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Namibia als Selbstfahrer entdecken

Bettina berichtet von ihrer Rundreise durch Namibia

Ankunft in Namibia

Endlich ist es wieder soweit! Wir fliegen heute zum zweiten Mal nach Namibia...

Nach unserer ersten Selbstfahrerreise in Namibia stand fest - wir kommen wieder. Diesmal sind auch meine Eltern mit dabei, die zum ersten Mal in ihrem Leben nach Afrika fliegen.
 
Nach dem 10-stündigen Flug von Frankfurt nach Windhoek mit Eurowings Discover landen wir müde, aber voller Begeisterung in der namibischen Hauptstadt. Nach den Einreiseformalitäten übernehmen wir unser Auto für die nächsten 2,5 Wochen - mit einer positiven Überraschung: Unser Auto ist nagelneu und wir sind die Ersten, die mit diesem Toyota Hilux auf eine abenteuerliche Reise gehen dürfen.

Kwessi Dunes und die Namib Wüste

Unsere erste Station ist die Kwessi Dunes Lodge am Rande der Namib Wüste. Nach der langen Fahrt werden wir mit hausgemachtem Eistee und freundlichen Gesichtern begrüßt. Unsere Zimmer haben einen atemberaubenden Ausblick, so erholt man sich schnell von der langen Anreise.
Bereits beim ersten Sundowner und Morning Drive erfahren wir viel Wissenwertes über die Wüste mit ihren großen und kleinen Bewohnern. Wir können sogar die besonders seltenen Löffelhunde beobachten! Was für ein Glück!
Hinter unserem Zelt befindet sich ein zweites Bett - ummauert, aber ohne Dach mit Blick auf den atemberaubenden Sternenhimmel. Dieser Anblick ist einfach unbeschreiblich, man muss es selbst erleben.

Desert Breeze in Swakopmund

Nach zwei wunderschönen Tagen in der Wüste fahren wir weiter nach Swakopmund. Die Fahrt durch die Mondlandschaften Namibias dauert zwar lange, aber das Panorama während der Fahrt entschädigt schnell.
Auf dem Weg halten wir natürlich noch in Solitaire, um ein Stück des berühmten Apfelkuchens zu ergattern. Es lohnt sich!
In Swakopmund wohnen wir zwischen Ozean, Stadt und Wüste: Von unserem Bett aus haben wir einen einmaligen Blick auf die Dünen. Ich bin fasziniert!
Am Morgen machen wir direkt einen Ausflug in die Wüste und besteigen die Dünen. 
In Swakopmund entdecken wir die Altstadt, den Strand und lassen es uns in den deutsch-namibischen Restaurants richtig gut gehen. Die Mischung aus Wüste und Ozean, Deutschland und Namibia, menschenleere Gebiete und Stadtleben, gibt Swakopmund ein besonderes Flair.

Ai Aiba Lodge und das Erongogebirge

Namibia und seine Landschaften beeindrucken Tag für Tag. Heute geht die Fahrt vorbei an der Spitzkoppe bis zur Ai-Aiba Lodge. Die zwischen den Granitfelsen errichtete Lodge ist die perfekte Zwischenstation für eine kleine Entdeckungstour durch die einmalige Natur Namibias. Bei unserem Sundowner zeigt uns unser Guide beeindruckende Felsmalereien und erzählt viel über die Geschichte der Region. Wenn es um faszinierende Landschaften in Namibia geht, gibt es landesweit große Konkurrenz, aber die Gegend um die Ai-Aiba Lodge gehört für mich zu einer der Schönsten.

Malansrus Tented Camp und die Wüstenelefanten

Auf unserer ersten Namibiareise haben wir bereits wüstenadaptierte Elefanten im Ozondjou Trails Camp beobachten können und wollten dieses Abenteuer unbedingt noch einmal erleben. Diesmal allerdings im „Schwestercamp“, dem Malansrus Tented Camp. Mit unserem Guide Herman geht das Tracking schon um 7 Uhr morgens los. Er fährt im Flussbett zu der Stelle, wo er die Elefanten gestern gesehen hat. Kurzer Stopp, Spuren checken und wir fahren weiter. Abgebrochene Äste, Fußabdrücke im Boden und frische „Äpfel“ steigern die Vorfreude im Auto. Nach kurzer Zeit ist es soweit und der erste Wüstenelefant zeigt sich im Flussbett. Wir fangen an zu zählen und kommen auf 8! Herman erzählt über die Unterschiede zwischen den „herkömmlichen“ afrikanischen Elefanten und den wüstenadaptierten Elefanten und wir beobachten die Herde und vor allem die Matriarchin/Führerin der Gruppe. Mit den Elefanten im Hintergrund trinken wir Kaffee und Tee und genießen den Ausblick. Ein absolutes Highlight auf unserer Reise!
Zurück im Camp lassen wir es uns gut gehen: Leckere Kuchen und namibische Gerichte, ein Pool und unsere schönen Zelte sorgen für Erholung. Hier können wir für die Weiterreise nochmal richtig Energie tanken.

Kurzer Besuch in Bambatsi

Auf dem Weg zum Etosha Nationalpark verbringen wir noch eine Nacht auf der ältesten Gästefarm Namibias - auf Bambatsi - und treffen uns mit meiner Kollegin Kerstin und ihrer Familie. 8.000 km weit weg von unserem Zuhause fühlt es sich so an, als würden wir Familie besuchen. Inge und Gerald empfangen uns herzlich mit kalten Getränken und leckerem Essen. Der Blick auf die Weite und das nahe Wasserloch - inklusive Giraffen - sind das i-Tüpfelchen. Ein kurzer, aber umso schönerer Besuch!

Safarihoek im Etosha Heights Private Game Reserve

Ich versuche meine Erwartungen gegenüber einem Safaricamp oder Lodge immer niedrig zu halten, aber bei der Safarihoek Lodge fällt dies schwer, denn ich habe nur Gutes über die Unterkunft gehört. Bei der Ankunft werden wir von singenden Mitarbeitern erwartet und man merkt sofort, dass sich die Menschen über uns freuen. Ihr Lachen ist herzlich und ansteckend! 
Wir sind die einzigen Gäste in der Lodge, können uns in Ruhe erholen und auf Safari gehen.
Schon beim ersten Sundowner sehen wir einen riesigen Elefantenbullen, im Hintergrund hören wir Löwengebrüll und am Wasserloch leisten uns immer mehr Tiere Gesellschaft. Was für ein Start!
In den nächsten Tagen verwöhnen uns die Lodgemitarbeiter mit ausgezeichnetem Essen und spannenden Wildbeobachtungen. Mein Highlight ist der Hide direkt am Wasserloch, wo wir die Tiere vor allem morgens und nachmittags aus nächster Nähe beobachten können. Unser Glück konnten wir kaum fassen: Wir sehen zum zweiten Mal auf dieser Reise Löffelhunde! Wow!

Der Abschied fällt uns wirklich schwer, aber wir haben noch einiges auf unserer Namibiareise vor!

Onguma Private Game Reserve und der Etosha Nationalpark

In den nächsten Tagen entdecken wir weiter die Etosha Region und werden bei jeder Fahrt und bei jedem Wasserloch aufs Neue belohnt. Wir treffen auf eine Herde von Elefanten mit Jungtieren in unterschiedlichem Alter. Da die Herde das erfrischende Wasser genießt, können wir die Babys beim Baden und Spielen beobachten. Ein einmaliges Erlebnis!
Neben zahlreichen Zebras, Antilopen und Giraffen können wir auch Löwen aus nächster Nähe beobachten. Hier gab es leider deutlich weniger Action: Wie man es von Katzen erwartet, schlafen sie.
Nach dem relativ trockenen Süden des Etosha Nationalparks, fahren wir weiter Richtung Osten. Hier hat es deutlich mehr geregnet, die Landschaft wird mit jedem Kilometer grüner. Im Onguma Wildschutzgebiet erwartet uns eine grüne Oase – für namibische Verhältnisse. Ein Segen für die Region und für die Tiere!

Okonjima Private Game Reserve

Auf dem Weg zum Okonjima Wildschutzgebiet machen wir noch einen kurzen Zwischenstopp im Art & Crafts Center in Tsumeb in der President Street, um unseren Liebsten und uns selber ein paar kleine, kofferkonforme Mitbringsel zu kaufen.
Da unsere Reise sich bereits dem Ende neigt, stellen wir uns die Frage: Was würden wir noch gerne sehen und erleben? Ganz oben auf der Liste stehen natürlich Leoparden, aber was fehlt noch? Die Antwort meiner Eltern kommt relativ schnell: Warzenschweine und Erdmännchen. Ich nicke lächelnd, weil ich mir sicher bin, dass wir noch fündig werden.
Angekommen in Okonjima dauert es ca. 2 Minuten bis wir eine ganze Warzenschwein-Familie beobachten können. 
Später kommen noch zahlreiche Tiere zu unserem privaten Mini-Wasserloch, welches sich direkt vor unserem Zimmern befindet – ein weiterer Pluspunkt für das wunderschöne Okonjima Bush Camp.
Am Abend gehen wir natürlich auf Leopardentracking und versuchen die Leopardin Khaleesi zu finden (ein lustiger Zufall, denn unsere Katze heißt genauso). Unser Guide kommt immer näher, aber sie befindet sich in einem sehr unzugänglichen Gebiet, wo wir mit dem Fahrzeug nicht hinfahren können. 
Wir beschließen uns auf die Suche nach einem anderen Leoparden zu machen, die wir auch relativ schnell finden. So endet ein erfolgreicher Tag!
Unser Guide gibt es am nächsten Tag nicht auf und will uns Khaleesi zeigen. Nachdem wir am morgen schon 3 Nashörner beim Grasen und teilweise beim Kämpfen beobachtet haben, gehen wir wieder auf die Suche. Khaleesi versteckt sich abermals im Gebüsch. Wir wollen unseren zweiten Versuch fast schon aufgeben, dann passiert es, der Busch vor uns bewegt sich und Khaleesi ist plötzlich genau neben unserem Auto! Sie ist schnell unterwegs, wahrscheinlich auf der Suche nach der nächsten Beute. Sie geht bis zum Flussbett und bleibt dann plötzlich stehen. Sie spaziert majestätisch entlang des Flussbetts und wir können sie beobachten ohne sie zu stören. Ein unvergesslicher Tag!

Kuzikus Farm in der Kalahari

Als Abschluss der Reise fahren wir in die Kalahari und lassen die ganzen Eindrücke und Erlebnisse mit einer entspannten Zeit in der wunderschönen Wüste ausklingen. Auf dem Weg zur Kuzikus Farm kommt dann die krönende Überraschung: Erdmännchen! Und damit können wir auch den letzten Punkt auf unserer To-do-Liste abhaken.
 
Mit der unvergesslichen Abendsonne Afrikas geht unsere Reise zu Ende und wir steigen wieder in den Flieger.
Ein Stück von unserem Herz lassen wir in diesem einzigartigen Land. Namibia, wir kommen bestimmt wieder!

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