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Tierbeobachtungen im wilden Sambia

Tierbeobachtungen im wilden Sambia

Wenn du denkst es geht nicht mehr (besser), kommt irgendwo eine Leopardin her!

Durch einige Reisen in den letzten Jahren zu den spannendsten Safarigebieten im südlichen Afrika, wie beispielsweise dem wilden Okavango Delta, der abgelegenen Kalahari, den Adrenalinschub versetzenden Flusspferden auf einer 3-Tage-Kanusafari auf dem Sambesi, der Unberührtheit des Gonarezhou in Simbabwe und vielen weiteren faszinierenden Ecken im südlichen Afrika, war meine Einstellung vor dieser Reise entsprechend hochnäsig á la „was soll mich noch überraschen“ oder besser: „eigentlich habe ich doch von allem das Beste gesehen!“. Also schreibe ich diese Zeilen mit einer gewissen Portion Reue und Demut, nachdem ich meine Lektion gelernt habe… 

Kurze Zusammenfassung: 10 Tage South Luangwa, 8 unterschiedliche Leoparden, 2 erfolgreiche Jagden  (nicht wir, sondern die Leoparden) und ein sehr spezieller Löwe (dazu später mehr).

Die Anreise: Im Schlaf nach Afrika

Anreize für eine Safari und die Anreise für eine Safari stehen bei mir in absolutem Kontrast und es gibt kaum unangenehmere Dinge als das Wissen, dass ich nach meiner 3 Stunden Zugfahrt von Berlin nach Hamburg insgesamt weitere 15 Stunden eingeengt in verschiedensten Flugzeugtypen verbringen werde. Mit gedrückter Erwartung besteigen wir (das sind meine Frau Nadine und ich) als fast letzte (man muss ja jede letzte Minute auskosten, die nicht im 90 Grad Winkel eingequetscht auf 80 cm Sitzabstand verstreicht) den Dreamliner der Emirates und stellen fest, dass der Flieger nicht einmal zu einem Drittel voll ist! Nur eine Minute später ertönen die magischen Worte: “krk klick – boarding completed… slide doors and crosscheck“, was für mich immer das Startsignal für meine persönliche Reise nach Jerusalem und die Suche nach einem besseren Sitzplatz ist: in diesem Fall 4 Sitzplätze und eine Reihe ganz für mich alleine!!! GUTE NACHT.

Die Ankunft: Willkommen in Sambia

Nach einem Umstieg in Dubai und einer weiteren leeren Maschine (keine Angst – Karma ist ein Boomerang – mehr dazu im Kapitel Heimreise) landen wir am frühen Nachmittag im Flughafen Lusaka und werden direkt von einem Emirates Mitarbeiter vom Rollfeld abgeholt, an den Menschenmassen bei der Einreise vorbei gelotst und zum Gepäckband gebracht. Unter Anfeuerungsrufen unseres Helfers gegenüber den Flughafengepäckbeauftragten und ein paar netten Worten (habe keins davon verstanden) haben wir kurz vor knapp auch unser Gepäck auf den Proflight Flug von Lusaka nach Mfuwe einchecken können. Die Maschine ist eher klein und kuschelig – mir aber egal, da ich ausgeschlafen bin.

In Mfuwe landen wir kurz vor Sonnenuntergang und werden von einem Angestellten der Chichele Presidential Lodge in Empfang genommen und weitere 2,5 Stunden zum und durch den South Luangwa gefahren.

South Luangwa – der zentrale Teil

Unsere ersten Nächte verbringen wir im zentralen Teil des Parks, der von abwechslungsreichen Landschaften und somit auch immer unterschiedlichen Tierarten geprägt ist. Zunächst denke ich noch, es sei Zufall, jedoch hat sich der Eindruck im Lauf der Reise bestätigt – es gibt abgesehen von Pukus und Impalas kaum eine Tierart, die aufdringlich dominiert, wie man dies beispielsweise in Botswana mit Elefanten oder in Teilen Südafrikas mit Giraffen etc. kennt. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich mich bis zum Ende unserer Safari über jeden Elefanten, jedes Zebra oder welches Tier auch immer (Schlangen sehe ich hier als absolute Ausnahme – über diese freue ich mich nicht) den Weg kreuzt, gefreut habe.

Der South Luangwa Nationalpark ist bekannt für seine Leopardenpopulation und Walking Safaris. Die Walkingsafaris können wir selbst beeinflussen, jedoch nicht die Leopardensichtungen. Tatsächlich haben wir uns natürlich imaginäre Wunschzettel geschrieben:

Nadine:
Leopard

Jochen:
Erdbeerköpfchen, Weißschwanzmanguste, Große Herde Impalas in gutem Licht (hat wenn wir ehrlich sind doch fast keiner zuhause, da die ersten Impala Bilder immer hektisch sind und sie später keinen mehr interessieren), Stachelschwein, Erdferkel (klappt ja sowieso nie).

So sitzen wir also auf unserer ersten Wildbeobachtungsfahrt und hören uns die Geschichten der vergangenen Leopardensichtungen unserer Mitfahrenden an, ohne auch nur im Entferntesten eine Spur von Leoparden zu sehen. Man sollte dazu sagen, dass der zentrale Teil auch eine gute Population an Löwen hat, die es den Leoparden etwas schwerer machen. Gesehen haben wir aber dann eine andere Tierart, die es den Leoparden mindestens genauso schwer macht – eine Gruppe von 7 Hyänen. Alles ziemlich ramponierte Gesellen mit Wunden an der Nase, gebrochenem Bein, zerfetzten Ohren aber vollen Bäuchen. „Ihr habt also den Leoparden gesehen, den wir suchen?“ Offensichtlich schon, aber trotzdem eine tolle Begegnung mit einer so großen Gruppe bei perfektem Sonnenlicht!

Am Abend war es dann auch soweit und wir durften das Gewürzregal des South Luangwas mitsamt 11-facher Begleitung kennen lernen: die Brüder Ginger (Ingwer) und Garlic (Knoblauch) mitsamt des restlichen Rudels stolzer Löwen. Ginger ist ein ganz besonderer Geselle mit leichtem albinotouch (die Augen sind aber blau), der Rest des Körpers gelblich/orange oder kurzum Ingwerfarben. Mit Verlaub, er wäre ein guter Ire!

Wir verbringen eine gute Stunde mit dem Rudel, die sich langsam auf die Suche nach Futter begeben und haben sogar das Glück etwas später noch ein Warzenschwein zu sehen… in vielen kleinen Teilen in vielen großen Löwenmäulern.

Am letzten Morgen bevor es dann weiter in den Süden geht, treffen wir auch noch einmal auf Garlic und zwei kleinere Vertreter des Rudels. Unser Guide muss wohl so fasziniert gewesen sein, dass er nicht darauf geachtet hat, wie der Untergrund aussieht, auf dem wir parken. So will er also anfahren, nachdem einige andere Autos eingetroffen sind und stellt fest, dass feiner Sand so seine Tücken hat. Immer tiefer graben wir uns ein und die umstehenden Guides können ihre Schadenfreude gegenüber unserem Guide kaum verbergen. Besser angestellt bei unserer „Seil-zerreißt-Bergung“ haben sie sich jedoch auch nicht. Nach guten 20 Minuten versuchter Bergungsaktion unter den wachsamen Augen des 30 Meter entfernten Garlic beschließt dieser aufgrund der komisch stehenden Autos (als Sichtschutz für die Guides, die das Seil befestigt haben) lieber das Weite zu suchen, konnten wir die Differenzialsperre an den Vorderreifen einrasten und mit 4x4-Kraft einfach aus dem entstandenen Loch fahren – Wunderwelt Technik.

Hey - ab in den Süden

Die kommenden 4 Nächte verbringen wir im Süden des Nationalparks. Die erste Station ist das Kapamba Bush Camp direkt am Kapamba Fluss. Das Camp ist sehr besonders, da dieses auf einer Seite hin offene Chalets besitzt, die in der Nacht mit einem Gitter zum Schutz vor großen Tieren zugemacht wird, jedoch ein Gefühl von absoluter Freiheit vermittelt. Wir entspannen den Nachmittag mit Blick auf den Fluss und schauen den Elefanten beim knöcheltiefen Durchqueren des Flusses zu… und schlaf…. [Schnarchgeräusche].

Nach einem ordentlichen Mittagsschlaf geht es also auf Wildbeobachtungsfahrt. Wir treffen unsere Mitreisenden (ein Pärchen aus New York) und können nur mit offenem Mund und mit langsamem Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen, dass die Dame tatsächlich in Highheels und glitzernd wie ein Weihnachtsbaum im tiefsten Busch Afrikas unterwegs ist. Nunja – das bekannte „Eis brechen“ hat es nicht gebraucht, da die beiden direkt mit der Türe ins Haus fallen und uns erst einmal auf Bildern die Ganzkörperkostümierung zeigen, die sie am Morgen für Ihre Fußpirsch tragen wollten. Es waren tatsächlich ein komplettes Leoparden und Tiger Outfit, mit dem sie den völlig überforderten Guide überrascht haben. Das war natürlich alles nur ein Scherz und die Highheels auch relativiert, wenn die gute sogar richtige 10 km Rennen damit bestreitet. Ich war einmal mehr davon ausgegangen, dies sei nicht zu toppen, als dann zwei Leoparden bei untergehender Sonne unseren Weg kreuzten… Tolle Begleitung, tolle Tierbeobachtungen, tolles Überraschungsbuffet mitten im Busch. Das war ein Auftakt des Südens nach Maß!

Am kommenden Tag stand eine Fußpirsch auf dem Programm und entsprechend gerüstet geht es zunächst per Fahrzeug zu einem geeigneten Gebiet für STOOOOOOOOP!!!! „Da ist ein Leopard im hohen Gras!“ …Also wenden und schnell mal hin zum Leopard (ich möchte darauf hinweisen, dass wir 2 Guides im Auto hatten und ich höchstpersönlich den Leoparden in ca 200 Metern Entfernung gesehen habe). Der Leopard bewegt sich und fokussiert etwas in der Ferne, macht Männchen und lässt sich nicht großartig stören – perfektes Licht – Klick klick klick. Dann drehen wir unsere Köpfe in Richtung des Fokuspunktes der Leopardin und sehen eine Gruppe Impala Antilopen. Die Leopardin scheint eher unerfahren und die Antilopen bereits vorgewarnt, also räumt unser Guide der Leopardin keine guten Jagdchancen ein. Wir fahren also in Richtung der Impalas, deren Männchen die Weibchen beim morgendlichen Grasen immer weiter auf die Leopardin zutreibt. Gespannt warten wir also was passiert, da wir die Leopardin im hohen Gras nicht sehen können und nicht zu dicht heranfahren möchten. Ein lautes Warnsignal der Impalas ertönt, ein dumpfes „Dong!“ und da schleudern ein Leopard und ein Impala ins Gebüsch. Wir sehen noch den Kehlbiss und ein zappelndes Impala. Wir verbringen noch einige Zeit mit der Leopardin, die ihre Beute in ein dichtes Gestrüpp bringt und anfängt die Innereien zu fressen, da die Impala am Stück für die junge Leopardin zu schwer ist. Anscheinend hat sie noch nicht genügend Kraft das Opfer in den Baum zu hängen. Wir lassen die Leopardin also erst einmal in Ruhe und fahren zurück zum Camp.

Natürlich müssen wir am Abend zurück zur erfolgreichen Jägerin und sind gespannt, ob das Impala bereits im Baum verstaut wurde. Tatsächlich packt die Leopardin just in diesem Moment, als wir ankommen Ihre Mahlzeit am Hals und klettert mit ihr in einen nahegelegenen Baum. Ich habe selten so viel explosionsartige Energie gesehen, wie der Kraftakt der Leopardin in diesem Moment. Wir sind begeistert und auch etwas stolz so etwas erlebt zu haben.

Da wir unsere Fußpirsch zugunsten der erfolgreichen Leopardenjagd verschoben hatten, holen wir dies also nach und erkunden die Region zu Fuß. Was sofort auffällt ist, dass das Prinzip von Wildhüter (angestellter vom Nationalpark) und Guide, dem Guide unheimlich viele Möglichkeiten gibt sich auf die Gäste ein zu lassen, da er sich nicht um die Sicherheit kümmern muss (das macht ja der Wildhüter). Dies ist ein richtiger Mehrwert im Vergleich zu Walking Safaris in Südafrika, Botswana oder Simbabwe, wo ich bisher zu Fuß unterwegs war. An diesem Tag sind es die kleineren Dinge, die wir auf einer dreistündigen Fußpirsch in der Region um unser Camp Billimungwe entdecken. Seien es Ameisen, die von einem Feldzug zurückkehren, die Termiten, welche unermüdlich “Rasen mähen”, oder eine Puku Antilope, welche erst im letzten Moment ihr Revier verlässt, als sie uns sieht. 

Das Camp Billimungwe liegt nicht direkt am Zambezi Fluss wie die meisten anderen Camps hier im Süden. Dafür gibt es zwei Wasserlöcher, an denen sich die großzügigen Chalets befinden. So hat man auch während der Mittagspause etwas zu beobachten, wenn der Elefant sich am Wasserloch erfrischt und ich mich unter der Außendusche. Die friedliche Atmosphäre des Camps und die versteckte Lage helfen ungemein den Alltag vergessen zu machen. Das Haus und Hof Hippo Harry hat sich den Tümpel zu Eigen gemacht. Diesen Tümpel möchte jedoch in der Nacht ein größerer Bulle streitig machen und so hören wir ein panisches Flusspferd durchs Camp rennen. Offensichtlich ist Harry gleichzeitig Verkehrspolizist, da wir am nächsten Morgen sehen, dass eines der Safarifahrzeuge, welches etwas schräg geparkt war durch Harrys Gewalteinwirkung zurechtgerückt wurde. Wir sprechen dabei von einem Landrover und guten 70 cm quer versetzt. Harry hatte nicht einmal eine Beule...

Zu unserem letzten Camp im Süden beschließen wir zu Fuß zu gehen - die notwendige Portion Glück, dass alles gut geht, holen wir uns noch vor dem Frühstück ab. Es heißt doch immer, dass wenn einem ein Vogel auf die Schulter kackt, hat man Glück. Wir toppen das und ersetzen den Vogel durch einen Pavian. Somit sprengen wir nicht nur die Glücksskala, sondern tragen zur allgemeinen Erheiterung der Frühstücksgesellschaft bei. 

Mit frischen Klamotten und gewaschenen Haaren (grüne Strähnen stehen uns einfach nicht) geht es also auf unsere ca. 12 km Buschwanderung. Die meiste Zeit geht es am Luangwa Fluss entlang. Wir sehen verschiedene Spuren, die wir mittlerweile mit unserem Wissen einigermaßen zuordnen können. Eine sah aber sehr merkwürdig aus und verschwindet direkt vor uns im Wasser. Ein badendes Stachelschwein? Könnte auch eine riesige Python sein? Ein Pavian, der einen Baumstamm zieht und baden wollte? Nein! Manda unser Guide attestiert ein riesiges Krokodil muss wohl eine Jagdszene mitbekommen haben, welche weiter landeinwärts stattgefunden hat und sich daraufhin auf Wanderschaft begeben hatte. Ok… dieses urzeitliche Wesen hatte ja etwas Vorsprung und so tracken wir tatsächlich ein Krokodil, welches sich am frühen Morgen wohl weiter und weiter in den Busch bewegt hat auf der Suche nach Nahrung. Bald sehen wir auch schon erste Anzeichen eines Kadavers, welche in Form von Geiern auftreten. So laufen wir immer tiefer in den Busch und das Gras wird immer höher. Irgendwann dreht sich dann Manda um und sagt den klassischen Satz, den wir immer vor brenzligen Situationen gehört haben: “whatever you do, do not move fast and listen to me”. So laufen wir also mit 180er Puls und 360er Adrenalin hinter Manda und unserem Ranger hinterher. Bald gibt es Entwarnung. Das Zebrafohlen liegt der Nase nach schon etwas länger und der Täter ist längst schon weiter gezogen. Wir inspizieren noch weiter die Gegend, bevor es durch einen Wald aus Mopanebäumen zum letzten Camp im Süden geht - dem Chindeni Bush Camp. Es ist eine paradiesische Aussicht auf die Lagune.

Am Abend haben wir das große Glück und sind ganz alleine in unserem Fahrzeug unterwegs. Wann, wenn nicht jetzt, kann ich meinem Hobby der Vogelbeobachtung nachkommen ohne Nadines Nerven zu sehr zu strapazieren? Die Leopardengier war ja vorerst gestillt…
 

Kurs Nord/Nord-Ost

Mit einem Zwischenstopp im Luangwa River Camp, welches im zentralen Teil des Parks liegt, geht es in den Norden, wo die meisten Camps von Robin Pope liegen. Bekannt ist Robin Pope als einer der Erfinder der kommerziellen Walking Safari in Sambia und lockt somit mit einem Qualitätsversprechen alle diejenigen an, die gerne zu Fuß auf Safari unterwegs sind. 

Wir treffen quasi zeitgleich mit unseren Reisepartnern für die kommenden zwei Nächte im Camp ein. Zufälligerweise sehr nette Stammkunden von Abendsonne Afrika!

Das Luangwa Bush Camping ist ein mobiles Camp, welches sich gemeinsam mit den Gästen jeden Tag weiterbewegt (bei langen Touren kann es auch einmal sein, dass sie zwei Nächte an einem Platz sind). Geschlafen wird auf bequemen Matratzen, welche auf dem Boden liegen. Jedes Zelt hat eine eigene mit Spaten ausgehobene Toilette und eine Eimerdusche steht zur Verfügung. Die hart arbeitenden Camphelfer stellen dafür warmes Wasser bereit. 

Am Abend geht es also auf eine kurze Erkundungstour, auf der wir eine Brutkolonie besuchen möchten und den Sonnenuntergang bewundern. So laufen wir durch eine sehr offene Landschaft mit wunderbarem Blick auf eine Gruppe Bäume, die in schimmerndem Weiß erscheinen. Die Bäume sind jedoch nicht von Natur aus weiß, sondern es handelt sich um - so haben wir ja vorhin gelernt - ganz viel „Glück”. Neben der Vogelkolonie in einer weiteren Baumgruppe suchen sich die Paviane bereits einen Schlafplatz für die Nacht, als wir am Ende der Ebene einige Fahrzeuge sehen, welche sehr konzentriert in eine Richtung schauen. Wir rufen also das zum Camp gehörige Fahrzeug und können uns so einer Leopardin nähern, die etwas versteckt in einem Graben liegt - hätten wir das zu Fuß gemacht, wäre die Leopardin wohl auf und davon gewesen. 

So geht es also zum obligatorischen Sundowner und anschließend zurück zum Camp. Da die Leopardin quasi irgendwo auf dem Weg sein muss, halten wir die Augen offen und nutzen die Scheinwerfer. Wir sehen die Leopardin gerade noch, wie sie in einen der Bäume mit den schlafenden Pavianen springt und bekommen die passende Geräuschkulisse aus Warnrufen der Paviane direkt mitgeliefert. Es raschelt, schreit und knackt nur so in der kleinen Baumgruppe (bestehend aus drei Bäumen). Breston, unser Guide, erklärt uns die Spielregeln dieser Begegnung:

“Der Affe, der zuerst den Baum verlässt, hat verloren”. Ein letzter Schrei, ein letzter Sprung und da hatte einer der Paviane verloren… stolzierend geht die Leopardin mit dem kleinen Opfer an uns vorbei und wir versuchen noch zu realisieren, was da gerade geschehen ist, als die Leopardin bereits anfängt ihr Abendessen zu verspeisen. 

Nach unseren zwei bewegungsreichen Tagen lassen wir die kommende Zeit im Nsefu Sektor im Tena Tena Camp ausklingen, bevor wir den South Luangwa Richtung Simbabwe verlassen.
 

Ein perfekter Abschluss

Am Abreisetag aus dem South Luangwa machen wir noch einen kurzen Stopp bei Tribal Textiles, einem Projekt der lokalen Bevölkerung, die allerlei Decken, Tücher und Kissen in lokaler Produktion mit viel Beteiligung der örtlichen Bevölkerung herstellt. Einige Dollar erleichtert, checken wir für unseren Flug nach Lusaka ein und treffen in Lusaka auf unseren Fahrer, welcher uns in knappen drei Stunden von dort bis an den Karibasee bringt. 

Mit einer nicht erwähnenswerten Nacht in Kariba geht es zum Flughafen und mit einem kleinen Buschflieger nach Bumi Hills. Wir haben diese Lodge bereits vor 2 Jahren besucht, bevor sie von Grund auf renoviert wurde. Das Upgrade steht der Lodge gut zu Gesicht und die Aussicht ist der perfekte Zwischenstopp, der zur Entspannung einlädt. Am Abend geht es noch auf eine Bootstour, um den Karibasee und den Matusadona Nationalpark vom Wasser aus zu erkunden. Der einmalige Sonnenuntergang zwischen den zahlreichen Inseln des Stausees ist ein tolles Erlebnis.

Ein weiterer Flug bringt uns nach Mana Pools - einer meiner absoluten Lieblingsparks in Afrika. Nach einem eher ruhigen Gamedrive sitzen wir gerade beim Abendessen als einer der Köche aufgeregt in das Essenszelt stürmt und uns nach draußen bittet. Genau in diesem Moment laufen 3 Löwinnen in einem Abstand von ca. 80 Metern zwischen uns und den Zelten der Angestellten durch… Im Nachhinein also doch kein so ruhiger Nachmittag, wie es schien!
 

Die Abreise

Nach diesem tollen Erlebnis und der Erkenntnis, das wir nach so vielen Reisen immer noch überrascht werden können und Afrika immer etwas in der Hinterhand parat hält, steigen wir in den restlos ausgebuchten Flieger nach Hamburg - Karma ist eben ein Boomerang!

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