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Auf den Spuren der grauen Riesen

Auf den Spuren der grauen Riesen

Einmalige Erlebnisse in Namibia und Simbabwe

In diesem Reisebericht erzählt unsere Kollegin, Peggy Hinze, von ihrer spannenden Reise nach Namibia und Simbabwe. Sie erlebte zahlreiche Abenteuer in den beiden Ländern. Als Selbstfahrer durch Namibia bereiste sie unter anderem das Okonjima Wildschutzgebiet, den berühmten Etosha Nationalpark und die Caprivi Region im Norden des Landes. Auch die Chobe Water Villas, direkt am Ufer des Chobe Nationalparks, standen mit auf dem Programm. Über die berühmten Viktoria Fälle in Simbabwe ging es zum Abschluss in den Hwange Nationalpark, wo sie einmalige und einzigartige Tierbeobachtungen erlebte.

Lesen Sie diesen Reisebericht und lassen Sie sich in die faszinierende Welt Afrikas entführen.

Afrika, wir kommen!

Ankunft in Windhoek

Nach vielen Monaten Afrika-Abstinenz meinerseits und die erste Afrikareise meiner Mutter, ist die Aufregung und Vorfreude auf eine tolle Reise riesengroß. Freudig nervös steigen wir in den Flieger und kommen mit einem kurzen Zwischenstopp in Äthiopien etwas erschöpft, aber zufrieden in Windhoek an. Jetzt kann ein neues Afrikaabenteuer beginnen. Der Mietwagen wartet bereits auf uns und nachdem alles geprüft und erklärt wurde, starten wir unsere Selbstfahrerreise. Erster Halt ist ein Supermarkt, der mal wieder klar macht, dass Afrika nicht am Ende der Welt liegt und es alles gibt, was das Herz begehrt. Im Hilltop Guesthouse angekommen, und bei einem tollen Ausblick auf Windhoek wird uns bewusst, ja wir sind in Afrika und jede Menge Erlebnisse warten auf uns. Nach einem leckeren Abendessen wartet bei sternenklarem Himmel unsere erste Nacht in Afrika auf uns.

Africat Stiftung Okonjima

Leoparden, Geparden & Co.

Ausgeschlafen und frisch gestärkt starten wir unsere Etappe in Richtung Norden. Nach den ersten Kilometern und einigen komischen Verkehrsschildern zeigt sich das erste afrikanische Tier und meine Mutter hat sich direkt in die kleinen grauen Wesen verliebt. Was ein Warzenschwein so alles kann. Nach ca. 230 km erreichen wir das Gelände von Okonjima und werden von Zebras und Giraffen willkommen geheißen. Da es die erste Afrikareise meiner Mutter ist, weiß Sie gar nicht, wo Sie zuerst hinschauen soll und ist so begeistert und überrascht, dass sie glatt das Fotografieren vergessen hat. Da kann ich Abhilfe schaffen und drücke kräftig auf den Auslöser und wir genießen den Anblick.

Pünktlich zur Nachmittagsaktivität, dem Leopardendrive, treffen wir auf unseren Guide, der vorab schon einmal viel Wissenswertes über Okonjima und die Arbeit der Africat Stiftung erzählt. Anschließend machen wir uns auf den Weg, die berühmten Raubkatzen zu finden. Mittels eines GPS Geräts kann das Gebiet etwas eingegrenzt werden, doch jetzt sind alle gefordert und halten Ausschau nach den bekannten Flecken. Plötzlich kommt etwas Unruhe auf und der Guide hält den Wagen direkt vor einem Busch und aus diesem ragt der gesuchte Katzenkörper. Aufgeregt und überwältigt machen wir Fotos und können es gar nicht glauben, dass wir wirklich einen Leoparden sehen. Nach ein paar Minuten bewegt sich was, und der Leopard entscheidet sich, jetzt nicht mehr Fotomodell sein zu wollen und macht sich auf den Weg tiefer in die Büsche. So bleiben wir mit tollen Eindrücken zurück und genießen unseren ersten Sundowner.

Zurück in der Lodge und nach einem guten Abendessen machen wir uns auf den Weg zu unserem Zimmer. In der Nähe hören wir die Brunftrufe der Impalas und auch unsere erste Bekundung des Königs der Tiere. Etwas erschrocken und unsicher fragt mich meine Mutter, was das war und ich antworte ganz entspannt, der Löwe, aber der ist weit weg. So haben uns die Geräusche Afrikas in den Schlaf gesungen und für angenehme Träume gesorgt.

Am nächsten Morgen brechen wir auf, um die Africat Stiftung zu besuchen und erhalten einen guten Einblick über die Arbeit der Stiftung und wie man helfen kann. Auch ein kurzer Besuch bei den Geparden steht an und lässt uns staunen, denn wir bekommen eine spontane Kostprobe der Schnelligkeit dieser Tiere und jede Menge Gelegenheit für Fotos, denn heute sind die vier Freunde in Posing-Laune und sind bereitwillig unsere Models.

Ostseite des Etosha Nationalparks

Spannende Tierbeobachtungen im Onguma Wildschutzgebiet

Unsere Reise führt uns weiter in Richtung Norden an die Ostseite des Etosha Nationalparks. Nach einer entspannten und landschaftlich wunderschönen Fahrt erreichen wir das Onguma Private Game Reserve. Leider 10 Minuten zu spät, um an der Nachmittagsaktivität teilzunehmen. Daher beschließen wir den Spätnachmittag bei einem Drink auf der Terrasse unseres Zelts zu genießen und lassen die ersten Tage Revue passieren. 

Heute steht die Erkundung des Etosha Nationalparks auf dem Programm, so geht es recht früh los und wir machen uns mit dem Guide im offenen Fahrzeug auf den Weg. Noch etwas verträumt hängt jeder seinen Gedanken nach. Kurz darauf, und noch auf dem Grund des Game Reserve bietet sich ein Anblick, den auch ich noch nicht erleben durfte. Zwei junge Löwen haben sich eine Oryxantilope zum Frühstück bestellt und beginnen diese genüsslich zu verspeisen. Ganz unbeeindruckt von uns lassen sie es sich schmecken. Etwas nervös und aufgeregt zücken wir die Kameras und lassen die Linse glühen. Anschließend erfreuen wir uns noch mit bloßem Auge an dieser natürlichen Situation, bevor wir unsere Fahrt in den Park fortsetzen. Hier zeigt sich die Tierwelt Namibias von Ihrer tollen Seite, denn soweit das Auge reicht, können wir Zebraherden, Impalas, Warzenschweine, Gnus, Giraffen uvm. sehen, auch unseren ersten Elefanten sehen wir hier und finden das spitze, auch wenn wir noch nicht wissen, dass dies nicht unsere letzte Begegnung mit den grauen Reisen sein wird. Ganz gefesselt und im Bewusstsein, dass dies hier live ist und nicht im Zoo, genießen wir die Fahrt und die Erklärungen des Guides.

Die Mittagszeit verbringen wir in der Lodge und nutzen die Gelegenheit die ersten Eindrücke und ein Lebenszeichen nach Hause zu schicken. Da meiner Mutter die Gamedrives im offenen Fahrzeug jede Menge Spaß machen und die Sicht etwas besser ist, als im geschlossenen Fahrzeug, entscheiden wir uns, auch den Sundownerdrive zu machen. Entspannt geht es los wieder vorbei an vielen Tieren, an denen man sich gar nicht satt sehen kann, zu einem schönen Platz, an dem wir in vollkommener Ruhe den Sonnenuntergang ganz typisch bei Gin and Tonic genießen und wieder feststellen, wie schön es hier ist. 

Zurück im Camp wird das leckere Abendessen in einem sogenannten Boma als Bushdinner serviert. Ganz verzaubert von der besonderen Atmosphäre essen wir unter dem Sternenhimmel Namibias, und als wäre das noch nicht genug, erleben wir eine Gesangseinlage des Teams und stellen fest, die meisten Afrikaner können richtig gut singen und haben Rhythmus im Blut. :-)

Rundu

Bootsafari auf dem Kavango

Heute führt uns unsere Reise weiter in Richtung Osten. Auf ziemlich leeren Straßen und mit Blick in atemberaubende Weiten und vorbei an vielen kleinen Dörfern erreichen wir die Hakusembe River Lodge in Rundu, als Zwischenstation in die Caprivi Region. Obwohl uns bei der Anfahrt der Unterkunft etwas das Gefühl beschlich, hier falsch zu sein - denn am Ende der trockenen Gegend und der Sandpiste kann ja nichts mehr kommen - empfängt uns eine kleine grüne Oase, die direkt am Kavango liegt. Auf der anderen Uferseite, in Angola vernehmen wir Stimmen und Lachen und können hier den Wasch- und Badetag der angolischen Einheimischen beobachten. 

Bereit für unsere erste Sonnenuntergangsbootsfahrt starten wir ca. 1 h vor Sonnenuntergang und erleben hier eine sehr bunte Vogelwelt, unser erstes Krokodil und natürlich das Wichtigste, einen wunderschönen Sonnenuntergang. Erstaunt wie viele verschiedene Seiten Namibia hat und wir auch noch sehen werden, fängt meine Mutter an, meine Begeisterung für Afrika zu verstehen und meine Erzählungen ganz anders wahrzunehmen. Zusammen diese Reise machen zu können und gemeinsame Afrikaerinnerungen zu schaffen, macht uns stolz und sorgt dafür, auch weiterhin alles genießen zu können.

Mahango Nationalpark

Safari auf dem Wasser

Heute geht es in Richtung Osten. Entlang der Straße wird schnell klar, dass hier viel mehr Leben ist, als sich erahnen lässt. Vorbei an Dörfern, Schulen, Rinder- und Ziegenherden und dem namibischen täglichen Leben erreichen wir unsere nächste Station Divundu. Wir beziehen unseren Bungalow in der Nunda River Lodge und erhalten direkt den Hinweis, dass gegenüber auf einer Insel Flusspferde leben und wir gute Chancen haben, diese zu sehen. Kurze Zeit später ertönt mein Lieblingstiergeräusch und die wir können die ersten kleinen Ohren aus dem Wasser kommen sehen. Ganz aufgeregt und happy ihre ersten Hippos zu sehen, beobachtet meine Mama das Geschehen und taucht total in die Tierwelt ab. Da uns die Lebensweise der Einheimischen sehr interessiert und wir einen Einblick in die Lebensweise erhalten wollen, machen wir eine Village Tour. Johannes, unser einheimischer Guide nimmt uns mit in ein nahegelegenes Dorf. Hier wird uns erklärt und gezeigt, wie die Menschen leben. Es gibt kleine Hütten, Kochplätze vor den Hütten, Tiere, die sich frei im Dorf bewegen können und viele Familienmitglieder, die sich in der Dorfmitte treffen und sich unterhalten oder der täglichen dörflichen Arbeit nachgehen. Trotz der ärmlichen Verhältnisse haben wir dennoch das Gefühl, dass es Ihnen gut geht und die Menschen hier zufrieden leben. Auf dem Rückweg lässt uns der Besuch nicht los und wir werden demütig und uns bewusst, in welchem Luxus wir leben.

Nach dem leckeren Abendessen auf der Terrasse machen wir uns auf den Weg ins Bett und hören schon, dass unsere neuen Freunde die Hippos uns in den Schlaf singen werden. 

Am nächsten Morgen begrüßen uns die Flusspferde und gönnen uns einen Blick auf ihre großen und sehr imposanten Körper. Wir hoffen sehr, bei unserer Bootsfahrt auf dem Kavango zu den Popa Fällen etwas näher heran zu kommen und unser erstes Flusspferd Foto zu bekommen. Unsere Wünsche wurden erhört und ca. 2 Meter vor dem Boot tauchen plötzlich viele Ohren und Schnauzen auf. An meine anderen Reisen erinnert und meine Mama ganz erstaunt, wie groß und doch niedlich sie aussehen, genießen wir das rege Treiben um uns herum. Wir steuern weiter flussaufwärts und erreichen nach kurzer Zeit die berühmten Fälle. Dem Geräuschpegel nach, müssen sie richtig groß und imposant sein. Der Guide erklärt uns aber, dass der Begriff „Fälle“ nicht so ganz passt. Es sind eher Stromschnellen, die sich perfekt in die Natur integrieren und einen Besuch wert sind.

Zurück an Land gönnen wir uns eine Pause auf der Terrasse und beobachten mit viel Spaß das rege Treiben einer Hippo Familie. So macht Afrika doch richtig Spaß!

Am Nachmittag machen wir uns auf, den Mahango Nationalpark zu erkunden. Die Savannenlandschaft mit viel Baumbestand beherbergt viele Tierarten und wir sind gespannt, was wir zu sehen bekommen und das lässt gar nicht lange auf sich warten. Wir treffen direkt neben der Straße auf eine Gruppe Elefanten, die sich ihrem Nachmittagsschmaus hingeben. Mitten unter ihnen sind viele Jungtiere, die auch uns ein „Ach wie Süß“ entlocken und im Fokus der Kamera landen. So nah dran - und für meine Mama das erste Mal - ist es etwas ganz Besonderes. So fällt auf, dass sie lange Wimpern und Augenbrauen haben, die Venen hinter den Ohren sehr deutlich sichtbar sind und der Ausdruck sanfte Riesen, definitiv zutrifft. Einfach faszinierend die heimische Tierwelt. Neben vielen Vogelarten und Krokodilen bietet der Park uns auch die Gelegenheit, die seltenen Roan- und Sable Antilope zu bestaunen. Ein absolutes Muss im Park ist der gigantische Baobab-Baum der zu einer Pause einlädt und zeigt, was die Natur so alles zu bieten hat.

Pünktlich zu Sonnenuntergang verlassen wir sichtlich zufrieden und mit einem Lächeln im Gesicht den Park. Wieder ist ein erlebnisreicher Tag mit vielen neuen Eindrücken zu Ende gegangen und beschert uns wieder einmal wunderschöne Träume.

Am nächsten Morgen wartet noch eine Überraschung auf meine Mama, wir gehen auf Mokorofahrt. Ungläubig und denkend, dass dies ein Scherz sei, machen wir uns auf den Weg zum Bootssteg und wagen das Abenteuer. Nach dem etwas wackeligen Einsteigen lassen wir uns entspannt auf dem Kavango schippern und genießen lautlos das Leben am und im Fluss. Eine Mokorofahrt entschleunigt und bietet noch einmal einen anderen Blick auf die Natur- und Tierwelt.

Bwabwata Nationalpark

Elefanten in der Nambwa Tented Lodge

Weiter geht unser Namibia-Reise in Richtung Osten quer durch den Bwabwata Nationalpark. Die Anfahrt zum Nambwa Tented Lodge ist bereits eine Wildbeobachtungsfahrt. Bereits auf den ersten Metern erwarten uns jede Menge Elefanten. Diese grauen Riesen begleiten uns bereits auf jeder Station unserer Reise und haben einen speziellen Platz in unserem Herzen eingenommen. Daher freuen wir uns immer, sie zu sehen und nehmen uns die Zeit, sie zu beobachten. Im Camp angekommen beziehen wir unser Zimmer und genießen den Blick in die Weiten des Parks. Plötzlich tut sich etwas und meine Mama ist ganz aufgeregt und ruft nur „sie kommen näher und direkt auf uns zu“. Auf meine Frage was kommt, lächelt sie nur und meine, die Elefanten wollen uns begrüßen. Schnell holen wir unsere Kameras und machen uns bereit. Was wir nicht ahnten war, dass die Elefanten nicht nur mal kurz am Camp vorbeischlendern wollten, sondern den Weg direkt unter den Stelzen des Camps hindurch suchen und sich dann den leckeren Akaziensnacks widmen. Der Puls rast, das Adrenalin steigt und die Kameras klicken, denn diese sanften grauen Riesen von oben und so nah zu beobachten, ist eine ganz neue Erfahrung und lässt uns staunen und lächeln. Die Elefantenfamilie genießt Ihr Essen und wir das Beobachten dieses Spektakels. Anschließend genehmigen wir uns mit einem Dauergrinsen im Gesicht einen kalten und selbstgemachten Eistee. Später starten wir zu unserer nachmittags Wildbeobachtungsfahrt. Unser Guide lässt uns an seinem Wissen über jedes einzelne Tier, was wir sehen und manchmal auch nur hören, teilhaben und zeigt damit seine Leidenschaft für das Land und die Tierwelt und seine Arbeit. Für den Sonnenuntergang hat er sich den Platz am „Horse Shoe“ ausgesucht, denn hier meint er, kommen um diese Zeit viele Elefanten zum Trinken. Wir teilen uns den Platz nur mit ein paar Waterbucks und den Geräuschen der Flusspferde - mehr ist nicht zu sehen. Wir steigen aus, erhalten unseren Drink und er macht uns Popcorn und meint, das Bushkino ist eröffnet. Unsere fragenden Blicke ignoriert er und meint nur, die Elefanten sind unterwegs, wir brauchen nur etwas Geduld. Ein paar Minuten später sollte er Recht behalten, mit lautem Trompeten kündigen sich aus vielen Richtungen die Dickhäuter an. Insgesamt 4 Familien mit mehr als 20 Tieren kommen zum Wasser und beginnen ihre abendliche Trink- und Baderunde. Demütig und fasziniert sehen wir lange zu und werden uns bewusst, ja das ist live und kein Film und es ist soooooo schön. :-)

Zurück im Camp lädt das Lagerfeuer zum Verweilen und genießen ein. Alle sind in ihren Gedanken versunken und versuchen das heute Erlebte zu verarbeiten.

Nach einer ruhigen Nacht starten wir den Tag mit Tee und Muffins und warten auf unseren Guide. Wir beobachten eine Impalaherde direkt vor dem Camp, doch plötzlich setzt diese sich aufgeregt in Bewegung. Wow, eine ganze Herde laufen zu sehen, ist uns neu, doch dann entdecken wir auch, warum sie das Weite suchen. Sie werden von drei Wildhunden angegriffen und verfolgt. Der Campmanager steht mit seiner Kamera neben mir und sagt, vor mehr als einem Jahr haben sie die letzten Wildhunde hier gesehen und jetzt jagen sie direkt vor dem Camp. Wahnsinns Erlebnis.

Anschließend zeigt uns der Guide vom Wasser des Kwando aus, wie schön es hier ist. Wir schippern durch Schilfgebiet und erleben erneut die farbenfreudige und große Vogelwelt Namibias. Am Wasserrand tummeln sich Waterbucks, Lechwe und Impalas, auch Elefanten sind wieder dabei. Hauptaugenmerk soll heute aber der Hippo Pool sein. Nach einer entspannten und lehrreichen Fahrt tut sich plötzlich nach einer Kurve eine ganze Hippo Familie auf, die sich lautstark unterhalten und uns mal wieder nur ihre Ohren und ihre Schnauzen zeigen. Und wieder beschleicht uns das Gefühl, dass man sich nicht so vorstellen kann, dass sich unter Wasser ein riesiger Körper verbirgt und diese Tiere an Land auch sehr schnell laufen können

Zurück im Camp, genießen wir den Nachmittag (natürlich mit der Hoffnung, dass die Elefanten uns wieder einen Besuch abstatten) und lassen die letzten aufregenden Tage mal Revue passieren. Abends machen wir uns wieder auf den Weg zum „Horse Shoe“ und erleben erneut viele Elefanten jeden Alters am Wasser und stellen fest, dass man sich an so etwas nie satt sehen kann.

Nkasa Rupara Nationalpark

Eine erlebnisreiche Nacht im Jackalberry Tented Camp

Nächste Station weiter im Süden, ist der Nkasa Rupara Nationalpark. Nach einigen Kilometern off Road und froh, ein 4x4 Fahrzeug zu fahren, erreichen wir die Südostseite des Parks und unser kleines Domizil für die nächsten zwei Nächte, das Jackalberry Tented Camp. Nur 4 Zelte mitten im Nirgendwo versprechen wieder ein authentisches Safari-Erlebnis, wie authentisch ahnen wir hier noch nicht. Vom Hauptbereich können wir sogar Botswana sehen und die Tierwelt dort hören. Dieser noch junge und unberührte Nationalpark beheimatet neben Elefanten, Antilopen, Hippos auch sehr viele Warzenschweine. Dies freut meine Mama sehr, denn dies sind ihre Lieblingstiere und in Bwabwata waren sie nicht so zahlreich vertreten.

Mit unserer afrikanischen Erschöpftheit gehen wir zu Bett und freuen uns auf den nächsten Tag. Die Hippos und die Löwen aus Botswana sagen uns lautstark gute Nacht. Ein paar Stunden später ertönen vor und hinter dem Zelt und ganz nah, uns unbekannte Geräusche. Am nächsten Morgen finden wir kleine Fußspuren und angeknabberte Würstchenfrüchte um unser Zelt und finden heraus, dass es Stachelschweine waren, die uns besucht haben.

Nach dem Frühstück erkunden wir den Nationalpark und sind wieder einmal erstaunt, wie unterschiedlich die Vegetation und die Tierwelt in den verschiedenen Nationalparks ist. Wir treffen Impalas, Kudus, Elefantenfamilien, Warzenschweine und sogar endlich ein halbstehendes Hippo. Gegen Mittag erreichen wir eine Anlegestelle und steigen auf ein Boot um. Auf dem Linyanti erleben wir den Park aus einer anderen Perspektive. Hier beobachten wir, wie schnell aus botswanischen namibische Elefanten werden. Auch hier ist die Vogelwelt sehr ausgeprägt und erfreut uns täglich mehr. Zwischen Schilf und Papyruspflanzen lassen auch die Hippos nicht lange auf sich warten. Kurz bevor wir wieder anlegen wollen, überqueren ein paar Elefanten den Fluss und bieten uns tolle Fotomotive. 

Zurück im Camp genießen wir nach einer frischen Dusche die Aussicht und beobachten am Horizont, wie schnell die Sonne in Afrika untergeht und welche Farben sie an den Himmel zaubert. Satt und zufrieden gehen wir schlafen und sind gespannt, ob uns die Stachelschweine wieder besuchen kommen. Es dauert nicht lange und das Geräusch von gestern ertönt wieder. Wir lauschen dem und schlafen weiter. Plötzlich werde ich wach und das Schnürpseln wird leiser und verschwindet ganz, doch die Umgebungsgeräusche werden immer lauter. Es raschelt und knackst direkt hinter uns, da wird mir klar, jetzt haben wir Besuch von Elefanten. Gespannt, wann mich meine Mama wieder stupst warte ich und lausche den Geräuschen. Viele der kleinen Sträucher und Bäume um unser Zelt wurden umgeknickt und meine Mama schläft tief und fest. Ich denke nur, kleine Tiere machen ihr Angst, aber wenn es wirklich aufregend wird, verschläft sie das Ganze. :-)

Am nächsten Morgen belegen die Fußabdrücke, die umgeknickten Büsche und auch viel frischer Dung, dass die sanften Riesen in dieser Nacht unser Camp besucht haben. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns und setzen unsere Reise fort.

Katima Mulilo

Eine Bootsfahrt auf dem Zambesi

Der Weg in Richtung Nordosten führt uns erneut an vielen kleinen Dörfern vorbei. Wieder sind wir erstaunt, wie die Menschen hier ihr Leben meistern und wie zufrieden sie zusammen leben. Katima ist eine lebendige Stadt und nach der Ruhe im Busch fühlen sich der Trubel und die Geschäftigkeit etwas befremdlich an. Ein paar Kilometer weiter führt uns eine einsame Straße direkt an den Fluss, wo wir unser Auto abstellen und einen Bootstransfer zur Zambesi Mubala Lodge erhalten. Abends freuen wir uns auf einen schönen Sonnenuntergang vom Wasser aus. Unser Bootsfahrer fährt uns den Zambesi hinauf und auch hier erleben wir Krokodile, Hippos und viele Vögel. Mit dem perfekten Fotowinkel stoppen wir und genießen bei Gin and Tonic den atemberaubenden Sonnenuntergang. Hier wird uns mal wieder bewusst, was wir schon alles Tolles erlebt haben und wie vielfältig Afrika ist.

Kasane

Wildbeobachtungsfahrten im Chobe Nationalpark

Unsere letzte Selbstfahretappe führt uns nun über die Grenze nach Botswana, direkt nach Kasane. Nach Abgabe des Autos wartet bereits eine nette Dame, die uns nun zur Boat Immigration bringt, denn unsere nächste Station liegt auf der namibischen Seite des Chobe Rivers. Mit dem Boot erreichen wir unsere heutige Unterkunft, die Chobe Water Villas. Auch hier werden wir nett und freundlich begrüßt und erwartet. Unsere Terrasse bietet einen direkten Blick auf das Wasser und die dahinterliegende Insel und auf die andere Seite in den Chobe Nationalpark. Mit einem kalten Getränk, der Kamera und dem Fernglas machen wir es uns gemütlich und genießen den Ausblick. Da wir uns wieder am Wasser befinden, freuen wir uns schon auf eine spannende Sundownerbootsfahrt direkt am Ufer des Chobe Nationalparks. Neben Büffeln, vielen Vögeln, Krokodilen, Waranen, Hippos, Affen und Antilopen warten auch wieder Elefanten auf uns und wieder sind wir von allem so begeistert, dass wir gar nicht wissen, wohin wir zuerst schauen sollen. Wir verbringen einige Zeit mit dem Beobachten des tierischen Miteinanders und verpassen fasst den Sonnenuntergang. Schnell schippert uns der Guide an einen guten Platz, von dem aus wir einen perfekten Blick auf den Sonnenuntergang haben. Eigentlich meint man, dies ist immer das Gleiche, aber da ist man weit gefehlt. In jedem Gebiet ist der Sonnenuntergang anders und jeder hat seine eigene Magie. Glücklich und zufrieden genießen wir die Abendsonne Afrikas. 

Heute wartet der Chobe Nationalpark von der Landseite auf uns. Dies bedeutet, wir reisen wieder nach Botswana ein und ein Guide zeigt uns die Schönheit seines Nationalparks. Der Park liegt auf Hügeln, und so kann man oft zum Fluss hinunter und natürlich auch nach Namibia sehen. Wie gewünscht und erhofft können wir all die Tiere von gestern jetzt von Land aus sehen und kommen dadurch auch näher ran. Obwohl wir bereits viele Tiere immer wieder gesehen haben, freuen wir uns immer noch, sie zu sehen. Der Reiz der Natur- und Tierwelt geht nicht verloren und die Herausforderung jetzt liegt darin, selbst viele Tiere früh zu erkennen und auch zu benennen. :-)

Unser Guide ist entspannt, erklärt viel und scherzt, er könne Löwen riechen. Mit einem Augenzwinkern nehmen wir dies zur Kenntnis und schauen mal, was passiert. Noch einmal Löwen zu sehen wäre super, denn ein männlicher Löwe lief uns noch nicht vor die Linse. Doch jetzt sehen wir endlich einmal Flusspferde, die an Land stehen und uns wird klar wie viel Körper sich immer unter der Wasseroberfläche versteckt, wenn wir sonst nur die Ohren sehen. Trotz der kurzen Beine und des hohen Körpergewichts können sie sehr schnell rennen, erklärt uns der Guide. Kurz darauf kommt etwas Unruhe auf, denn wir erhalten einen Funkspruch und fahren zügig weiter. Und dann passiert das, was wir nicht erwartet haben, wir sehen unseren ersten männlichen Löwen, der es sich in der Mittagshitze zum Ausruhen gemütlich gemacht hat. Aufgeregt und happy, beobachten wir das Schauspiel, denn der Löwe lässt alle Fünfe gerade sein und genießt sein Nickerchen. Uns ist wohl bewusst, dass es sich um den König der Tiere handelt, doch strahlt er in diesem Moment keinerlei Gefahr aus und uns entweicht ein "ach wie niedlich und kuschelig der doch ist". Froh und erleichtert, doch noch einmal einen Löwen gesehen zu haben, beenden wir unsere Wildbeobachtungsfahrt im Chobe Nationalpark

Nachmittags steigen wir wieder aufs Boot um und reisen erneut nach Namibia ein und freuen uns, das Geschehen auf der Insel gegenüber, von der Terrasse aus zu beobachten. Das Bushkino ist eröffnet und uns bietet sich ein Wahnsinns Ausblick, mit Elefantenfamilien, Büffeln und Hippos.

Victoria Falls

Die imposanten Viktoriafälle in Simbabwe

Heute sagen wir Namibia auf Wiedersehen und sind dankbar, dieses schöne und vielfältige Land bereisen zu können. Mit so vielen schönen Erlebnissen im Gepäck passieren wir die Grenze nach Simbabwe und erreichen anschließend Victoria Falls und das Batonka Guesthouse.

Um meiner Mama ihren langjährigen Wunsch zu erfüllen, buche ich für den nächsten Morgen einen Helikopterflug über die berühmten Viktoriafälle und überrasche sie damit. Gerührt und gar nicht wissend, was sie sagen soll dankt sie mir und freut sich wie ein kleines Kind auf ihren ersten Heliflug. 

Am nächsten Morgen bringt uns ein Fahrer zur Flugstation und dort erhalten wir eine Sicherheitseinweisung. Die Aufregung steigt und dann geht’s auch schon los. Wir lernen den Piloten kennen und steigen ein. Nun gibt es kein Zurück mehr. Mit leuchtenden Augen genießt meine Mama den Flug und wir erleben das berühmte Naturwunder aus der Vogelperspektive. Aus dieser Perspektive sind die Fälle noch imposanter und wirken viel größer als von der Landseite aus. Leider dauert das Vergnügen nicht ganz so lange und wir landen wieder. Mit einem "Wow" und "Das war klasse" und "Ich würde das gleich nochmal machen" steigt meine Mama aus und zeigt mir somit, dass dies ein weiteres Highlight unserer Reise war.

Anschließend erkunden wir den Mosi-OA- Tunya Nationalpark, in dem sich die berühmten Fälle befinden zu Fuß. Von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt arbeiten wir uns vor und merken schnell, umso näher wir den Hauptfällen kommen, desto dichter wird der Sprühnebel. Da wir uns davon nicht abschrecken lassen wollen, kommt jetzt der Regenponcho zum Einsatz und wir arbeiten uns weiter vor. Der Nebel macht es nicht möglich, die Tiefe der Fälle live zu sehen, aber das tut dem Erlebnis keinerlei Abbruch. Wir erfreuen uns an den Regenbögen, schauen den Wagemutigen beim Bungee Jumping zu und können sagen, wir waren hier. :-)

Da sich unser Urlaub so langsam dem Ende nähert, beschließen wir uns auf die Suche nach ein paar Mitbringseln zu machen. Nach erfolgreichem Shopping, suchen wir uns ein schönes Restaurant fürs Abendessen. Plötzlich tut sich im Garten etwas und wir bekommen Besuch von einer Elefantenherde, die die Bäume und Büsche des Restaurants für ihren abendlichen Snack ausgewählt haben. Mit so etwas haben wir nicht gerechnet und freuen uns, dass wir auch hier am Stadtrand unsere grauen Lieblinge zu sehen bekommen.

Hwange Nationalpark

Einzigartige und Beeindruckende Erlebnisse

Per Buschflieger geht es heute zur letzten Station unserer Reise, dem Hwange Nationalpark. Wir genießen den Flug und erfreuen uns an der weiten und sich stets verändernden Landschaft. Am Airstrip angekommen, heißen uns schon die ersten Elefanten willkommen und wir ahnen schon, dass dies nicht unsere letzte Begegnung mit unseren Lieblingen sein wird. Per Wildbeobachtungsfahrt erreichen wir nach einer schönen und lehrreichen Fahrt das Somalisa Camp. Das Team heißt uns mit einheimischem Gesang und Tanz willkommen. Überrascht und gerührt beziehen wir unser Zimmer. Entspannt setzten wir uns auf die Terrasse und freuen uns, nach dem schönen städtischen Trubel wieder im Busch zu sein. Unterwegs erzählte man uns, dass viele Elefanten direkt vor das Camp zum Wasserloch kommen und sogar aus dem Elefantenpool trinken. Wir fragen uns jetzt, ob wir das Glück haben werden, diese Erfahrung zu machen. Keine fünf Minuten später knackst es rechts von unserem Zelt und der erste Elefant kommt um die Ecke. Aufgeregt und mit viel Respekt bleiben wir ruhig sitzen und sehen dem Riesen beim Fressen zu. Sogar die Früchte die auf der Terrasse und nur einen Meter von uns weg liegen, errüsselt er sich und genießt den mittäglichen Schmaus. Unser Herz rast, der Puls ist erhöht und Glücksgefühle stellen sich ein. Wieder haben wir ein Erlebnis, was wir nicht so schnell vergessen werden. 

Pünktlich zum späten Lunch treffen wir unseren Guide, der uns später den Hwange Nationalpark näher bringt und uns auch viele Tiere verspricht. Vom Esstisch aus haben wir einen tollen Blick auf das Wasserloch, welches momentan nur von Vögeln besucht wird. Aus heiterem Himmel und lautlos kommen gleich drei Elefantenfamilien zum Wasserloch und lassen uns am Durststillen und Matschbaden teilhaben. Auch der berühmte Elefantenpool ist heiß begehrt und für uns war das Essen erst einmal Nebensache. Gerührt und so zufrieden und glücklich genießen wir den Anblick und trauen uns immer näher heran. So nah, wie es hier nur geht, nur der Pool liegt zwischen uns und wir können die Elefanten schlürfen und kauen hören und ihnen in die Augen schauen. Es ist so viel los, dass wir gar nicht wissen wo wir zuerst hinschauen sollen. Babys, die sich im Matsch wälzen, Teenies, die ihre Kräfte messen und Mamas, die alles im Blick haben und die Herde zusammenhalten. Diese Begegnungen sind unbeschreiblich und verursachen Gänsehaut.

Bereit für unseren ersten Sonnenuntergang im Hwange besteigen wir das offene Game Drive Fahrzeug und erkunden den Park. Wieder dürfen wir Elefanten, Impalas, Kudus, Zebras und Giraffen sehen und freuen uns immer noch über jedes einzelne Tier, ob groß oder klein. Die Sonne schwindet und wir stoppen für den typischen Sundowner und stellen wieder fest, die Sonnenuntergänge unterscheiden sich jeden Tag und in jeder Region. Nach so vielen davon ist auch meine Mama mittlerweile ein Fan davon, auch wenn sie mich anfangs dafür belächelt hat. :-)

Am nächsten Morgen sind die Temperaturen deutlich gefallen und man merkt, dass der afrikanische Winter im Anmarsch ist. So gibt es Frühstück am Lagerfeuer und die Wärmflaschen sind bereit für ihren Einsatz auf dem Auto. Da letzte Nacht Löwen in der Nähe des Camps gesichtet und gehört wurden, machen wir uns nun auf den Weg die Spuren zu lesen und sie im Besten Fall auch zu finden. 

Da man sich auf die Erfahrungen der Guides verlassen kann, dauert es nicht lange und wir finden vier Löwinnen, die sich an ein paar Zebras heranpirschen und ein Jagdmanöver starten. Etwas besorgt um die Zebras, schauen wir gespannt zu und können sogar eine Taktik der Löwendamen erkennen. Eine Gruppe Elefanten zerstört das Jagdtreiben und die Löwen ziehen sich zurück. Bei heißem Tee und Kaffee erzählt uns der Guide vieles über das Jagdverhalten der Löwen, das Zusammenspiel vieler Tierarten, die voneinander profitieren und verspricht uns, dass wir heute Nachmittag uns noch einmal auf die Suche nach den Königen machen.

Zurück im Camp erwarten uns bereits viele Elefanten am Wasserloch und gestalten so unseren Busch-Kino-Film. Wie versprochen machen wir uns anschließend noch einmal auf die Suche nach den Löwinnen und dank des geschulten Blicks des Guides werden wir auch fündig und genießen noch einmal den Anblick dieser erhabenen Tiere und erleben sogar Interaktion zwischen ihnen und stellen fest, dass die Bäuche immer noch leer sind und die Jagd in den nächsten Tagen weiter gehen wird, denn auch die Jungen wollen etwas zu fressen bekommen. Zwischen Giraffen, Zebras und Elefanten halten wir an und bestaunen den heutigen Sonnenuntergang. 

Am nächsten Tag fahren wir weiter in Richtung Südosten zum Davisons Camp, dieses liegt in der Wilderness privat Concession  „Linkwasha“. Kurz nach der Einfahrt in die Concession meint es der Tiergott wieder einmal gut mit uns und präsentiert uns direkt neben der „Straße“ zwei männliche Löwen, die die morgendlichen Sonnenstrahlen genießen und sich bei Ihrem Sonnenbad überhaupt nicht stören lassen. Erstaunt und aufgeregt, wieder einmal so nah dran zu sein, zücken wir die Kameras und gestatten uns einige Zeit der Beobachtung. Vorbei an weiteren Elefanten und jeder Menge Gnus entdecken wir erneut die sehr seltenen Sable-Antilopen, die sich direkt vor dem Camp am Wasserloch versammeln. 

Nach dem Mittagessen, und wie bestellt, erscheinen wieder zwei Elefantenfamilien, die das Wasser aus dem künstlichen Wasserloch, dem aus dem natürlichen vorziehen und uns so einen direkten Blick auf sich bieten. Nach dem Posen, machen sie sich wieder auf den Weg in den Busch. Nun kommen Impalas, Zebras und noch einmal eine Gruppe Sable-Antilopen vorbei. Plötzlich ertönt Geschrei und aus den Bäumen kommen hunderte Affen und queren auch das Feld. Wow, so viele Affen, haben wir noch nie gesehen und uns war nicht klar, welche Laute und in welcher Lautstärke sie hervorbringen. (Auch hier stellen wir fest, dass diese Reisezeit sehr gut ist, denn auch die Affen haben viel Nachwuchs, so wie all die anderen Tierarten.)

Abends und für die frischen Temperaturen gewappnet, gehen wir auf Wildbeobachtungsfahrt und unser Guide Mike versucht die Löwen des Morgens, wieder zu finden. Nach einigen Kilometern ohne Löwenspur, machen wir Halt an einem Wasserloch, an dem uns erneut eine Elefantenfamilie zeigt, dass dies ihre Heimat ist und wir froh sind, dieses Schauspiel genießen zu können. Auch eine Herde Büffel gesellt sich dazu und wir beobachten, wie harmonisch die Tierwelt zusammen lebt.

Ein Stückchen weiter treffen wir dann unsere Löwen wieder, die erneut faul in der Sonne liegen und uns völlig entspannt ihre Schokoladenseite präsentieren. Da rumliegen aber nicht den ganzen Tag gut ist, beschließen sie sich auf den Weg zu machen und wir sind live dabei. Damit haben wir jetzt nicht gerechnet und müssen uns erst einmal sortieren. Alle Kameras parat, bieten uns die Könige und auch das Licht perfekte Momente, um diese Augenblicke festzuhalten. Wahrlich eine Augenweide sind diese erhabenen Tiere. 

Umgeben von einem Hippo und Büffeln genießen wir wieder einen farbenfrohen und anderen Sonnenuntergang. Die Faszination lässt einfach nicht nach und die Stimmung lädt jedes Mal zum Träumen ein. 

Heute steuern wir die letzte Station unserer Reisen, das Linkwasha Camp an. Wir fahren weiter südöstlich und erleben Giraffen, Gnus und Zebras und einen neuen Teil des Hwange Nationalparks. Im Camp angekommen und nach einem leckeren Mittagessen, gönnen wir uns eine kleine Pause auf der Terrasse unseres Zelts und beobachten von hier aus ganz entspannt das tierische Treiben direkt vor uns. Zebras, Giraffen, Elands, Gnus, Waterbucks und Warzenschweine kreuzen den Weg und zaubern uns mal wieder ein breites Grinsen ins Gesicht.

Bereit für einen neuen Sonnenuntergang sammelt uns der Guide ein und macht sich auf den Weg, einen passenden Platz zu finden. Wir halten an einem unbesuchten Wasserloch und er erzählt uns einiges über den Park und die Menschen in Zimbabwe und meint, ein bisschen Geduld verhilft uns zu einer neuen aufregenden Elefantenbegegnung. Da wir nichts sehen und hören, lauschen wir den Worten und bekommen erst spät mit, dass sich wirklich zwei Elefantenherden dem Wasserloch nähern und das wie immer lautlos. Überrascht aber glücklich beobachten wir das Schauspiel vor uns und den Sonnenuntergang hinter uns. Wir haben auf unserer Reise bereits viele Elefantenbegegnungen gehabt, doch jede war anders und ist immer wieder so schön, dass wir gar nicht genug davon bekommen können.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf, zu unserer letzten morgendlichen Wildbeobachtungsfahrt. Gut präpariert mit Decke, Poncho und Wärmflasche trotzen wir den frischen Temperaturen und saugen jeden Moment wieder in uns auf. Hunderte Gnus stehen zum Sonnenaufgang bereit und versüßen uns den schon einsetzenden Abschiedsschmerz. Eine letzte Frühstückspause mit Blick in die Weite lässt uns wehmütig werden. 

Bereit noch mehr zu erleben starten wir wieder und hören plötzlich den schon bekannten Sound eines Löwen. Sofort wird das Fernglas gezückt und die Pfanne abgesucht und da finden wir sie, ein Löwenpärchen, dass stolz und satt durch die offene Weite spaziert. Wir nähern uns vorsichtig und erleben erneut die Faszination der afrikanischen Tierwelt. Unbeeindruckt von uns machen sie es sich neben einem Termitenhügel bequem und lassen sich die Sonne auf das Fell scheinen. Überwältigt von unserem Glück lassen wir die beiden schlafen und fahren weiter. Unser Glück lässt uns nicht weit kommen, denn in der Ferne haben wir drei weitere Löwen entdeckt, die sich aufmachen, die Pfanne zu durchqueren. Schwer zu glauben, so viel Glück zu haben, lassen wir die Kameras glühen und können uns gar nicht satt sehen. 

Nachdem die drei Geschwister im Busch verschwunden sind und das andere Paar genüsslich weiterschläft, machen wir uns auf den Weg aus dem Park, um eine Schule und ein Dorf zu besuchen. Wir erhalten eine Führung und die Kids zeigen uns, dass schon die afrikanischen Kinder Rhythmus im Blut haben und singen können. Für alle Kinder ist die Schule der Weg zur Bildung und die Möglichkeit später einmal zu studieren, oder zumindest die Grundlagen des Farmen und der Agrarwirtschaft zu erlernen, um später die Eltern unterstützen zu können. Wir lassen tobende und zufriedene Kinder zurück, die uns mit Ihrem strahlenden Lächeln anstecken. (Bei unserem nächsten Besuch wollen wir jede Menge Geschenke und Unterrichtsmaterialien mitbringen und so ein bisschen zum Erfolg der Schule und der Stiftung beitragen.)

Zurück im Camp genießen wir unseren letzten Nachmittag wieder mit dem Beobachten des Geschehens direkt vor unserem Zelt und fiebern unserem letzten Sonnenuntergang entgegen. Auf dem Weg zu einem passenden Ort zeigen sich noch einmal Familie Hippo mit Baby und das an Land, Gnuherden, Zebras, Sable Antilopen und natürlich unsere großen, grauen und sanften Riesen. Auch Giraffen dürfen wir noch einmal sehen und erleben das Paarungsverhalten dieser grazilen Tiere und wünschen uns, dass es hier nächstes Jahr ein paar kleine Giraffen mehr gibt. Unser letzter Sonnenuntergag wird natürlich auf typisch afrikanische Art mit Gin und Tonic begangen und macht uns rührselig und traurig, dass unsere Reise nun zu Ende ist. 

Ein letztes Mal lassen wir den Abend am Lagerfeuer mit Blick in die afrikanischen Sterne ausklingen und sind uns sicher, wir kommen wieder, denn Afrika erreicht das Herz auf seine ganz eigene Weise und lässt es nicht mehr los. Man kann Afrika verlassen, aber Afrika wird dich nie verlassen!

Abschied nehmen

Der letzte Tag in Afrika

Früh morgens machen wir uns auf den Weg zur Landebahn und treten traurig, aber mit vielen spannenden Geschichten und Erinnerungen im Gepäck, die erste Etappe unserer Heimreise mit dem Buschflieger an. In Victoria Falls steigen wir um und treten unseren Langstreckenflug nach Hause an. Traurig, die freundlichen Menschen und das Land verlassen zu müssen, lässt uns in Erinnerungen schwelgen und bereits Pläne für den nächsten Urlaub schmieden. Denn eins ist klar, auch meine Mama wurde während und mit dieser Reise mit dem Afrikavirus infiziert und kann es kaum abwarten wieder zu kommen. 

Wir danken der Abendsonne Afrika, allen Mitarbeitern der Unterkünfte, den Guides und den vielen netten Menschen, die wir unterwegs getroffen haben, dass sie unsere Reise zu dem gemacht haben, was sie war. Einzigartig, unbeschreiblich und unvergesslich!

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