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Auf Reisen in Botswana

Auf Reisen in Botswana

Afrikas best gehütetes Geheimnis

Dieses Jahr führt mich meine Reise erneut nach Botswana. Nachdem ich die erste Nacht in Maun übernachtet hatte, um nach dem langen Flug erst einmal anzukommen und mich zu akklimatisieren, sitze ich nun im Fahrzeug auf dem Weg Richtung Südosten an die Grenze zum Makgadikgadi Nationalpark. Wäre ich einige Jahre früher hierher gekommen, hätte sich mir ein ganz anderes Bild geboten …

Nach vielen Jahren der Trockenheit fließt der Boteti Fluss wieder und versorgt diese aride Region und die Tierwelt mit dem so kostbaren Nass.

Ich übernachte im Meno A Kwena Camp, das mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde und malerisch auf einem Hang direkt über dem Boteti gelegen ist. Den wunderschönen afrikanischen Sonnenuntergang sehen wir uns bei Snacks und Gin & Tonic vom Hide des Camps an, das direkt auf dem Wasser gelegen ist. Von hier haben wir eine atemberaubende Aussicht auf das andere Ufer, an dem unentwegt mehr und mehr Zebras zum Trinken und Baden kommen.

Fehlen nur noch die Löwen, die den Zebras und Gnus auf ihrer jährlichen Wanderung zwischen den berühmten Makgadikgadi Salzpfannen, dem Nxai Pan Nationalpark und dem Makgadikgadi Nationalpark folgen. Ein paar Meter flussabwärts kommen Elefanten aus dem Dickicht, um sich ebenfalls zu erfrischen. Traumhaft! Afrika hat mich wieder! Einfach nur in dieser wunderschönen Landschaft zu sein und entspannt die Tiere zu beobachten geht mit einer inneren Ruhe einher, die wir im alltäglichen europäischen Leben kaum noch kennen.

Meine Reise führt mich weiter Richtung Norden, in den Nxai Pan Nationalpark. Auf dem Weg zu den berühmten Baine’s Baobabs, einer Ansammlung von 7 Affenbrotbäumen, kommen wir an kleineren Salzpfannen vorbei, die Teile der Relikte des ehemals größten Binnensees Afrikas darstellen. Diese surreal wirkende Landschaft gibt einem einen Vorgeschmack auf die scheinbar unendlichen Weiten der großen Salzpfannen, die weiter östlich liegen. Schon aus der Ferne sind die knorrigen Gebilde zu sehen und ziehen einen in seinen Bann.

Die Jahrhunderte alten Bäume, von denen es heißt, sie wären aus dem Boden gerissen und falsch herum (also mit den Wurzeln nach oben) wieder eingepflanzt worden, haben eine magischen Anziehungskraft. Es ist fast so als könnte man noch den Geist der frühen Entdecker spüren, die hier Halt gemacht und Nachrichten für die nächsten Besucher hinterlassen haben. Diese Baobabs verdanken ihren Namen dem Maler und Entdecker Thomas Baines, der diese Bäume gemalt hat. Fast ehrfürchtig wird das Mittagessen eingenommen, um diese mystische Stille nicht zu stören. Bevor wir aufbrechen, sammeln wir noch ein paar Früchte ein, die auf dem Boden liegen und deren Oberfläche an Samt erinnert, da deren Inhalt von den Einheimischen gerne gegessen wird.

Das Nxai Pan Camp ist die einzige feste Unterkunft im Nxai Pan Nationalpark. Direkt vor der Lodge befindet sich ein Wasserloch, am dem ein Elefant quasi als Begrüßungskomitee bereits auf mich wartet. Ich wundere mich, wieso die Haut des Elefanten so viel weiser aussieht als die seiner Artgenossen im Norden Botswanas und frage Vasco, unseren Guide, der mir versichert, dass die Elefanten hier die gleiche Hautfarbe haben wie die im Norden. Sie sehen nur deswegen heller aus, da Sie sich mit der hellen Erde bewerfen, um keinen Sonnenbrand zu bekommen und Parasiten abzuwehren.

Im Nxai Pan Nationalpark befinden sich 2 permanente Wasserlöcher, die künstlich bepumpt werden: Das eine unmittelbar vor dem Camp und das zweite, größere, ca. 10 Minuten Fahrtzeit vom Camp entfernt. Die Tiere sind in dieser trockenen und lebensfeindlichen Umgebung auf diese Wasserlöcher angewiesen. Dort spielen sich häufig spannende Szenen ab.

Als wir am Abend zum großen Wasserloch fahren, ist die Landschaft bereits in goldenes Licht getaucht. Der wunderschöne Sonnenuntergang beleuchtet eine einsame Giraffe, die sich gerade bückt um Wasser zu trinken. Weit und breit sind keine anderen Tiere zu sehen und das grazile Tier scheint die Ruhe zu genießen. Doch plötzlich hört man die durstigen Elefanten schon trompeten, die sich dem Wasserloch schnellen Schrittes nähern. So schnell wie möglich … und das ist gar nicht so einfach für die Giraffe, richtet sie sich auf und entfernt sich ein paar Meter vom Wasserloch. Zunächst sind es nur 4 Elefantenbullen aber es werden immer mehr. Die Giraffe traut sich gar nicht mehr näher heran, sondern steht etwas abseits und sieht den Elefanten beim Trinken zu. Ein lustiges Bild!

Nach einer Wildbeobachtungsfahrt am Morgen, während der wir aus der Ferne drei Geparden unter einem Baum gesehen haben, die sich dort den Tag über vor der Sonnen verstecken und sich ausruhen, führt mich meine Reise in den Norden Botswanas. Mit dem Buschflieger fliege ich über Maun in eines der entlegensten Gebiete des Okavango Deltas. Schon alleine der Flug über dieses faszinierende Mosaik aus satten Grüntönen und schillerndem Wasser ist ein Highlight.

Das Duba Plains Camp liegt auf einer Insel im Nordwesten des Okavango Deltas. Beim Anflug auf die Landepiste weht mir bereits der wundervolle Geruch nach wildem Salbei entgegen, der in diesem Teil des Deltas auf den Inseln überall wächst. Auf dem Airstrip werde ich von James, meinem Guide für die nächsten beiden Tage erwartet. Er kennt diese Region und seine Bewohner wie kein anderer, da er bereits seit 16 Jahren in diesem Camp arbeitet.

Nur 5 Fahrminuten vom Airstrip entfernt befindet sich das kleine authentische Camp (es besteht aus nur 6 Zeltchalets), in dem man sich sofort wohlfühlt. Nach einem kleinen Snack am Nachmittag geht es schon auf die erste Wildbeobachtungsfahrt. Unweit des Airstrips finden wir, wonach wir gesucht haben: einen Teil der Löwen für die diese Region so bekannt ist. Ganz faul liegen diese nahe einem Wassertümpel im Gras und ruhen sich aus.

Wir fahren auf nur wenige Meter heran und bleiben stehen, um diese Szene in uns aufzunehmen. Wir können sie sogar schnarchen hören, wohl genährt und zufrieden mit sich selbst, da das Rudel gestern einen Büffel erlegt hat. Sobald die Sonne beginnt unterzugehen, fangen die jungen Löwen an, herumzutollen und miteinander mit einem alten Büffelgeweih zu spielen… so, als wären wir gar nicht da. ein schönes Bild!

Nach einem kurzen Frühstück machen James und ich uns auf dem Weg um erneut die Löwen zu finden. Über Funk hören wir von einem der anderen Wildbeobachtungsfahrzeuge, dass die Löwen bereits gefunden wurden. Wir fahren zu einer der Brücken, die die Inseln miteinander verbinden. Da sind sie: ein junges Männchen, dessen Mähne gerade zu wachsen beginnt und ein junges Weibchen. Die beiden liegen auf der Brücke im Schatten.

Nach fünf Minuten scheint es dem Männchen zu langweilig zu werden … es steht auf und läuft gemächlich zu dem kleinen Boot, das an die Brücke festgebunden ist und inspiziert dieses. Von meinem Platz aus sieht es so aus als würde der Löwe im Boot sitzen … ein lustiger Gedanke.

Plötzlich, so als würden die beiden wunderschönen Tiere telepathisch miteinander kommunizieren, erheben sie sich und laufen über die Brücke. Wir folgen ihnen in ausreichendem Abstand. Während die beiden anderen Wildbeobachtungsfahrzeuge andere Wege nehmen, beschließen James und ich, den Tag mit diesen beiden Löwen zu verbringen und folgen ihnen. Mal schauen, was der Tag so bringt.

Nach etwa einer halben Stunde hören wir ein lautes Brüllen. Die Luft scheint zu vibrieren. Nochmal und nochmal. Der junge Löwe antwortet, jedoch nicht ganz so laut… das muss er noch üben. Wir fahren über eine offene Ebene mit hohem Gras und finden sie. Die beiden Jungtiere haben sich mit dem einen Teil des Rudels vereint. Zusammen beschließen sie nach den Büffeln zu suchen, deren Witterung sie bereits aufgenommen hatten und die irgendwo hier in der Nähe sein müssen.

Wir folgen ihnen bis sie an eine Überflutungsebene zwischen zwei Inseln kommen. James sagt, „jetzt werden sie schwimmen, lass und vorfahren, damit du Sie von vorne beim Schwimmen fotografieren kannst“. Von unserer Position im Wasser aus kann ich sehen wie sie zögern. Dass die Löwen im Duba Plains Camp dafür bekannt sind zu schwimmen, heißt nicht, dass sie das auch gerne tun.

Sie mussten lernen zu schwimmen, um an ihre Beute heran zu kommen. Doch plötzlich beginnt eines der Weibchen in das Wasser zu gehen. Immer weiter und weiter, bis das Wasser so tief ist, dass sie schwimmen muss! Da - im wahrsten Sinne des Wortes - kein Weg daran vorbei zu führen scheint, setzen sich nun auch die anderen Löwen in Bewegung. Wir lassen sie an uns vorbeischwimmen und folgen ihnen dann auf die nächste Insel. Wieder festen Boden unter den Füßen, nehmen sie erneut die Witterung auf und laufen Richtung Inselinneres.

James und ich beschließen nach den Büffeln zu suchen. Sie müssen irgendwo hier sein. Wir werden auch fündig. Da sind sie, eine Herde von ca. 70 Tieren. Wir bleiben stehen und beobachten sie. Sie haben unsere Witterung bereits aufgenommen, scheinen jedoch nicht nervös zu sein. Wir sind einige Kilometer von den Löwen entfernt und da es nicht so aussieht, als würden diese bald auf die Büffel treffen, beschließen wir zum Mittagessen in das Camp zurückzukehren. Was für ein Morgen! 

Fast wehmütig fahren James und ich am nächsten Morgen, nach einer Wildbeobachtungsfahrt, um Abschied von diesen faszinierenden Tieren zu nehmen, zum Airstrip. Wir haben uns angefreundet und ich hätte gerne etwas mehr Zeit mit diesen Tieren verbracht. 3 Tage waren definitiv zu kurz! Der Buschflieger, der mich zu meinem nächsten Camp bringen soll, bringt neue Gäste für das Duba Plains Camp: eine Horde professioneller Fotographen, die für National Geographic Fotos von den berühmten Duba Plains Löwen in Aktion machen sollen.

Ein kurzer Flug bringt mich in die Jao Konzession. Dort verbringe ich die nächsten beiden Nächte im Jacana Camp, das auf einer kleinen einsamen Insel liegt, die vom Airstrip nur mit dem Boot zu erreichen ist. Als wir uns mit dem Boot durch die verschlungenen Wasserwege des Deltas der Insel nähern, hören wir bereits die Gesänge, die uns willkommen heißen sollen.

Dann sehen wir sie: wie aus dem nichts tauch das Jacana Camp mit seinen Mitarbeitern vor uns auf, die uns mit Erfrischungstüchern und einem wohltuenden, kühlen Willkommensgetränk empfangen. Umgeben von schattenspendenden Bäumen und Palmen stehen der schöne Hauptbereich sowie die 5 Chalets auf dieser idyllischen kleinen Insel, die schon bei niedrigem Wasserstand nur 800m lang ist.

Am Abend werde ich im Mokoro, dem traditionellen Einbaumkau der Einheimischen durch diese wunderschöne Landschaft mit ihren verborgenen und geheimnisvollen Wasserwegen, vorbei an Wasserlilien und Gräsern, gestakt. Wir haben einen blinden Passagier mit an Bord: ein Bellfrog. Dieses Tier, das in etwa nur ein wenig größer als mein Daumennagel ist, sorgt zusammen mit seinen Artgenossen jede Nacht für ein atemberaubendes Konzert. Die glockenartigen Geräusche sind nachts das typische Geräusch im Okavango Delta. Einfach traumhaft!

Am nächsten Morgen mache ich mich nach einer Wildbeobachtungsfahrt in der Nähe des Airstrips mit dem Boot auf dem Weg, die anderen Unterkünfte dieser Konzession zu erkunden. Ich bin immer wieder erstaunt, wie die Bootsführer ihren Weg durch die Kanäle finden.

Nach etwa einer Stunde erreichen wir Hunda Island, die die größte Insel in dieser Region darstellt. Nachdem wir unser Boot am Anlegesteg festgemacht haben, fahren wir mit dem bereitstehenden Wildbeobachtungsfahrzeug zum Tubu Tree Camp, das als einzige Unterkunft auf dieser Insel liegt.

Das kleine Camp besteht aus nur 5 komfortablen Chalets und einem großzügigen Hauptbereich. Das besondere an dieser Insel ist ihre hohe Leopardenkonzentration. Nicht selten werden die Tiere auch in der Lodge gesehen, da diese hier überhaupt nicht scheu sind. Nach einer kurzen Führung durch die Managerin der Lodge und einem kühlen Getränk fahren wir zurück zu unserem Boot und verlassen Hunda Island, um zum Kwetsani Camp zu fahren, das ca. 15 Minuten von Hunda Island entfernt ist.

Schon bei der Ankunft bin ich verblüfft von der Eleganz mit der diese Lodge aufwartet. Mit seinem dunklen Holz sieht der Hauptbereich sehr edel aus. Erhöhte Laufwege verbinden die einzelnen Chalets miteinander und mit dem Hauptbereich. Ich fühle mich, als würde ich mich ein einem riesigen Baumhaus befinden, da das Camp unterhalb großer Bäume gebaut wurde, die selbst zur heißen Mittagszeit für Abkühlung sorgen. Da man die Wasserwege bei Dunkelheit nicht befahren darf, muss ich diese Oase auch gleich wieder verlassen. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang (und zum Abendessen) kehren wir zurück zum Jacana Camp.

Nach dem Frühstück und einer kurzen Wildbeobachtungsfahrt wird es Zeit für mich das Camp zu verlassen. Unweit des Airstrips liegt das vierte und hochwertigste Camp dieser Konzession, das Jao Camp. Schon beim Betreten des Hauptbereiches bin ich fasziniert von der Schönheit des aus dunklem Holz gebauten und mit vielen Details versehenen Bauwerks.

Jetzt kann ich auch verstehen, warum es heißt diese Unterkunft sei genau die richtige für Hochzeitsreisende. Die feinen Züge und vielen Details des balinesischen Baustils laden zum stilvollen Verweilen ein. Auf erhobenen Holzplattformen erbaut, liegen die einzelnen Chalets weit auseinander. Um von einem Ende der Lodge bis zum anderen zu gelangen, muss man über einen Kilometer zurücklegen. Von den geräumigen Chalets aus hat man eine sehr schöne Aussicht auf die angrenzenden Überflutungsebenen.

Ein großzügiger Spa-Bereich sorgt für Entspannung und im hauseigenen Fitnessstudio kann man die Pfunde, die man durch das leckere Essen auf der Safari bereits gesammelt hatte schmelzen lassen. Ein kleiner und ein etwas größerer Pool sorgen für Abkühlung.

Heute fliege ich zu meiner letzten Unterkunft im Okavango Delta. Das Banoka Bush Camp liegt in der Khwai Region am Rande des Moremi Wildschutzgebietes, das als eines der schönsten Schutzgebiete Afrikas gilt. Der Weg vom Airstrip zum Camp führt mich durch einen schönen Mopane Wald, in dem verschiedene Antilopenarten unsern Weg kreuzen. Am Abend unternehmen wir eine Mokorofahrt, bei der ich einmal wieder so richtig entspannen kann.

Zum Sonnenuntergang sitze ich vor meinem Zeltchalet und blicke auf das Wasserloch, das direkt vor dem Camp liegt und gerne von Elefanten besucht wird. So wie auch heute Abend. Der afrikanische Sonnenuntergang ist wirklich etwas ganz Besonderes! 

Am nächsten Morgen besteige ich erneut einen Buschlieger, um in die entlegene Linyanti Region geflogen zu werden. Mein Ziel ist das edle Lebala Camp, in dem ich die nächste Nacht verbringe. Diese Unterkunft liegt inmitten weiter und offener Ebenen die von natürlichen Wasserstellen durchzogen sind. Nicht nur Vogelliebhaber kommen hier  auf ihre Kosten. Auch Elefanten, Löwen, Leoparden, Mangusten, Büffel und viele weitere Tiere sind hier heimisch.

Mein besonderer Höhepunkt ist hier die Sichtung einer Herde Elefanten, die in ihrer Mitte ein Elefantenjunges zu schützen versucht, das eben erst ca. 2 Wochen alt ist. Sugar, mein Guide, erzählt mir, dass er zusammen mit anderen Gästen das Kleine bereits ein paar Stunden nach der Geburt gesehen hatte. Es ist immer noch so tollpatschig und weiß nicht genau, was es mit dem langen grauen Ding anzufangen hat, das da mitten aus seinem Gesicht wächst. Nicht selten tritt es versehentlich auf seinen Rüssel und stolpert dabei.

Um die Herde nicht zu stören, trennen wir uns von dieser Szene und fahren zum vorzüglichen Abendessen in das Camp zurück.

Am frühen Morgen machen wir uns auf dem Weg zum weiter nördlich gelegenen Lagoon Camp. Je weiter wir in den Norden vordringen, desto dichter wird die Vegetation. Die weite und offene Graslandschaft weicht  einer dichteren Vegetationsdecke und Bäumen. Nach etwa einer Stunde Fahrt sehen wir Sie endlich: Wildhunde. Die Tiere, für die diese Region so bekannt ist. Sie liegen auf dem Weg und scheinen auf irgendetwas zu warten. Wir halten an und betrachten diese schönen Tiere einfach nur. Erst sind es nur drei … aber nach und nach kommen ein paar mehr Tiere dieses Rudels hinzu. Sie werden unruhig und scheinen irgendetwas zu hören, was unseren Ohren entgeht. Plötzlich erheben sich alle Tiere und laufen Richtung Osten in den Wald. Faszinierend, wie diese Tiere ohne Laute miteinander kommunizieren können. Wir setzen unseren Weg weiter fort. 

Als wir nach zwei Stunden Fahrt das Lagoon Camp erreichen, werden wir bereits mit freundlichen Begrüßungen erwartet. Das Camp liegt direkt am Ufer des Kwando Flusses, der Botswana von Namibia trennt. Nach einem kleinen Snack am Nachmittag unternehmen wir eine Wildbeobachtungsfahrt, die uns durch eine wilde Landschaft führt. Über Funk hören wir, dass ein anderes Wildbeobachtungsfahrzeug eine aufregende Sichtung gemacht hat.

Wir machen uns auf dem Weg und kommen gerade noch rechtzeitig, um es zu sehen: Eine junge Leopardin, nicht älter als 2 Jahre liegt auf der Lauer. Ihr Ziel: eine Schar Tauben. Langsam pirscht Sie sich heran, eins mit Ihrer Umgebung. Ich hätte sie nicht erkannt, hätte mein Guide nicht mit dem Finger auf Sie gezeigt. Nach ein paar Metern des Schleichens scheinen die Tauben sie jedoch gesehen oder gehört zu haben, denn die 5 Vögel fliegen mit lauten Flügelschlagen in die Höhe. Die Leopardin denkt aber nicht daran aufzugeben und setzt ihnen nach, springt ca. zwei Meter hoch, jedoch ohne Erfolg. Etwas entmutigt zieht sie von dannen. Wir folgen ihr zunächst für kurze Zeit, gehen dann aber unseres Weges, um das schöne und grazile Tier nicht zu stören. 

Bevor es für mich weiter zu meiner nächsten Unterkunft geht, unternehmen wir noch eine Wildbeobachtungsfahrt am Morgen. Fast wären wir schon an Ihm vorbeigefahren, als unser Tracker sich plötzlich umdreht und dem Guide ein Zeichen gibt, anzuhalten. Wir sind so nahe dran, dass wir den jungen Löwen, der neben dem Gestrüpp in Lauerstellung liegt, fast überfahren hätten. Wir halten an und versuchen herauszufinden, wem das hungrige Tier auflauert. In 80 Metern Entfernung befindet sich eine Herde Büffel.

Kaum zu glauben, dass man diese großen Tiere übersehen kann. Der Guide sagt uns, dass der junge Löwe sehr verzweifelt sein muss, alleine und so unerfahren Jagd auf Büffel machen zu wollen. Das edle Tier schleicht näher an seine Beute heran. Aber dann dreht plötzlich der Wind und die Büffel haben seine Witterung aufgenommen. Nur langsam und ohne sich sichtlich bedrängt zu fühlen, setzt sich die Herde in Bewegung. Der Löwe macht einen großen Bogen, um Ihnen zu folgen und nicht wieder im Wind zu stehen. Wir folgen Ihnen. Nach ein paar Minuten versucht der Löwe einen Angriff auf ein Kalb, wird jedoch von einem kräftigen Bullen verjagt. Müde, hungrig und abgeschlagen lässt sich der Löwe unter einem Gebüsch nieder und ruht sich aus.

Ich muss leider Abschied von dieser Szene nehmen, da ich am Airstrip bereits vom Sportflugzeug erwartet werde, das mich in meine nächste Unterkunft bringt.

Der Fug dauert nur wenige Minuten, denn ich werde in eine Lodge geflogen, die etwas weiter südlich in der Linyanti Region liegt. An der Zibadianja Lagune liegt eines der schönsten Camp Botswanas, das Zarafa Camp. Es besteht aus nur 4 riesigen Chalets, deren genauer Erkundung wahrscheinlich mehr als einen halben Tag in Anspruch nehmen würde. Leider verbringe ich hier nur eine Nacht. Die 4 Zelte bestehen aus weißem Stoff und sind im klassischen ostafrikanischen Stil gehalten. Man fühlt sich wie um mehr als ein Jahrhundert zurückversetzt.

Angrenzend an den privaten Eingangsbereich, der mit einem bequemen Sofa, einem Schreibtisch, Büchern, einer sehr gut sortierten Bar, Zigarren und vielen weiteren Dingen ausgestattet ist, die zu erkunden mir leider nicht die Zeit bleibt, befindet sich der Schlafbereich. Im Zentrum steht das große Doppelbett. Den dritten Bereich nimmt das Bad ein. Dort befinden sich neben zwei Wasserbecken, eine Innendusche ein Kamin und eine Kupferbadewanne, in der man es sich nach einem Safaritag so richtig gut gehen lassen kann. Etwas ganz Besonderes ist die Außendusche. So etwas habe ich davor noch nie gesehen: Die Brause wird durch Kupferringe unterstützt, die von oben bis unten um den Körper angebracht sind, um ihn aus allen Richtungen mit Wasser zu besprühen. Ein privater Planschpool sorgt für Erfrischung an warmen Sommertagen.

Nach einer abendlichen Bootsfahrt zum Sonnenuntergang auf der Lagune mit dem HMS Zibadianja Pantoon, der über Sofas und bequeme Sessel verfügt, bekommen wir in der Lodge ein vorzügliches 3 – Gänge – Menü serviert. Alles im kleinen Kreis, da diese Lodge maximal 8 Personen gleichzeitig beherbergt.

Am Morgen muss ich diese traumhafte Unterkunft schweren Herzens verlassen, um nach einem Bushwalk in das King’s Pool Camp zu fliegen, das im östlichen Teil der Linyanti Region liegt. Schon aus der Vogelperspektive kann man erkennen, dass die Vegetation wieder dichter wird. Mopanebäume säumen der Weg von Airstrip zur Lodge. Die einzelnen Chalets sind elegant eingerichtet. Der Außenbereich verfügt über eine einladende Sala, auf der man es sich zur Siesta-Zeit bequem machen kann, nachdem man sich in dem privaten Plantschpool erfrischt hat. 

Nach einem kleinen Snack im ausladenden Hauptbereich ist es Zeit für eine Wildbeobachtungsfahrt. Unser Guide weiß genau, wo er mit uns hin möchte, denn am Morgen hatte eine Leopardin ein Impala gerissen. Sie befindet sich immer noch an der gleichen Stelle wie am Morgen und erholt sich von dem ausladenden Gelage. Die Reste der Antilope liegen nicht weit weg von ihr. Ein wunderschönes Tier!

An Ihrem runden Bauch und an dem lauten Atmen kann man erkennen, dass die Leopardin sich kaum noch bewegen kann, weil sie so viel gegessen hatte. Dabei hat sie ein Junges, um das sie sich kümmern muss, das irgendwo in der Nähe versteckt sein muss, meint unser Guide. Wir verlassen diese Szene und nehmen unseren Sundowner ein, während wir einen Elefanten – Bullen dabei beobachten, wie er im Linyant Fluss an das Ufer zu schwimmt, an dem wir stehen.

Mit der untergehenden Sonne im Rücken kommt er an Land, würdigt uns keines Blickes und zieht von dannen. Langsam machen wir uns auf dem Rückweg in das Camp. Die Sonne ist bereits untergegangen, als vor uns ein Honigdachs über die Piste läuft. Unser Guide leuchtet ihm mit der roten Lampe nach, bis er im Gebüsch verschwunden ist. So schnell wie er aufgetaucht war, ist er auch wieder verschwunden. Schade, ich würde gerne mehr von diesem Tier sehen, das aufgrund der Farben seines Fells an ein etwas größeres Stinktier erinnert. Wir fahren zurück zur Lodge.

Nach dem leckeren Abendessen lasse ich meine Reise noch einmal Revue passieren. Morgen werde ich dieses wunderschöne Land verlassen. Es gibt so viele Dinge, die mir fehlen werden: man glaubt es kaum, aber nachdem man einige Nächte im Busch übernachtet hat, gewöhnt man sich daran, mit den Geräuschen der Wildnis einzuschlafen. Ohne die störenden Geräusche der Zivilisation, an die wir uns in unserem täglichen Leben schon so sehr gewöhnt haben. Ich werde vor allem die Klänge der Bell Fogs vermissen, die ertönen sobald die Sonne untergeht.

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