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Tansania anders

Tansania anders

Schimpansentracking und Inselzauber

Gleich kommt ein Prontosaurus Rex durch mein Zimmer gerast, so hört sich das Gekreische draußen an. Und wenn ich dann mein Chalet verlasse, dann finde ich mich in Jurassic Park wieder. Daran muss ich mich erst einmal gewöhnen. So anders ist es hier, als der „normale“ afrikanische Busch…. 

Hier könnte gut der Film „Vergessene Welt – Jurassic Park“ von Steven Spielberg entstanden sein. Wenn er selbst nicht hier gewesen sein sollte, hätte er zumindest seine Freude daran. Und jede Menge Inspirationen für einen neuen Film……

Wir fliegen über endlos erscheinende Regenwälder und Bergketten. Wer hätte gedacht, dass es noch so viel unberührte Natur in Tansania gibt?

Schimpansentracking

im tropischen Berg-Regenwald

Der Flug von Arusha nach Mahale geht nur zweimal wöchentlich und dauert ca. 3 Stunden in einer geräumigen Caravan. Hier, in den Westen Tansanias, an den zweittiefsten See der Welt (bis ca. 1.500 m tief), verirren sich nur wenige Normal-Touristen hin und entsprechend unberührt ist dieser Teil des Landes. Nach der Landung auf der Minipiste und der Registrierung bei den Nationalparkbehörden besteigen wir eine Dhow, ein altes, traditionell arabisches Segelboot, welches uns zu unserem naturnahen Zuhause für die nächsten Nächte bringen soll. Wir passieren einige kleine Fischerdörfer am Tanganjikasee, fahren schon einmal entlang des Nationalparks. Etwas weiter in der Seemitte passiert uns eine traditionelle Dhow, die Personen von einem Ende zum anderen bringt – sozusagen als Fähre eingesetzt wird. Unser Guide erzählt mir, dass er bisher einmal diese Fähre von Kigoma bis zum Mahale Mountains Nationalpark genommen hat und dies hat schon 2 Tage gedauert. Es gibt hierbei keinen Sonnenschutz, keine Toilette oder Dusche und daher würde er sie kein zweites Mal nehmen. 

Der Mahale Mountains Nationalpark ist ca. 1.650 km² groß und erstreckt sich entlang des Ostufers des ca. 673 km langen und bis zu 72 km breiten Tanganjikasees. Der Tanganjikasee beherbergt nach dem Baikalsee in Sibirien das zweitgrößte Süßwasservorkommen der Erde. Auch gibt es hier über 300 Fischarten, wovon ca. 95 % endemisch sind. Vor allem Buntbarsche (die Freude jeden Süßwasseraquarianers) sind hier zahlreich vertreten und werden auch exportiert.

Nach ca. 90 Minuten Fahrt taucht es auf, das merkwürdig anmutende Hauptgebäude des Greystoke Camp, welches direkt an den Ufern des Sees erbaut wurde. Malerisch umsäumt von riesigen, bis zu 2.400 Meter hohen, dicht bewaldeten Bergen liegen die einzelnen Chalets. Die aus Holz und Stroh erbauten Gebäude sind zum See hin offen und bieten selbst vom Bett aus einen schönen Blick auf den Strand und das Wasser. Auch von der Dusche aus kann man den See und das andere, sehr fern gelegene Ufer sehen. 

Das Schlafzimmer ist sehr geräumig auf einer Holzplattform errichtet und darüber befindet sich ein Aussichtsdeck mit Sofa, von dem aus man sogar noch einen besseren Ausblick hat.

Etwa 700 Schimpansen leben hier im Mahale Nationalpark noch frei. Die ca. 50 Tiere große „M-Gruppe“ zu sehen, die seit den 60er Jahren von japanischen Forschern habituiert (an Menschen gewöhnt) und erkundet wird, ist unser Ziel. Aber außer den Schimpansen gibt es hier auch noch fünf weitere Affenarten, wie die Anubispaviane, die Bärenstummelaffen und Rotschwanzstummelaffen, die Grüne Meerkatzen und die Rotschwanzmeerkatzen. Außerdem haben hier ca. 230 Vogelarten ihre Heimat und somit ist das Gebiet auch ein Paradies für Vogelbeobachter. Allen voran interessiert mich von den Vogelarten der farbenprächtige Schild-Turako.

Nachdem wir unser Gepäck in unserem neuen Zuhause abgelegt haben, gehen wir in den Hauptbereich des Camps, um weitere Informationen über den Ablauf zu erhalten und zu Mittag zu essen. Unterwegs begegnet uns ein Pelikan. Er begrüßt uns mit lauten Rufen. Wie wir erfahren, hat ihn ein Sturm vor 2 Monaten hier am Ufer abstürzen lassen. Er hatte wohl gerade seine ersten Flugversuche hinter sich und muss vom Unwetter erfasst und zu Boden gedrückt worden sein. Dabei hat er seine Artgenossen verloren, denn diese kommen normalerweise nicht am Lake Tanganjika vor. Er hat noch ein graues Federkleid mit den ersten weißen Federn, so dass es offensichtlich ist, dass er noch sehr jung ist. Ich beschließe, mit „Peli“ (die Angestellten hier nennen ihn „Big Bird“) Freundschaft zu schließen und ihm jeden Tag vom Küchenchef abgeluchste, rohe Fische zu besorgen. 

Das Mittagessen ist hervorragend. Danach entscheiden wir uns für eine lange Siesta nach der weiten Anreise. Zwei andere Damen entscheiden sich für eine kurze Buschwanderung und entdecken tatsächlich dabei die ersten Schimpansen. Unsere Schimpansenerfahrung erwartet uns erst am nächsten Morgen. Wir stehen früh auf und bekommen Instruktionen vom Guide, bevor es losgeht. Wir wandern ca. 2 Stunden durch den Regenwald in angenehmer Geschwindigkeit bergauf und bergab. Dann herrscht Aufregung bei den Trackern, denn wir sind nur noch ca. 5 Gehminuten von den schwarzen Affen weg. Unser Guide hält uns an, den Mundschutz aufzuziehen, eine Atemmaske wie im Krankenhaus, damit wir keine Krankheiten an die Affen übertragen. Die meisten Menschenaffen sterben nämlich von Krankheiten, vor allem Erkältungskrankheiten, die von uns Menschen an die Affen übertragen wird und gegen die sie keine natürlichen Abwehrkräfte haben.

Wir dürfen eine Stunde bei den Schimpansen verweilen und was wir erleben ist sicherlich einzigartig. Da ich ja schon öfters die Schimpansen in Uganda und Ruanda erlebt habe, dachte ich, dass ich wüsste, was auf mich zukommt. Doch hier ist alles anders. Die Schimpansen befinden sich zum großen Teil auf dem Waldboden und nicht oben in den Bäumen. Hier herrscht gerade pure Aufregung zwischen den Schimpansen, denn es sind einige Weibchen zur Paarung bereit und die Männchen machen sich Konkurrenz, was sich in lautstarken Rufen, sowie Trommeln an Baumstämmen bemerkbar macht. Ständig kommen Schimpansen direkt an uns vorbei und einer ist so wütend auf die anderen Männchen, dass er direkt neben uns an einer Liane zerrt und rüttelt, natürlich lauthals schreiend. Ich vergesse vor lauter Aufregung sogar das Fotografieren. 

Natürlich will ich das gleich am nächsten Morgen noch einmal erleben. Nach einer weiteren spannenden Schimpansenerfahrung und einer Nacht in unserem privaten Chalet heißt es schon Abschied nehmen von diesem Naturparadies.

Inselzauber auf Sansibar

Wir fliegen, erneut mit der Caravan, zurück nach Arusha von wo aus es weiter auf die Gewürzinsel Sansibar geht. Inselzauber, Exotik, tropische Üppigkeit und Seefahrer-Romantik sind nur ein paar Begriffe, die die Eindrücke beschreiben können. Die 1.651 km² große Insel liegt nur ca. 40 km von Tansania entfernt und verzaubert mit vielen endlosen, schneeweißen Sandstränden, türkisblauen Lagunen, Mangroven-Sümpfen und Steilküsten. Sansibar konnte dem Massentourismus und der damit einher gehenden Infrastruktur vieler anderer Badeorte im Indischen Ozean entgehen und hat seinen orientalisch-afrikanischen Eindruck bewahrt.

Unseren dritten Besuch auf Sansibar verbringen wir im edlen Kilindi Resort im Nordwesten der Insel. Nach 35 Minuten Fahrt erreichen wir das einzigarte Resort, welches an einem 500 m langen, malerischen Strand mit korallenhellem Sand liegt. Wir werden von unserem eigenen Butler begrüßt und zu unserem Pavillon gebracht. Dieser bietet einen großen Außenbereich mit wunderschönem tropischen Garten und zwei durch einen Wasserlauf verbundene Planschpools. In absoluter Privatsphäre genießen wir hier das fantastische Essen. Das Resort hat sich wunderbar auf uns Vegetarier eingestellt.

Während unserem Aufenthalt auf Sansibar schauen wir uns viele weitere Unterkünfte an. Besonders begeistert mich wieder einmal die Südostküste mit ihrem Kilometer langen Sandstrand. Hotels wie der Breezes Beach Club, das Baraza Resort & Spa und das Spice Island Resort, die an diesen wunderschönen und fast leeren Stränden liegen sind besonders gut für Familien geeignet. Im Z Hotel im Nordwesten von Sansibar stellen wir fest, dass man nicht nur im Kilindi, sondern fast im gesamten Nordwesten trotz Ebbe und Flut den ganzen Tag ausgiebig im Meer baden kann. Außerdem bietet das Hotel vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene ein ausgiebiges Aktivitätenprogramm und viele Ausflugsmöglichkeiten. 

Zum Abschluss unserer Reise besuchen wir noch einmal Stown Town. Ein orientalischer Duft von Gewürzen liegt in der Luft und die Paläste und Häuser in der Altstadt erinnern an die Zeiten der Sultane von Oman im 18. und 19. Jahrhundert. Die engen Gassen, der arabische Flair und der lebhafte Gewürz- und Fischmarkt begeistern mich jedes Mal. 

Eine spannende Reise mit vielen neuen Eindrücken geht zu Ende und ich kann es kaum erwarten wieder zu kommen!

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