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Abenteuer Botswana

Abenteuer Botswana

Wanderung mit Elefanten und viele Tiere

Ein kurzer Flug bringt uns in das südliche Okavango Delta.

Genauer gesagt an die Südspitze von Chief´s Island, wo das Baine´s und das Stanley´s Camp liegen.

Unser Guide holt uns am Airstrip ab, um uns in ca. 40 Minuten Fahrzeit über sandige und zum großen Teil unter Wasser liegende Pisten zum luxuriösen und nur 5 Chalets beherbergenden Baine´s Camp zu bringen. Das romantische Camp liegt am Rande einer großen Lagune und von unserem äußerst großzügigen Chalet mit riesiger Terrasse haben wir einen tollen Ausblick. 

Am Nachmittag unternehmen wir eine Wildbeobachtungsfahrt. Ich bin erstaunt, dass es hier doch noch so große Landgebiete gibt, die nicht von den Fluten des Deltas überspült sind.

An friedlich grasenden Zebras, großen Giraffenherden und vielen anderen Tieren fahren wir vorbei bis zu einem Hyänenbau, in dem es gerade sehr viele kleine und halbwüchsige Hyänen gibt. Da es kurz vor Sonnenuntergang ist, warten die Kleinen geduldig, bis ihre Mütter nach Hause kommen und hoffentlich Beute mitbringen. 

Behauptet jemand, Hyänen seien hässlich? Dann hat er bestimmt noch keine schwarzen, flaumigen Wollknäule mit riesigen Knopfaugen gesehen… 

Die Kleinen beschäftigen sich mit allem Möglichen: Da wird sich um ein Stück Beute – ein kleines, zerkautes Holzstück – gestritten, andere versuchen, einen Termitenhügel zu erklimmen und gegen Feinde (meist Brüder) zu verteidigen und wieder andere genießen einfach nur die warmen Sonnenstrahlen auf dem nackten Bauch.

Ein ganz besonders neugieriges Männchen kommt näher und inspiziert das Fahrzeug. Es schaut uns an und - ohne den Blick von uns im Fahrzeug abzuwenden - versucht es, in die Reifen zu beißen. Erst riecht es daran, dann nimmt es einen herzhaften Biss, bekommt aber nichts ab. Unser Guide wäre ohnehin nicht begeistert gewesen.

Eine der Mütter kommt zurück und nimmt ihre 2 lauthals quiekenden Jungen mit ins Gebüsch, wo sie sich fallen lässt, sodass die 2 säugen können. Eine andere Mutter trägt ein Bein in ihrem Maul. Ich tippe auf Impala-Keule… Die Halbwüchsigen ziehen um die Wette. Irgendwann wird es dunkel und wir kehren langsam zum Feuer und einem romantisch gedeckten Tisch im Camp zurück.

Bevor wir zu Bett gehen, sehen wir eine Sternschnuppe in diesem einzigartigen, sternenübersäten, afrikanischen Himmel. Werden diese Wünsche wahr?
 

Am nächsten Morgen erwartet uns unser Highlight: Die Wanderung mit halbzahmen Elefanten. Sind Sie schon einmal einem grauen 6-Tonner zu Fuß gegenüber getreten? Wenn ja, dann wissen Sie, wovon ich rede. Wenn nein: Ich kann Ihnen sagen, dass so ein Elefant wesentlich größer ist, wenn Sie vor ihm stehen, als wenn Sie diesen von einem Fahrzeug aus bewundern. 

Doug und Sandi Groves haben die 3 Elefanten Jabu, Thembi und Morula als sie noch klein und verwaist waren, adoptiert. Doug erzählt uns stolz alles Mögliche Wissenswerte und auch ich lerne noch viel über die grauen Dickhäuter und bin darüber erstaunt, was ich bisher alles noch nicht wusste. 

Wir wandern neben den Elefanten durch den Busch und ich halte Morulas Rüssel – oder besser gesagt, sie hält meine Hand. Während Jabu sich lieber mit den Büschen und der Nahrungsaufnahme beschäftigt, nehmen Thembi und Morula erst einmal eine Dusche, als wir das Wasser erreichen.

Ich frage Doug, ob man ihnen wohl beibringen könnte, die Besucher nass zu spritzen. „Natürlich“, meinte Doug, „aber das wäre vielen bestimmt nicht recht“. Naja, ich hätte gegen eine Abkühlung nichts einzuwenden gehabt. Wir spazieren weiter und achten darauf, was sie sehen und was sie riechen – hierdurch bekommt man eine ganz andere Perspektive vom Busch.

Am Ende dieser faszinierenden Interaktion steht ein Busch-Picknick auf dem Programm. Als alle Gäste am Tisch sitzen und essen, bekommen auch Jabu, Thembi und Morula kleine Leckereien: Mopane Zweige, spezielle Gräser und getrocknete Heuwürfel. 

Kaum, dass wir mit dem Essen fertig sind, lässt Doug uns in einer Reihe aufstellen. Wir sollen uns an den Schultern halten, meint er. Ich bin gespannt, was kommt und bin froh, nicht die erste in der Reihe zu sein. Vor mir steht eine zierliche Amerikanerin, die ganz vernarrt in die Elefanten ist. Doug führt Jabu zu ihr und…

... der Elefant gibt ihr laut schmatzend einen Kuss auf die Wange. Ich schaue mir das kichernd an. Doch als ich an der Reihe bin, und diese feuchte Rüsselspitze auf meiner Haut spüre und dazu dieses schlürfende, einsaugende Geräusch höre, muss ich furchtbar lachen. Das scheint Jabu so richtig zu gefallen, denn er hört gar nicht auf und gibt mir immer und immer wieder einen Kuss auf die Wange.

Ich habe schon Bauchschmerzen vor Lachen und versuche seinen Rüssel zur Seite zu schieben, doch leider erfolglos. Mir laufen Tränen die Wangen hinunter und im Augenwinkel sehe ich, wie alle anderen ebenfalls herzlich lachen. 

Diese Geschichte werde ich mit Sicherheit mein Leben nie vergessen! Was für eine Erfahrung….!

Wenn Sie dieses Erlebnis teilen möchten, dann wenden Sie sich einfach an uns.

Liebe Grüße.... Ihre Liane Merbeck

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