Das fremde Land…
Strahlender Sonnenschein und 30 Grad im Schatten – so begrüßt mich Namibia nach meiner Ankunft am Flughafen Windhoek. Mein Fahrer, der mich zu meiner ersten Unterkunft hier in der Hauptstadt Namibias bringen wird, wartet schon in der Ankunftshalle auf mich.
Aufgeregt sitze ich kurze Zeit später im Wagen und beobachte das fremde Land. Es ist meine erste Namibiareise und ich bin schon sehr gespannt, welche wunderbaren Erlebnisse hier in den nächsten Wochen auf mich warten…unendliche Weiten?…spektakuläre Wüsten?…atemberaubende Landschaften?…wildreiche Gebiete?...plötzlich huscht ein Affe über die Fahrbahn und reißt mich aus meinen Gedanken! Dann noch einer. Andere sitzen gemütlich im hohen Gras rechts und links der Straße, es kommt mir vor wie eine kleine Wildbeobachtungsfahrt zur Unterkunft. Fasziniert blicke ich weiter aus dem Fenster….es ist anders…aber traumhaft und spannend…
Die Safari beginnt…
Am nächsten Morgen nehmen wir unseren Mietwagen entgegen und machen uns auf den Weg Richtung Norden. Das geschäftige Windhoek lassen wir hinter uns und erreichen pünktlich zum Lunch das Okonjima Bush Camp. Gestärkt nach dem wirklich leckeren Essen machen wir uns mit Albert, unserem Guide, im offenen Geländefahrzeug auf zum Leoparden Tracking – und damit auch zu unserer ersten richtigen Wildbeobachtungsfahrt.
Werden wir wirklich Leoparden sehen? Mein Herz klopft schnell und ich weiß gar nicht, wo ich hinschauen soll, während wir durch weitläufiges Gelände zum möglichen Aufenthaltsort der Leoparden fahren.
Angestrengt blicke ich immer wieder links und rechts…doch ich kann nichts erkennen. Plötzlich wird der Wagen langsamer – Albert hat etwas entdeckt...doch was? Leoparden? Wirklich? … Tatsächlich, da liegt ein Leopardenweibchen - für das bloße Auge kaum sichtbar! Ganz entspannt erholt sie sich von der vorherigen Jagd, die wir anscheinend nur knapp verpasst haben. So entspannt wie die traumhaft schöne Leopardendame bin ich nicht. Mein Puls rast vor lauter Aufregung und ich kann mein Glück kaum fassen! Es ist ein wunderbarer Anblick den ich hier in Namibia genießen kann. Das erste Mal in meinem Leben sehe ich eine Leopardin in freier Wildbahn – und das gleich am zweiten Tag meiner Reise!
Auf den Spuren der Geparden…
Der nächste Morgen verspricht spannend zu werden. Nach einem kleinen Frühstück machen wir uns
kurz nach Sonnenaufgang mit Albert auf den Weg zu den Geparden. Hoffentlich haben wir heute ebenso viel Glück wie gestern. Erneut steigen wir in das offene Geländefahrzeug. Doch schon nach einer ganz kurzen Fahrt parkt Albert das Auto etwas abseits des Weges und steigt aus. Was ist denn los? Stimmt etwas mit dem Auto nicht? Albert lacht und bittet uns, ebenfalls auszusteigen. Es geht also zu Fuß weiter. Querfeldein marschieren wir durch offenes Gelände und ausgetrocknete Flussbetten…immer den Spuren der Geparden nach. Albert erklärt uns, woran man Geparden Spuren erkennt und ich bin schon ganz gespannt, wann wir sie endlich entdecken werden. Immer weiter verfolgen wir die Geparden… und schließlich entdecken wir sie tatsächlich!
Zwei wunderschöne Geparden, ein Geschwisterpärchen, liegt entspannt und unter einem Baum – keine 30 Meter von uns entfernt! Völlig außer Atem liegen sie da, kurz vor unserer Ankunft haben sie ein Kudu erlegt, das nun im ausgetrockneten Flussbett zwischen uns und den Geparden liegt. Doch plötzlich, unter ungläubigem Staunen der beiden Geparden, erwacht das Kudu wieder zum Leben, schaut sich kurz um, springt mit einem Satz aus dem Flussbett und ist verschwunden.
Die verdutzten Geparden, die soeben ihr sicher geglaubtes Frühstück im Busch verschwinden sahen, sind nach einer kurzen Schrecksekunde mit einem Satz auf den Beinen und jagen dem Kudu hinterher. Die Jagd beginnt von vorn.
Auch wir heften uns wieder an die Fersen der Geparden, doch als wir sie wenig später wieder finden, ist vom Kudu keine Spur mehr zu sehen. Heute wird es für die Geparden wohl kein Frühstück geben.
Als wir zurück ins Camp fahren sind meine Gedanken noch immer bei den Geparden und ich kann es kaum glauben, dass ich sie wirklich gesehen habe und bei dieser aufregenden Jagd mit dabei war.
Etosha Nationalpark
Die weitere Reise führt uns an die Ostseite des Etosha Nationalparks. Werden wir auch hier spannende Tierbeobachtungen erleben? Früh am nächsten Morgen, schon kurz nach Sonnenaufgang treffen wir auf unseren Guide Harry und gemeinsam starten wir unsere Wildbeobachtungsfahrt in den Etosha Nationalpark. Bereits kurz hinter dem Eingangstor empfangen uns zwei Zebras, als wollten sie uns begrüßen. Wenige Meter weiter lässt sich eine Giraffe von uns nicht beim Frühstück stören.
Unfassbar aber wahr, dank Harry’s geschultem Auge sehen wir wenig später sogar einen sehr seltenen Honigdachs, sowie ein Nashorn! Schon kurze Zeit später sehen wir außerdem mehrere Elefanten und eine riesige Herde Springböcke. Erneut erlebe ich die Tierbeobachtungen wie in einem Traum. Namibia, mit seinem wildreichen Etosha Nationalpark bietet uns wirklich traumhafte Wildbeobachtungen. Am Ende der Pirschfahrt bin ich einfach nur glücklich und möchte am liebsten gar nicht mehr weg von hier.
Am nächsten Tag machen wir uns schließlich selbst auf zu einer Pirschfahrt durch den Etosha Nationalpark. Wird unser Tag ebenso voller wunderbarer Tierbeobachtungen sein wie der vorangegangene? … unsere Erwartungen werden nicht enttäuscht. Schon nach kurzer Zeit finden wir in der Nähe eines Wasserlochs ein ganzes Rudel Löwen. Ein Männchen und 12 Weibchen dösen in der Mittagshitze im Schatten einiger Bäume. Majestätisch liegen die Löwen da und lassen sich nicht von uns stören. Doch das Highlight des heutigen Tages kommt noch: am Ende unserer Fahrt stoßen wir auf einen Elefantenbullen, der etwas abseits der Straße steht und in einer etwas größeren Pfütze ein Schlammbad nimmt. Wie es scheint genießt er sein Bad und kann gar nicht genug davon bekommen sich den dreckigen und dickflüssigen Schlamm über den Körper zu spritzen. Glücklich und zufrieden machen wir uns schließlich auf den Weg zurück zum Camp und beim Gedanken an den Elefanten muss ich zwangsläufig anfangen zu schmunzeln. Ich bevorzuge dann doch lieber die Dusche im Camp.
Beeindruckende Landschaften
Am nächsten Morgen machen wir uns schon früh auf den Weg, da wir eine lange Fahrt vor uns haben.
Über den Grootberg Pass fahren wir ins Damaraland. Das Etendeka Mountain Camp liegt so versteckt in einem riesigen Gebiet, dass man nicht selbst dorthin fahren kann. Wir lassen unser Auto bei der Palmwag Lodge zurück und steigen in Bonnies Land Rover. Immer tiefer gelangen wir in das 45000 Hektar große Etendeka Gebiet. So weit das Auge reicht, erstrecken sich hier abgeflachte Berge, die in der Sprache der Himbas als „Etendeka“ - „Das Land der geschichteten Hügel“ bekannt sind. Weitab von Zivilisation und Handyempfang liegt das Etendeka Mountain Camp, das einfachste Camp unserer Reise, aber auch das Camp in der mit Abstand beeindruckendsten Landschaft.
Am nächsten Tag werden wir bereits bei Sonnenaufgang von einem freundlichen „good morning“ geweckt und nur wenig später machen wir uns auf zum Morning Walk, angeführt durch unseren Guide Bonnie. Über die roten Felsen wandern wir gut drei Stunden über Stock und Stein, stetig bergauf, bis wir schließlich am Gipfel angelangt sind. Es ist ein atemberaubender Ausblick über die Weiten von Etendeka, der sich uns hier oben am Gipfel bietet. Gänsehaut macht sich breit - so wunderbar ist die Aussicht.
Im Etendeka Mountain Camp scheint die Zeit still zu stehen und doch gehen die zwei Tage viel zu schnell vorbei. Schon sitzen wir wieder in Bonnies Land Rover und sind auf dem Weg zurück nach Palmwag.
Doch auf der Rückfahrt kommen wir noch einmal in den Genuss eines absoluten Highlights! Wir fahren gerade mit Bonnie durch ein ausgetrocknetes Flussbett, als er plötzlich anhält und den Motor ausschaltet. Sind es wirklich Wüstenlöwen, die hier ihr Quartier aufgeschlagen haben? Tatsächlich, während vier Weibchen durch das Flussbett streunen und uns neugierig mustern, liegt das Männchen ganz entspannt im Schatten. Ich habe Löwen noch niemals so nahe gesehen und bin absolut beeindruckt von ihrer Größe und ihrem intensiven und durchdringenden Blick.
Erongo
Zurück in Palmwag verabschieden wir uns von Bonnie und fahren selbst weiter ins Erongo Gebirge.
Wir erreichen die Erongo Wilderness Lodge am Mittag und entscheiden uns dazu beim Sundowner Walk mitzumachen. Zu Fuß erklimmen wir einen nahegelegenen Berg und machen immer wieder Halt, um uns von unserem Guide Kudis verschiedene Sträucher und deren Wirkung erklären zu lassen. Es ist unfassbar, was Kudis alles weiß – und was wir hier alles lernen. Fasziniert saugen wir alle Informationen auf. Als wir schließlich am Gipfel angekommen sind, genießen wir den herrlichen Ausblick über das Erongo Gebirge und den rubinroten Sonnenuntergang. Ein wunderbares Farbspiel bietet sich uns und deutet auf das Ende eines erneut traumhaften und erlebnisreichen Tages auf Safari in Namibia hin.
Unsere Reise führt uns schließlich an die Küste des Atlantischen Ozeans, nach Swakopmund und am nächsten Tag weiter entlang der Küste zum Hafen von Walvis Bay, von wo aus wir einen Halbtages-Bootsausflug machen.
Bereits im Hafen werden wir von einem Schwarm Pelikanen begrüßt, die für mehrere Minuten neben unserem Boot herfliegen. Schließlich fahren wir weiter hinaus aufs Meer zum Pelican Point, wo sich immer eine riesige Kolonie Kappelzrobben aufhält. Eine der Robben kommt sogar für ein paar Fotos zu uns an Bord!
Am Ende meiner Safari durch Namibia packe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge meinen Koffer. Es war meine erste Reise ins südliche Afrika, aber sicherlich nicht meine Letzte…

Namibia, Gepard

Namibia, Okonjima

Namibia, Etosha Nationalpark

Namibia, Etosha Nationalpark

Namibia, Etosha Nationalpark

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Namibia, Etendeka

Namibia, Etendeka

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Namibia

Namibia

Namiba, Goche Ganas

Namiba, Swakopmund

Namiba, Wolwedans

Namibia, Wolwedans

Namibia

