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Die schönsten Plätzen Malawis

Die schönsten Plätzen Malawis

Herzliche Menschen und faszinierende Landschaften

Begonnen hat unsere erlebnisreiche Safari am 19. April 2009 in Lilongwe, wo wir herzlich von unserem Partner vor Ort empfangen wurden. Nach einer Nacht im Capital Hotel, ging es am nächsten Tag los mit unserer Jeepsafari ins südliche Malawi. Die Schönheit und die Vielfältigkeit der Landschaft haben uns schon öfters beeindruckt, so dass es uns immer wieder dorthin zieht. Die sanften Hügel bieten einen wunderbaren Kontrast zum „Lake Malawi“ und ergeben hervorragende Fotomotive.

Wir nahmen die Route via Dedza und dem Golomoti Escarpment, die uns über das Rift Valley führte und uns wunderschöne Ausblicke in die Region eröffnete. En Route stoppten wir bei der bekannten Dedza Töpferfabrik, in der nicht nur sehr schöne handgefertigte Töpferware angeboten wird, sondern die auch ein hervorragendes Café im eigenen Garten besitzt. Nach ca. 4 Stunden Fahrzeit auf - für afrikanische Verhältnisse - guten Straßen erreichtn wir unser erstes Etappenziel:

Wir übernachteten zwei Tage in der neuen Pumulani Lodge bei Cape Mac Clear, die unserer Meinung nach die Auszeichnung „Beste Lodge in Malawi“ verdient. An diesem Fleckchen Erde stellte sich sofort ein Gefühl der Erholung bei uns ein. Von der Lodge aus hat man einen herrlichen Ausblick auf den See, auf dem in manchen Nächten die Fischer zu Hunderten als kleine Lichter - einem Sternenmeer gleich - auftauchen.

Wir unternahmen entspannende Dhow Fahrten (traditionelles Segelboot). Das Seeufer mit seinen vielen Vogelarten und Fischottern erkundeten wir per Kanu und das Schutzgebiet mit seiner hügligen Landschaft mit dem Mountainbike. Einen halben Tag gönnten wir uns zum Faulenzen am idyllischen Strand, am riesigen Pool und zum Genießen der Annehmlichkeiten dieser fantastischen Lodge.

Nach 2 Tagen begaben wir uns dann auf Spurensuche in den Liwonde Nationalpark. Auf dem relativ kurzen Weg dorthin (nur 120 Kilometer) besuchten wir ein paar historische Requisiten vergangener Tage wie z.B. die Kanone, die zum Gewinn der ersten Seeschlacht des „Großen Krieges“ beigetragen hat und das Mangochi Museum, das zwar etwas in die Tage gekommen ist, aber trotzdem  noch ein paar interessante Überbleibsel aufweist.

Weil die Straßen um diese Jahreszeit noch nicht geöffnet hatten, war die Mvuu Lodge nicht mit dem Fahrzeug durch den Park zu erreichen. Deshalb fuhren wir zum östlichen Eingang des Parks, an dem eine Bootscrew mit Rangern bereits auf uns wartete, um uns über den Shire-Fluss zu bringen. Unser Fahrzeug war am Bootsanlegeplatz gut aufgehoben. Der Shire Fluss mit seiner großen Artenvielfalt an Tieren bietet die Hauptattraktion des Liwonde N.P. Bereits während der Bootsfahrt konnten wir grasende Elefanten am Ufer gut beobachten und filmen.

Die Mvuu Lodge liegt sehr schön an einer Lagune und man kann vom Zelt aus Flusspferde, Krokodile und Vögel jeglicher Art beobachten. Da wir bereits schon einmal in der Mvuu Lodge waren, planten wir dieses Mal nur einen kurzen Aufenthalt, der uns dann leider nicht die Gelegenheit gab, die noch seltenen Rappenantilopen und Spitzmaulnashörner in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

Weiter ging es zum Zomba Plateau und zur Zomba Forest Lodge. Wir waren schon ganz gespannt auf das, was uns erwartete. Unterwegs hatten wir ein paar Schwierigkeiten mit dem Auto und so steuerten wir zuerst die einfache und überschaubare Zomba Forest Lodge an. Diese Lodge liegt bereits weit oben in Richtung Plateau und der Weg dorthin ist schmal und steinig. Dort angekommen wurden wir herzlich von Ronald dem Besitzer und seinem Hund „Obs" (von Obelix) begrüßt.

Moses, der 75 jährige Koch, der beim fantastischen Abendessen seine spannende Lebensgeschichte erzählte, rundet den Besuch in einer schon fast familiären Atmosphäre ab. Zwar kann man von der Lodge aus bereits mit einem Führer auf das Plateau wandern, wir bevorzugten es jedoch, das Plateau mit seinen vielen Wegen per Fahrzeug zu erkunden, da wir nur einen Tag zur Verfügung hatten. Das Plateau, der nördliche Ausläufer der Shire Highlands, ist umschlossen von mehreren Bergspitzen. Die klare Luft und Ruhe dort luden uns zum Verweilen ein und wir genossen beeindruckende Momente der Stille mit fantastischen Ausblicken.

Es gibt mehrere Aussichtspunkte, von denen man (sofern nicht hin und wieder eine Wolke auf über 2000 m vorbeizieht) eine uneingeschränkte Sicht hat. Außer ein paar Holzfäller, die mit ihren mit Holz überladenen Fahrrädern fast schon selbstmörderisch den Berg herunter rollten, trafen wir keine Menschenseele. Die Wege sind nur für ein 4x4 Fahrzeug zugänglich, aber sehr gut zu Fuß zu erwandern. Auf dem Plateau gibt es ein ganzes Netz an Wegen, das sich für schöne, ausgedehnte Wanderungen anbietet.

Am nächsten Morgen hieß es wieder Abschied nehmen und wir fuhren mit unserem Landcruiser durch eine lange, weite Ebene mit vielen kleinen Dörfern, die aufgrund ihrer portugiesischen Architektur bereits die Nähe zu Mosambik widerspiegelten. Unser Ziel für heute war die Lujeri Lodge beim Mulanje Bergmassiv.

Das Mulanje-Massiv erhebt sich 70 km südlich von Blantyre aus weitläufigen Teeplantagen. Es ist wegen seiner Schroffheit, seiner beeindruckenden Höhe und seinen gigantischen Granitwänden ein beliebtes Ausflugsziel. Kleine Seen, Wasserfälle und schöne Wanderwege bieten einen Aufenthalt besonderer Art in Afrika. Den Sapitwa Gipfel, mit 3.002 m der höchste Berg Zentralafrikas, konnten wir vom Fuße des Massivs aus bestaunen, doch wir hatten nicht den sportlichen Ehrgeiz, ihn zu besteigen. Er sollte auch nur mit erfahrenen Guides und entsprechender Ausrüstung erzwungen werden.

Wir bevorzugten den gemütlichen Aufenthalt in der Lujeri Lodge, die in einem wunderschön angelegten, blühenden Garten und schier endlosen Teefeldern liegt. Tea Time war angesagt, wobei wir diesen nicht nur tranken, sondern regelrecht studierten. George, unser lokaler Führer, zeigte und erklärte uns bei einer Tour durch die Plantage alles, was man über Tee wissen sollte. Die Tour dauerte über 3 Stunden und wir gewannen dadurch viele neue Erkenntnisse über Tee.

Der Service Gedanke der Lodge war sehr professionell, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig: Die zu verzehrenden Lebensmittel musste man selbst mitbringen. Diese wurden dann vom Personal in hochprofessioneller und kreativer Form zubereitet. Aus fast nichts (wir hatten vergessen, einzukaufen) haben die Angestellten innerhalb kürzester Zeit ein 3-Gänge-Menü gezaubert. Sehr lecker.

Auf unserer letzten Etappe durch das südliche Malawi führte uns unser Weg in das kleine Naturreservat Majete, das ca. 2,5 Stunden südlich von Blantyre liegt. Über eine sehr schön gelegene Passstraße ging es hinunter zum Shire Fluss und weiter in das Wildschutzgebiet, welches African Parks Network finanziert und verwaltet.

Das Reservat wurde in den letzten Jahren komplett umzäunt, um wieder Großwild dort ansiedeln zu können. In einem unserer letzten Newsletter haben wir bereits über die Umsiedlung von Elefanten des Liwonde N.P. in den Majete N.P. berichtet. Die umgesiedelten Elefanten sind alle wohlauf und erfreuen sich bester Gesundheit in ihrem neuen Zuhause.

Das Thawale Camp bietet in Verbindung mit den Parkbehörden ein „Elephant Tracking“ an, bei dem man den verschiedenen Herden mit erfahrenen Rangern und Peilgeräten zu Fuß folgt. Es war immer ganz mühelos, doch die Anstrengung hat sich gelohnt - mehr als 5 Stunden sind wir den Tieren gefolgt. Mal etwas näher, dann wieder ein bisschen weiter weg, doch immer waren wir auf Tuchfühlung mit den leisen, grauen Riesen.

Von Majete aus brachen wir in Richtung Sambia auf. Schweren Herzens verließen wir Malawi - "The warmest Heart of Africa" - mit seinen herzlichen Menschen und seiner faszinierenden Landschaft. Es war bestimmt nicht unser letzter Besuch dort!

Ihre Liane und Michael Merbeck

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