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Rangerkurs in Südafrika

Rangerkurs in Südafrika

Erfahrungen & Informationen aus der Wildnis

Unsere Kollegin, Teresa Feucht hat auf ihrer Reise nach Südafrika bis Botswana einen zweiwöchigen Rangerkurs (EcoTraining) belegt, in dem sie in den fünf verschiedenen Regionen: dem Mashatu Wildschutzgebiet, der Makuleke Konzession, Pridelands, Karongwe und dem Selati Wildreservat die Vielseitigkeit und den aufregenden Artenreichtum Afrikas kennen lernte. Durch verschiedene Safarireisen im Krüger Nationalpark in Südafrika und den informativen Unterricht des EcoTrainings sammelte sie viel neues Wissen über Afrika.

Mashatu Camp in Botswana

Der Start in das Campleben Afrikas

Nach ca. 8 Stunden Fahrt erreichen wir Pont Drift, den Grenzübergang von Südafrika nach Botswana. Wir passieren die Grenze und so bin ich das erste Mal in Botswana. Voller Aufregung und Freude zugleich, fahren wir durch das Tuli Wildschutzgebiet in Richtung Mashatu Camp. Dort angekommen, wartet bereits Nicola, die Managerin und begrüßt uns ganz herzlich. Sie führt uns durch das Camp und erklärt uns die wichtigen Regeln, für das Leben inmitten des afrikanischen Buschs, das Gebiet nicht eingezäunt ist. Es ist eine einfache und schöne Unterkunft, welches direkt an der Gabelung des Limpopo und des Shashe Flusses liegt. 

Wir beziehen unsere Zelte und dann geht es auch direkt los auf die erste Wildbeobachtungsfahrt. Nicola fragt mich, ob ich gerne irgendetwas Bestimmtes sehen wollen würde. Meine Antwort ganz klar „Elephants!“. Wir sind noch nicht lange unterwegs und machen Halt bei ein paar Spuren im Sand. Daraufhin steigen wir aus und schauen uns die Spuren gemeinsam an. Die Spuren stammen von einer Hyäne, die hier letzte Nacht vorbeigelaufen ist. Daneben entdecken wir noch die Spuren einer Giraffe. Wir fahren weiter und treffen auf eine Elefantenkuh mit ihrem Jungen. Bereits jetzt bin ich überglücklich. 

Die Landschaft hier bietet riesige Granitfelsen, aus denen Feigenbäume wachsen. Im sogenannten „Amphitheater“ machen wir Halt unter einem riesigen Mashatu Baum und stellen unser Fahrzeug für unseren Sundowner ab. Bei einem kühlen Savannah genieße ich den Sonnenuntergang und die umliegende Natur. 

Als die Sonne untergegangen ist, gehen wir auf eine Nacht-Wildbeobachtungsfahrt. Wir halten Ausschau nach nachtaktiven Tieren, doch der Wind wirbelt den Sand so stark auf, dass uns die Sicht erschwert wird und wir entscheiden zurück zum Camp zu fahren. 

Zurück in der Unterkunft wartete bereits ein leckeres Abendessen auf uns. Gemeinsam bereiten wir alles vor und essen im Licht der Solarlampen zu Abend. Um uns herum ist alles dunkel und ich bemerke wie ich mich des Öfteren umschaue und in die tiefe Nacht blicke, da es doch etwas unheimlich ist so mitten in der Wildnis. Nach dem Essen setzen wir uns noch an die Feuerstelle, lauschen den Stimmen der Nacht und blicken in den wunderschönen Sternenhimmel. Nach einem langen und aufregenden Tag laufen wir nur mit unseren Stirnlampen durch die Dunkelheit zurück zu unseren Zelten. 

Eingepackt in meinen Schlafsack liege ich hellwach in meinem Zelt und fühle mich der Natur so nahe wie nie zuvor. Wahnsinn, wie man plötzlich jedes kleinste Geräusch wahrnimmt und alle Sinne hellwach sind. Mein Herz klopft bis zum Hals! Irgendetwas steht direkt neben meinem Zelt. Wie versteinert liege ich auf meiner Matratze und versuche zu schlafen. Das Gefühl, dass da irgendetwas sein könnte, bewegt mich aber schließlich doch dazu meine Matratze in die Mitte meines Zeltes zu ziehen. Irgendwann bin ich dann doch zu müde und schlafe ein. Ich gebe zu, dass meine erste Nacht im Camp doch etwas unruhig war aber trotzdem ein wunderschönes Erlebnis. 

Am nächsten Morgen stehen wir am Flussbett, genießen unseren Kaffee und einfach das Hier und Jetzt. Nach dem Frühstück brechen wir auf und machen uns auf den Weg zurück nach Südafrika. Unser nächstes Ziel ist das Camp in der Makuleke Konzession im nördlichen Krüger Nationalpark
 

Aufbruch zum Makuleke Camp

Entdeckungen im Krüger Nationalpark

Nach unserer Ankunft am späten Nachmittag in unserem Camp in der Makuleke Konzession sitzen wir nach dem Abendessen gemeinsam am Lagerfeuer und einer der Guides spielt auf seiner Gitarre. Was für ein wunderschöner Abend! 

In meiner zweiten Nacht im Busch schlafe ich wie ein Baby! Als ich aufwache scheint das warme Licht eines wunderschönen Sonnenaufgangs durch die Zeltwand. Für mich etwas ganz Besonderes! Auf der Veranda meines Zeltes schlürfe ich meinen Kaffee aus einer Blechtasse und genieße einfach den Moment.

Am Nachmittag fahre ich mit einem der Guides durch die Makuleke Konzession auf der Suche nach Tieren. An ein paar großen Löchern im Boden machen wir Halt und er fragt mich, was ich denke, wer diese Löcher gegraben hat. Erst dachte ich dabei an Elefanten, die nach Wasser suchen. Dann tippe ich auf ein Erdferkel und das ist sogar richtig! Ein bisschen weiter schauen wir uns Spuren an… wieder Hyänen, die hier letzte Nacht vorbei gekommen waren. Auch Sean fragt mich, ob es etwas gibt, was ich gerne sehen würde und wieder war meine Antwort „Elephants!“.

Erst finden wir frischen Elefantenmist. Wir fahren weiter und nur wenig später steht er da! Ein riesiger Elefantenbulle direkt neben unserem Fahrzeug. Seelenruhig kaut er seine Zweige und wir genießen seinen Anblick. Wir fahren weiter und entdecken zwei Elefantenbullen beim spielerischen Kämpfen. Wir halten an und beobachten die beiden. Auf der Brücke über dem Luvuvu Fluss parken wir unser Fahrzeug und genießen bei einer kalten Cola und Chips unseren Sundowner mit Blick auf den Fluss und einer Herde Büffel. Durch die Nacht fahren wir zurück zum Camp. Mit einem Scheinwerfer halten wir Ausschau nach nachtaktiven Tieren und wir haben Glück! In einem Baum sichte ich ein Buschbaby. Hoch oben springt es von Ast zu Ast und schaut zu uns herunter. Ich freue mich riesig, da ich zuvor noch nie ein Buschbaby gesehen habe. 

Zurück im Camp wartet bereits das Abendessen auf uns und wir lassen den Abend bei einem kühlen Bier am Lagerfeuer ausklingen. Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen! Um 05:30 Uhr treffe ich mich mit den Guides Mike und James zum Kaffee und um 06:00 Uhr brechen wir auf zu einer Buschwanderung. Mike voraus, James hinterher und ich am Schluss. Auf unserer Wanderung stoßen wir auf Spuren von Hyänen, riesige Baobab Bäume, Büffel, Kudus, Nyalas und Paviane. In einem Fieberbaum Wald legen wir eine Pause ein, während mir die beiden erzählen wie Sie zu EcoTraining gekommen sind. Wir sitzen auf einem Baumstamm, plaudern und essen unsere Kekse. Dabei entdecke ich plötzlich eine Schlange. Es ist eine Schwarze Mamba!

Ganze 4 Stunden sind wir zu Fuß im Busch unterwegs. Was für ein wunderschöner Morgen! Nach dem Mittagessen erwartet mich die nächste Überraschung. Mike, Sean und ich gehen nochmal zu Fuß in den Busch​​​​​​​. Ich freue mich riesig! Auf unserer zweiten Wanderung sehen wir zuerst eine Herde Büffel. Später schauen wir uns die Spuren eines Ameisenbären an. Mike und ich knien neben einem Loch und er erklärt mir woran man erkennt, dass hier ein Ameisenbär war. Plötzlich schnippst Sean mit seinen Fingern um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ein riesiger Elefantenbulle kommt nur wenige Meter von uns entfernt aus dem Busch. Wir versuchen uns nicht zu bewegen und beobachten den Riesen. Der Bulle zieht weiter und wir legen im Fieberbaumwald eine Pause ein.

Auf dem Heimweg stoßen wir erneut auf eine Herde Büffel. Ein alter Büffel ist uns ganz nah, er schaut uns an und scheint skeptisch. Während Sean mit mir langsam zurück weicht, beobachtet Mike ganz genau wie sich der Büffel verhält um eine gefährliche Situation zu vermeiden. Was für eine Begegnung! All meine Sinne sind so wach und ich bemerke wie ich viel mehr wahrnehme. Jede Kleinigkeit, jedes Detail.…

Wieder im Camp gibt es Abendessen und einen kühlen Gin Tonic am Lagerfeuer. Makuleke im Krüger Nationalpark ist für mich einfach ein besonderer Ort.

Neue Erfahrungen im Pridelands Camp

Wildhüterkurs von erfahrenen Afrika-Guides

Nach vier Tagen verlasse ich Makuleke und mache mich früh morgens um 5 Uhr auf den Weg in das Camp in Pridelands. Auf dem Weg dahin fahren wir quer durch den Krüger Nationalpark und bekommen dabei sogar einen Leoparden zu Gesicht. Nach ca. 8h Fahrt komme ich im Pridelands Camp an.

Dort werde ich von Martin willkommen geheißen und durch das Camp geführt. Pridelands ist das jüngste EcoTraining Camp und ist ebenso Teil des Krüger Nationalparks. Es liegt direkt an einem Wasserloch, sodass sich die meiste Zeit Elefanten direkt am Camp und oft auch im Camp aufhalten. Ich beziehe mein Zelt und setze mich direkt zu den Studenten in den Theorieunterricht. Es ist eine Gruppe Studenten, die den Jahreskurs belegt haben und gerade ganz am Anfang ihrer Ausbildung zum Field Guide Level 1 stehen. So steht erste Hilfe auf dem Programm und Andrew, einer der Ausbilder des Wildhüterkurses integriert mich direkt in seinen Unterricht als lebendes Objekt. Andrew ist mit voller Leidenschaft dabei und so macht es sehr viel Spaß ihm zuzuhören.

Von morgens bis abends haben die Studenten hier Unterricht und lernen dabei wichtige Fähigkeiten, die sie später in schwierigen Situationen als Ranger richtig handeln lassen. Zum Lunch versammeln wir uns alle an der Feuerstelle und essen gemeinsam unter freiem Himmel. Am Nachmittag geht es weiter mit der nächsten Einheit der Theorie. Danach essen wir alle gemeinsam zu Abend.

Am nächsten Tag geht es bereits um 7 Uhr los mit dem Unterricht. Auch ich stehe gerne früh auf, um am EcoTraining-Unterricht teilzunehmen, da es einfach interessant und spannend ist, was die Studenten dabei lernen. Heute geht es um Schlangenbisse & Skorpione. Super spannend, wie ich finde! 
 

Willkommen im Karongwe Game Reserve

Fotokurs im Krüger Nationalpark

Am nächsten Tag geht es für uns weiter in das nächste Camp in Karongwe. Ich freue mich riesig, da ich in Karongwe Mike und Anthon wiedersehe, die ich in Makuleke kennen gelernt habe.

Am Gate des Karongwe Game Reserve werden wir bereits von Mike und Anthon, dem Gründer des EcoTrainings erwartet und die Fahrt geht im Landrover zum Camp. Hier werden wir von der Camp Koordinatorin Caitlin empfangen Ich bekomme das Zelt Nr. 8.

Nachdem wir unsere Zelte bezogen haben, gibt es Lunch und eine kleine Einweisung. Mit Caitlin, Dries und  Anthon  geht es anschließend auf eine Wildbeobachtungsfahrt. Anthon ist ein professioneller Fotograf und so komme ich in den Genuss eines kleinen Fotokurses. Es dauert nicht lange und wir stoßen auf zwei Nashörner. Ich fotografiere und Anthon erklärt mir anschließend was ich verbessern kann und wie die einzelnen Einstellungen meiner Kamera funktionieren.

Wir fahren weiter und finden Leoparden Spuren. Vielleicht der gleiche Leopard, der die Nacht zuvor in der Unterkunft war? Gespannt folgen wir den Spuren für eine Weile. Auf einem großen Felsen machen wir Halt und entscheiden unseren Sundowner hier zu machen. Wir klettern auf den Felsen und genießen einen rundum Blick über das Schutzgebiet. Bei einem kühlen Bier lassen wir die Sonne untergehen und lauschen den Stimmen der Natur. Langsam bricht die Dunkelheit herein und wir beschließen aufzubrechen und noch eine Nachtfahrt zu unternehmen. Ich darf sogar vorne auf den Tracker Seat sitzen und den Scheinwerfer halten. SPANNEND! Abwechselnd von rechts nach links leuchte ich den Scheinwerfer und konzentriere mich darauf, ob ich irgendwas entdecke. Und da… ein Buschbaby!! 

Zurück im Camp wartet bereits Lynn auf uns, die uns mitteilt, dass wir wachsam sein sollten, wenn wir zurück an unsere Zelte laufen... „Leoparden!“. Das Abendessen ist bereits fertig und wir sitzen in kleiner gemütlicher Runde am Lagerfeuer und lauschen. Was für ein Abend des Rangerkurses

Am nächsten Tag geht es wieder sehr früh los! Um 5:30 Uhr treffen wir uns zum Kaffee und um 6 Uhr brechen wir auf, um das Morgenlicht zu nutzen und tolle Fotos zu schießen. Lynn und Cathy sind unsere Models. Anthon und ich liegen auf der Lauer und fotografieren. An einem riesigen Felsen legen wir einen Stopp ein und klettern mit unserer Kühlbox ganz nach oben. Bei einem weiterreichenden Blick über das Game Reserve, Vogelstimmen, Kaffee und Rusks genießen wir unseren Morgen. Schöner kann ich mir einen Morgen nicht vorstellen! So einfach und so wunderschön! Ein Gefühl der Freiheit. 

Letzter Halt in Südafrika: Das Selati Camp

Wildhüterkurs zu Fuß erleben

Zurück im Camp gibt es Frühstück und dann müssen Anthon, Dries und ich auch schon los. Ich bin ziemlich traurig und wäre am liebsten noch länger in Karongwe geblieben. Nun heißt es leider wieder Abschied nehmen und wir brechen auf zum letzten Camp in Selati

Dort angekommen, werde ich auch gleich von Liz, einem weiteren Back Up Guide bei EcoTraining, herzlich begrüßt und einer Gruppe von Studenten vorgestellt, die gerade in dem Camp wohnen und lernen. 

Am Nachmittag brechen Liz, ein weiter Guide, die Studenten und ich auf zu eine besonderen Abendteuer: Zunächst geht es im Allradfahrzeug durch das Schutzgebiet und dann weiter zu Fuß und im Gänsemarsch durch den afrikanischen Busch. Und plötzlich hören wir Löwen brüllen! Ich zucke zusammen und packe meinen Vordermann am Arm. Irgendwie etwas unheimlich und gleichzeitig absolut spannend!

Wir laufen weiter und entdecken auf der anderen Seite des Flussbettes, ca. 20 Meter von uns entfernt zwei Löwinnen. Ihre Jungen sind auf unserer Seite des Flussbetts und ganz schön neugierig. Wir rücken zusammen, setzen uns auf den Boden und beobachten das Löwenrudel. Wahnsinn! Noch nie bin ich Löwen zu Fuß begegnet. Der Guide Steve fragt „Are you nervous Teresa?“ Ein wenig um ehrlich zu sein! Wir verlassen das Löwenrudel und marschieren weiter durch den Busch. Steve zeigt uns verschiedene Spuren und lässt uns raten, zu welchen Tieren sie gehören. Zurück am Fahrzeug machen wir unseren Sundowner an einem kleinen Bach und identifizieren Frösche. 

Am nächsten Morgen gibt es pünktlich um 5 Uhr einen Wake Up Call und um 5:30 Uhr wie gewohnt Kaffee und Tee bevor es dann um 6 Uhr los geht. Auch heute bin ich wieder mit der Gruppe des Wildhüterkurses vom Vortags zusammen und es dauert nicht lange bis wir etwas entdecken. Nashörner!! Wir parken das Fahrzeug und gehen zu Fuß weiter. Keine 20 Meter trennen uns von der Nashorn Familie. Wie aufregend! Zu Fuß wird einem noch einmal viel bewusster was für riesige Geschöpfe das sind. Die Nashorn Familie zieht weiter und der Guide erklärt uns was es für Gesteinsarten in Selati zu finden gibt. 

Wir fahren weiter und machen Halt auf einer offenen Fläche für Kaffee und Keksen und genießen einfach den Busch und die Natur. Zurück im Camp gibt es Frühstück und danach geht es weiter mit dem Theorie Unterricht. Das heutige Thema ist Geologie. Auch ich setze mich mit in den Unterricht, da ich das Thema sehr interessant finde.

Am Nachmittag steht dann wieder die Praxis auf dem Programm. Wir fahren los und machen Halt an einem Damm. Zu Fuß geht es entlang des Selati Flusses. Wir entdecken verschiedene Vogelarten, Steve lehrt uns viele interessante Dinge über die Bäume und sogar ein Krokodil liegt nicht weit von uns im Wasser. Nach einem wunderschönen Sundowner unternehmen wir noch eine kleine Nachtfahrt auf unserem Weg zurück ins Camp

Zum einen bin ich überglücklich über den Tag und zum anderen traurig, da es nun meine letzte Nacht im Busch ist, die ich in meinem kleinen Zelt verbringe. Wunderschöne zwei Wochen in Südafrika und Botswana liegen hinter mir, in denen ich besonders den Krüger-Nationalpark auf eine ganz besondere Art und Weise kennen und lieben gelernt habe. Durch den Rangerkurs habe ich viel neues Wissen gesammelt sowie Freunde gefunden und könnte mir deshalb gut vor stellen, selbst ein einjähriges EcoTraining zu vollziehen.

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