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Erfahrungsberichte aus Sambia

Erfahrungsberichte aus Sambia

Wie man das Wort „Corona“ vergessen kann…

Unsere Gründerin, Liane Merbeck hat im Herbst 2 Gruppen durch Sambia geführt. Wir haben für Sie einige Berichte der Teilnehmer zusammengestellt, damit Sie das Gefühl für einen kleinen Moment miterleben können: Wie ist es eigentlich, wenn man das Wort „Corona“ für 2 Wochen komplett vergisst?

Die Gruppenteilnehmer schätzten und genossen es sehr, dass sie die Tiere und die sehr spanenden Tiersichtungen einfach für sich alleine hatten und in aller Ruhe genießen konnten. Keine weiteren Fahrzeuge, die womöglich die Sicht etwas einschränkten. Auch in den Camps hatten sie die volle Aufmerksamkeit der Angestellten, da ihnen auch die Camps alleine gehörten. Ein Privileg, dass man nicht so schnell wieder erleben kann. Nutzen Sie deshalb die Gelegenheit, denn so leer wie jetzt werden die Parks womöglich (und hoffentlich) bald nicht mehr sein.

Ein Nachmittag im Luangwa Safari House

von Ute Kamps

Ich beschließe, ausnahmsweise den nachmittäglichen Gamedrive zu schwänzen  und in aller Ruhe das Safari House ganz allein für mich zu haben. Nachdem die anderen vergnügt zu neuen Abenteuern aufgebrochen sind, sitze ich zunächst auf meinem Balkon und genieße den Blick aufs Wasserloch. Da schreitet fast zum Berühren nah ein Elefantenbulle unter mir vorbei. Ich glaube, es ist der gleiche vom Vortag. Er zaudert: Soll er Wasser aus dem Pool trinken oder gleich ein erfrischendes Schlammbad nehmen? Das Schlammbad gewinnt, zumal er dort die Gesellschaft von 2 Warzenschweinen hat, die sich schon nach Herzenslust suhlen. Ein herrliches Schauspiel! Am liebsten würde ich mitmachen … 

Irgendwann ist der Elefant zufrieden und zieht weiter, nachdem er ausgiebig sein Hinterteil an einem Baum gerieben hat. Hmmm.

Ich selbst entscheide mich dann lieber für das frische Wasser im Pool. Dabei störe ich erheblich einige Paviane, die sich allein wähnten und den Platz zum Spielen und Zanken nutzten  Sie verlegen laut schimpfend ihren Spielplatz ein Stückchen weiter von mir entfernt.

Edward, der gute Geist des Hauses, bringt mir meine übliche „White Wine Shorle“. Wunderbar erfrischt, richte ich mich am Rand des Pools ein, lasse die Füße im Wasser baumeln. 
Mit einem Buch in der Hand, den Drink neben mir, gebe ich mich der Ruhe hin. „Nur“ ein paar Gänse, ein Hamerkop, einige Paviane, das Warzenschwein-Pärchen und ein einzelnes Puku leisten mir Gesellschaft. Das alles kommt meine Vorstellung von Paradies recht nahe.

Ich blicke auf, als ich ein leises Geräusch höre. Und finde mich Auge in Auge mit dem nächsten Elefanten, der diesmal aus dem Pool trinkt, in dem meine Füße baumeln. Ich kann mein Glück kaum fassen: So nah bin ich einem dieser sanften Riesen noch nie gekommen. Ich halte fast die Luft an, um ihn nicht zu irritieren und möchte am liebsten die Zeit anhalten. Irgendwann aber zieht auch er weiter.

Bevor ich mich doch noch in mein Buch vertiefe, sehe ich in der Ferne eine Giraffe mit ihrem Baby auftauchen. Ich darf erleben, wie sukzessive immer mehr Giraffen kommen, bis irgendwann 17 am Wasserloch sind. Eine nach der anderen spreizt ihre Beine auf die unnachahmliche Giraffenart, um kurz zu trinken, während die anderen mit hochgereckten Hälsen Ausschau halten.

Bis zum Sonnenuntergang darf ich diese einmaligen Bilder der Schönheit und des Friedens erleben. Ich fühle mich beglückt und reich beschenkt.

Als die anderen begeistert zurückkommen, kann ich mir neidlos die Schilderungen ihrer tollen Sightings anhören. 

Ein fast perfekter Sonnenuntergang

von Markus Wagner

In unserem nachmittäglichen Gamedrive fahren durch den South Luangwa Nationalpark. In der Ferne sehen wir eine große Elefantenherde. Unser Guide Yona mein, die wären in Richtung eines Dorfes unterwegs, wegen der Mangos.

Yona hat eine Vermutung, wo die Elefanten entlanglaufen könnten. Er parkt das Auto so, dass die Elefanten zwischen uns und dem Sonnenuntergang durchgehen könnten. Ich bin ja skeptisch. Es liegt noch eine große Wiese zwischen uns und den Elefanten, und sie sind noch sehr weit weg. Es führt zwar ein Trampelpfad genau vor unserem Auto vorbei, aber Elefanten können ja überall gehen.

Zumindest ist die Aussicht auf den Sonnenuntergang sehr schön:

Wir stehen da, beobachten, wie die Sonne langsam sinkt, und beobachten die Elefanten beim Näherkommen. Und es sieht tatsächlich so aus, als ob es klappen könnte. In Gedanken ist das Video schon fertig. 

Aber leider sind in der Nähe Selbstfahrer aus ihrem Auto ausgestiegen. Die verschrecken die Elefanten, so dass sie erst weglaufen und uns dann auf der falschen Seite passieren. Das ist zwar auch imposant, aber natürlich kein Vergleich zu Elefanten im Sonnenuntergang.
     
Als wir später an den anderen Leuten vorbeifahren, winken sie uns freundlich zu. Wir aber können nicht zurückgrüßen. Zu tief sitzt noch die Enttäuschung.

Aber mit etwas Abstand denke ich immer wieder gerne an die Szene zurück. Und vor meinem inneren Auge laufen die Elefanten als Schattenrisse quer durch den Sonnenuntergang.

Eine Pirschfahrt, wie ich sie noch nie erlebt habe!

von Ines Guttmann

Nachdem wir bereits schon ein Löwenrudel beobachtet haben, fahren wir wieder weiter. Nach kurzer Fahrstrecke haben wir wieder Grund zum Anhalten. Eine stolze Elefantenmutter überquert mit ihrem Jungen den Weg. Zum Kaputtlachen, dem kleinen Elefanten zuzusehen, wie er seinen Rüssel noch kaum unter Kontrolle hat und diesen als ständiges Spielzeug und störendes Teil mitten in seinem Gesicht betrachtet. Ein paar Späße später fahren wir weiter zu einem Rudel Wildhunde. 

Aber auch hier halten wir uns nicht lange auf, denn die Wildhunde bewegen sich langsam in eine Richtung. Unser Guide teilt uns mit, dass die jetzt wahrscheinlich auf die Jagd gehen werden und fragt, ob wir den Tieren folgen möchten. Ja, klar! Wir können beobachten, wie das Rudel sich langsam nach vorn bewegt, immer sehr aufmerksam und bedacht. Ein Kudu und ein Impala stehen heute auf dem Speiseplan. Die Wildhunde kommen ihrer Beute bereits ziemlich nahe und wir wundern uns, dass die Antilopen das Rudel Wildhunde noch nicht entdeckt haben. Wir waren sicher, dass die Wildhunde jetzt gleich erfolgreich jagen und wir einen Kill miterleben werden. Ganz aufgeregt positionieren wir unsere Kameras. Doch es kommt anders als gedacht, denn die Antilopen haben die Wildhunde plötzlich entdeckt und das Weite gesucht. Insgeheim freute ich mich, dass die Wildhunde zu langsam waren und den Antilopen die Flucht gelungen ist. 

Wir folgen den Wildhunden erneut und entdecken in weiter Entfernung eine Hyäne, die sich in Richtung Wildhunde bewegt. Nicht zu übersehen die aufgeregte Elefantenmutter, die sich mit ihrem Kleinen sehr nervös aber schnellstmöglich aus dem Schussfeld bewegt. „Was ist denn hier los heute Abend?“ - fragte ich mich. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll. 
Nun gut, die Elefanten waren in Sicherheit, in bin beruhigt. Nun konzentriere ich mich auf die Hyäne, die mittlerweile nicht mehr alleine war. Ich traue meinen Augen nicht, es waren 6 dieser Sorte die sich den Wildhunden nähern. Was für ein Spektakel, Wildhunde vs. Hyänen. Es wird richtig laut im Busch und ich kann kaum glauben was hier vor sich geht. Ein „Kampfschrei“ jagt den anderen. Premiere im Busch TV. Alles ist sehr laut und die Luft ist spannungsgeladen. Die Wildhunde haben die Hyänen erfolgreich vertrieben. 

Unser Guide meint, wir machen nun einen kurzen Stopp für den täglichen Sundowner. Aber dafür bleibt an diesem Abend wirklich keine Zeit, denn wir sehen, wie sich ein Löwe, und noch ein Löwe und noch einer langsam aus dem Gebüsch schleichen. Wir vermuten die machen sich auf den Weg zum Wasserloch. Wir warten geduldig, was passiert. Ein einziges Fahrzeug fährt an uns vorbei und der Fahrer fragt uns, ob wir denn den Leoparden gesehen haben? Was? Ein Leopard? Nein, dafür hatten wir wirklich keine Zeit. 
Die Löwen gehen nicht Richtung Wasserloch, sondern kommen – wohl angelockt von dem lauten Gebelle der Wildhunde und dem Geschrei der Hyänen – direkt auf die Wildhunde zu. Diese bleiben verdutzt stehen, gehen dann aber tatsächlich den Löwen entgegen und bellen… Nach einer kurzen Verfolgungsjagd geben die Löwen allerdings aus und die Wildhunde ziehen weiter.

Nun die nächste entscheidende Frage: bleiben wir bei den Löwen oder machen wir uns auf die Suche nach dem Leoparden? Was für schwierige Entscheidungen heute im Busch zu treffen sind! 
Wir entschließen uns aber bei den Löwen zu bleiben und beobachten diese noch eine ganze Weile. Nun war es dann aber auch schon höchste Zeit zurück zum Camp zu fahren. Die Stunden verflogen wie im Nu und als wir im Camp ankommen, merken wir erst, wie müde wir eigentlich geworden sind. 

Was für eine Pirschfahrt… Interaktionen, wo man nur hin sah… „Heute war aber ganz schön was los im Busch und wir mittendrin statt nur dabei“, sage ich zu unserer Gruppenleiterin. „Das ist Sambia, Ines. So etwas passiert hier öfters“, war ihre Antwort.  Ein Abend, den ich sicher nie vergessen werde. Müde, aber überglücklich genießen wir das fabelhafte Dinner in unserem Camp. Sehr zufrieden und so vollgefressen, wie die Löwen gehen wir schließlich ins Bett. Ein Abend, der erfolgreicher nicht hätte sein können.

Reisen in Corona-Zeiten

Wir haben in Sambia auch ein kurzes Video mit den Teilnehmern gedreht, um die Reisen in Corona-Zeiten vorzustellen:

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