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Die schönsten Reiseziele Namibias

Die schönsten Reiseziele Namibias

Ein Erfahrungsbericht von Lisa Vinke

Nach mehr als einem Jahr sollte es endlich wieder soweit sein – ich durfte nach meiner Südafrikareise wieder afrikanischen Boden unter den Füßen spüren. Im Mai ging es für mich zum ersten Mal nach Namibia, begleitet von meinem Freund, in voller Erwartung auf die beeindruckenden Landschaften und hoffentlich zahlreiche Tiersichtungen.

Kalahari

Von Berlin ging es über Amsterdam nach Windhoek, wo unsere Reise im Land der unendlichen Weiten und der Stille begann. Nach der ersten Nacht in Windhoek fuhren wir Richtung Mariental in die Kalahari Halbwüste zur Bagatelle Kalahari Game Ranch. Schon bei unserer Anfahrt wurde die Landschaft langsam trockener und der rote Sand der Kalahari umgab uns. An der Lodge angekommen wurden wir vom zahmen Springbock der Ranch begrüßt und bezogen unser Chalet am Hang mit unglaublichen Ausblick – der perfekte Ort für einen Sundowner zum Einklang auf Namibia!

Sossusvlei

Am nächsten Tag ging die Reise weiter zur Kulala Desert Lodge im Kulala Schutzgebiet am Rande des Sossusvlei. Die höchsten und ältesten Dünen der Welt hatte ich schon so oft auf Bildern gesehen und konnte es kaum erwarten, selbst auf eine der Dünen zu spazieren. Erst einmal erwartete uns jedoch ein köstliches 3-Gänge Menü unter dem beeindruckenden Sternenhimmel. Schon oft hatte ich meine Kollegen von dem Sternenhimmel in Namibia schwärmen hören, doch die Realität machte mich wirklich sprachlos. Zigtausende Sterne funkelten hier am Himmel.

Nach unserer Übernachtung in den luxuriösen Chalets ging es am nächsten Morgen kurz vor Sonnenaufgang endlich los zum Sossusvlei, das wir mit unserem Guide durch das private Gate des Kulala Schutzgebietes besuchten. Immer wieder machten wir kurze Stopps, um das Licht- und Schattenspiel der Dünen zu Sonnenaufgang zu genießen. An einer der höchsten Dünen, der „Big Daddy“, angekommen, begannen wir begleitet von unserem Guide den Aufstieg auf die Düne. Dank der frühen Stunde waren die Temperaturen noch sehr angenehm und wir konnten die Aussicht auf die scheinbar endlosen Dünenlandschaften voll und ganz genießen. Zu unserer Linken färbte die Sonne die Düne tieforange, während die rechte Seite im Schatten einen wunderbaren Kontrast dazu bildete. Nach unserem Aufstieg liefen, rutschten und sprangen wir die Düne hinunter und landeten schließlich im Dead Vlei, einer ausgetrockneten Tonpfanne mit abgestorbenen Akazienbäumen. Die Sonne stieg langsam aber sicher am Horizont empor und bei den steigenden Temperaturen suchten wir mit unserem Guide ein schattiges Plätzchen auf, um dort einen kleinen Snack zu uns zu nehmen.

Noch vollkommen beeindruckt von der Schönheit der Natur fuhren wir nach unserem Ausflug zu den Dünen weiter am Rande der Namib Wüste Richtung Swakopmund, wo wir uns mit Claudia und Anita von unserer Partneragentur Tracks & Trails trafen. Am Jetty aßen wir über dem tosenden Atlantik zu Abend und tauschten uns dabei über unsere bisherigen Erlebnisse aus. 

Damaraland

Am nächsten Tag sollte es weiter gehen zum Ozondjou Trails Camp, welches erst im September 2016 öffnete und von Tracks & Trails betrieben wird. Das Camp liegt in der wilden und ursprünglichen Landschaft des Damaralandes und bietet durch die rustikal eingerichteten Safarizelte ein sehr authentisches Busch Feeling. Erwartet wurden wir dort von unserem deutschsprachigen Guide Horst, der uns für die nächsten beiden Tage begleitete.

Früh am nächsten Morgen starteten wir unsere Pirschfahrt auf der Suche nach den Dickhäutern und durchquerten einige Trockenflussbetten und fuhren über Stock und Stein, um die seltenen Wüstenelefanten aufzuspüren, die weltweit nur noch in Namibia und Mali zu finden sind. Nach einer guten Stunde Fahrt entdeckten wir plötzlich einige der Elefanten, die an einem schattigen Plätzchen ihren Hunger stillten und sich anschließend ein kleines Schläfchen gönnten. Zwei der noch jungen Elefanten legten sich dabei sogar flach auf den Boden.

„Ihr habt so viel Glück, schlafende Elefanten zu sehen“ sagte Horst immer wieder und war, genau wie wir, sichtlich beeindruckt. Wir beobachteten die Elefanten eine Weile und plötzlich richtete sich einer der Elefanten auf und zog seine Schwester am Rüssel mit hoch. „Er möchte mit ihr spielen“, erklärte Horst und wir blieben noch eine Weile bei den Elefanten, um ihnen dabei zuzusehen.

Unter den Mopane Bäumen suchten wir uns einen Ort aus, um ein kleines Picknick zu genießen und fuhren anschließend zurück Richtung Camp, wo wir abends ein leckeres Dinner unter den Sternen genossen.

Die nächste Station unserer Reise war das Damaraland Camp, dessen Ausblick mich schon bei unserer Ankunft begeisterte. In luxuriösen Safarizelten nächtigten wir hier und kamen am nächsten Morgen in den Genuss einer weiteren Pirschfahrt zu den Wüstenelefanten. Schon nach kurzer Zeit entdeckten wir einen Bullen, der alleine durch die Gegend zog.

Unser Guide erklärte uns, dass Elefantenbullen nie bei den Kühen mit den Jungen bleiben, sondern immer alleine ihre Wege ziehen. Kurz befürchtete ich, dass wir dadurch keine weiteren Elefanten entdecken würden, doch nach einer kurzen Fahrt durch den Busch sahen wir plötzlich mehrere Elefanten mit ihren Kleinen auf einem Hügel entlang laufen!

Wir begleiteten die Elefanten und entdeckten nach und nach den Rest der Herde mit vielen jungen Elefanten und beobachteten sie beim Fressen und Grasen.

Kaokoveld

Mit diesen tollen Erinnerungen ging es für uns weiter durch das zerklüftete Kaokoveld mit einigen beeindruckenden Schluchten und Pässen bis zu den Epupa Fällen an der Grenze zu Angola, die wie eine Oase in der weiten und trockenen Landschaft erscheinen.

Die Fälle stürzen hier bis zu 40 Meter in die Tiefe und die Palmen, die das Bild der Umgebung prägen, erscheinen hier schon fast skurril zu der sonst so weiten und trockenen Landschaft Namibias. Bei einer Wanderung erkundeten wir die Fälle und unternahmen außerdem eine Rafting Tour auf dem Kunene Fluss, bei der wir einige Krokodile entdeckten.

Etosha Nationalpark

Voller Hoffnung weitere wilde Tiere Afrikas zu sehen, fuhren wir von den Epupa Fällen mit einer Zwischenübernachtung im Hobatere Schutzgebiet zum Etosha Nationalpark. Früh am morgen passierten wir das Galton Gate im westlichen Etosha und beobachteten an den Wasserlöchern zahlreiche Zebras, Giraffen und Gnus. Da wir kurz nach dem Ende der Regenzeit unterwegs waren, sahen wir auch einige Jungtiere, beschützt von ihren jeweiligen Herden. Zur Mittagszeit legen die Tiere eine Siesta ein und umso überraschter waren wir, in der Mittagshitze zwei Löwinnen in der prallen Sonne an einem Wasserloch anzutreffen. Die beiden Raubkatzen schienen sichtlich unbeeindruckt von unserem Besuch und dösten einfach weiter, sodass wir sie ungestört dabei beobachten und ein paar Fotos knipsen konnten.

Über das Andersson’s Gate im Süden des Etosha Nationalparks verließen wir den Park und fuhren zum Ongava Tented Camp im privaten Reservat Ongava, welches direkt an den Etosha angrenzt. Hier waren wir die nächsten zwei Tage wieder mit einem Guide unterwegs und profitierten vom Wissen unseres Guides Salomon. 

Okonjima Naturschutzgebiet

Nachdem wir auf unserer Reise nun schon zahlreiche Tiere gesehen hatten, fehlte dennoch noch ein ganz wichtiges: der Leopard! Um auch diesen zu entdecken reisten wir weiter zum Okonjima Naturreservat. Hier ist die AfriCat Stiftung beheimatet, welche sich dem Schutz und Erhalt von Raubkatzen widmet und diese, zum Teil nach Gefangenschaft, wieder auf ein Leben in der Wildnis vorbereitet. Um das Verhalten der Tiere nach ihrer Entlassung in die Wildnis studieren zu können, tragen einige der rund 35 Leoparden hier ein GPS Halsband, mit dem sie auch bei Pirschfahrten aufgespürt werden können. Unsere Nachmittagspirschfahrt stand kurz bevor und ich war voller Vorfreude, endlich einen Leoparden live zu sehen. Mit unserem Guide fuhren wir durch das Reservat und durch einen Peilsender sollten wir ein Signal erhalten, sobald ein Leopard in der Nähe war. Einige Minuten ertönte nur ein Rauschen, bis es plötzlich schwach piepte. Das Piepen erklang nun immer häufiger, was nicht nur bedeutete, dass ein Leopard in der Nähe war, sondern auch, dass wir ihm immer Nähe kamen!

Im Safarifahrzeug herrschte absolute Stille und alle hielten Ausschau nach dem Leoparden, der jedoch nirgendwo zu sehen war. Unser Guide fuhr noch etwas weiter über Stock und Stein in den Busch hinein, bis wir an ein ausgetrocknetes Flussbett gelangten. Und da lag er! Aber wieso lag er auf dem Rücken mit allen Vieren von sich gestreckt und mit Blut am Hals? Wir näherten uns langsam und stellten erleichtert fest, dass der Leopard sich nach seinem nachmittäglichen Warzenschwein Snack nur ein kleines Nickerchen genehmigt hatte. Wir beobachteten den Leoparden eine Weile und er beobachtete uns mindestens genauso gespannt, bevor er sich zurück zu seiner Beute ins Gebüsch verzog.

Nach einem köstlichen Abendessen machten wir noch einen kurzen Ausflug zum Night Hide des Reservates, wo wir von einem geschützten Ort an einer beleuchteten Stelle einige nachtaktive Tiere beobachten konnten. Zwei Stachelschweine beobachteten wir beim Essen und auch einen Honigdachs und sogar ein Erdferkel bekamen wir zu Gesicht! Erdferkel sieht man nur sehr selten und unser Guide war mindestens genauso aufgeregt wie wir!

Die Tage in Namibia gingen viel zu schnell vorbei und so mussten wir nach einer letzten Nacht nahe Windhoek schon wieder den Rückflug nach Deutschland antreten. In nur 17 Tagen haben wir hier so viele Erinnerungen gesammelt – von spannenden Tierbeobachtungen bis zu beeindruckenden landschaftlichen Highlights. Und eins ist sicher – wir kommen bestimmt wieder und entdecken dann noch weitere faszinierende Teile Namibias!

Entdecken Sie Namibia!

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