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Wandern in Namibia

Wandern in Namibia

Wanderurlaub in Afrika

Tag 1 – 2: FARBENSPIEL DER NAMIB

Bei Regen besteigen wir im Oktober in Frankfurt die South African Airways Maschine nach Johannesburg. Von dort fliegen wir dann weiter zu unserem Ziel: Namibia! Zu diesem Zeitpunkt können wir noch nicht ahnen, wie viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse wir auf dem Rückflug im Gepäck haben werden. Am Flughafen von Windhoek übernehmen wir unseren Mietwagen, einen Toyota Hillux Double Cab (4x4), welcher uns die kommenden drei Wochen zuverlässig durch Namibia begleiten wird.

Unsere erste Unterkunft, die komfortable „The Desert Grace“ Lodge im Gondwana Namib Park erreichen wir nach ca. 5 Stunden Fahrt. Der Blick auf die rosafarben anmutende Landschaft dieser Trockenwüste lässt uns zum ersten Mal die Weite und die Faszination Namibias erahnen.

Tag 3: FASZINATION NAMIB

Gut erholt beginnen wir heute mit unserer spannenden Aktivtour durch Namibia. Da wir vor unserem ersten Highlight der Reise – einer Übernachtung unter Sternen – noch Zeit haben, fahren wir nach Sesriem, dem „Tor“ zum Sossusvlei. Von hier aus unternehmen wir eine Wanderung durch den Sesriem Canyon. Die spektakulären Steilwände dieser Schlucht lassen uns staunen. Später gehen diese in ein weitläufiges Flussbett des Tsauchab-Riviers über. Wir genießen die absolute Ruhe und beobachten noch eine Horde Baboons, bevor wir auf dem selben Weg zum Ausgangspunkt zurückkehren. Denn um 16:00 Uhr erwartet man uns an der Namib Desert Lodge, von wo wir gemeinsam mit anderen Gästen einen Transfer im offenen Geländewagen zum Namib Dune Star Camp erhalten.

Während der Fahrt können wir Oryxe beobachten und kurz darauf sehen wir die spektakulär um das Hauptgebäude verstreut liegenden Gästebungalows am Hügelkamm einer Düne. Wir beziehen einen der liebevoll ausgestatteten Bungalows, bevor wir mit unserem Guide zu einer spannenden Wanderung durch die Dünen aufbrechen, während der wir viel über das Ökosystem und die Tiere der Namib lernen. Ein Sundowner auf der Terrasse des Restaurants mit traumhaftem Blick auf die Dünen im Farbenspiel der untergehenden Sonne und das anschließende, liebevoll zubereitete delikate Abendessen, sind der Abschluss eines wunderschönen Tages. Wir rollen das Bett auf die Terrasse unseres Bungalows und bestaunen die unzähligen Sternen und die hier klar erkennbare Milchstraße, bevor wir unter dem Sternenzelt einschlafen.

Tag 4 - 5: WE KEBI – NAMIB RAND NATURE RESERVE

Auf einer weiteren Wanderung früh morgens rund um das Camp lernen wir weitere Facetten/Tiere dieser Wüstenlandschaft kennen, bevor wir zur Namib Desert Lodge zurückkehren, wo wir uns noch mit einem Frühstück stärken, bevor wir zu unserem nächsten Ziel aufbrechen. Die We Kebi Safari Lodge liegt am Rande des Namib-Naukluft-Nationalparks, in der reizvollen Landschaft der Tsarisberge. Wir fühlen uns sofort wohl an diesem ruhigen Ort. Dazu trägt nicht nur der sehr herzliche Empfang und die Hilfsbereitschaft aller Angestellten bei, sondern auch die vierbeinigen Bewohner des Areals, wie Zebras, Büffel, Mangusten, Oryxe etc. Nach einem erfrischenden Bad im Pool nehmen wir in der nahe gelegenen Hammerstein Lodge an einer Cattour teil. Hier werden Tiere aufgenommen, die aufgrund von besonderen Erlebnissen/Umständen in Freiheit nicht überleben können. 

Eine Wildbeobachtungsfahrt durch diese atemberaubende Landschaft im Abendlicht, bei welcher wir Gnus, Oryxe, Elendantilopen und Nashörner beobachten können, rundet die Erlebnisse dieses Tages ab.

Ein landestypisches, mit frischen Produkten der Region zubereitetes Abendessen mit Blick auf die malerische weite Wüsenlandschaft, mit den beiden großen Bäumen im Vordergrund, unter welchem sich Tiere versammelt haben,  – so stellt man sich einen Abend in Afrika vor. 

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wollen wir diese traumhafte Landschaft „erwandern“. Nach dem Transfer zum Ausgangspunkt, auf welchem wir auch wieder einige Tiere sehen, starten wir gemeinsam mit unserem Guide zu einer Wanderung in den Namib Mountains. Der Weg beginnt ohne nennenswerte Steigung, bevor er in einem etwas steileren Zickzack stetig nach oben führt. Immer wieder bleiben wir stehen, um die Bergzebras zu beobachten, welche sich mit unglaublicher Sicherheit in diesem Gelände bewegen. Elias, unser Guide, zeigt auf den Bergkamm und verspricht uns ein besonderes Erlebnis, wenn wir diesen erreichen. Also weiter – wir sind neugierig! Wir kommen oben an und tatsächlich, Elisas hat uns nicht zu viel versprochen: der Blick ist atemberaubend. Hinter uns liegt das Tsarisgebirge und vor uns ein rosafarbener Sandteppich in der Luft, aus welchem die ein oder andere Bergspitze herausragt: die Namib. 

In sanftem Auf und Ab auf verfallenen Transportwegen geht es zu einer verlassenen Alm mit Windrad. Schließlich führt uns unsere Wanderung zu einem malerisch unter Bäumen gelegenen Zeltplatz, wo wir bereits von einem Fahrer erwartet werden. Auf der Fahrt zurück zu unserer Unterkunft, wo wir eine weitere Nacht verbringen, sehen wir Giraffen und Oryxe, welche in dieser faszinierenden Landschaft ein weiteres tolles Fotomotiv bilden. Wir sind froh, genügend Speicherkarten im Gepäck zu haben – es ist ja erst der Beginn unserer Reise.

Tag 6: SOSSUSVLEI – SWAKOPMUND

Was ist die Namib ohne den Besuch von Sossusvlei? Da wir an diesem Tag noch eine lange Fahrstrecke vor uns haben, besuchen wir nicht „Big Daddy“, die höchste Düne im Sossusvlei, sondern erklimmen statt dessen die „Düne 45“. Und wir haben Glück – sie gehört uns alleine. Den Blick von der Düne auf das rot-gelbe Dünenmeer exklusiv und in absoluter Stille genießen zu können – unbeschreiblich! Weiter geht es Richtung Norden ans Meer, Swakopmund ist unser Ziel. Leider reicht die Zeit hier nur für einen kurzen Spaziergang am Atlantik und ein Abendessen im Restaurant Jetty, spektakulär im Atlantik am Ende eines langen Steges gelegen.

Tag 7: Vor der Bergbesteigung...

Am nächsten Morgen übernehmen wir die Ausrüstung für den Höhepunkt unserer Reise: die Besteigung der Königsspitze im Brandberg Gebirge – dem höchsten Punkt Namibias. Mit vielen guten Tipps und dem für die dreitägige Wanderung benötigten Lebensmittel- und Wasservorrat machen wir uns auf den Weg zur Spitzkoppen Lodge. Schon die Anfahrt zur Lodge mit wechselnden Blicken auf diese beeindruckende Landschaft ist spektakulär. Und erst die Lage der Lodge: wunderbar integriert in die markanten Steinformationen.

Nach einem Bad im herrlich gelegenen Naturpool mit Blick auf die Spitzkoppe nehmen wir noch an einer geführten Aktivität teil: Felszeichnungen der San, Zebras Pool und eine kleine Wanderung zu markanten Felsformationen vermittelt uns einen Gesamteindruck des Gebiets. Schade, dass wir nicht mehr Zeit hier verbringen. Spitzkoppe ist ein idealer Ort für Aktive: Wandern, Klettern, Mountainbiken sind nur einige der angebotenen Aktivitäten.

Ein weiterer schöner Tag in Namibia geht mit einem stilvollen Abendessen zu Ende.

Tag 8 – 11. Tag: BRANDBERG - BESTEIGUNG KÖNIGSTEIN

Unsere Spannung wächst! Wir fahren zum Brandberg, wo wir noch eine Vornacht in der White Lady Lodge verbringen, bevor wir unser großes Abenteuer starten. Am Abend treffen wir hier auf Justus, unseren Guide, und erhalten noch ein Briefing.

Nach einer kurzen Nacht starten wir um 05:15 Uhr morgens zum Ausgangspunkt unserer Besteigung. Außer Justus begleitet uns auch noch Albert, der unseren Mietwagen zurück zur White Lady Lodge bringt. Unterwegs steigen noch zwei Träger zu, welche wir benötigen, um das für den Zeitraum unserer Tour benötigte Wasser zu tragen, da zur Zeit unserer Reise extreme Trockenheit herrschte. In der Regel ist es möglich, den Wasservorrat am Berg aufzufüllen.

Mit einem leichten Anstieg entlang der Ga-aseb Schlucht starten wir um 07:15 Uhr unsere Tour.  Schatten erleichtert es uns, uns an das Gewicht der Rucksäcke von ca. 20 kg zu gewöhnen. Aber wir wissen ja, dass sich dieses im Laufe des Trekkings verringern wird. Die nach ca. einer Stunde eingelegte Frühstückspause gibt uns Kraft für den weiteren Weg. Durch unwegsames Gelände, über große Granitfelsblöcke und Felsplatten geht es steil bergan. Nun ist auch die Sonne da und meint es gut mit uns. Aber kein Jammern: ich liebe Sonne und Wärme. Aber 38 Grad um 11:00 Uhr ohne Schatten – sogar für mich etwas viel. Könnte ich die Wärme bloß für den Winter speichern! Kleine Pausen, welche wir immer wieder im Schatten einer Höhle oder eines Felsens verbringen, helfen, neue Kraft zu tanken. Unterwegs zeigt uns Justus immer wieder Felsmalereien – es gibt am Brandbergmassiv ca. 50.000 - und wir staunen, wie gut erhalten diese noch sind. Wir erreichen das Viewpoint Camp, wo wir nach der Königssteinbesteigung unsere zweite Nacht am Berg verbringen werden. Während einer längeren Pause genießen wir die überwältigende Aussicht und wissen jetzt schon – die Anstrengung lohnt sich! Nach einem letzten Anstieg und anschließendem Abstieg von ca. 250hm haben wir unser Tagesziel erreicht: die Longy Pools. Nach einer kurzen Teepause erkunden wir die Umgebung. Beeindruckt stehen wir in dieser Landschaft: zahlreiche vom Wasser geformte Pools verteilen sich auf der gesamten Fläche. Wie schön muss es hier erst sein, wenn die Pools mit Wasser gefüllt sind. Mal abgesehen davon, dass man dann auch nicht den gesamten Wasservorrat mit auf den Berg nehmen muss. 

Danach geht’s an die Zubereitung des Abendessens. Gaskocher aufstellen, Wasser erhitzen, Nudeln rein und fertig. Schnell und problemlos. Man soll sich ja nicht selbst loben, aber das Essen schmeckt super. Inzwischen haben unsere Guides ein Feuer entfacht und so steht einem unvergesslichen Abend nichts mehr im Weg. Aber so verlockend es auch ist, diese Idylle länger zu genießen, morgen wartet die Besteigung des Königstein auf uns. Und so kuscheln wir uns, nachdem Justus mit uns den Ablauf des kommenden Tages besprochen hat in unsere Schlafsäcke, schauen staunend in den von Sternen übersäten namibischen Himmel und freuen uns auf den nächsten Tag.

Nach einer erholsamen, unbeschreiblich ruhigen Nacht am Berg brechen wir nach dem Frühstück auf. Heute wollen wir auf den höchsten Berg Namibias: den Königstein. Mit leichtem Gepäck – wir haben lediglich Getränke und etwas zu Essen im Rucksack (das übrige Gepäck bleibt im Camp) – ist die Wanderung ein wahrer Genuss. Das Gelände ist einfach mit geringer Steigung. Immer wieder stellen wir Justus die für uns so wichtige Frage, welcher Berg nun der Königstein ist. Endlich, nach ca. 2 ½ Stunden sehen wir ihn. Nochmals eine kurze Rast, dann geht es nun steiler im unwegsamen Gelände Richtung Gipfel, die letzten Meter müssen wir dann noch unsere Hände zu Hilfe nehmen, und dann sind wir oben: wir haben es geschafft! Namibia liegt uns zu Füßen, die Aussicht ist grandios. Unbeschreiblich, dieses Gefühl hier zu stehen. 

Nach einer halben Stunde brechen wir auf, um zurück ins Camp zu gehen. Unterwegs besichtigen wir noch die Snake Rock Cave mit berühmter San-Felskunst und Fragmenten von Ausgrabungsstücken. Da es noch sehr heiß ist beschließen wir nach unserer Ankunft an den Longy Pools, erst am späten Nachmittag zum Viewpoint Camp aufzubrechen. Eine sehr gute Entscheidung – die lange Pause in der Einsamkeit dieser grandiosen Landschaft genießen wir sehr. Dann heißt es noch einmal alle Kräfte sammeln, Rucksack auf den Rücken und Abmarsch zum Schlafplatz. 

Die Mühe wird belohnt. Die Aussicht auf die weiten Ebenen Namibias in der Abenddämmerung in vollkommener Stille, eins mit der Natur. Augenblicke, die man nicht beschreiben kann – man muss sie selbst erlebt haben!

Die letzte Nacht am Lagerfeuer unter den Sternen Namibias, bevor wir am nächsten Morgen dann Abschied nehmen müssen von dieser fantastischen Bergwelt. Obwohl der Abstieg auf demselben „Weg“ wie der Hinweg erfolgt, eröffnen sich uns doch immer wieder neue Blicke auf die einzigartigen Landschaften Namibias. Auch hier legen wir wieder Pausen an schattigen Plätzen ein, da nun die Sonne wieder Ihre ganze Kraft entfaltet. 

Dann ist es soweit: wir erblicken in der einsamen Landschaft unseren Mietwagen, Albert holt uns ab und kommt uns sogar ein gutes Stück des Weges entgegen. 
Wir sind zurück von einem unvergesslichen Erlebnis: drei Tage nur eins mit der Natur ohne auf weitere Bergsteiger zu treffen. Ein Berg mit einzigartigen Landschaften, kulturellen Schätzen, dessen Besteigung Berg- und Trekkingerfahrung sowie Komfortverzicht voraussetzt. Auch wenn der Königstein „nur“ 2573 m hoch ist, so ist für mich dieser Gipfelsieg absolut gleichzusetzen mit der Besteigung des Kilimanjaro. Adrenalin, Glücksgefühle und Emotionen pur - ein exklusives Erlebnis!

Zurück in der White Lady Lodge sind die Strapazen vergessen und wir müssen uns von unseren Begleitern, die uns so sicher durch wegloses Gelände bis auf die Königspitze geführt haben, verabschieden. Vielleicht gibt es ja eine Wiederholung.

Tag 11. - 12.: TWYFELFONTEIN ADVENTURE CAMP – HUAB-TAL

Noch am selben Tag geht unsere Reise weiter nach Twyfelfontein, zum Twyfelfontein Adventure Camp. Eingebettet zwischen Granitfelsen vermittelt diese Unterkunft Afrikafeeling pur und die sehr herzliche Atmosphäre tut sein Übriges dazu. Der ideale Ort, um sich zu erholen und das vergangene Abenteuer Revue passieren zu lassen.

Am nächsten Morgen nehmen wir gemeinsam mit anderen Gästen an einer Exkursion in das Huab-Tal teil, um die hier lebenden Wüstenelefanten aufzuspüren. Schon die Fahrt durch dieses Flusstal ist ein Highlight. Schließlich sehen wir sie: zum Greifen nahe stehen sie vor uns und nehmen die am Boden liegenden Früchte mit ihrem Rüssel auf, um sie zu fressen. Aber oje, nicht genügend sind vom Baum gefallen. Aber selbst ist der Mann, oder besser gesagt der Elefant: er legt seinen Kopf an den Stamm und schüttelt diesen, bis wieder genügend Früchte am Boden liegen. Den kleinen Elefanten, der im Schatten eines Baumes liegt, stört diese Aktion nicht; seine Nahrungsquelle steht hinter ihm und beschützt ihn: seine Mutter. Es ist still und wir hören seinen Atem. Faszinierende Momente.

Tag 13. - 14.: ETENDEKA TRAIL

On the road again. Wir fahren zur Palmwag Lodge, dem Treffpunkt unserer Wanderung auf dem Etendeka Trail. Um 16:00 werden wir mit den anderen Teilnehmern im offenen Geländewagen in den nördlichen Teil der Palmwag Konzession gebracht, wo wir unsere Wanderung beginnen. Unser Gepäck wird in der Zwischenzeit schon zum ersten Camp transportiert. Gemeinsam mit Nicky, unserem Guide, wandern wir auf einfachen Wegen ca. eine Stunde zum River Camp. Unterwegs erhalten wir von Nicky immer wieder Informationen über Fauna, Flora und die Zusammenhänge innerhalb dieses empfindlichen Ökosystems. Und so erreichen wir, um viele interessante Informationen reicher, schließlich das Etendeka River Camp. Die Schlafplattformen stehen in großzügigem Abstand verteilt in diesem Flusstal. Neben jeder Plattform befindet sich in einem kleinen gemauerten Rundbau eine Toilette und ein Waschbecken. Jeweils 4 Zelte teilen sich eine Dusche. Wir genießen das über offenem Feuer zubereitete herzhafte Abendessen, bevor wir eine weitere Nacht unter freiem Himmel mit unzähligen Sternen verbringen. Fast zu schade zum Schlafen, aber die Müdigkeit siegt ….

Tag 2: Wir genießen die Wanderung zum nächsten Camp. Nicky hat auch hier viele Informationen für uns, so lernen wir, was man alles aus dem Dung verschiedener Tiere lesen kann, welche Pflanzen bei welchen Krankheiten/Beschwerden verwendet werden etc. Tierbeobachtungen, u.a. Bergzebras und Oryxe und das Glitzern der Steine am Crystal Mountain faszinieren uns und so merken wir gar nicht, dass das Camp am Crystal Mountain nur noch wenige Meter entfernt ist. Ein spätes Mittagessen wartet schon auf uns. Den Rest des Nachmittags verbringen wir damit, die traumhaften Ausblicke – das Camp steht auf einer Abbruchkante oberhalb eines Flussbettes – zu genießen. Eine Baboosippe sorgt für Unterhaltung. Am späten Nachmittag wandern wir noch zu einem Felsvorsprung, wo wir auf den Sonnenuntergang warten. Im Tal zieht eine Giraffenfamilie vorbei, die Sonne versinkt blutrot hinter dem Horizont und das alles in einer spektakulären Landschaft. Zu schön um wahr zu sein! Nur schwer können wir uns von diesen paradiesisch anmutenden Bildern lösen. Mit Einbruch der Dunkelheit erreichen wir unser Camp. Wir genießen das Abendessen und lauschen am Lagerfeuer noch den spannenden Erzählungen unseres Guides. 

Die letzte Nacht unter freiem Himmel: wir bewundern die hier klar erkennbare Milchstraße und schlafen beim Zählen der unzähligen zum Greifen nahen Sterne ein.

15. Tag: PALMWAG Konzession

Ein letztes Frühstück auf dem Berg mit atemberaubender Aussicht, dann wandern wir auf einem Bergpfad, der bald in einen Fahrweg übergeht zum Etendeka Mountain Camp, wo wir herzlich empfangen werden. Noch eine Tasse Kaffee, dann wartet schon das Transferfahrzeug zur Palmwag Lodge auf uns. Der Abschied fällt uns allen sehr schwer.

Die kommende Nacht verbringen wir in der Palmwag Lodge und so haben wir Zeit, uns zu erholen und die Annehmlichkeiten der Lodge zu genießen. 

Da wir nicht den Etosha Nationalpark besuchen werden, andererseits aber ein Aufenthalt im südlichen Afrika ohne Wildbeobachtungen für uns unvorstellbar ist, nehmen wir am Nachmittag-Gamedrive mit anschließendem Sundowner teil. Obwohl die unendlich weite Palmwag Konzession der Lebensraum für eine große Anzahl von Tierarten ist, haben wir heute kein Glück: nur wenige Tiere stellen sich als Fotomotiv für die Touristen zur Verfügung. Trotzdem haben wir es nicht bereut, an dieser Tour teilgenommen zu haben, schon allein die Fahrt durch diese Landschaft und die brillant gewählte Stelle für den Sundowner lohnt die Teilnahme. Nach 4 ½ Stunden kehren wir zur Lodge zurück, wo bereits das Abendessen auf uns wartet.

16. Tag: WARMQUELLE / ONGONGO WASSERFALL – SESFONTEIN

Heute erreichen wir den nördlichsten Punkt unserer Reise – Sesfontein. Auf dem Weg dorthin machen wir noch einen Abstecher zum Ongongo Wasserfall/Warmquelle. Beim zweiten Anlauf finden wir den unscheinbaren Abzweig und da wir inzwischen die Fahrt auf Schotter, Steinen und Schlaglöchern gewohnt sind, lässt sich auch die Anfahrt dorthin problemlos bewältigen. Zu unserer Überraschung wird der glasklare Naturpool auch in der Trockenzeit von dem kleinen Wasserfall gespeist. Wir nehmen ein Bad und genießen das Relaxen auf der hölzernen Badeplattform mit Blick auf den Teich und Dutzende Webervogelnester. 

Sesfontein: wir tauchen ein in eine andere Welt – welch ein Kontrast zu den Bergen! Unsere Wanderung durch den Ort am Nachmittag wäre – wie sich später herausstellte – nicht nötig gewesen. Von der „Restaurantterrasse“ unserer Unterkunft, dem einfachen Sesfontein Guesthouse, können wir das Dorfleben hautnah erleben. Die Gastfamilie freut sich, den Gästen hier „ihren“ Ort und ihr Wissen über die Kultur und das heutige Leben im Damaraland zu vermitteln. Nach dem liebevoll und mit Produkten aus der Region zubereiteten Essen und um viele Informationen reicher gehen wir zu Bett und freuen uns auf den kommenden Tag und den Besuch bei den Himbas, zu welchen uns ein einheimischer Guide begleiten wird.

Der nächste Tag beginnt mit einem Einkauf im Dorfladen: 50 kg Maismehl, Öl, Fett, Zucker, Süßigkeiten für die Kinder – unser Gastgeschenk für die Himba. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt erblicken wir dann die Hütten des Himbadorfes. Während eines Rundgangs erfahren wir viel über die Kultur dieses Volksstamms und das heutige Dorfleben. Bei der Verabschiedung übergeben wir die mitgebrachten Lebensmittel, welche gerne angenommen werden.

Ein Besuch im Fort Sesfontein, welches heute eine komfortable Unterkunft beherbergt und die Besichtigung der „sechs Quellen“ (Sesfontein) runden diese Tour ab. Nach dem Abendessen – mit Einblicken ins Dorfleben – gehen wir früh zu Bett, da am nächsten Tag ca. 500 km Schotterpiste auf uns warten.

Tag 17. - 18.: AMEIB

Mit Beginn der Dämmerung machen wir uns nach einer Tasse Kaffee und guten Ratschlägen von unserem Gastgeber auf den Weg zum Erongogebirge. Das reichhaltige Frühstückspaket nehmen wir unterwegs unter den wachsamen Augen von Giraffen und Springböcken ein. Da wir gut vorankommen, besuchen wir unterwegs auch noch den Versteinerten Wald. 
Am Gate von Ameib werden wir sehr herzlich willkommen geheißen. Die weitere Fahrt zur Gästefarm gestaltet sich bereits als Wildbeobachtung, unter anderem von Giraffen, Impalas und natürlich dem Wappentier Namibias, dem Oryx. 
Angekommen am Gästehaus beziehen wir in der weitläufigen Anlage unseren Bungalow, stärken uns noch bei einem späten Mittagessen und machen uns im Anschluss daran auf den Weg. Es gibt auf Ameib sehr viel zu entdecken. Es wird sehr großer Wert auf Naturschutz gelegt - so gehört Ameib z.B. zum Erongo Mountain Rhino Sanctuary Trust. Hier kann man noch in vollkommener Ruhe (kein WIFI, kein TV) entspannen. 

Natürlich haben wir während unseres Aufenthalts auf Ameib (2 Nächte) auch Wanderungen zu den wichtigsten Highlights in dieser Konzession unternommen:
-    Philipps Grotte: ein Muss für Besucher, die an Felsmalereien interessiert sind. So kann man hier neben vielen anderen Felszeichnungen den berühmten „Weißen Elefant“ bewundern.
-    Bulls Party und Elefantenkopf: riesige Felskugeln verstreut auf einem weiten Gebiet mit Granitplatten. Großartige Aussicht auf die umliegende Landschaft vom Gipfel des Elefantenkopf (kleine Kletterei). Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus – und die Kamera ist ununterbrochen im Einsatz.
-    Riesental: Wanderung durch unberührte Natur, am Talende beeindruckende Felsformationen

Wer es bequemer möchte, kann auch bis zu den Parkplätzen an den jeweiligen Sehenswürdigkeiten fahren und so die Wanderung um ein gutes Stück abkürzen.

Es ist ein besonderes Erlebnis, durch diese faszinierenden Landschaften zu wandern, mit der Chance auf Tierbeobachtungen. So können wir z.B. Giraffen in nur ca. 10 m Entfernung beobachten, Impalas queren nur wenige Schritte vor uns den Weg, ein Schreiseeadler kreist über uns und den seltenen Hartlaub Frankolin hätten wir im Laub fast nicht entdeckt, so perfekt ist die Tarnung. In vollkommener Stille eins mit der Natur zu sein – Erholung pur.
Das Abendessen in der Boma ist dann immer der perfekte Abschluss eines schönen Tages.

Tag 19. - 20.: Abschied nehmen

Schweren Herzens, aber mit vielen Erinnerungen an schöne Erlebnisse während unseres Aufenthalts in dieser ehemaligen Rheinischen Missionsstation, nehmen wir Abschied von diesem besonderen Stück Land. Jedoch nicht, ohne am Morgen, kurz nach Sonnenaufgang, noch eine Wanderung durch diese unberührte Natur zu machen. 

Über Windhoek fahren wir zu unserer letzten Unterkunft, der Naankuse Lodge.

Die letzten Kilometer auf Schotterpiste, bevor wir auf die B6 abbiegen. Das ist der Augenblick, an dem ich realisiere, dass eine faszinierende und unvergessliche Reise durch Namibia zu Ende geht. Die Weite, die unbeschreiblichen und in Ihrer Kargheit doch sehr vielfältigen und schönen Landschaften Namibias haben mich in ihren Bann gezogen. 

Und wie sagte mein Mann einmal während der Reise: das Paradies hat einen Ableger – NAMIBIA. Und ich muss ihm recht geben!

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