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Als Selbstfahrer durch Südafrika

Als Selbstfahrer durch Südafrika

Ein schönes Fleckchen Erde…

Gespannt sitze ich im Flugzeug und freue mich auf meine ersten 2 Wochen in Südafrika. Schon beim Landeanflug bin ich hin und weg. Es ist strahlend blauer Himmel und wir bestaunen aus der Luft den Tafelberg und die ihm zu Fuße gelegene Stadt. Dann ist es soweit, wir verlassen das Flugzeug und sind da, in Kapstadt.

Mit unserem Mietfahrzeug geht es sofort im Linksverkehr in die lebendige Innenstadt. Noch am gleichen Nachmittag fahren wir mit der Seilbahn auf den 1067 Meter hohen Tafelberg. Der Blick von dort oben auf die Stadt und die gesamte Landschaft ist gigantisch! Und während wir den Sonnenuntergang beobachten, lassen wir den ersten aufregenden Tag in Kapstadt gemütlich ausklingen.

Am nächsten Tag geht es an der Küste entlang, an wunderschönen Stränden vorbei, über den Chapmans Peak bis zum Kap der guten Hoffnung. Ich habe es schon oft auf Bildern gesehen und plötzlich stehe ich selbst hier und kann den tollen Ausblick genießen. Auf dem Rückweg zeigen sich in Simonstown die Jackass-Pinguine von ihrer besten Seite und stellen sich für unsere Kamera perfekt in Pose.

Bevor unsere Reise auf der Gartenroute weitergeht, verbringen wir heute noch den Tag in einem vornehmen Stadtteil Kapstadts, Camps Bay, welcher an einem sehr feinen Sandstrand liegt. Den letzten Abend in Kapstadt lassen wir an der bekannten Waterfront zu Ende gehen und freuen uns schon darauf was uns noch alles erwartet.

Wir starten am nächsten Tag also auf der Gartenroute, genauer gesagt auf der N2. Es geht Berg auf und Berg ab, wobei es nicht lange braucht bis wir verstehen warum jeder, der schon einmal in Südafrika war, so begeistert von dieser Reise ist. Die Landschaft ist wunderschön und wir genießen die Fahrt und den schönen Ausblick. Dann erblicken wir ein kleines Schild: „Grootbos“ – da müssen wir hin. Hinter uns das Meer und vor uns Grün so weit man schauen kann. Das ca. 1.700 ha große Naturreservat ist für seine Pflanzenvielfalt bekannt.

Wenig später sitzen wir hier auf der Terrasse der Garden Lodge und haben einen atemberaubenden Blick den weiten Hang hinunter, wo das Grün zum Weiß der Sanddünen wechselt und weiter über das stahlblaue Meer bis hin zum Horizont. Wir kommen uns vor wie in einem Traum, können uns gar nicht sattsehen – und sitzen einfach da und genießen die Ruhe, die Landschaft und können nicht fassen wirklich hier zu sein.

Man könnte beinahe glauben: besser geht’s nicht, doch weit gefehlt, es geht definitiv noch besser: Wir können Reiten! Heute wird das Grinsen wohl nicht mehr aus unserem Gesicht weichen, denn für uns als leidenschaftliche Reiter ist das natürlich ein absolutes Highlight.

Die Nacht verbringen in einem Ort ein Stück unterhalb, direkt am Meer gelegen. De Kelders ist bekannt für die vielen Wale und Delfine, die hier zwischen Mai und Oktober mit ihren Jungen in die Bucht (Walkers Bay) kommen. 

Ein wunderschöner Sonnenuntergang über dem Meer beendet diesen herrlichen Tag wirklich perfekt und wir fallen glücklich und müde in unser Bett.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Wilderness. Wir stärken uns mit einem leckeren Frühstück auf der sonnigen Terrasse für die Fahrt und machen uns auf den Weg.

Auch heute Berg auf und Berg ab durch wunderschöne Landschaft. Leider haben wir ein bisschen Pech mit dem Wetter, denn der strahlend blaue Himmel der letzten Tage wird von Wolken bedeckt und es fängt an zu regnen. Doch der leichte Regen hält uns nicht davon ab kurz im Meer baden zu gehen. Unsere Unterkunft liegt direkt am über 30 km langen weißen Sandstrand von Wilderness.

Am nächsten Morgen wanke ich nach dem Aufwachen noch etwas schlaftrunken zu der großen Terrassentür unseres Zimmers und schaue über das Meer. Leider regnet es immer noch ganz leicht, doch ich genieße den Ausblick trotzdem. Plötzlich sehe ich ein paar schwarze Punkte im Wasser.

Mein erster Gedanke: „Delfine?“, doch diesen verwerfe ich sofort wieder, da man selten das Glück hat Delfine in freier Natur zu sehen. Trotzdem bin ich plötzlich hellwach und schaue noch mal genauer hin und es besteht kein Zweifel mehr es sind doch Delfine.

Eine Gruppe von ca. 15 Delfinen direkt vor uns. Noch im Schlafanzug laufen wir im Nieselregen den schmalen Holzsteg hinunter zum Strand. Von dort haben wir einen klasse Blick und können ihnen beim Frühstücken zuschauen.

Ich bin gerührt und glücklich – ein wunderbarer Beginn für einen Tag. Und so verweilen wir noch etwas und beobachten die Delfine … bis wir uns dann doch losreißen können, denn langsam meldet sich auch bei uns das Hungergefühlt. Also auf zum Frühstück.

Ein wirklich schönes Erlebnis, das wir eines Tages sicher noch einmal wiederholen werden, denn Südafrikas Vielfalt hat uns schon jetzt in seinen Bann gezogen und wir wissen sicher, dass wir noch einmal wiederkommen werden.

2 Stunden später kommen wir in Plettenberg Bay an. In der Piesang Valley Lodge werden wir sofort herzlich von John, dem Besitzer der Lodge, begrüßt. Er überhäuft uns mit Informationen und Tipps über Ausflugsziele, Landschaft und Restaurants. Da wir so viel wie möglich sehen und erleben wollen in den 2 Wochen werfen wir nur kurz unsere Koffer in unser Zimmer und schon geht’s weiter.

Ein paar Kilometer östlich von Plettenberg Bay wartet das nächste Highlight auf uns: das Monkeyland und Birds of Eden.

Das Monkeyland ist ein Primatenschutzgebiet, indem 11 verschiedene Primatenarten der ganzen Welt langsam wieder an die Natur und das „normale“ Leben gewöhnt werden, da sie davor in Gefangenschaft lebten.

Der deutschsprachige Guide kann uns sehr viel über die einzelnen Affen und ihre Herkunft, Vergangenheit und Eigenheiten erzählen. Vor allem auch, dass sie keinen Regen mögen, doch wir bekommen trotzdem fast alle Arten zu sehen. Wir merken gar nicht wie schnell hier die Zeit vergeht.

Im Anschluss schauen wir uns noch die verschiedenen Vogelarten an, die im Birds of Eden unter einen riesigen Freiflugkuppel leben. Hier gibt es über 180 verschiedene Arten, die uns mit ihrer Farbenpracht beeindrucken. 2000 Vögel bekommen wieder die Chance frei zu fliegen und sich wohl zu fühlen.

Abends essen wir in dem netten Restaurant „View out deck“ direkt am Wasser, ein Tipp von John – und er hatte recht, unser Fisch ist wirklich köstlich!

Am nächsten Tag fahren in den Tsitsikama Küstenregenwald. Wir legen einen kurzen Stopp ein und schauen ein paar abenteuerlustigen Leuten zu wie sie von der Stormriverbridge springen. Es ist der welthöchste Bungeejump und wir halten schon nur vom Zuschauen die Luft an.

Auf dem Weg durch den Tsitsikama Nationalpark sind wir wieder mal erstaunt wie schnell sich hier in Südafrika die Landschaft verändert. Eben war die Landschaft noch karg und trocken und plötzlich fahren wir mitten durch einen saftig grünen Regenwald mit großen Bäumen. Südafrikas Vielfalt ist wirklich beeindruckend. Heute steht das Glück wohl auf unserer Seite, denn als wir aus dem Auto aussteigen hört es auf zu regnen. Auf einem schmalen Holzweg laufen wir ein Stück durch den Wald wobei wir  kleine Wasserfälle passieren.

Dann stehen wir auf einmal auf einer 77 Meter langen Hängbrücke, die sich genau über die Flussmündung des Stormsriver spannt. Zur einen Seite sieht man wie sich der Fluss aus einer Schlucht im Regenwald mit steilen Felswänden herauswindet und zur anderen Seite öffnet sich das Meer. Wieder einmal ein gigantisches Farbspiel! Dazu kommt genau in diesem Augenblick auch noch die Sonne zum Vorschein.

Solche Eindrücke und Farben können auf keinem Bild gezeigt werden, das muss man in der Natur gesehen haben.

Wir fahren noch weiter Richtung Osten bis nach Jeffreys Bay. Leider ist gerade Nebensaison in diesem Surferparadies, doch bei einem Strandspaziergang in der Abendsonne können wir ein paar Surfer mit ihren Brettern im Wasser beobachten.

Die Landschaft hier hat weite Ebenen mit leichten Hügeln und in der Ferne sieht  man ein paar Berge. Wir fahren mittendurch und erleben einen unbeschreiblichen Sonnenuntergang.

Am Ende dieses weiteren wunderbaren Tages in Südafrika fallen wir glücklich und müde in unser Bett.

Als nächstes führt uns unsere Reise nach Oudtshoorn in die Montana Guestfarm. Der strahlende Sonnenschein ist heute so verlockend, dass wir uns auf der schönen Robberghalbinsel an den Strand legen und einfach entspannen. Auf der Fahrt legen wir dann einen Stopp in Wilderness ein und machen im Wilderness Nationalpark eine Kanutour.

Wieder ändert sich die Landschaft, rote Erde und rote Felsen so weit man sehen kann. Die Straße führt wieder über einige Pässe und schlängelt sich so Berg auf Berg ab durch die Landschaft. Ca. 10 Kilometer nach dem kleinen Ort Oudtshoorn liegt die Montana Gästefarm.

Die Einfahrt auf das große Grundstück ist zur einen Seite mit Pfefferbäumen gesäumt und zur anderen schauen ein paar Strauße durch den Zaun. Das Grundstück ist sehr schön angelegt und mehrere kleine flache Gebäude sind darauf verteilt, in denen die einzelnen großzügigen Zimmer sind.

Wie überall in Südafrika werden wir sehr herzlich begrüßt und können uns entscheiden ob wir hier zu Abend essen möchten oder im Ort – natürlich hier.

Wir springen vor dem Essen noch kurz in den erfrischenden Pool und machen uns dann hungrig auf den Weg zum Hauptgebäude. Hier wartet das Besitzerehepaar schon mit 4 anderen Gästen mit einem Glas Sekt auf uns. Schnell beginnt eine nette Unterhaltung und es wird sich ausgetauscht bis wir an den Tisch gebeten werden.

Bei gutem Wein aus der direkten Umgebung sitzen wir alle an einem großen Tisch und genießen unser Straußensteak.

Unser nächster Halt ist das Sanbona Wildreservat. Hier warten 2 spannende Tage voller Safari auf uns - wir können es kaum erwarten. Endlich kommt irgendwann das kleine Schild am Straßenrand, das uns sagt, dass wir fast da sind.

Nach der Durchfahrt durch das Gate kommen wir kurze Zeit später an einem kleinen Parkplatz an und stellen unser Auto ab. Gemeinsam mit anderen Gästen werden wir von hier aus in einem Kleinbus zur jeweiligen Lodge gebracht.

In Sanbona gibt es 3 verschiedene Unterkünfte, wir sind in der Gondwana Lodge. Wir werden mit einem feuchten Tuch und einem Begrüßungscocktail in Empfang genommen und bekommen zunächst eine kleine Führung, damit wir wissen wo alles ist und können uns dann in unserem Zimmer ein wenig frisch machen.

Zum Mittagessen sitzen wir auf der Terrasse der Lodge und sind sprachlos. Um uns herum nur traumhafte Landschaft, die Sonne scheint, es ist schön warm, das Essen ist super und in wenigen Stunden gehen wir auf die erste Wildbeobachtungsfahrt – wie in einem Traum.

Um 16:00 Uhr geht es dann los. Schon sitzen wir im Safarifahrzeug und fahren los. Im Laufe der nächsten 2 Tage stellen wir immer wieder erstaunt fest wie viel unser Guide über die Tiere, Pflanzen und Sterne weiß.

Schon ein paar Minuten später entdecken wir die erste Herde von Kudus. Es geht es über die Schotterwege quer durch die Wildnis, die Sonne scheint, der frische Wind streicht uns durchs Haar und unser Blick wandert stets von rechts nach links, um nichts zu verpassen.

Ich lasse meinen Blick in die Ferne schweifen und ein zufriedenes Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus, als ich erneut realisiere, wo ich bin und dass ich nicht träume.

Plötzlich stehen 4 Zebras neben unserem Fahrzeug. Wir halten an und unser Guide erklärt, dass jedes Tier seine eigene Zeichnung hat und keines aussieht wie das andere. Wunderschöne Tiere.

Langsam geht es weiter und auf einmal stehen wir vor einem Elefanten. Kaum eine halbe Stunde unterwegs und schon so viel gesehen! Der Elefant ist nicht alleine und hinter ihm kommen noch ein Kleiner und 2 andere hervor. Beeindruckend wenn so ein großes, schweres Tier plötzlich 2 Meter neben einem steht!

Wir machen uns auf die Suche nach einer Büffelherde, die sich in der Umgebung aufhalten soll. Unser Guide bringt uns zur Herde, doch als wir ankommen, können wir die Tiere im Gebüsch nur erahnen. Wir drehen um und versuchen von der anderen Seite besser heran zu kommen, doch wir sehen jetzt leider gar nichts mehr im Gebüsch und fahren weiter. Schade.

Etwas traurig bin ich schon…doch das muss ich gar nicht, denn keine zwei Minuten später steht die Herde plötzlich vor uns. Sie hatte sich aus dem Gebüsch bewegt und waren ein Stück weiter gelaufen – direkt in unsere Richtung.

Langsam sinkt die Sonne immer tiefer und wir fahren auf eine Ebene um bei kühlen Getränken und getrockneten Früchten den Sonnenuntergang zu genießen.

In der Lodge wartet ein BBQ auf uns und danach fallen wir - mit unseren Gedanken noch immer bei den einzigartigen Erlebnissen des Tages - müde in unser Bett und schlummern schnell ein. Es wartet noch ein weiterer aufregender Tag im Paradies auf uns.

Um 06:00 Uhr klingelt das Telefon im Zimmer: der Weckruf, damit wir rechtzeitig aufstehen und pünktlich um 06:30 Uhr zur nächsten Wildbeobachtungsfahrt aufbrechen können.

Unser Guide erzählt uns, dass in der Nähe Löwen gesichtet wurden – und fragt uns doch tatsächlich ob wir  Interesse hätten diese zu sehen – was für eine Frage! Na klar! Zuerst sehen wir nur 2 Köpfe im Gebüsch. Doch wir haben Geduld und diese wird auch belohnt.

Nach einer Weile steht eine der beiden Löwinnen auf und wir können ihr langsam mit genügend Abstand, damit sie sich nicht gestört fühlt, bis zu einem Wasserloch folgen. Wir kommen so nah heran, dass wir ihre Augenfarbe sehen und hören können wie sie trinkt. Wir können uns nicht sattsehen. Doch irgendwann fahren wir weiter und sehen noch viele weitere Tiere.

Mittags gönnen wir uns ein erfrischendes Bad im Pool, außer uns ist keiner da und so schwimmen wir ganz alleine im Pool und genießen die Ruhe und den Ausblick. Hier und da läuft ein Springbock oder ein Affe in einigen Metern Entfernung vorbei – toll der Natur so nahe zu sein.

Nachmittags geht es dann erneut auf Wildbeobachtungsfahrt. Wir sehen viele Tiere und einmal stehen wir plötzlich inmitten von zahlreichen Elefanten, Kudus, Springböcken und Zebras. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Wir fahren im Dunkeln zurück zur Lodge und unser Guide erklärt uns viele Sternenbilder und man kann Venus, Jupiter und Mars sehen. In der Lodge haben sie während unseres Ausflugs eine Überraschung für uns vorbereitet. Als wir um das Haus herum laufen, sind wir ganz perplex – ein Candle-Light Dinner unter dem Sternenhimmel. Wahnsinn!

Ein Weg aus Öllampen führt zu 2 Tischen inmitten der Natur. Wenn man in den Himmel schaut tauchen immer mehr und mehr Sterne auf und die Milchstraße leuchtet hell über uns. Dazu ein leckeres Menü und ein Glas Wein – einfach unglaublich!

Auf unserer letzten Pirschfahrt erleben wir einen gigantischen Sonnenaufgang und das Licht lässt die Landschaft magisch leuchten. Auch diesmal warten wieder zahlreiche spannende Tiere darauf entdeckt zu werden. Als wir tatsächlich einer Gepardin begegnen können wir es kaum glauben.

Ein paar Meter später können wir unseren Augen kaum trauen, da läuft doch wirklich eine Nashornmutter mit ihrem Kleinen direkt auf uns zu. Wir bleiben stehen und die beiden kommen bis auf 2 Meter zu uns heran – Wahnsinn!

Ein letztes Frühstück in der Sonne auf der schönen Terrasse, dann werden wir zu unserem Auto zurück gebracht. Auf dem Weg sehen wir noch mal eine Löwin wie sie faul im Schatten eines Baumes liegt.

Später an diesem Tag ändert sich die Landschaft erneut komplett – und wir sehen überall Weinberge – die Winelands. Wir sind in Stellenbosch auf dem Knorhoek Weingut angekommen. Unsere letzten 2 Tage werden wir hier verbringen. In der Sonne liegend lassen wir die Reise Revue passieren, die ganzen schönen Eindrücke die wir bis hier hin gesammelt haben.

Eine Weinführung und Weinprobe warten noch auf uns und wir denken mit Freude und auch ein wenig wehmütig an die letzten zwei Wochen zurück… denn schon heißt es leider Abschied nehmen von diesem atemberaubenden Land. Doch es wird nicht die letzte Reise nach Südafrika sein, dafür ist es ein zu schönes Fleckchen Erde…

Ihre Elisabeth Schmidt

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