Zum Inhalt der Seite springen

Ramona Heislers besondere Reise nach Namibia

30.10. – 15.11.2023

Tag 1

Die Spannung steigt: wir verlassen nach einem 10-stündigen Flug mit Discover Airlines das Flugzeug und uns erwartet bereits am Flughafen eine unglaubliche Weite. "Der Flughafen ist ja mini", wundert sich mein Freund Max und wir laufen der Menge hinterher zum Terminalgebäude. Nachdem wir die Einreiseformalitäten erledigt und die Koffer geholt haben, suchen wir zwischen den vielen Transferunternehmen in der Empfangshalle nach einem Schild mit unseren Namen. Doch stattdessen sehen wir zwischen den vielen weißen Tafeln zwei bekannte Gesichter! Max' Eltern, die die letzten beiden Wochen in Namibia verbracht haben und heute abreisen, strahlen uns an. Welch‘ eine schöne Überraschung!

Nach einem kurzen Gespräch mit ihnen, müssen sie schon zu ihrem Heimflug und wir finden unseren Fahrer, der uns direkt erklärt wo wir am besten Geld wechseln können. Und schon steht dem Abenteuer Namibia nichts mehr im Wege...

Der Weg zur Na‘ankuse Lodge & Wildlife Sanctuary ist wirklich spannend! Mit dem Gefühl, dass durch die Schotterpiste jeden Moment der Kofferraumdeckel aufspringen muss, fahren wir ca. 40 Minuten lang zur Lodge. Dort angekommen kommt uns bereits ein netter Mitarbeiter entgegen, der unser Gepäck zur Rezeption bringt. Nach unserem Check-in ist unser Zimmer zum Glück direkt frei und wir können uns endlich ein bisschen frisch machen. 

Wir nutzen den heutigen Tag, um in Namibia anzukommen, die ersten Tiere von der Terrasse aus zu beobachten (Giraffen, Zebras, Affen, Antilopen, Vögel und sogar ein Esel) und unsere Strecke für den nächsten Tag zu planen...

Tag 2

Frisch und ausgeruht verlassen wir 2,5 Stunden nach dem Frühstück die Lodge und fahren nach Windhoek. Eine knappe Stunde später kommen wir dort an und besuchen auf Empfehlung Joe's Beerhouse auf ein Erfrischungsgetränk. Nachdem wir die Teller der anderen Gäste gesehen haben, entschließen wir uns spontan dazu, doch noch etwas zu essen und so haben wir kurz darauf ein Giraffen Steak mit Kartoffelpüree sowie einen Burger vor uns stehen und nach dem ersten Bissen wird uns klar: hier müssen wir wieder her! Klare Empfehlung für Joe's Beerhouse.

Mit vollen Bäuchen besuchen wir noch kurz die Grove Mall, um uns Getränke für die Fahrt zu besorgen und machen uns auf den Weg in die Kalahari...

Es ist bereits Abend, als wir am Gate der Bagatelle Kalahari Game Ranch ankommen. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, genießen wir den Abend bei einem herrlichen Dinner.

Tag 3

Heute geht es früh los. Bereits um 7 Uhr erwartet uns ein Guide, um uns zum Bushman Walk mitzunehmen. Auf halbem Weg treffen wir einen San, der uns in seiner Klicklaut-Sprache begrüßt und uns den weiteren Weg begleitet. Unterwegs machen wir an 3 Stationen halt, um mehr über die Traditionen der San zu erfahren. Nun wissen wir, wie eine Straußenfalle gebaut wird und funktioniert und wofür Straußeneier alles gut sind. Sie dienen nämlich als Nahrung, Medikament und Trinkflasche. Die letzte Station ist das nachempfundene San-Dorf, das uns zeigt, wie die San gelebt haben sollen. 
Nach gut 1,5 Stunden geht es zurück zur Unterkunft, wo wir uns mit einem ausgewogenen Frühstück stärken. 
Da es bereits um 10 Uhr bereits 30 Grad Celsius hat (und die Temperaturen stetig weiter steigen), nehmen wir uns heute nicht viel vor und testen den Pool auf Herz und Nieren.

Tag 4

Heute geht es nochmal früh los. Ich habe eine Horseback-Safari gebucht und bin erstaunt, dass ich der einzige Gast auf diesem Ausritt bin. Ich genieße also meine "private" Reitsafari und komme sehr nah an Gnus und sogar an Giraffen ran. Es ist ein Traum, den ich nur weiterempfehlen kann!

Nach einem kräftigenden Frühstück geht es für uns weiter in Richtung Sossusvlei. Auf dem Weg dorthin legen wir einen kurzen Stopp bei der We Kebi Lodge ein, um uns diese anzusehen. 
In der Little Kulala Lodge erwartet uns bereits unser Guide Emanuel, der für die nächsten Tage für uns zuständig ist, und fährt mit uns auf dem Nature Drive zu einem wunderschönen Punkt, wo wir den Sonnenuntergang genießen können.

Tag 5

Nach einer kurzen Nacht unter freiem Sternenhimmel (Bett mit Schlafmöglichkeit auf der Terrasse des Zimmers) klingelt der Wecker bereits um 3:45 Uhr, denn um 4:15 Uhr ist bereits Abfahrt zum Büro von Namib Sky Balloon Safaris. Dort haben wir eine Ballonfahrt über die Wüste zum Sonnenaufgang gebucht. Nach einer kurzen Einweisung geht es auch schon los und wir fahren mit den Autos zum Startpunkt. Sobald die Ballons mit warmer Luft gefüllt sind, dürfen wir auch schon einsteigen und heben ab... Eine unbeschreibliche Aussicht erwartet uns. Zum Ende des Ausflugs gibt es noch ein tolles Sektfrühstück, bevor es zurück zur Station geht. 

Am Nachmittag fahren wir mit Emanuel in das berühmte Sossusvlei. Er überrascht uns mit seinem unglaublichen Wissen und beantwortet jede Frage. Natürlich darf auch eine Dünenwanderung nicht fehlen: wir wandern den Arm von Big Daddy (kleinere Düne neben der Düne "Big Daddy") hinauf und hopsen diese dann wieder hinunter. Unten angekommen stehen wir schon mitten im Dead Vlei. Zurück geht es auf direktem Weg, da wir von Dünenbesteigung bei fast 40 Grad in der prallen Sonne doch sehr müde geworden sind. 

Beim Abendessen erwartet uns ein kleines Konzert traditioneller Lieder von der kompletten Little Kulala Crew. Ein toller Ausklang dieses Abends. Natürlich schlafen wir heute Nacht auch wieder auf unserer Terrasse.

Tag 6

Ein unvergesslicher Tag, denn heute feiere ich meinen 30. Geburtstag. Bereits beim Frühstück überrascht mich das Little Kulala Team mit einem traditionellen Geburtstagsständchen und einem selbstgemachten Kuchen, der mit ganz viel Liebe verziert wurde. 
Leider müssen wir diese tolle Unterkunft bereits nach dem Frühstück verlassen, da wir eine weite Fahrtstrecke bis nach Swakopmund vor uns haben. 

Der Weg gestaltet sich - sagen wir "sehr interessant". Von guten geteerten Straßen über mittelgute Schotterpisten bis hin zu sehr schlechtem Wegen. Natürlich sind auch wir nicht vor Reifenpannen gefeit und so müssen wir irgendwo im Nirgendwo, mitten in der Wüste bei über 35 Grad unseren Reifen wechseln. Eine halbe Stunde später sind wir auch schon wieder auf dem Weg und erreichen bereits am Nachmittag das hübsche Küstenstädtchen Swakopmund. Nachdem wir im Swakopmund Guesthouse eingecheckt haben, genießen wir die Zeit und sehen uns etwas in der Stadt um. Abends gehen wir in das tolle Restaurant The Tug, das sich direkt an der Küste befindet und beobachten den wunderschönen Sonnenuntergang am Atlantischen Ozean.


Tipp für alle Männer: die atemberaubende Kulisse bei Sonnenuntergang eignet sich besonders gut für einen Heiratsantrag. :)

Tag 7

Heute stehen wir wieder früh auf, da es für uns auf den Atlantik zu einer Katamaran-Fahrt geht. Auf dem Boot erwartet uns Ernst, ein witziger Mann, der mit seinem norddeutschen Charme alle Gäste zum Schmunzeln bringt. Humorvoll erklärt er den Ozean und führt uns zu den Robbenkolonien, die sich auf der Landzunge vor Walvis Bay aufhalten. Auf dem Weg dorthin können wir noch einen Schwarm Delfine beobachten und fahren bis auf den Ozean hinaus. Dort erwartet uns dann ein kleiner Snack mit frischen Austern und Sekt. Nach 3,5 Stunden haben wir wieder festen Boden unter den Füßen. 

Für uns geht es anschließend direkt in eine Werkstatt, sodass wir unseren Ersatzreifen erneuern lassen und alle anderen Reifen noch einmal durchchecken lassen, damit wir so schnell nicht wieder mit einem platten Reifen da stehen.

Nachmittags besuche ich unsere Kollegen aus der Agentur vor Ort im Büro, mit denen wir abends dann noch essen gehen. Ich wusste nicht, dass ich bis nach Namibia fliegen muss, um die beste Pizza meines Lebens zu essen.

Tag 8

Heute geht es für uns ins Damaraland. Wir haben die Küstenstraße über Cape Cross mit seinen Robbenkolonien gewählt und fahren an dem einen oder anderen Schiffswrack vorbei. 

Am späten Nachmittag kommen wir im Mowani Mountain Camp an und genießen einen tollen Sonnenuntergang auf der Aussichtsplattform.

Tag 9

Unser Wecker klingelt wieder sehr früh, da wir bereits um 6 Uhr morgens beim Frühstück sein müssen, denn: um 6:30 Uhr starten wir die Fahrt zu den Wüstenelefanten. Wir haben Glück, denn wir treffen sogar mehrere Elefanten in den 6 Stunden an. Dabei bemerken wir, dass einige von ihnen sogar sehr neugierig sind und ihren Rüssel ins Auto stecken, um uns zu "beschnüffeln". Ein einzigartiges Erlebnis!

Den Nachmittag verbringen wir am Pool und in kühleren Ecken des Camps, da das Thermometer bereits am Mittag auf 40°C gestiegen ist.

Tag 10

Wir verlassen das Damaraland und besuchen auf dem Weg zum Etosha Nationalpark die Bambatsi Guestfarm, wo sich gerade meine Kollegin Kerstin aufhält. Die Farm gehört ihren Eltern und wir finden es fast ein wenig schade, dort nur zu Besuch zu sein. Uns erwartet eine tolle Kulisse mit einem einzigartigen Panorama. Bambatsi steht für Gastfreundlichkeit und bietet eine familiäre Atmosphäre. Nach erfrischenden Getränken und netten Gesprächen fahren wir weiter in unsere Unterkunft, Etosha Oberland Lodge, nahe des Etosha Nationalparks, wo wir bereits von einem Baby Nashorn (4 Monate alt) mit seiner Mama begrüßt werden.

Tag 11

Nach einer relativ schlaflosen Nacht durch stundenlange Gewitter werden wir beim Frühstück mit einem tollen Ausblick belohnt: am Wasserloch vor dem Restaurantbereich der Lodge tummelt sich eine kleine Nashornherde. Die 5 Nashörner lassen es sich gut gehen und wir genießen unser Frühstück in aller Ruhe, bevor wir zum Etosha Nationalpark aufbrechen. 

Im Etosha erwarten uns - vermutlich durch den vielen Regen bis vormittags und anschließend extremer Hitze - leider nur sehr wenige Tiere. Überwiegend Springböcke, Strauße und Gnus sind zu sehen, ebenso die eine oder andere Giraffe oder Oryx. 
Als wir kurz vor Ende unseres Besuchs im Park noch das Wasserloch in Okaukuejo aufsuchen, bietet sich jedoch ein tolles Bild mit einer großen Zebraherde, einer mächtigen Gnuherde und vielen vielen Springböcken. Somit hat sich der Besuch des Parks doch noch etwas für uns gelohnt. Hoffen wir, dass wir morgen mehr Glück im Etosha haben werden...

Tag 12

Heute geht es früh in den Etosha. Tatsächlich haben wir (trotz erneutem Gewitter) mehr Glück als gestern. Bereits kurz nach Eintritt in den Park erwartet uns eine große Elefantenherde mit einem kleinen Baby. Wir verbringen einige Stunden im Nationalpark und sehen zwischen einer eindrucksvollen Landschaft zahlreiche Springböcke, Gnus, Oryx, Giraffen (sogar eine kleine), Zebras mit ihren Kleinen, Schakale, Strauße mit Babys, Kuhantilopen, Impalas, Elands, Sekretärvögel und vieles mehr.
Als wir spätnachmittags (mal wieder im Regen) in Onguma ankommen, empfangen uns direkt zwei Warzenschweine. Auf dem Weg zum Tented Camp begegnen uns wieder diverse Antilopenarten, eine Schildkröte sowie Giraffen. 
Leider ist das Wasserloch der Unterkunft durch den Regen nicht so gut besucht, wie erhofft. Dafür besuchen uns einige Giraffen im Garten.

Tag 13

Auch heute starten wir wieder recht früh. Unser Weg  führt uns nach Okonjima, das für seine Africat Stiftung bekannt ist. Wir sind gespannt, was uns dort erwartet. 
Gleich eine halbe Stunde nach unserer Ankunft im Plains Camp geht es los zur ersten Aktivität: Leopard Tracking. Wir finden einen Leoparden, den wir ein Stück begleiten, bis er genug von uns hat und in den Büschen verschwindet. Nach dem Abendessen geht es direkt weiter, denn wir haben uns spontan für den Night Drive angemeldet. Dabei entdecken wir ein Stachelschwein, eine Hyäne beim Fressen, Schakale, diverse Antilopenarten und kleinere Tiere. Mithilfe eines Rotlichts können wir die Tiere beobachten, ohne dass sie geblendet werden. 

Tag 14

Der Wecker klingelt noch vor Sonnenaufgang, denn um 6.30 Uhr geht es los zur AfriCat-Tour. Wir lernen dabei vier der dort lebenden Geparde kennen und erfahren, dass diese bereits dort sind, seit sie ein paar Wochen alt waren. Die Mutter wurde getötet und alleine wären die Babys noch nicht überlebensfähig gewesen. Sie werden 4x wöchentlich gefüttert und haben genügend Auslauf. Eine Auswilderung im Reservat ist nicht möglich, da die Geparde dort nicht überleben würden. Es gibt durch die Leoparden und Hyänen zu viele Futterkonkurrenten. 
Weiter geht es ins Informationscenter, wo wir u.a. das medizinische Behandlungszimmer betreten und ansehen dürfen. Es ist höchst interessant zu erfahren, was für "Fälle" nach Okonjima kommen - sowohl gesund, als auch zur Rehabilitation. 
Den restlichen Tag genießen wir bei herrlichem Wetter, bis abends wieder der Regen einsetzt.

Tag 15

Heute geht es zurück nach Hause. Trotz eines Abendfluges brechen wir früh auf, da wir noch das Craftcenter in Windhoek besuchen und etwas essen gehen möchten. 
Um 19:50 Uhr erhebt sich dann unser Flugzeug von der Erde und uns bleibt nichts zu sagen, außer: bye bye Namibia!

Über den Autor