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Das erste Mal in Ruanda

Das erste Mal in Ruanda

Teil 2 des Uganda-Ruanda Reiseberichts

Teil 1 des Uganda/Ruanda Reiseberichts finden Sie hier: Das erste Mal in Uganda

Volcanoes Nationalpark

Am nächsten Tag geht es für uns weiter nach Ruanda zum Volcanoes Nationalpark. Bevor wir die Grenze passieren, machen wir noch einen kurzen Stopp beim Lake Mutanda, welchen wir nach ca. 45 Minuten Fahrzeit erreichen. Der Anfahrtsweg zu den Unterkünften in dieser Region ist nicht besonders gut: holprige, schwierige Pisten (vor allem bei Regen) liegen vor uns.

Angekommen an dem glasklaren See, im Hintergrund die wundervolle Kulisse der Berge, genießen wir die Zeit. Bootstouren sind hier ebenfalls gut möglich. Anschließend passieren wir die Grenze und erledigen die Formalitäten, die nach ca. 45 Minuten erledigt waren. Wir fahren nun weiter zum Volcanoes Nationalpark. Die Straßen sind zum Teil geteert und zum Teil sind wir auch auf holprigen Pisten unterwegs. Wir fahren nun durch eine Stadt, die uns recht modern erscheint. Breite, asphaltierte Straßen; weniger Verkehr; viele Schulen und auch Fußballplätze sind zu sehen. Die Leute hier sind auch schon etwas moderner gekleidet.

Was wir wirklich witzig finden: wir erreichen hier eine andere Zeitzone und können in Ruanda die Uhrzeit nun wieder um eine Stunde weiter stellen und sind nun wieder in der Europäischen Zeitzone angekommen. In Ruanda haben wir im Vergleich zu Uganda auch wieder Rechtsverkehr.

Beeindruckt kommen wir in unserer Unterkunft, der Mountain Gorilla View Lodge an. Die Unterkunft verfügt über 20 Zimmer, die sehr großzügig, mit einem großen Bad und einem Kamin ausgestattet sind. Im Haupthaus setzten wir uns zum Kamin und trinken einen heißen Tee, um uns etwas aufzuwärmen. Ruanda liegt höher, was sich auch durch die kühleren Temperaturen bemerkbar macht. Abends gibt es dann ein sehr leckeres Buffet mit viel Auswahlmöglichkeit.

Golden Monkey Tracking

Nach einem reichhaltigen Frühstück fahren wir weiter zum Ausgangspunkt für das Gorillatracking oder den anderen Alternativen. Heute steht das Golden Monkey Tracking auf dem Programm. Die Fahrt dorthin dauert in etwa 30 – 40 Minuten.

Dort angekommen gibt es einen Bungalow, in dem Tee und Kaffee zur freien Verfügung stehen. Bei einer heißen Tasse Kaffee kann man die einheimischen Tänzer, die mit einer tollen Show die Blicke auf sich ziehen, beobachten. Unser Guide Moses erledigt in der Zwischenzeit die Formalitäten.

Wir werden nun wieder einer Gruppe der Golden Monkeys zugeteilt. Ein Ranger unterweist uns und wir fahren ca. 15 Minuten zum Start der Wanderung. Wir wandern durch ein Dorf, vorbei an Feldern, auf denen fleißige Frauen bei der Arbeit zu beobachten sind. Bevor es in den Regenwald geht erzählt uns unser Ranger noch einiges über diese wundervollen Tiere und dass diese nur in diesem Park zu finden sind. Zwei habituierte Gruppen sind im Volcanoes Nationalpark zu finden. Unsere Gruppe besteht aus 120 Tieren (in einer Gruppe können aber bis zu 200 Tiere sein).

Völlig aufgeregt wandern wir durch den aus Bambusästen bestehenden Regenwald. Die Wanderung, bis wir die Tiere entdecken, vergeht richtig schnell. Wir beobachten dann diese tolle Affenart für eine Stunde. Es ist wirklich ein toller Anblick wie diese flinken Primaten von Ast zu Ast wandern. Wir sehen auch viele Tiere einfach nur beim Fressen zu, was wirklich witzig aussieht aus nächster Nähe. Wir sind nicht mehr als 5 Meter von den Tieren entfernt. Das war richtig schön.

Die Stunde bei den aufgeweckten Tieren vergeht richtig schnell und wir treten nun wieder den Rückweg an. Nach ca. einer halbstündigen Wanderung durch die Bambus Wälder und an Feldern vorbei, erwartet uns Moses und bringt uns zurück zur Unterkunft, welche nur noch 10 Minuten entfernt ist. In der Unterkunft werden uns sofort unsere sehr schmutzigen Schuhe abgenommen und für uns geputzt – was für ein toller Service! Wir nehmen eine heiße Dusche, um uns wieder frisch zu fühlen. Wir verbringen den restlichen Nachmittag in der Unterkunft bei Kaminfeuer und einem spannenden Buch. 

Nyungwe Nationalpark

Canopy walk

Am nächsten Tag erwartet uns eine etwas längere, ca. 7-stündige Fahrstrecke, wieder an vielen Dörfern vorbei zum Nyungwe Nationalpark. Wir fahren wieder vorbei an Hängen, die mit Teeplantagen besetzt sind. Auch fahren wir entlang des wundervollen Lake Kivu und unternehmen einen kurzen Zwischenstopp. Der See ist ebenfalls glasklar und bietet sich nach dem anstrengenden Gorillatracking oder anderen Aktivitäten sehr gut an. Hier lässt es sich wunderbar aushalten.

Als wir am späten Nachmittag in unserer Unterkunft im Gisakura Guest House ankommen, beziehen wir zunächst einmal unser Zimmer. Den restlichen Nachmittag und Abend verbringen wir auf der Terrasse bei einem spannenden Spiel und ausgezeichneten Abendessen. Der Nyungwe Nationalpark ist ein sehr exklusiver Park, da nicht so viele Gäste den Weg dorthin finden. Dieser ist ideal für Kunden die abseits der touristischen Pfade unterwegs sein möchten und sich auch gerne etwas entspannen.

Im Nyungwe Nationalpark kann ein Schimpansentracking, Narure Walks, Vogelbeobachtungen, Primaten Wanderungen und auch der Canopy walk unternommen werden. Wir entscheiden uns, denn Canopy walk am nächsten Tag einzuplanen. Der Canopy walk kann an 4 Zeiten pro Tag unternommen werden. Wir entscheiden uns für den walk um 10 Uhr, um den Tag auch gemütlich zu beginnen.

Wir fahren mit unserem Guide Moses ca. 45 Minuten zum Gate, dem Ausgangspunktes aller Aktivitäten des Nationalparks. Während unser Guide alle Formalitäten erledigt, sehen wir uns in dem neuen, sehr nett eingerichteten Infozentrum um und erfahren viel Wissenswertes über den Park und dessen Aktivitäten. Nach einer kurzen Einweisung des Rangers geht es für uns nun auch schon los. Der Canopy walk dauert insgesamt ca. 1,5 Stunden.

Anfangs wandern wir ca. 30 Minuten bergab mit tollem Blick auf den Park. Der Ranger erklärt uns viel Wissenswertes zum Park sowie dessen Pflanzen. Nun stehen wir endlich vor den insgesamt 3 Hängebrücken, die über die Wälder führen. Wir sind so aufgeregt und begeben uns vorsichtig auf die erste Hängebrücke. Diese ist etwas kürzer und noch nicht ganz so hoch. Wieder auf festen Boden eines Turmes genießen wir den Ausblick.

Gleich wollen wir weitergehen auf die zweite, längste und höchste Hängebrücke. Diese ist in der Mitte doch schon etwas wackeliger. Im Gänsemarsch genießen wir den wackeligen Pfad bis zum zweiten, festen Turm.  Der Ausblick von den Hängebrücken ist gigantisch. Alle guten Dinge sind drei, also wandern wir auch noch über eine dritte Hängebrücke, die auch etwas kürzer und nicht ganz so hoch ist. Da wir die Hängebrücken so toll finden, wählen wir den Rückweg auch wieder über die Hängebrücken und nicht durch den Wald.

Zurück auf festem Boden angekommen, wandern wir nun ca. 30 Minuten durch den Nationalpark wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wir genießen noch einmal die beeindruckende Landschaft. Anschließend bringt uns unser Guide wieder zurück zum Gisakura Guest House. Wir genießen einen unserer letzten Abende in Afrika. 

Akagera Nationalpark

Bootsfahrt

Wir fahren heute weiter zu unserer letzten Safaristation, dem Akagera Nationalpark. Die ca. 9 stündige Fahrt auf Serpentinen, holprigen Pisten und auch Teerstraßen führt uns auch zu einem sehr exklusiven und abgelegenen Park. Als wir das Gate passieren und die Formalitäten erledigt haben, fahren wir weiter zu unserer Unterkunft, dem Ruzizi Tented Camp, welches direkt im Park liegt.

Plötzlich müssen wir anhalten, da uns ein mächtiger Elefant den Weg versperrt. Wir sind „gezwungen“, den mächtigen Bullen, dem jedoch leider ein Teil seines Rüssels fehlt, zu beobachten. Ich bin überglücklich, den prächtigen Kerl für ein Weilchen beobachten zu können. Überglücklich kommen wir in unserem Camp an. Hier erwartet uns die nächste Überraschung. Das Camp liegt nämlich direkt am See und von der Ankunftshalle hat man auch einen wunderbaren Blick am See – indem sich gerade Nilpferde vor uns präsentierten.

Wir beziehen unser Zeltcamp, welches erhöht auf einem steingemauerten Pflaster liegt. Endlich wieder richtiges Buschfeeling. Die Zelte sind sehr luxuriös und man fühlt sich sofort wohl. Die einzelnen Zelte erreicht man über Holzwege, erhöht auf Stelzen. Sieht wirklich sehr schön aus. Von jedem einzelnen Zeltcamp hat man Blick auf den See, einfach perfekt für eine Nacht in der Wildnis. Das sehr aufmerksame und tolle Personal, deckte unseren Tisch für das Abendessen auf der Terrasse, welche über einen Steg zu erreichen ist und über dem Wasser liegt. Bei einem Lagerfeuer und tollem Ausblick auf den See genießen wir unser wirklich sehr gutes und ausgiebiges Abendessen.

Am nächsten Morgen werde ich ganz zeitig mit großen Safariaugen munter und freue mich schon auf die bevorstehende Pirschfahrt. Mit einem zusätzlichen Ranger, der sich im exklusiven Park sehr gut auskennt, machen wir uns auf die Suche nach den wundervollen Tieren. Eulen, viele Vögel, Elefanten, Giraffen, Zebras, Kronenkraniche, Impalas und vieles mehr prägen unser Sinnbild.

Der Akagera Nationalpark ist landschaftlich sehr eindrucksvoll mit seinen Savannen und Sümpfen. Die Landschaft ist hügelig mit tollem Ausblick auf die Seen als auch die Berge und der perfekte Ort für Vogelliebhaber. Und das Schöne ist auch, dass wir den Park für uns alleine haben und uns nur sehr wenige bis gar keine Fahrzeuge entgegen kommen. Mittags genießen wir den Lunch wieder auf der Terrasse.

Am Nachmittag erwartet uns eine Bootsfahrt am dem Lake Ihema. Der Lake Ihema liegt im Süden des Nationalparks und ist der größte See im Park. Nach ca. 15 Minuten Fahrt vom Camp erreichen wir die Bootsanlegestelle, wo wir bereits erwartet werden. Mit einem kleinen Motorboot (für max. 11 Personen) fahren wir für ca. 1, 5 Stunden auf dem See herum. Wir fahren entlang des Ufers und beobachten jede Menge Flusspferde die gemütlich im See lauern. Wir umfahren eine kleine Insel, auf der sich gerne Krokodile befinden. Dieser Anblick wird uns bestätigt und wir sehen wirklich viele, große Krokodile, aber natürlich auch jede Menge Vögel.

Da uns die Bootsfahrt so Spaß macht visieren wir noch ein weiteres Ufer an, an dem wir mit großer Freude einen Elefanten entdecken. Wir genießen den Anblick und sehen dem Elefanten eine ganze Weile beim Grasen zu. Nun müssen wir leider wieder zurück fahren.

Die Fahrt mit dem Motorboot ist ein wirklich tolles Erlebnis. Nach einer kleinen Pirschfahrt im Park kommen wir bei unserer letzten Unterkunft, der Akagera Game Lodge an. Wir beziehen unser Zimmer und beobachten vom Balkon aus die spielenden Paviane, die aufgeweckt herumtollen. Ein wirklich lustiger Anblick zum Zusehen.

Zum Abendessen gibt es ein sehr ausgiebiges 4 Gänge Menü. Völlig satt genießen wir unseren letzten Abend in Afrika. Nun heißt es wieder Tasche packen.

Kigali und Ende der Reise

Zum Frühstück bedienen wir uns an der großen Auswahl des Frühstückbuffets. Gestärkt verabschieden wir uns und fahren nun weiter nach Kigali. In Kigali legen wir noch einen Stopp in der Genozid Gedenkstätte ein, welche ein Erinnerungsort für die Opfer des schrecklichen Bürgerkriegs ist. Mit sehr vielen Eindrücken verlassen wir das Museum.

Unser Guide Moses lädt uns noch zum Mittagessen in ein Shoppingcenter ein. Dies ist für uns ein interessantes Erlebnis, denn Mittagessen in einem Shoppingzentrum kennen wir nur nach einem Shoppingtag in einem deutschen Einkaufszentrum. Unser Guide Moses bringt uns anschließend zum Flughafen und verabschiedet sich von uns.

Wir bedanken uns für diese tollen 3 Wochen und die spannenden Erlebnisse, die wir mit ihm erleben durften. Mit jeder Menge Eindrücke, viel Gepäck und Souvenirs checken wir nun am Kigali Flughafen ein und warten auf unseren Rückflug mit der Ethiopian Airlines. 

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