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Auf Safari in Kenia

Auf Safari in Kenia

Einzigartige Tierbeobachtungen und traumhafte Landschaften

Wochenlang habe ich auf unsere Keniareise hingefiebert, Reiseführer gelesen und Videos angeschaut. Man versucht sich vorab ein Bild zu machen, doch dann kommt alles anders und es ist noch viel besser, als jemals erhofft.

Masai Mara

Nach unserer Landung in Nairobi und der Erledigung der Einreiseformalitäten, werden wir von unserem lächelnden Guide begrüßt, welcher sich in den nächsten Wochen als treuer und wirklich kompetenter Begleiter herausstellt. Eine 5-stündige Fahrt bringt uns bereits zum ersten Höhepunkt unserer Reise: in die Masai Mara.

Gleich an unserem ersten Tag nutzen wir die Gelegenheit ein Dorf der Maasai zu besuchen. Unser lokaler Guide berichtet uns allerlei Wissenswertes über das Volk in farbenprächtiger Kleidung. Neben ein Tanz- und Gesangsvorführung haben wir die Gelegenheit eine der, aus Holz und Kuhdung erbauten, Hütten zu besichtigen.

Anschließend machen wir uns auf dem Weg zu unserer ersten Unterkunft – dem Siana Springs Tented Camp. Dieses idyllische Camp liegt in einem privaten Wildschutzgebiet nur ca. 15 Minuten vom Gate zur Masai Mara entfernt, dadurch bietet sich den Gästen auch die Möglichkeit die Umgebung bei Wanderungen kennenzulernen. Wir lassen den Tag mit Gesprächen am Lagerfeuer und einem schmackhaften Barbecue ausklingen.

Durch das Sekenani Gate geht es früh am nächsten Morgen in das Masai Mara Nationalreservat. Bereits nach kürzester Zeit begegnen uns Zebras, Warzenschweine, Büffel, Elefanten, Topis und Giraffen. Nun bin ich angekommen. Ich lasse meinen Blick über die weiten Savannen schweifen und realisiere spätestens jetzt: ich bin wieder in Afrika. In der Ferne erblicken wir zwei Safarifahrzeuge unter einem Baum. Sofort schlägt mein Herz schneller. Am Schauplatz des Geschehens angekommen, traue ich meinen Augen nicht. Kaum eine halbe Stunde in der Masai Mara und schon erblicken wir einen Leoparden im Baum, der genüsslich seine Beute verzehrt.

Wir beobachten eine Weile das Geschehen und dann lässt der Leopard seine Beute im Geäst liegen und stolziert majestätisch zum gegenüberliegenden Ast, um sich dort zu putzen. Ich bin von diesem Geschöpft fasziniert und könnte noch stundenlang zuschauen. Als der Leopard vor sich hindöst und weitere Fahrzeuge kommen, setzen wir unseren Game drive fort. Immer wieder treffen wir auf kleinere Herden von Gnus und Zebras. Unser Guide erklärt uns, dass es sich hierbei um die Ausläufer der Großen Migration handelt, die hier in der Regel ca. zwischen Juli und September/Oktober stattfindet. Aber auch zu jeder anderen Jahreszeit gilt die Masai Mara als eines der landschaftlich schönsten und tierreichsten Naturschutzgebiete Ostafrikas.

In der Mittagszeit entdecken wir einen schlafenden jungen Löwen, der sich nicht einmal von unserem Fahrzeug wecken lässt. Wir beschließen daher, uns lieber einer großen Elefantenfamilie zu widmen. Unterwegs nutzen wir die Gelegenheit die Keekorok Lodge sowie die Masai Mara Sopa Lodge zu besichtigen.

Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zur unseren exklusiven Unterkunft für die kommende Nacht: die Mitarbeiter des Cottar´s 1920s Safari Camps erwarten uns bereits. Das Cottar’s Camp liegt in einer etwa 10.000 ha großen privaten Konzession im Südosten der Masai Mara, angrenzend an die Serengeti und das private Loliondo Reservat. Das Camp vermittelt seinen Gästen ein einzigartiges Safarigefühl einer längst vergangenen Zeit. Nach dem Bezug eines der nur 10 luxuriösen Zelte, brechen wir Nachmittagspirschfahrt auf. Die Nachmittagssonne taucht die Landschaft in ein wunderschönes Licht.

Wir fahren am Sand River an der Grenze zu Tansania entlang. Unser Guide erzählt uns, dass zur Zeit zwei Löwinnen Junge haben und hält nach ihnen Ausschau. Und dann sehen wir sie: am anderen Ufer erblicken wir zunächst eine Löwin, dann tapsen nacheinander fünf zuckersüße Löwenbabys hinter einem Felsen hervor. Ich kann meine Kamera zunächst kaum stillhalten, dann lehne ich mich aber zurück und sehe dem Toben der Kleinen zu. Wirklich unglaublich! Bei Sonnenuntergang fahren wir auf eine Anhöhe. In der Ferne sind Elefanten sowie Strauße auszumachen.

Wir genießen die Stille, doch dann entdeckt unser Guide eine Löwin. Wir machen uns sofort in die Richtung auf, folgen der Löwin und werden belohnt: Sie gesellt sich zu einer weiteren Löwin und 3 jungen Löwen. Wieder zücke ich meine Kamera. Wer hätte gedacht, dass wir auf unserer Nachmittagspirschfahrt so viel Glück haben werden?

Dann geht es zurück ins Camp, wo eine heiße Dusche und ein erstklassiges Abendessen auf uns warten. Ein wirklich erlebnisreicher Tag geht zu Ende und nach nur einem Tag in der Masai Mara kann ich bestätigen, dass es sich hierbei wirklich um eine der Regionen mit dem größten und vielfältigsten Tierreichtum handelt.

Unser heutiges Ziel ist die Mara North Conservancy, ein privates Schutzgebiet, welches an die Masai Mara angrenzt.

Auf dem Weg dorthin begegnen uns wieder Löwen, Warzenschweine, Zebras, Strauße, Tüpfelhyänen und zahlreiche andere Tierarten. Zudem statten wir dem am Mara Fluss gelegenen Governors' Camp sowie dem luxuriösen Bataleur Camp einen Besuch ab. Zu Mittag kehren wir im sehr schönen, ebenfalls direkt am Fluss gelegenen Olanana Camp ein. Was gibt es schöneres, als beim Essen dem Rauschen des Flusses und den Geräuschen der Hippos zu lauschen?

Am Nachmittag erreichen wir das Elephant Pepper Camp und beziehen wir unser Zelt. Es ist einfach, aber mit allem nötigen Komfort ausgestattet. Hier gibt es kein fließendes Wasser, auf heißes Wasser zum Waschen und eine heiße Buschdusche muss man trotzdem nicht verzichten.

Das Elephant Pepper Camp bietet den Besuchern ein authentisches Safarierlebnis, eine Reise in die Vergangenheit der traditionellen Buschsafaris. Vom Hauptbereich des Camps sowie von unserem Zelt haben wir einen wunderschönen Blick auf eine Lichtung, auf der friedlich Zebras grasen. Hier kann man sich in der Hängematte zurücklehnen und einfach nur entspannen. Was will man mehr?

Kaum haben wir am Nachmittag unser Camp für den Game drive verlassen, erwarten uns wieder spannende Tierbeobachtungen. Nur ca. 1 km vom Camp entfernt treffen wir auf eine Löwin, die eine in der Ferne grasende Herde Gnus beobachtet. Gelangweilt wirft sie uns einen Blick zu und lässt sich von uns nicht stören.

Der Vorteil der Mara North Conservancy besteht darin, dass man hier auch mal abseits der Wege fahren kann, wenn man etwas Spannendes entdeckt. Zudem trifft man hier nur auf wenige andere Fahrzeuge und hat quasi die Tiere für sich allein. Zudem kann man hier auch Buschwalks und Nachtpirschfahrten machen. Ein unschätzbarer Vorteil gegenüber dem Masai Mara Nationalreservat.

Dennoch muss man auf Wildbeobachtungsfahrten im Reservat nicht verzichten. Pro Aufenthalt wir ein ganzer Tag im Reservat selbst eingeplant. Wir begegnen zwei weiteren Löwinnen und einem jungen Löwen, die Zebras beim Grasen beobachten. Und dann geschieht es: die Löwen pirschen sich an die Zebras ran. Ganz langsam zuerst und dann geht alles sehr schnell.

Ich halte den Atem an. Der Angriff bleibt aber ohne Erfolg. Die Zebras bemerken die Löwen und ergreifen die Flucht. Schade, vielleicht klappt es beim nächsten Mal. Bei Sonnenuntergang treffen wir auf einer Lichtung auf die anderen Gäste des Camps. Hier haben die Mitarbeiter des Camps ein Lagerfeuer arrangiert. Zum Sundowner wird uns auf dem Lagerfeuer zubereitetes Popcorn serviert.

Dann geht es zurück ins Camp. Nach einer heißen Dusche und dem leckeren Abendessen, sitzen wir mit den anderen Gästen noch am Lagerfeuer zusammen. In der Ferne hören wir das Brüllen der Löwen. Was kann schöner sein?

Lake Naivasha

Am nächsten Morgen brechen wir früh in Richtung Lake Naivasha auf, wo wir gegen Mittag ankommen. Somit haben wir genügend Zeit für eine ausgiebige Bootsfahrt auf dem höchstgelegenen See des Ostafrikanischen Grabens.

Es ist schön die Natur einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben, sich zurücklehnen zu können und einfach den Geräuschen zu lauschen. Wir können zahlreiche Vogelarten wie z. B. Pelikane, Marabus und Schreiseeadler aus nächster Nähe beobachten. Rund 300 Vogelarten können hier gesichtet werden – ein Paradies für Vogelliebhaber. Aber auch an Flusspferde kommt man sehr nah ran.

An die Bootsfahrt schließt eine kurze Wanderung an, auf welcher man Zebras, Giraffen, Gnus und Antilopen beobachten kann. Am Nachmittag besichtigen wir die Chui Lodge sowie das Kiangazi House. Beide Unterkünfte sind im Oserian Wildschutzgebiet gelegen. Vor dem Abendessen erkunden wir die Umgebung der Naivasha Sopa Lodge auf einer kurzen Wanderung. Am Abend wird man zum Restaurant geleitet. Als wir im Schein der Taschenlampe einen Hippo in einigen Metern Entfernung grasen sehen, wissen wir warum.

Lake Elementaita

und Lake Nakuru Nationalpark

Weiter geht für uns die Fahrt in Richtung Pelican Lodge am Lake Elementaita. Der Salzsee ist nicht nur ein Vogelparadies, seine Uferbereiche sind vor allem Ostafrikas größte Brutstätte der Pelikale.

Die einzelnen Cottages der neu erbauten Pelican Lodge liegen wunderschön mit Blick auf den Elementaita See. Wir beziehen unser sehr schönes Cottage, können aber nicht lange die Annehmlichkeiten der Unterkunft genießen, denn der Nakuru Nationalpark ruft. Wir hoffen in dem kleinen Park auf die letzten der „Big Five“, die Nashörner zu treffen.

Der Lake Nakuru Nationalpark ist weltweit für seinen Vogelreichtum berühmt. Die Hauptattraktion am sodahaltigen Nakuru See sind die zahlreichen Flamingos, die oft einen rosaroten Saum an den Ufern des Sees bilden. Leider haben wir nicht das Glück, viele von Ihnen zu sehen. Dafür haben wir viele andere unvergessliche Tierbeobachtungen. An voran viele Nashörner. Bereits kurz nach dem Gate treffen wir auf unser erstes Nashorn. Überwältig zücke ich meine Kamera. Viele weitere Nashörner folgen, einige davon grasen nur wenige Meter neben uns. Bisher war ich noch nie so nahe an Nashörner rangekommen.

Dass dieses Erlebnis allerdings noch übertroffen wird, habe ich in diesem Moment natürlich nicht gedacht. Außerdem haben wir das Glück auf einige der seltenen Rothschildgiraffen zu treffen.  Diese Giraffenart ist leider vom Aussterben bedroht, es gibt nur noch ein paar Hunderte von ihnen, die in freier Wildnis leben. Rothschildgiraffen zeichnen sich durch das weiße Fell ihrer Beine aus. Sie tragen „white socks“, sagt unser Guide. Zudem verlaufen zwischen ihren Flecken rötlich gefärbte Bänder und nicht weiße.

Zu Mittag kehren wir im Flamingo Hill Tented Camp ein. Auf unserer nachmittäglichen Wildbeobachtungsfahrt treffen wir auf viele verschiedene Vögel, Wasserböcke, große Büffelherden und Zebras. Zudem können wir als weiteres Highlight ein Löwenpärchen bei der Paarung beobachten. Als es zu regnen anfängt, schließen wir das Aufstelldach unseres Minivans und machen uns auf den Weg zum Gate. Bereits nach kurzer Zeit sehen wir vor uns einige Fahrzeuge, die gespannt etwas beobachten.

Langsam fährt uns Guide heran.Plötzlich rasen zwei kämpfende Nashörner nur wenige Meter an uns vorbei. In diesem Moment steht alles still, gebannt und mit offenen Mündern starren wir auf das Schauspiel vor uns. Ein Nashorn hat bereits Verletzungen davon getragen. Einige Minuten sagt keiner auch nur ein Wort und wir beobachten einfach nur. Dann gibt ein Nashorn nach und die Streithähne gehen auseinander.

Erst dann erzählt uns unser Guide, wie selten ein derartiges Schauspiel beobachtet werden kann und dass er selbst noch nie so nah am Geschehen war. Ich habe nicht gedacht, dass ein so kleiner Nationalpark so viel zu bieten hat. Überwältig von den vielen Eindrücken kehren wir zu unserer Lodge zurück. Am Abend falle ich glücklich ins Bett und überlege mir, was der nächste Tag wohl bringen mag. 

Ol Pejeta Schutzgebiet

Heute brechen wir früh zu unserem nächsten Ziel – dem Ol Pejeta Schutzgebiet - auf. Unterwegs passieren wir den Äquator. Mit wenigen Hilfsmitteln versucht ein Einheimischer uns die Corioliskraft in Form eines Experiments zu erklären. Dann fahren wir weiter und treffen gegen Mittag im Ol Pejeta Schutzgebiet ein.

Das ca. 9.700 ha große Ol Pejeta Schutzgebiet liegt malerisch zwischen den Hügeln des Aberdares Nationalparks und dem gigantischen Mount Kenya Massiv. Neben den Big 5 gibt es hier zahlreiche weitere Tiere, die wir zu entdecken hoffen.

Zu Mittag sind wir im schönen Ol Pejeta Bush Camp eingeladen, einer der wenigen Unterkünfte im Schutzgebiet. Am Nachmittag begeben wir uns auf Pirschfahrt. Neben Wildbeobachtungsfahrten bei Tag und bei Nacht, sind im Ol Pejeta auch Nature walks und Kamelreiten möglich. Das Schutzgebiet ist zudem die Heimat von fast 50 befreiten Schimpansen. Die Sweetwaters Chimpanzee Sanctuary ist der einzige Ort in Kenia, an welchem die vom Aussterben bedrohten Schimpansen beobachtet werden können.

Die Schutzstation kann täglich und kostenfrei besucht werden. Davon wollen wir uns einen Eindruck verschaffen. Auf dem Weg zur Schimpansen-Schutzstation begegnen uns Zebras, Warzenschweine und Antilopen. Dort angekommen werden wir von einem Pfleger begrüßt und erhalten eine Führung. In der Sanctuary leben zwei Schimpansengruppen, die durch den Ewaso Nyiro Fluss getrennt sind. Leider bekommen wir die Schimpansen nur aus großer Entfernung zu Gesicht. Wir sehen viele in den Bäumen turnen.

An einem Stand kann man sich anhand von Steckbriefen über die hier lebenden Schimpansen informieren. Mit vielen Informationen und nicht ohne eine kleine Spende dazulassen, verlassen wir die Sanctuary und setzen unsere Wildbeobachtungsfahrt fort.

Bereits aus weiter Ferne entdeckt unser Guide eine junge Löwin. Wir fahren näher heran. Majestätisch spaziert sie an unserem Fahrzeug vorbei, zuvor posiert sie aber noch für einige Aufnahmen. Erst dann entdecken wir die zweite Löwin, zu welcher sie sich auf den Weg gemacht hat. Diese liegt bereits auf der Lauer und beobachtet eine Warzenschwein-Familie. Wieder beobachten wir eine leider missglückte Beutejagd. Da haben die Warzenschweine aber noch einmal Glück gehabt.

Aus der Ferne tauchen viele lange Hälse auf, die sich als Netzgiraffen entpuppen, eine weitere im Norden Kenias vorkommende Giraffenart. Zusammen mit den Löwinnen bietet sich uns eine schöne Kulisse für Aufnahmen. Ol Pejeta ist zudem das größte Schutzgebiet der bedrohten Spitzmaulnashörner in Ostafrika. Leider können wir diese nur in der Ferne sichten.

Auf dem Weg zu unserer Unterkunft, dem Sweetwaters Tented Camp, zeigt sich uns der größte Berg Kenias, der Mt. Kenya vollkommen wolkenfrei. Da ahnen wir noch nicht, dass wir diese wunderschöne Kulisse noch einige Male genießen werden. Kurz vor dem Camp halten wir an, um einen der schönsten Sonnenuntergänge unserer Reise zu bestaunen. Das Sweetwaters Tented Camp stellt sich als sehr schöne Unterkunft und ein sehr guter Ausgangspunkt für den Besuch des Ol Pejeta Schutzgebietes heraus.

Das Ol Pejeta Schutzgebiet ist meiner Meinung nach eine sehr empfehlenswerte Verlängerung für jede Keniareise.

Lewa Schutzgebiet

Heute verlassen wir das Ol Pejeta Schutzgebiet. Am Morgen erwartet uns direkt vor unserem Zelt der majestätische Mt. Kenya. Wir genießen den Sonnenaufgang hinter dem Mt. Kenya und brechen nach dem Frühstück auf. Im Lewa Schutzgebiet angekommen verabschieden wir uns für einige Tage von unserem Guide, denn es sollen auch die Guides der Camps auf den Prüfstand gestellt werden. Allein die Fahrt vom Gate zum Lewa Safari Camp stellt sich als sehr gute Wildbeobachtungsfahrt heraus.

Die Landschaft im Lewa Schutzgebiet ist einmalig und bietet ein „Out of Africa“ Feeling schlechthin. Sanft geschwungene Hügel mit weiten Ebenen, die malerischen Schirmakazien und im Hintergrund der Blick auf den mächtigen Mt. Kenya bieten die Grundlage für phantastische Aufnahmen. Es begegnen uns Elefanten, Breitmaulnashörner, das enggestreifte Grevyzebra, die wunderschönen Netzgiraffen, Meerkatzen sowie Antilopen.

Nach einer kurzen Einweisung durch die Campmanagerin beziehen unser schönes Zelt im Lewa Safari Camp. Das authentische und komfortable Camp besteht aus nur 12 großzügigen Safarizelt-Chalets mit Ausblick in die Natur. Als Hauptaktivitäten stehen im Lewa Schutzgebiet Wildbeobachtungsfahrten und Buschwanderungen auf dem Programm. Es können auch Ausritte zu Pferde oder per Kamel in die einzigartige Landschaft unternommen werden. 

Nach dem Mittagessen brechen wir zu unserem ersten Game drive im Lewa Schutzgebiet auf. Schon die erste Beobachtung reißt mich von den Socken: ein Spitzmaulnashorn und im Hintergrund der Mt. Kenya. Wunderschön!

Dann begegnen uns die blauhalsigen Somali-Strauße, Beisa Oryxe, Elefanten, Antilopen, Greyzebras, Netzgiraffen und viele weitere Tierarten. Ich bin vom Tierreichtum dieses Gebietes sowie von dessen unglaublicher Landschaft total begeistert. Unseren Sundowner lassen wir uns schmecken, während vor uns zwei Breitmaulnashörner friedlich grasen. Und wieder geht ein unvergesslicher Tag zu Ende. 

Am nächsten Morgen brechen wir sehr früh auf. Auf unserer Morgenpirschfahrt zeigt sich uns zunächst der Mt. Kenya in voller Pracht und die Morgensonne taucht die Landschaft in ein warmes Licht. Viele verschiedene Tiere posieren vor dieser wunderschönen Kulisse, sodass einmalige Aufnahmen entstehen. Wir halten auf einer Lichtung, wo für uns bereits ein Buschfrühstück vorbereitet wurde.

Nach der schmackhaften Stärkung setzen wir unsere Wildbeobachtungsfahrt fort. „Was wollt ihr sehen?“, fragt uns unser Guide. „Geparde!“, antworten wir einstimmig. Denn diese haben sich bisher erfolgreich vor uns versteckt. Unser Guide verspricht uns, Ausschau zu halten. Doch zunächst treffen wir auf eine große badende Elefantengruppe. Wir beobachten das Treiben eine Weile und dann erblicken wir ein süßes Elefantenbaby. Es weicht der Mutter nicht von der Seite. Ein entzückendes Schauspiel. Dann überquert die Gruppe den Fluss und stampft gemächlich davon. Auch wir machen uns wieder auf den Weg.

Und dann folgt das Highlight dieses Tages: in der Ferne macht unser Guide wirklich einen Geparden aus. Das ging aber schnell! Wir nähern uns dem Tier ganz langsam und dann ist der Moment da: Wir blicken dem Gepard in die Augen! Ruhelos streift dieser anschließend durch die Savanne. Wir folgen dem Gepard in einiger Entfernung, denn wir hoffen diesen bei der Jagd beobachten zu können. Was aber dann geschieht, hat keiner von uns erwartet. Der Gepard trifft auf zwei weitere. Drei Geparden auf einem Fleck, einfach unglaublich! Meine Kamera steht nicht still. Bei den anderen beiden handelt es sich um eine Mutter mit Kind. Immer wieder umkreist das Männchen die beiden, wobei alle drei hohe Laute von sich geben.

„Was hat es damit auf sich?“, wollen wir von unserem Guide wissen. Er erklärt uns, dass wir gerade Zeugen von einem Familientreffen sind. Die Weibchen ziehen die Jungen alleine auf, bis diese alt genug sind. Das Zusammentreffen einer Familie kann nur sehr selten beobachtet werden. „Aber woher weiß du, dass es sein Junges ist?“, wollen wir wissen. „Wäre das Junge nicht sein eigenes, hätte das Männchen dieses getötet.“, erklärt unser Guide. Gebannt beobachten wir das Schauspiel eine Weile. Schließlich beschnuppert sich die Familie und das Männchen lässt sich in einiger Entfernung nieder. Genug Aufregung für einen Vormittag, beschließen wir und machen uns auf den Weg ins Camp. 

Wir entspannen uns am Pool und lassen uns das Mittagessen schmecken. Am Nachmittag brechen wir auf zu einer Buschwanderung. Wir sind gespannt, was uns erwartet. In Begleitung unseres Guides sowie eines Rangers geht es durch die wunderschöne Landschaft.

Bei einer Buschwanderung geht es darum, den Fokus auf die kleinen Dinge zu legen. Man liest Spuren und kann sich auf Pflanzen, Insekten und Vögel konzentrieren. Viele Tiere kann man aus der Entfernung beobachten. Kommt man ihnen zu nahe, machen sie sich davon. Wir genießen unsere Wanderung. Es ist wirklich schön, sich endlich die Beine zu vertreten. Eine angenehme Abwechslung zu den Pirschfahrten, auf denen man das Fahrzeug nicht verlässt. Dann ziehen dunkle Wolken auf.

Aus ein paar Tropfen wird schnell starker Regen. Wir erfahren, dass es der erste Regen seit der letzten Regenzeit ist und freuen uns mit unseren Begleitern, die ganz aus dem Häuschen sind. Durchnässt, aber glücklich kehren wir zum Camp zurück, wo eine heiße Dusche auf uns wartet. Beim schmackhaften Abendessen tauschen wir mit den anderen Gästen die Erlebnisse des Tages aus. Nach einem Glas kenianischen Bieres fallen wir schließlich glücklich ins Bett.

Loisaba

Nach dem Frühstück werden wir heute zum Airstrip gefahren. Mit einer kleinen Propellermaschine fliegen wir dann nach Loisaba in der Laikipia Region. Gebannt beobachten wir während des kurzen Fluges die schöne Landschaft. Nun haben wir schon sooo viel erlebt, was kann denn jetzt noch kommen?

Bei unserer Landung werden wir von einem lächelnden Guide begrüßt. Eine kurze Fahrt bringt uns zur Loisaba Lodge (Leider ist die Loisaba Lodge einige Tage nach unserer Abfahrt bei einem Feuer komplett zerstört worden. Das Cottage sowie die beiden Starbeds Anlagen dienen nun als Unterkunft).

Bis zur Nachmittagspirschfahrt haben wir noch genügend Zeit, um uns etwas zu entspannen und uns im Swimmingpool zu erfrischen. Auch von der Loisaba Lodge genießen wir den Ausblick auf den Mt. Kenya in der Ferne. Dann machen wir uns auf zu den Tieren. Auf holprigen Wegen geht es mit dem offenen Safarifahrzeug durch die schöne Landschaft. Wieder treffen wir auf Löwen, Netzgiraffen, Elefanten, Grevy Zebras und Hippos. Loisaba bietet die einmalige Gelegenheit die Nacht unter dem wunderschönen afrikanischen Sternenhimmel zu verbringen. Möglich ist dies in den zwei Starbeds Anlagen.

Während unserer Ausfahrt nutzen wir daher die Möglichkeit die Koija Starbeds genauer zu inspizieren. Die Anlage ist wunderschön direkt am Fuße des Ewaso Nyiro Flusses gelegen. Die handgefertigten Betten können aufgrund von angebrachten Rädern auf das offene Deck geschoben werden. Fasziniert setzen wir unsere Wildbeobachtungsfahrt fort, die mit einem Sundowner am Flussbett endet. Beim Abendessen schlägt uns der Manager vor, am nächsten Morgen einen Kamelritt zu machen, was wir sofort annehmen. Gespannt darauf, was der nächste Tag bringen mag, fallen wir ins Bett. 

Nach einem Kaffee werden wir am nächsten Morgen zum Treffpunkt gefahren, wo bereits zwei Samburu Guides mit den Kamelen auf uns warten. Der Ausritt führt uns, begleitet von dem Gesang der Samburu, entlang des Ewaso Nyiro Flusses. Auf dem Kamelrücken genießen wir die Landschaft durch unsere neue Perspektive auf Augenhöhe mit Giraffen und anderen Tieren. Der Ausritt endet an einem wunderschönen Frühstücksplatz direkt am Fluss.

Gestärkt brechen wir zur Wildbeobachtungsfahrt auf. Prompt erreicht uns ein Funkspruch, dass in der Nähe eine Löwin gesichtet wurde. Sofort machen wir uns zum Schauplatz auf. Wir verbringen einige Zeit alleine mit der Löwin, die ein Impala erlegt hat, bevor wir uns auf den Weg zurück zur Lodge machen.

Mittags überrascht uns der Lodgemanager mit der Nachricht, dass wir die nächste Nacht im Kiboko Starbeds verbringen dürfen. Nach der Nachmittagspirschfahrt werden wir daher zur Anlage gefahren. Während des Abendessens richten wir unseren Blick immer wieder gen Himmel, um zu überprüfen, ob der Sternenhimmel zu sehen ist. Leider sind noch viele Wolken am Himmel.

Nach dem Essen und dem Erfahrungsaustauch am Lagerfeuer, werden wir zu unserem „Baumhaus“ gebracht. Das Bett wurde bereits auf die Holzplattform geschoben und es erwarten uns Wärmflaschen. Als wir dann im Bett liegen, verschlägt es uns die Sprache. Der Himmel ist total klar und zeigt sich uns in seiner vollen Pracht mit tausenden von Sternen.

Keiner sagt etwas und wir hängen eine Zeit lang unseren Gedanken nach und lauschen einfach nur den typisch afrikanischen Geräuschen. So fallen wir irgendwann in den Schlaf. Als diese Geräusche immer lauter werden, wache ich langsam auf. Und wieder bin ich sprachlos. Direkt vor uns bahnt sich der Sonnenaufgang an. Wir machen das Moskitonetz hoch und lehnen uns zurück. Sekündlich verändern sich die Farben der Landschaft. Ein wirklich faszinierendes und einmaliges Erlebnis.

Die Übernachtung im Starbeds ist mein Geheimtipp für Hochzeitsreisende und alle, die etwas Einmaliges erleben wollen.

Buffalo Springs, Samburu und Shaba

Nationalreservate

Dann müssen wir aufbrechen, denn unser Guide erwartet uns bereits. Über Nanyuki und Isiolo führt uns die Fahrt etwas weiter in den Norden. Hier gehen die Nationalreservate Buffalo Springs, Samburu und Shaba beinahe nahtlos ineinander über. Der Ewaso Nyiro Fluss verbindet und trennt diese Gebiete, in denen ebenfalls kaum zu beobachtende geschützte Tierarten wie z. B. Netzgiraffen, Grevy´s Zebras und Gerenuk Antilopen beheimatet sind.

Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte ist das Ashnil Samburu Camp, welches direkt am Fluss im Buffalo Springs Nationalreservat liegt und uns in den nächsten Tagen als Ausgangspunkt dienen wird. Wieder ist die Landschaft anders: trockene Gras- und Dornbuschsavanne mit einigen felsigen Hügeln, die Flussufer sind mit Palmen durchsetzt. Sowohl die Landschaft als auch die Tierwelt bieten uns unzählbare wunderschöne Motive.

Auf den Wildbeobachtungsfahrten im Buffalo Springs und im Samburu Nationalreservat begegnen uns Grevy´s Zebras, Netzgiraffen, Gerenuk Antilopen, Beisa Oryxe, Löwen und große Elefantenherden, die in langen Kolonnen vom und zum Ewaso Nyiro Fluss ziehen. 

Selbstverständlich steht auch ein Besuch beim Volk der Samburu auf dem Programm. Ein lokaler Guide erklärt uns allerlei Wissenswerte über das hier beheimatete Volk, das uns durch den farbenprächtigen Schmuck, den Gesang und seine Lebensweise beeindruckt. 

Nach zwei Tagen brechen wir zum Shaba Nationalreservat auf. Hier übernachten wir im wunderschönen Joy´s Camp. Die großen luxuriösen Zelte sind im Boran-Stil eingerichtet und verfügen über eine private Veranda mit Blick auf ein Wasserloch. Das Camp befindet sich an dem ehemaligen Zeltcamp von Joy Adamson, welche durch ihre Bücher über die Löwin Elsa aber auch die Gepardin Pippa weltberühmt wurde.

Da das Camp das Nationalreservat nahezu für sich alleine hat, sind im Vergleich zum Samburu Nationalreservat ungestörte Wildbeobachtungen und Ruhe garantiert. Zu den angebotenen Aktivitäten zählen u. a. Wildbeobachtungsfahrten bei Tag und Nacht, Buschwanderungen und Besuche in lokalen Dörfern. Auf unserer Nachmittagspirschfahrt bekommen wir einen Einblick in die beheimatete Tierwelt.

Den Tag lassen wir mit einem Sundowner auf einem Hügel mit wunderschöner Aussicht ausklingen. Gerne wäre ich hier länger geblieben, um die Ruhe, die Unterkunft und die ungestörten Wildbeobachtungen zu genießen.

Meru Nationalpark

Unsere Reise neigt sich leider langsam dem Ende zu. Als letzte Station und, wie sich herausstellen sollte, krönendes Highlight haben wir uns den Meru Nationalpark ausgesucht. Sobald wir das Park-Gate passieren, kommen wir uns vor, wie im unberührten Paradies. Von vielen Flüssen durchzogen, mit unzähligen Feuchtgebieten, weiten Grassavannen mit Baobab-Bäumen und Palmen sowie mit bewaldeten Hügeln bietet der Meru Nationalpark nicht nur einen großen Tierreichtum, sondern auch eine vielfältige Flora.

Auf der Fahrt zu unserer Unterkunft für die kommenden zwei Nächte, der Elsa´s Kopje, begegnen wir Straußen, Zebras, Wasserböcken, Netzgiraffen und einer großen Büffelherde. Elsa´s Kopje liegt auf dem 700 m hohen Mugh-wango Hügel, der einen zauberhaften Rundblick bietet. Dieser Ort ist durch das Wildhüter-Ehepaar Joy und George Adamson und Löwin Elsa aus dem Film „Frei geboren“ bekannt geworden. Wir beziehen eines der großen Cottages mit privater Terrasse und Open-air Badewanne mit fantastischer Aussicht und fühlen uns sofort wohl.

Nach dem köstlichen Mittagessen haben wir etwas Zeit uns zu entspannen, bevor wir zu unserer ersten Pirschfahrt im Meru Nationalpark aufbrechen. Die unbeschreibliche Landschaft dient uns als Kulisse für wunderschöne Aufnahmen. Wir können einige Giraffen beim Überqueren eines Flusses beobachten. Unser Guide berichtet uns, dass am Morgen in der Nähe ein großes Löwenrudel gesichtet wurde. Sofort sind wir Feuer und Flamme und wollen versuchen das Rudel zu finden.

Wir folgen dem Flusslauf eine Weile und dann taucht direkt vor uns ein „Löwenteppich“ auf. Ich kann es kaum glauben: vor uns liegen direkt am Ufer acht schlafende Löwen. Dann bewegen sich einige Löwen und werden langsam wach. Da wir als einziges Fahrzeug beim Rudel sind, können wir ungestört beobachten, wie sich die Löwen Recken und Strecken, Gähnen und Trinken. In aller Ruhe schleckt die Mutter Ihre Jungen ab, die dies sehr gerne über sich ergehen lassen. Gebannt beobachten wir das Schauspiel und genießen es, dieses für uns allein zu haben.

Nach einer Weile verschwindet das Rudel im Busch und lässt uns glücklich zurück. Wir beschließen, dass wir für eine erste Wildbeobachtungsfahrt genug gesehen haben und suchen uns ein schönes Plätzchen für unseren Sundowner. 

Am nächsten Morgen erweist sich auch unsere Frühpirschfahrt als voller Erfolg: wir können u.a. große Elefantenherden und Kudus beobachten. Leider können wir das Löwenrudel nicht mehr ausfindig machen. Dennoch genießen wir unser leckeres Buschfrühstück auf einer Kopje.

Zwischen den Pirschfahrten lädt der Cliff-Swimmingpool mit wunderschöner Aussicht zur Erfrischung ein. Wir nutzen außerdem die Gelegenheit zwei andere Cottages anzuschauen und stellen stellt, dass wirklich jedes Cottage einzigartig und unter Verwendung einheimischer Naturmaterialien erbaut und perfekt in die Umgebung eingebettet wurde. Auf unserer letzten Wildbeobachtungsfahrt genießen wir jeden Moment und lassen den Tag mit einer Sundowner an einem Hippo-Pool ausklingen. Beim Abendessen fassen wir den Entschluss, vor unserer Abfahrt am nächsten Morgen den Mugh-wango Hügel zu erklimmen. Gesagt, getan.

Am nächsten Morgen brechen wir nach einem Kaffee mit einem Mitarbeiter der Lodge auf. Ca. 15 Minuten später stehen wir auf dem „Gipfel“ des Hügels und genießen den atemberaubenden Ausblick auf die weiten des Meru Nationalparks. Ein wirklich unvergesslicher Abschluss unserer erlebnisreichen Reise. Nach dem Frühstück heißt es dann aber wirklich Abschied nehmen von den wilden Tieren und den wunderschönen Landschaften. Wir machen uns auf den Weg zurück nach Nairobi.

Die lange ca. 6 stündige Fahrt lässt sich natürlich durch einen Flug mit dem Buschflieger vermeiden. In Gedanken versunken lassen wir die vielen unvergesslichen Erlebnisse Revue passieren. Für mich steht fest: ich werde auf jeden Fall wiederkommen! 

Entdecken Sie die beschriebenen Nationalparks und Unterkünfte auf unseren Reisen „Klassisches Kenia“ und „Out of Africa – Flugsafari Deluxe“.

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