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Die unberührte Wildnis des Okavango Deltas

Die unberührte Wildnis des Okavango Deltas

Ein Erfahrungsbericht

Lange habe ich überlegt, ob ich auf meiner nächsten Afrika-Reise wieder einmal in das einzigartige Okavango Delta fliegen soll. Etliche Safaris habe ich dort und in anderen Regionen Botswanas schon unternommen und kenne das wundervolle Land bereits sehr gut. Schnell sollte sich aber herausstellen, dass meine Entscheidung dafür absolut richtig war. Ich kenne kein anderes Safari-Gebiet in Afrika, wo das Erlebnis von Camp zu Camp so unterschiedlich sein kann. Dafür ist es aber immer faszinierend!

So entdecken wir in der Khwai Region schon kurz nach der Ankunft den ersten Leoparden. Zwei Fahrzeuge einer anderen Lodge stehen bereits in der Nähe der eleganten Raubkatze, die aufmerksam durch den Busch schleicht. Anschließend freue ich mich nach der langen Anreise auf etwas Ruhe im kleinen und gemütlichen Khwai Tented Camp. In diesem Gebiet von Khwai ist man mit den Tieren nicht immer ganz alleine, aber dafür gibt es davon zahlreiche!

Ein noch exklusiveres Erlebnis habe ich dann im schicken Camp Sable Alley, das in einem anderen Gebiet der Region liegt. Hier treffen wir fast nie auf andere Fahrzeuge. Mein bestes Foto gelingt mir, als zwei prächtige Löwenweibchen in die aufgehende Sonne blicken. Sie sind so nah am Camp, dass ich die Zeltchalets im Hintergrund gut sichtbar mit auf das Bild bekomme.

Auch sehr einsam, aber inmitten dichter Mopane Wälder liegt das Hyena Pan Tented Camp. Die vielen Wasserlöcher in der Umgebung werden entweder von Elefanten oder Giraffen in Beschlag genommen. Beide Arten bekommt man auch häufig am Wasserloch des Camps zusehen. Tolle Fotomotive ergeben sich von den in den Boden gegrabenen Wildbeobachtungsverstecken aus. Man könnte zuhause ja behaupten, man habe sich für die aus wenigen Metern aufgenommenen Elefanten-Bilder vorsichtig an die Herde heran gerobbt! Ganz Abenteuerliche verbringen im nahegelegenen Sky Beds Camp eine Nacht unter freiem Sternenhimmel – mit Sicherheit ein einmaliges Erlebnis, für das mir jedoch die Zeit fehlt.

Tief im Delta liegen die Camps Jacana, Pelo und Nxabega. In diesen liegt der Fokus auf der Erkundung des Deltas per Motorboot oder dem traditionellen Mokoro. Die Landschaft mit weiten Überflutungsebenen, verschlungenen Wasserkanälen und tropisch anmutenden Palmeninseln ist wirklich bezaubernd. Unheimlich friedlich wirkt es, wenn man nahezu lautlos im Einbaumkanu durch diese Idylle gestakt wird. Unzählige Vögel, Herden von Moorantilopen und sogar die seltenen und scheuen Sitatunga Antilopen bekomme ich dabei zu sehen.

Luxus pur erwartet mich dann im Abu Camp. Und natürlich, dafür ist es schließlich bekannt, eine hautnahe Begegnung mit halbzahmen Elefanten. Nach der Wanderung Seite an Seite mit den grauen Riesen genieße ich mitten in der Wildnis und von den Elefanten umgeben noch ein kaltes Getränk – natürlich mit Blick auf einen dieser wundervollen Sonnenuntergänge Afrikas!

Ebenfalls Komfort, Service und Verpflegung auf höchstem Niveau bieten mir die Lodges Sandibe, Xudum und Xaranna. Gerade auch Sandibe ist zudem für fantastische Raubkatzenbeobachtungen bekannt. Und ich werde nicht enttäuscht! Highlight ist eine dreiköpfige Leopardenfamilie auf einem Baum. Die Mutter und das Junge konnten sich noch vor dem später dazu stoßenden Vater satt fressen. Dieser nagt jetzt noch die letzten Reste ab. Eine Gruppe Hyänen am Boden hofft, dass er etwas fallen lässt. Wie gerne nur könnten sie jetzt klettern wie die Leoparden! Schon ein herunterfallender Ast löst große Aufregung aus. Bis sie dann enttäuscht feststellen, dass es sich leider nicht um einen Impala-Knochen handelt. Heute Abend bleiben die Hyänen hungrig, während die Leoparden zwar nicht den Baum verlassen, dafür jedoch satt und zufrieden dösen können.

Ein Highlight bei Xudum und vor allem Xaranna ist die Chance auf Nashorn-Sichtungen. Nashörner galten im Okavango Delta sehr lange Zeit als ausgestorben, bevor Sie in den letzten Jahren nach und nach wieder erfolgreich angesiedelt wurden.

Während ich bei Xudum und Xaranna allerdings mit den Nashörnern kein Glück habe, freue ich mich zum Abschluss der Reise umso mehr. Da besuche ich die Camps Duba Plains und Duba Explorers. Und auch in der Gegend von Duba Plains gibt es nun Nashörner und wir entdecken auf dieser unvergesslichen Safari insgesamt sogar fünf Stück! Besonders niedlich ist ein ganz Junges, das kaum aus dem Schatten ihrer Mutter weicht. Neben den Nashörnern sind die Ebenen von Duba natürlich vor allem auch für die große Population von Löwen und Büffeln bekannt. Eines Abends auf dem Weg zurück scheinen zwei männliche Löwen das gleiche Ziel zu haben wie wir: das Camp. Nur noch zwei-, dreihunderter Meter davon entfernt marschieren sie in aller Ruhe über eine Holzbrücke. Wir warten auf der anderen Seite auf sie. Es ist bereits dunkel und die blitzenden Augen im Rotlicht des Scheinwerfers langsam näher kommen zu sehen lässt mich erschaudern. Zum Glück schleichen sie dann abseits vom Camp in den Busch. An diesem Abend bin ich aber besonders froh, dass mich mein Guide nach dem Essen zurück zum Zimmer bringt.

Auf dieser Reise wurde mir wieder einmal bewusst, wie einzigartige diese völlig unberührte Wildnis des Okavango Deltas ist. Jede Unterkunft, die ich in Botswana besucht habe, bietet eine unvergleichliche Erfahrung. Ich hatte auch fantastische Erlebnisse in Ländern wie Südafrika, Namibia, Sambia, Simbabwe, Kenia und Tansania, aber Botswana ist und bleibt etwas Besonderes. Wichtig zu wissen ist, was einen in den verschiedenen Camps und Lodges erwartet. Trifft man bei den Unterkünften in Botswana die richtige Wahl, steht einem echten Traumurlaub nichts mehr im Wege!

Entdecken Sie Botswana!

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