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Mietwagenrundreise: Südafrika, Botswana & Mosambik

Mietwagenrundreise: Südafrika, Botswana & Mosambik

Die perfekte Kombination für Selbstfahrer

Es ist Anfang November, milde 15° in Potsdam und heute ist es endlich wieder soweit: es geht wieder nach Afrika!!

Wir (mein Freund Hannes und ich) sind auf dem Weg zum Flughafen Berlin-Tegel, geben unser Gepäck auf, belächeln dabei die Berliner Freundlichkeit und sind schon bald im Flugzeug Richtung Süden. Auf geht’s nach Südafrika, Mosambik und in den Tuli Block Botswanas.

Pilanesberg Nationalpark und Welgevonden Game Reserve

Nach unserer Ankunft am Flughafen Johannesburg werden wir von einem Mitarbeiter vom Mietwagenanbieter Britz abgeholt, nehmen unseren Mietwagen entgegen und fahren endlich los Richtung Pilanesberg Nationalpark. Die Fahrt in den malariafreien Nationalpark nördlich von Johannesburg dauert nur 2,5 Stunden und wir sind sofort von der Landschaft begeistert. Der Nationalpark liegt im Krater eines erloschenen Vulkans und ist sehr schön hügelig und grün.

In der Black Rhino Game Lodge angekommen, werden wir bereits von unserem Guide erwartet. Wir kommen gerade noch rechtzeitig für die Nachmittagssafari! Der Check-In und das Gepäck müssen also noch warten, wir springen gleich auf das Safari Fahrzeug und fahren los.

Nach wenigen Minuten entdecken wir schon die erste Giraffe, die genüsslich ein paar Blätter frisst und uns neugierig beobachtet. Wir folgen ihr eine Weile, sehen noch ein paar Zebras und fahren tiefer in den Park hinein. Plötzlich legt unser Guide eine scharfe Bremsung ein, schnappt sein Fernglas und beobachtet einen Baum. Er reicht sein Fernglas weiter und nun erkennen wir es auch – ein Leopard sitzt mit seiner Beute auf dem Baum! Nach einer Weile bemerkt er uns auch, wird skeptisch und klettert vom Baum. Schade, aber nach diesem ersten Adrenalin Kick wird es Zeit für einen Sundowner. Bei Savannah Dry und Amarula stoßen wir auf den ersten Abend in Südafrika an – was für ein Erlebnis gleich am ersten Tag!

Am nächsten Morgen sehen wir bei der Pirschfahrt noch einige Elefanten, weitere Zebras und Giraffen und fahren nach dem Frühstück weiter zum Welgevonden Reservat.

Auf das private Schutzgebiet Welgevonden in der Waterberg Region bin ich ganz besonders gespannt. Das Big 5 Reservat ist noch weniger bekannt als die privaten Schutzgebiete in der Krügerregion und soll landschaftlich ein Traum sein – und wir werden nicht enttäuscht. Am Gate parken wir unser Auto und werden von einem Guide der Lodge abgeholt. Die Fahrt zur Lodge führt durch eine bergige und saftig grüne Landschaft. Die Strecken sind teilweise so holprig, dass ich nun auch verstehe, warum man als Selbstfahrer einen Transfer erhält. An einem kleinen Wasserloch machen wir Halt und sehen schon ein Nilpferd mit seinem Kleinen.

In der Mhondoro Safari Lodge werden wir von den Angestellten begrüßt und starten einen kurzen Rundgang durch die Lodge. Unser Guide ruft plötzlich aufgeregt, dass wir unbedingt zum Hide (eine Art unterirdischer Bunker mit Aussicht auf das Wasserloch) der Lodge kommen müssen. Dort angekommen werden wir von einem Nashorn mit seinem Kleinen erwartet! Durch den unterirdischen Hide sind wir mit den Nashörnern fast auf Augenhöhe und beobachten sie beim Trinken. Eine unglaubliche Perspektive! Schade, dass ich in diesem Moment vor Schreck meine Kamera vergessen habe und die Handy Kamera genügen muss…

Wir stärken uns mit einem leckeren Mittagessen und sitzen nachmittags endlich wieder im Safarifahrzeug. An diesen Nachmittag sehen wir Elefanten, Gnus, Giraffen, Zebras, einen Löwen und sehr, sehr viele Nashörner, die sich teilweise vor uns ein ausgiebiges und erfrischendes Bad nehmen. Wer kann es ihnen bei knapp 30° verdenken.

Unser Guide erklärt uns, dass Welgevonden sich sehr stark im Schutz der Nashörner engagiert und stolz ist auf seine große Nashornpopulation.

Ein kurzer Abstecher nach Botswana

Mashatu Game Reserve

Unsere Reise geht nun weiter in den Norden Südafrikas, doch erst machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Botswana in das Mashatu Game Reserve. Das Reservat ist sehr bekannt für seine Raubkatzensichtungen und so haben wir hohe Erwartungen.

Am Grenzübergang Pont Drift angekommen, erledigen wir die Einreiseformalitäten für Botswana und sind erstaunt wie schnell und unkompliziert es geht. Unseren Mietwagen parken wir an der Grenze und werden dort schon von unserem Guide des Mashatu Main Camp erwartet. Er fährt uns durch das ausgetrocknete Flussbett des Limpopo und hinein in das Mashatu Reservat. Hier ist es viel trockener als in Südafrika und nur der immergrüne und beeindruckend große Mashatu Baum blüht.

Insgesamt zwei Nächte verbringen wir im schönen Mashatu Main Camp und werden tatsächlich nicht enttäuscht vom Tierreichtum dieser Region. Bei nur einer Wildbeobachtungsfahrt entdecken wir Paviane mit ihren Kleinen, eine Elefantenherde mit einem Jungen, das erst vor wenigen Tagen geboren wurde und noch ganz wacklig auf den Beinen ist und eine Löwenfamilie. Wir verweilen ein bisschen bei den Löwen – da sie schlafen (wie fast den ganzen Tag…), geht das ganz gut. Auf einmal sagt unser Guide „I will show you the leopard now“ und wir lachen, weil wir denken er macht Scherze. Ein paar Minuten später stehen wir tatsächlich mit unserem Fahrzeug unter einem Baum, auf dem es sich eine schwangere Leopardin gemütlich gemacht hatte. Wahnsinn! So nah war ich einer Leopardin noch nie und werde etwas nervös. 

Am nächsten Tag unternehmen wir statt einer Wildbeobeachtungsfahrt eine ca. 3-stündige Mountainbike Tour durch das Reservat. Ein bisschen Bewegung zwischen dem ganzen guten Essen tut uns gut, denken wir uns, obwohl ich diesen Gedanken später noch verfluchen sollte. Für die Tour bekommen wir einen speziell ausgebildeten Guide an die Seite und fahren quer Feld ein durch das Reservat. Gab es hier vorher auch schon so viele große Steine und so steile Hügel? Erst jetzt nehme ich sie richtig wahr. Vielleicht hätte ich vorher etwas mehr Sport treiben sollen.

Wir kommen sehr nah an Giraffen und Zebras heran und beobachten sogar eine Antilopenherde, die vor der untergehenden Sonne springt – das macht die Anstrengung der Tour wieder gut. Am Ende müssen wir uns aber noch einmal sehr beeilen, damit wir noch vor kompletter Dunkelheit wieder in der Lodge ankommen. Beim Abendessen sind wir schon wieder erholt und sind uns einig, dass die Mountainbike Tour letztendlich doch eine gute Idee und ein ganz besonderes Erlebnis war.

Am nächsten Morgen genießen wir noch einmal das leckere Frühstück und fahren anschließend zurück nach Südafrika. Nächster Stopp: die private Makuleke Konzession im nördlichen Krüger Nationalpark.

Nördlicher Krüger Nationalpark

Makuleke Konzession

Über das Pafuri Gate fahren wir in den Krüger Nationalpark und sehen links und rechts Mopanebäume, die allmählich anfangen zu blühen. Nach einigen Kilometern erreichen wir unsere Unterkunft, das Return Africa Pafuri Camp. Wir haben noch etwas Zeit und können von unserem Safarizelt den Ausblick auf den Luvuvhu Fluss genießen, an dem wir Büffel beim Trinken beobachten. 

Bei der Safari am Nachmittag fahren wir eine Weile durch den Busch und ich bemerke, wie abwechslungsreich und anders die Vegetation hier ist. Es fühlt sich fast an, wie im Dschungel und ab und zu wächst eine Lala Palme. Auch unser Sundowner Spot ist heute etwas Besonderes: der Aussichtspunkt Lanner George hoch über dem Luvuvhu Fluss, der eine traumhafte Aussicht auf die Schlucht bietet. Hier entdecken wir auch ein Mitglied der Small 5, eine Elefantenrüsselmaus, und beobachten sie und ihren Partner gespannt. 

In dieser beeindruckenden Region, die so ganz anders aussieht als der weitere Krüger Nationalpark, besuchen wir noch den Fever Tree Forest und pirschen uns zu Fuß an eine kleine Büffelherde heran. 

Und dann müssen wir Südafrika erst einmal verlassen, denn es geht durch den Limpopo Nationalpark nach Mosambik!

Auf geht’s nach Mosambik!

Zugegeben, die Fahrt durch den Limpopo zieht sich etwas. Wir sind an einem sehr heißen Tag unterwegs und die Tiere machen lieber Siesta. In unserer Unterkunft nahe des Massingir Damms angekommen, genießen wir noch ein wenig den Blick auf den Damm und den Sonnenuntergang, bevor es am nächsten Tag früh weiter geht nach Chidenguele. 

Auf dem Weg nach Chidenguele sind wir zwar auf der „Autobahn“ (eine einspurige Fahrbahn mit Gegenfahrbahn!) unterwegs, doch auf dem Weg passieren wir immer wieder kleine Dörfer. Straßenschilder sind hier auch eher Mangelware und so verfahren wir uns kurzzeitig. Aber wir wollten ja das Abenteuer und die herzlichen Mosambikaner helfen uns immer freundlich weiter. 

Kurz vor unserer Unterkunft, der Naara Eco Lodge, dann das nächste Abenteuer: die ersten wirklich sandigen Pisten. Zum Glück bin ich heute nicht der Fahrer und kann mich erst einmal etwas entspannt zurücklehnen. Hannes manövriert uns sicher durch die Sandpisten und ich bin froh, dass wir uns für ein Allradfahrzeug entschieden haben, das durch nichts und niemanden kaputt zu kriegen scheint. 

Die Lodge liegt direkt an einem See, den wir bei einer Kajakfahrt und auf einem Stand Up Paddle erkunden. Hier gibt es keine großen Tiere und wir genießen es einfach ein wenig auf dem Wasser zu schippern. Der Strand ist zwar nur wenige Kilometer entfernt, doch heute Nachmittag entschließen wir uns, einfach einmal am Pool zu entspannen. 

Am nächsten Morgen werden wir ausnahmsweise einmal nicht von den ersten Sonnenstrahlen oder vom Wake Up Call eines Safari Guides geweckt, sondern von Tassengeklimper und einem Angestellten der Naara Eco Lodge, der leise an die Tür klopft. Zum Aufwachen hat er uns Kaffee und Gebäck auf das Außendeck gestellt und wünscht uns mit einem breiten Lächeln einen guten Morgen. Wir genießen den Kaffee und den Blick auf den See. Eigentlich könnte jeder Tag so beginnen…

Nach dem leckeren Frühstück geht es für uns schon wieder weiter, schließlich wollen wir heute noch bis nach Inhambane. Ich bin etwas aufgeregt, denn heute muss ich uns durch die Sandpisten manövrieren. Zugegeben, ich bin kein Naturtalent und brauche einige Startversuche, doch irgendwann klappt es und immerhin bleiben wir nicht stecken. Es macht sogar viel Spaß und wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Auch heute fahren wir wieder durch einige Dörfer und ich komme nicht drum herum anzuhalten und eine kleine Tüte Cashew Kerne zu kaufen, die hier an so gut wie jeder Ecke verkauft werden.

Sand, Sand, Meer und Walhaie

Nachmittags erreichen wir unser Ziel für die nächsten 2 Tage: die Sava Dunes Lodge zwischen Tofo und Barra. Die Lodge liegt so abgeschieden, dass es wieder einige Sandpisten zu überwinden gilt. Und es lohnt sich! Bei unserer Ankunft werden wir von der Managerin Sam mit einem kleinen Willkommens Getränk begrüßt und genießen dabei den beeindruckenden Blick auf den langen Sandstrand und das Meer, während sie uns eine kurze Einführung in die Lodge gibt.

Insgesamt gibt es nur 5 Villen und wir sind heute ihre einzigen Gäste. Jedes Zimmer hat einen fantastischen Meerblick und auf dem Außendeck eine Hängematte, auf der ich es mir auch erst einmal gemütlich mache.

Beim Abendessen besprechen wir mit Sam die Planung für die nächsten Tage. Wir haben vor allem einen Wunsch: Walhaie zu sehen! Walhaie sind ganzjährig an der Küste bei Inhambane zu beobachten und zählen zu den größten Haien der Welt. Sie ernähren sich nur von Plankton und sind dadurch für Menschen ungefährlich. Sam organisiert den Ausflug für uns und so fahren wir am nächsten Tag voller Hoffnung nach Tofo, wo der Ausflug beginnen soll. 

Bei der Einführung für unsere Meeres Safari erfahren wir, dass man Walhaie lediglich durch ihre Schatten unterhalb der Wasseroberfläche aufspüren kann. Kurzzeitig habe ich die Befürchtung, dass wir vielleicht doch keine Walhaie sehen werden, doch dann geht es auch schon los. Mit einem kleinen motorisierten Schlauchboot fahren wir auf das Meer hinaus und die Abkühlung ist bei knapp 40° sehr willkommen. Unser Skipper wird langsamer und sieht sich zusammen mit unserem Guide nach den besagten Schatten um. Tatsächlich haben wir Glück und alle ziehen schnell ihre Flossen und Schwimmbrillen an und springen ins Wasser. Der Walhai ist nur wenige Meter von uns entfernt und unglaublich groß. Obwohl er sich so gemächlich bewegt, ist er ziemlich schnell und wir gehen schon nach kurzer Zeit wieder an Bord, um ihm zu folgen. Insgesamt verbringen wir fast zwei Stunden mit diesem Walhai, beobachten ihn beim fressen und sehen auch noch einen Mantarochen, der sich allerdings schnell davon macht. 

Wir sind überglücklich und auch ein wenig erschöpft und beschließen nach unserer Rückkehr in der Sava Dunes Lodge, dass wir einfach noch ein wenig die Unterkunft genießen. 

Nach einem weiteren Tag an dieser traumhaften Küste, ein wenig schnorcheln und einem Überraschungs-Sundowner auf einer Düne geht es für uns weiter nach Maputo, einem kurzen Zwischenstopp, den wir auf dem Weg Richtung Kosi Bay in Südafrika einlegen.

Wieder in Südafrika…

Kosi Bay

Kosi Bay wird das letzte richtige Erlebnis unserer Reise und wir werden schon etwas traurig, dass die Reise bald vorbei sein wird.

Umso mehr freuen wir uns auf das Kosi Bay Naturreservat, das sich wieder einmal mit einer ganz anderen Vegetation zeigt. Die Kosi Forest Lodge befindet sich in einem sehr üppigen Küstenwald mit einer urigen Atmosphäre. Mit unserem Guide unternehmen wir eine Kanufahrt auf dem Seensystem durch das verschlungene Schilf, wandern durch den Raffia Wald, der seinen Namen den Raffia Palmen in dieser Region verdankt, und kommen Ende November sogar genau rechtzeitig, um die Schildkröten an der Küste bei der Eiablage zu beobachten. Die Fahrt zum Kosi Mouth lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen und schnorcheln an einem Riff mit bunten Fischen und genießen noch ein letztes Mal den scheinbar endlosen Sandstrand.

Von der Kosi Forest Lodge müssen wir uns leider verabschieden; die weiteren Aktivitäten müssen wohl auf unseren nächsten Besuch warten. Wir fahren gemütlich bis nach Piet Retief und verbringen unseren letzten Tag auf der idyllischen Farm Dusk to Dawn, wo wir erst einmal die Erinnerungen der letzten Tage sammeln müssen.

Nach 17 Tagen, ca. 4.000 Kilometern und unzählbaren Eindrücken kommen wir schließlich wieder am Flughafen in Johannesburg an, bummeln durch die Souvenirgeschäfte und fliegen wieder zurück nach Deutschland, wo uns jetzt knapp 2° und die ersten Weihnachtsmärkte erwarten. 
Eine Erkenntnis haben wir, und die ist nicht überraschend: wir wollen noch mehr erleben und kommen wieder!

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