. Und so werden wir Zeugen wie eine träge Löwin die Gelegenheit nutzt, um wieder Beute zu reißen. Zufällig passiert ein Gnu den Weg der Löwin und wird von ihr attackiert. Das Gnu weiß sich allerdings zu wehren und bietet der Löwin die Stirn, rennt aber schließlich um sein Leben.

Unsere Reise führt uns nun zu unserem nächsten Highlight: Dem Ngorongoro Krater. 

Er gehört zu dem UNESCO Weltkultur- und Weltnaturerbe, nur eines von insgesamt fünf in Tansania.

Die Freude nun endlich auch in den Krater zu fahren ist riesig. Allein die Aussicht vom Kraterrand ist einfach fantastisch. Die Temperaturen am Katerrand betragen 10 Grad Celsius und früh am Morgen liegt noch ein Nebelschleier über dem Krater. Je weiter wir zum Kratergrund fahren, desto wärmer wird es und desto klarer wird der Blick.

Unten angekommen, begegnen wir so gleich einer Gruppe von Zebras mit Ihren Fohlen. Die Tiere sind an die Fahrzeuge bereits gewöhnt, sodass Sie nicht so scheu sind, wie in der Serengeti, bzw. dem Ngorongoro Wildschutzgebiet. Der Krater hat einen Durchmesser von ca. 20 km und beheimatet über 300.000 Tiere. Wie in ganz Tansania können die Tiere sich frei bewegen und können den Krater auch verlassen, wenn Sie das wollen.

Die Tiervielfalt in diesem natürlich begrenzten Raum ist riesig. Allein Giraffen gibt es im Krater nicht, da ihnen am Kratergrund nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung steht. Im Krater selbst findet man meist auch nur Elefantenbullen. Die weiblichen Tiere und Jungtiere bewegen sich hauptsächlich in den Wäldern der Kraterwand. Doch wir haben Glück und sehen auch eine Herde mit Jungtieren am Kratergrund.

Viele Tüpfelhyänen und einige Löwen ruhen sich in der Mittagshitze von Ihren nächtlichen Beutezügen aus. Nilpferde können wir in den Süßwasserlöchern beobachten. Später sehen wir auch zwei der insgesamt 20 hier lebenden Spitzmaulnashörner. Es ist ein weibliches Tier mit Ihrem Kalb. Sie weiden nur 150m von uns.

Alles in allem ist die Tierbeobachtung in dieser einmaligen Kulisse absolut sehenswert und ein MUSS, wenn man das nördliche Tansania bereist.

Am Nachmittag fahren wir aus dem Krater heraus und genießen den Panoramablick ein letztes Mal vom Kraterrand und der Ngorongoro Sopa Lodge.

Am nächsten Tag fahren wir aus dem Ngorongoro Wildschutzgebiet heraus und die Zivilisation hat uns wieder.
 

Wildbeobachtungsfahrt im Lake Manyara Nationalpark

Wir übernachten in der schönen Plantation Lodge. Ein herrlicher Ort, um sich nach einer Safari zu entspannen. Am darauf folgenden Tag besuchen wir den Lake Manyara Nationalpark.

Dieser Nationalpark ist zu 2/3 von dem sodahaltigen Manyara See bedeckt und wird während des gesamten Jahres von Wasser aus dem Ngorongoro Hochland gespeist. Demzufolge ist der Nationalpark sehr bewaldet und beheimatet eine große Vielfalt an verschiedenen Pflanzen, wie z. B. den Löweneierbaum oder die wilde Mango. 

Während unserer Wildbeobachtungsfahrt beobachten wir eine Gruppe Elefanten beim Baden. Besonders die Kleinen haben sichtlich Spaß am kühlen Nass. Es ist auch toll zu sehen, wie die Leitkuh das Signal, mit dem typischen Getröte, gibt das Bad zu beenden und dass alle aus dem Badetümpel steigen. 

Im Wald des Lake Manyara Nationalparks können wir Diademmeerkatzen beobachten und auch die Interaktionen der Paviane sind sehr unterhaltsam anzuschauen, zumal es sehr viele freche und verspielte Jungtiere gibt.

Die berühmten baumkletternden Löwen, für die der Nationalpark bekannt ist, haben wir leider nicht entdecken können. Aber dafür kreuzt ein Paar Kaffernhornraben unseren Weg, auch bekannt als Totengräbervögel.

Aus dem Nationalpark heraus geht es weiter nach Mto Wa Mbu (Mückendorf), wo in den Bäumen am Rande der Straße große Storchkolonien brüten. 

Leider fehlt uns hier die Zeit einen Dorfspaziergang zu unternehmen. Gerne hätten wir mehr kulturelle Einblicke gewonnen. Denn einzigartig für dieses Dorf ist, dass hier Menschen der vier panafrikanischen Sprachfamilien friedlich beisammen leben.
 

Weiter geht es in den Tarangire Nationalpark, der vor allem durch seine vielen märchenhaften Baobabbäume beeindruckt. Dieser Nationalpark ist erst in der zweiten Jahreshälfte richtig spannend, da sich dann viele kleinere Elefantenherden zu großen Herden von bis zu 300 Tieren zusammenfinden, um am Tarangire Fluss nach Wasser zu suchen. Trotzdem sehen wir auch jetzt in der Regenzeit viele Elefanten. Auch einen Nilwaran, Eis- und viele verschiedene Arten von Hornvögeln können wir beobachten.   

Am Nachmittag fahren wir zur letzten Unterkunft unserer Safari, dem Maramboi Tented Camp. Das Camp liegt außerhalb des Nationalparks, direkt am Migrationskorridor zwischen Lake Manyara Nationalpark und Tarangire Nationalpark. Als wir ankommen, grasen Zebras, Gnus und Warzenschweine ganz nahe an der Lodge.

Wir nehmen die Möglichkeit wahr mit einem lokalen Guide zum Lake Manyara vorzulaufen. Es ist toll ganz nahe an den See zu kommen und zu beobachten wie Flamingos sich elegant in die Lüfte erheben. Pünktlich zum Sonnenuntergang kehren wir zurück zur Lodge und genießen den fabelhaften Ausblick auf den Lake Manyara und das Great Rift Valley. 

Dieser Sonnenuntergang ist einer der traumhaftesten, den wir erleben durften. Wir sind ganz leise und die Zebras grasen direkt vor unserer Terrasse, während sich die Sonne am Horizont verabschiedet. Tansanias ist wirklich unvergleichlich. Wir werden ganz sicher wiederkommen.

 

Ihre Kathrin Brück und Tatjana Reis

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