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Aktion Natur

Aktion Natur

EcoTraining in Südafrika

WOW – das waren 2 intensive, erlebnisreiche Wochen, die ich so schnell nicht vergessen werde!

Als ich EcoTraining etwas zögerlich buchte, war mir nicht so ganz klar, was mich erwarten würde. Was ich dann tatsächlich erlebte, übertraf meine Erwartungen bei weitem!

Nach dem Transfer mit dem Busch-Bus überraschen mich die Unterkünfte, die, verglichen mit den gewohnten Lodges, zwar einfach, aber völlig ausreichend sind. Kein unnötiger Schnickschnack, kein Swimmingpool, wenn ein paar Meter weiter die Tiere (wie in diesem Jahr ganz besonders) nach jedem Tropfen Wasser dürsten. Die nächste Überraschung ist das äußerst leckere und reichliche Essen, zubereitet von zwei schwarzen „Mammas“, denen man gerne beim Auf- und Abtragen des Essens hilft.

Die größte Überraschung ist wohl, wie sich jeder der 20 Gruppen-Teilnehmer auf seine Art einbringt, so dass im Handumdrehen eine freudige, lebendige Gemeinschaft entsteht – und das bei Altersunterschieden von 25 bis 71 – Studis, Manager, Hausfrauen, Ärzte, Pensionäre, Professoren...

Alle vereint durch Liebe zu Natur und Tieren, Bewusstsein für Conservation, Liebe zu Afrika!

Wir 20 teilen uns dann in 3 Gruppen auf, mit wechselnden Instruktoren und Backups, die ihr umfassendes Wissen und Erfahrungen auf sehr lebendige und freudige Art mit uns teilen. Steve, Quentin, Norman – alle gleichermaßen engagiert und vor allem humorvoll. Ich bin sicher, dass viele von uns schon lange nicht mehr so viel gelacht haben.

Jeden Tag verbringen wir 7 - 8 Stunden im Busch, mal zu Fuß, mal im Jeep, mal kombiniert. Beeindruckend, wie Steve uns anhand eines Quadratmeters Sand und Stöckchen eine ganze Geschichte aus der „Buschzeitung“ vorliest... Und uns gleichzeitig auf 5 verschiedene Vogelstimmen aufmerksam macht. 

Ein paar Schritte weiter sichtet er dann einen Elefantenbullen in der Ferne. Nachdem die Rieselsand-Probe gezeigt hat, dass der Wind uns günstig ist, pirschen wir immer näher an ihn ran. Nachdem wir gelernt haben, Verhaltenssignale der Tiere zu deuten, wächst nämlich unser Mut, uns auch den Dickhäutern zu Fuß zu nähern. Die Nähe zu diesen sanften Riesen erfüllt uns fast mit Ehrfurcht.

Die Landschaft in der Makuleke-Konzession ist sehr abwechslungsreich. Besonders beeindruckend ist der Fieberbaum-Wald – einer der größten der Welt. Während wir schweigend unter diesen lichten, strahlenden Bäumen entlang wandern, aus der Ferne beobachtet von Nyalas und Impalas, Pavianen und wer weiß, was noch alles, flattern plötzlich wie auf Kommando hunderte weißer Schmetterlinge auf. Es fehlen nur noch Elfen, die auf den Lichtstrahlen tanzen. Aber so verzaubert, wie wir uns fühlen, schwirren die eh schon längst um uns herum.

Gleich am zweiten Tag darf ich auf dem Tracker-Seat Platz nehmen. Und wie es das Glück will, müssen wir nach kurzer Zeit anhalten, weil eine Elefantenherde unseren Weg kreuzt. Ich bekomme den Hinweis, in den Jeep zurückzuklettern. Das lehne ich aber vehement ab. Wer wird sich schon entgehen lassen,  Elefantenbabies mit schlenkernden Rüsseln ganz aus der Nähe zu genießen...

Aber wir sind auch fleißig: Ca. jeden 2. Tag gibt es Unterricht: Vogelbestimmung, Tierverhalten, Umwelt u.v.m. Wir drücken alle gern wieder die Schulbank. Erstaunlich schnell wächst unsere Gruppe mit den Instruktoren und den Backups zu einer lebhaften, interessierten, begeisterten Gemeinschaft zusammen. Tja, Buscherlebnisse verbinden!

Während beim Mittagessen unter riesigen Nyala-Bäumen die Gruppen ihre Vormittags-Erlebnisse austauschen, heißt es auf einmal: Elefanten! Und tatsächlich wandern 2 Dickhäuter Blätter rupfend dicht an uns vorbei...

Da wir im hohen Norden des Krüger Nationalparks Glück haben und der Luvuvhu River noch Wasser führt, machen wir uns zu einer Wanderung auf, die zum Teil oberschenkeltief durchs Wasser führt. Gewehre, Kameras und Ferngläser werden geschultert. Und vor allem die Kühlerbox mit den Drinks für den geplanten Sundowner! Hinter einer besonders malerischen Felsformation sehen wir uns plötzlich Büffeln gegenüber. Nun – wir haben ja schon eine Menge gelernt (z.B. keine Fluchtwege abschneiden) und drücken uns brav an die Felswand des gegenüber liegenden Ufers. 

Wir können uns nicht satt sehen an der Kulisse: Büffel, Wasserböcke, Goliath-Reiher, Seeadler … , bis die Büffel uns dann auch den Weg frei geben zu einem riesigen, rund geschliffenen Stein unter einem großen Rockfig-Tree, wo wir unseren verdienten Sundowner zu uns nehmen – wie man das so kennt, immer ein Highlight des Tages.

Zwischendurch, nach ca. 1 Woche, heißt es: Handys einpacken. Wir werden zu einem Felsen kutschiert, auf dem es manchmal Empfang gibt. Auch das wird zur Riesengaudi. Wer Kontakt mit der Außenwelt möchte, muss erst einen schweißtreibenden Aufstieg bewältigen. Die Fotomotive auf dem Berg sind dann wunderbar: wilde Gesellen mit Handy am Ohr, verstreut unter Feigen- und Korkbäumen…

Als es nach 2 Wochen ans Abschiednehmen geht, weiß man nicht, wovon der Abschied am schwersten fällt: der Gruppe, den Trainern,  den Tieren, der Landschaft, dem Camp mit den Mammas... Wahrscheinlich ist es das Gesamterlebnis.

Als ich nach einer weiteren Woche in Afrika (ich habe noch den Birdingkurs von EcoTraining angeschlossen) nach Hause komme, ist schon die Adressenliste da, 2 Fotosammlungen und diverse private Mails.

Afrika lässt einen (zum Glück) nicht so schnell los. Eines ist für mich jetzt schon klar: Nächstes Jahr geht es wieder zum EcoTraining!!!

U. Kamps

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