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Kilimanjaro Besteigung in Tansania

Kilimanjaro Besteigung in Tansania

Erfahrungen unseres Kilimanjaro Abenteuers

In dem Erfahrungsbericht "Kilimanjaro Besteigung in Tansania" erzählt unsere Kollegin, Renate Spanner, von einem einmaligen Erlebnis in Afrika - der Kilimanjaro-Besteigung in Tansania. Lesen Sie diesen Erfahrungsbericht und erfahren Sie mehr über die einzelnen Etappen ihres großen Abenteuers in Afrika. 

Der Beginn unseres Abenteuers in Tansania

Ankunft am Kilimanjaro Airport

Wir, Renate und Franz, 56 Jahre alt, begeisterte Wanderer/Bergsteiger und Naturfreunde, planen nach einem traumhaften Wanderurlaub in La Réunion im vergangenen Jahr, dieses Mal das Dach Afrikas, eine Kilimanjaro-Besteigung in Tansania. Ein langgehegter Reisewunsch. 

Nach einigen Vorbereitungen unserer Kilimanjaro-Besteigung in Tansania entscheiden wir uns bewusst für die Lemosho Route, da diese landschaftlich sehr abwechslungsreich ist und durch die längere Dauer der Tour die Chance, den höchsten Punkt Afrikas zu erreichen, steigt. 

Nach einigen „Trainingseinheiten“, bei welchen das konstante und ausdauernde Gehen im Vordergrund steht, besteigen wir Ende Januar bei Schneefall einen Airbus A350, welcher uns in die Sonne Afrikas bringen soll. 

Bereits beim Landeanflug auf den Kilimanjaro Airport in Tansania können wir das Dach Afrikas bestaunen: Unser Abenteuer, der Kilimanjaro zeigt sich am Morgen schneebedeckt vor strahlend blauem Himmel. 

Nach einem Transfer von ca. einer Stunde, auf welchem uns der Fahrer schon viel Wissenswertes über Tansania erzählt, erreichen wir die sehr familiäre African View Lodge bei Arusha, in welcher wir die erste Nacht in Tansania verbringen. Am Nachmittag findet dann das Briefing für unsere Tour statt. Am Abend veranstaltet die Lodge ein Barbecue für die Gäste. Hier können  wir noch einmal Kräfte für die bevorstehende Erfahrungen unserers Kilimanjaro Abenteuers sammeln. 

Vorbereitungen für die Kilimanjaro Besteigung

1. Tag: Big Tree Camp

Nach einem ausgiebigen Frühstück beginnt das Abenteuer unserer Kilimanjaro-Besteigung in Tansania.
Ein Fahrzeugtransfer bringt uns zum Ausgangspunkt der Tour, dem Londorossi Gate. Hier heißt es dann warten, bis das Gepäck für die Tage am Berg gewogen und an die Träger verteilt ist. Nach der abschließenden Registrierung bringt uns eine Fahrt mit dem Jeep, vorbei an Kartoffelfeldern, die gerade abgeerntet werden, zu unserem endgültigen Ausgangspunkt.

Wir trauen unseren Augen nicht, als mitten im Regenwald ein Tisch mit Tischdecke und zwei Campingstühlen steht, an dem wir unser reichhaltiges Picknick-Lunch serviert bekommen. Gestärkt geht es dann in ca. 2 Stunden Gehzeit bis zum Big Tree Camp. Unterwegs können wir die schwarz-weißen Colobusaffen und natürlich die üppige Vegetation bewundern. Unterwegs erzählt uns unser Guide immer wieder Wissenswertes über den Regenwald, seine Flora und Fauna.

Bei Ankunft am Lager wird uns Mangosaft serviert  und wir können sofort unser Zelt beziehen, welches unsere Träger bereits aufgebaut haben. Wir bekommen zwei Schüsseln mit warmem Wasser an unser Zelt gestellt und nach einer Katzenwäsche wird uns im separaten Essenszelt ein Nachmittagssnack serviert. Dazu gibt es Tee und Kaffee.

Auch das sehr reichliche Abendessen wird uns im Essenszelt serviert. Der Tisch ist immer liebevoll dekoriert. Bei allen Mahlzeiten leistet uns entweder Hebron, unser sehr umsichtiger Guide oder Kleopa, unser immer fröhlicher Assistance Guide, Gesellschaft. Dies dient auch der Kontrolle, ob wir genügend essen und vor allem trinken, ca. 4-5 Liter Flüssigkeit am Tag sollten es schon sein. Es ist aber auch immer eine gute Gelegenheit, den nächsten Tag zu planen, viel über den Kilimanjaro und seine Vegetation etc. sowie Tansania an und für sich zu erfahren. 

Früh kuscheln wir uns in unsere Schlafsäcke, da morgen eine lange Etappe unserer Kilimanjaro-Besteigung in Tansania auf dem Programm steht.



 

Abstecher zum Shira Tower in Tansania

2. Tag: Shira Camp 2

Um 06:30 Uhr werden wir von Gastro, der unser „Mädchen für alles ist“, mit einem fröhlichen „Jambo“ und einer dampfenden Tasse Tee geweckt. Gleich darauf kommen dann unsere „mobilen Waschbecken“ mit warmem Wasser und im Essenszelt wartet bereits das reichhaltige Frühstück inklusive frischen Mangos und Ananas auf uns. Nach dem Auffüllen unserer Thermoskannen und Camelbags mit Tee bzw. warmem Wasser verlassen wir das Camp um 07:30 Uhr. Wir wählen die Kilimanjaro-Besteigung über das Shira Camp 1 sowie den Shira Tower. Nicht viele entscheiden sich für diese Route, und so sind wir an diesem Tag fast immer mit unseren Guides alleine unterwegs.

Die Landschaft des Kilimanjaro Nationalparks in Tansania wechselt von Steppe und Baumheide später in eine faszinierende Moorlandschaft. Da wir so gut vorankommen und, obwohl wir uns inzwischen schon auf einer Höhe von 3.500 m befinden, wir auch keine Probleme mit der Höhenanpassung  haben, beschließen wir gemeinsam mit unserem Guide auch noch einen Abstecher auf den Shira Tower zu machen.  Dies bedeutet eine zusätzliche Gehzeit von ca. 01:00 Stunde – gut für die Akklimatisation. Auf dem Shira Tower in Tansania erwartet uns eine mystische Landschaft mit Bartflechten sowie fantastische Ausblicke in eine Schlucht. Die Landschaft wird danach etwas karger und kurz vor der Dämmerung erreichen wir das Shira Camp 2. Natürlich sind unsere Zelte schon wieder aufgebaut und nach der obligatorischen Katzenwäsche sowie einem üppigen 3-Gänge-Menü freuen wir uns auf unsere Schlafsäcke, da unser Kilimanjaro Abenteuer doch sehr anstrengend ist.

Kilimanjaro-Besteigung mit professionellen Guides

3. Tag: Barranco Camp

Beim Aufstehen erwartet uns heute bereits eine dicke Reifschicht auf dem Zelt. Spätestens jetzt sind wir froh, dass wir mit Schlafsäcken, welche einen Komfortbereich von -15 Grad Celsius haben und mit Synthetikmaterial gefüllt sind, welches besser trocknet als Daunen, ausgestattet sind.

Als heutige „Startzeit“ haben wir mit unserem Guide 08:00 Uhr vereinbart. In gewohnter Reihenfolge „Guide – mein Mann und ich – Assistance Guide“ verlassen wir das Camp. Pole Pole, was auf Swahili „langsam langsam“ bedeutet, geht es Richtung Lavatower. Unsere Guides bestimmen das Tempo und dosieren dieses vortrefflich. Zwecks Akklimatisation – und weil wir uns Dank der äußerst professionellen Betreuung unserer Guides bei unserer Kilimanjaro-Besteigung sehr wohl fühlen – wählen wir die Route über den Lavatower. Der Weg führt durch karges Gelände bis wir nach einem letzten Anstieg den Lavatower erreichen. Hier befinden wir uns bereits auf 4.700 Meter Höhe. Nebel und Wind treiben die gefühlte Temperatur auf dem Kilimanjaro noch etwas nach unten und so beschließen wir, unser Mittagsessen an einem windgeschützteren Ort beim Abstieg Richtung Barranco Camp einzunehmen. Wie gesagt, der Weg führt nun bergab, was gut für die Höhenanpassung ist.

Der weitere Weg zum Barranco Camp ist faszinierend. Riesenlobelien und Riesenkreuzkraut (Senezien) wachsen hier sehr üppig und erreichen eine Höhe von bis zu 5 Metern. Auch heute kommen wir erst am späten Nachmittag im Camp an. Es ist schon wieder alles vorbereitet und unter manch neidischen Blicken anderer Bergsteiger wird uns wieder ein Juice serviert. 

Da hier mehrere Aufstiegsrouten aufeinander treffen, sind natürlich mehr Menschen als in den vergangenen Tagen unterwegs. Nach dem Abendessen und der Tourenbesprechung für den nächsten Tag genießen wir trotz eisiger Kälte bei glasklarer Luft noch den Ausblick auf den Kilimanjaro mit seinen im Mondlicht bläulich glitzernden Schneefeldern. Über uns funkeln die zum Greifen nahen Sterne am Himmel und ganz unten im Tal die Lichter der Stadt  Moshi – es ist schon beinahe eine kitschig schöne Erfahrung bei unserem Abenteuer, den Kilimanjaro zu besteigen.

 

Anspruchsvolle Passagen auf dem Kilimanjaro

4. Tag: Karanga Camp

Fast als letzte brechen wir heute auf. Anfangs geht es noch durch karge Vegetation und dann stehen wir vor der Barranco Wall. Hier zieht sich eine scheinbar endlose Menschenschlange, die vor allem aus Trägern besteht, den Pfad hinauf. Diese Etappe ist die anspruchsvollste während der gesamten Kilimanjaro-Besteigung in Tansania. Bei kleinen Kletterpassagen kommen hier ab und zu auch die Hände zum Einsatz. Sehr umsichtig führen uns unsere Guides nach oben. Und obwohl wir so spät, was in unserem Fall ca. 9:00 Uhr heißt, aufgebrochen sind, kommen wir als eine der ersten auf dem Plateau an. Wieder einmal hat sich das Pole Pole sowie das gleichmäßig vorgegebene Tempo unserer Guides bewährt. 


Nach einer kurzen Pause wandern wir durch eine Steinwüste zuerst ca. 250 Höhenmeter nach unten bevor wir nach einem erneuten Anstieg von ca. 250 Höhenmetern unser heutiges Etappenziel erreichen. Nach dem Mittagessen und einer kurzen Erholungsphase unternehmen wir noch eine kleine Akklimatisationstour auf der morgigen Aufstiegsroute unserer Kilimanjaro-Besteigung. Das heißt, wir praktizieren das bewährte „go high – sleep deep“. Wir können Weißgenickkrähen beobachten, die sich geschickt Wurzeln aus dem Boden holen, welche sie dann mit ihren Krallen bearbeiten, bevor sie diese fressen. Wir kehren ins Camp zurück und haben Dank Hebron und Kleopa noch einmal eine „Trainingseinheit“ absolviert.

Gipfelbesteigung des Kilimanjaros

5. Tag: Barafu Camp

Heute beträgt die Gehzeit unserer Kilimanjaro-Besteigung in Tansania ca. 03:30 Stunden. Mit Blick auf unser Ziel, den Gipfel des Kilimanjaro, geht es durch karge, steinige Landschaft leicht ansteigend ins Basiscamp, welches sich auf 4.700 Meter Höhe befindet. Kurz vor Erreichen des Camps heißt es noch einmal, alle Kräfte zu mobilisieren, denn der letzte Abschnitt ist steil. Unsere Träger haben schon unser Zelt aufgebaut, mit Blick auf den Mawenzi. Sicher nicht so einfach, bei dieser großen Anzahl von Leuten noch so einen tollen Platz für unser Zelt zu finden. Wir bekommen ein warmes Mittagessen. Nachmittags steht Erholung vor dem großen Tag der Gipfelbesteigung des Kilimanjaros auf dem Programm, was uns bei leichtem Schneefall, der aber nach ca. 30 Minuten schon wieder aufhört, nicht schwerfällt. Nach einem frühen Abendessen und anschließender detaillierter Besprechung der Gipfelbesteigung des Kilimanjaros mit unserem Guide kuscheln wir uns in unsere angenehm wärmenden Schlafsäcke. 

In diesem Camp gibt es kein Wasser. Wir bewundern die Träger, die das Wasser, welches zum Kochen und Trinken benötigt wird, in Fässern auf ihren Rücken bzw. Köpfen nach oben schleppen. Es versteht sich von selbst, dass es in diesem Camp keine Waschmöglichkeit gibt.

Bereits um 23:00 Uhr werden wir von Gastro wieder geweckt. Leider hat mein Mann eine Erkältung mit starkem Husten. Schweren Herzens entscheiden wir, dass nur ich mit Hebron, unserem Guide, Richtung Gipfel aufbreche, während Franz mit Kleopa, dem Assistance Guide, bereits nach dem Frühstück ins Mweka Camp absteigt. 

Schicht für Schicht kleide ich mich an und nach einem kleinen Imbiss im Speisezelt starte ich mit Hebron um Mitternacht Richtung Gipfel. Der Boden ist gefroren, es ist kalt und teilweise windig. Im Schein der Stirnlampe fallen die ersten Schritte sehr schwer und ich habe zum ersten Mal das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen. Dank des wiederum sehr langsamen und gleichmäßigen Tempos, welches Hebron vorgibt, hat sich dieses aber rasch gelegt und ich finde wieder in meinen bewährten Gehrythmus. Vor uns leuchten die Stirnlampen der anderen Bergsteiger wie Glühwürmchen in der Dunkelheit und geben mir eine gewisse Orientierung/Sicherheit. 

Heißer Ingwertee aus frisch geriebenem Ingwer sowie ein Müsliriegel geben mir unterwegs die nötige Energie um durchzuhalten. Automatisch geht es dann Schritt für Schritt Richtung Gipfel des Kilimanjaros und irgendwann hoffe ich, endlich etwas Tageslicht und somit mein angestrebtes Ziel zu sehen. 

Kurz vor 05:00 Uhr ist es dann soweit, beim ersten Tageslicht stehe ich am Gillmans Point, die aufgehende Sonne im Blickfeld. Nach einer kurzen Rast – und da ich keine Probleme bezüglich der Höhe habe – will ich natürlich auch noch unbedingt den höchsten Punkt Afrikas erreichen. Entlang des Kraterrands mit fantastischen Blicken auf die Gletscher des Kilimanjaro, den Mwenzi, dem zweithöchsten Berg im Kilimanjaro-Massiv, sowie in den Vulkankrater geht es bei eisigem Wind Richtung Uhuru Peak. Dann habe ich es geschafft: Um 06:15 Uhr stehe ich auf dem Dach Afrikas! Ein wirklich überwältigender Augenblick. Die unterschiedlichsten Gefühle stürmen auf mich ein: Stolz, Freude, auch ein „Nicht-Begreifen-Können“ hier zu sein, und auch etwas Wehmut, diesen Augenblick nicht mit meinem Mann teilen zu können. Trotzdem eine überwältigende Erfahrung meines Kilimanjaro Abenteuers.

Nach ca. 10 Minuten treten wir den Rückweg zum Gillmans Point an, ein längerer Aufenthalt wäre aufgrund der Minustemperaturen sowie des Windes nicht möglich gewesen.

Ab hier verlassen wir die Aufstiegsroute und über einen sehr gerölligen Steilhang geht es in ca. drei Stunden zurück zum Barafu Camp. Hier erwartet mich natürlich schon wieder ein lächelnder Gastro mit Campingstuhl und Juice – einfach herrlich nach dieser langen Tour!
 

Abstieg vom Kilimanjaro

6. Tag: Mweka Camp

Nach zwei Stunden Pause und einem warmen Mittagessen beginnen wir den Abstieg zu unserem letzten Camp unserer Kilimanjaro-Besteigung in Tansania. Zuerst noch ein kurzer Anstieg und dann geht es durch Geröll- und Steinwüste ins Millenium Camp und weiter durch üppige Vegetation bis zum Mweka Camp auf 3.080 m Höhe, wo ich bereits von meinem Mann erwartet werde, dem es inzwischen wieder etwas besser geht.

Ich weiß nicht nur den Begüßungsjuice sondern vor allem die Waschschüssel mit warmem Wasser vor meinem Zelt sehr zu schätzen. Nach dem Abendessen – zu welchem es auch noch eine Flasche Rotwein gibt – schlüpfen wir ein letztes Mal in unsere Schlafsäcke und schlafen auch diese Nacht - wie alle vorhergehenden – hervorragend.

Am nächsten Morgen kommt dann etwas Wehmut auf, als wir von unserer 9-köpfigen Begleitmannschaft mit dem Kilimanjaro-Song und einer herzlichen Umarmung verabschiedet werden. Wir unsererseits bedanken uns mit einem angemessenen Trinkgeld. Ohne dieses hervorragende Team wäre es sicherlich nicht ein so unvergessliches Erlebnis geworden.

Mit unseren Guides steigen wir dann schließlich zum Mweka Gate ab, wo wir die Urkunden für die Besteigung überreicht bekommen. Ein letztes Mal bringen sie uns zum Staunen, als sie uns in einen abgeschlossenen Gartenbereich führen, wo wir noch einmal ein warmes Essen, welches der Koch extra für uns zubereitet hat, von einem lächelnden Gastro serviert bekommen. Dann heißt es endgültig Abschied nehmen. Wir haben unbeschreibliche schöne Tage am Kilimanjaro verbracht und unvergessliche Erfahrungen gesammelt. 

Anschließend bringt uns ein Fahrer zurück zur African View Lodge in Tansania, wo wir noch eine Nacht verbringen bevor wir zu einer erlebnisreichen 5-tägigen Safari und einem anschließenden Badeaufenthalt auf Sansibar aufbrechen. Aber das ist eine andere – nicht weniger spannende – Geschichte. 

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